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Orgelmatineen Bad Homburg v.d.H.
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Wilkommen bei den Orgelmatineen Bad Homburg 2010

Organist: Jorin Sandau

Organist: Timo Rinke

Schloßkirche Bad Homburg, 12.06.2010 11:30 - 12:00

Orgelmatinee

An der Orgel:

Jorin Sandau

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Eine schöne halbe Stunde in der Schloßkirche Bad Homburg zum Klang der dortigen BĂŒrgy Orgel.

Zum ertsen Mal wohnte ich dem monatlich stattfindenen, kurzen aber sehr feinen Orgelkonzert auf der Empore bei.

Die KlangqualitÀt der Orgel ist dort oben leider nicht besser.

An manchen Stellen wird es sogar unangenehm laut, aber man bekommt interessante Einblicke auf das schöne Instrument und auf das Wirken der talentierten Organisten.

Herr Sandau spielte Muffat, Couperin und Johann Sebastian Bach, im Zeichen des Orgelspiels nach französischer Manier, wie sie in der ertsen HĂ€lfte des 18. Jahrhunderds zu Hofe und in der Kirche ĂŒblich war.

Anmerkungen

Georg Muffat (1653-1704): Toccata Decima (aus Apparatus Musico Organisticus)

Der Organist hebte den Aspekt der InternationalitĂ€t von Georg Muffat hervor.

Im Folgenden ein Ausschnitt aus Wikipedia

"Muffat war wie vor ihm Johann Jakob Froberger und nach ihm Georg Friedrich HĂ€ndel ein musikalischer Kosmopolit, der eine wichtige Rolle beim Austausch europĂ€ischer Musiktraditionen spielte. Er war der einzige Komponist, der sowohl mit Lully als auch mit Corelli, beide Symbolfiguren der französischen Oper beziehungsweise der italienischen Instrumentalmusik, persönlich eng verbunden war.

Muffat schrieb entweder Musik im italienischen oder französischen Stil. Da die wenigsten Musiker seiner Zeit mit beiden Stilen vertraut waren, fĂŒgte er seinen Werken ErlĂ€uterungen zur jeweiligen AuffĂŒhrungspraxis bei. Diese sind noch heute bei der Interpretation von Werken aus dieser Zeit nĂŒtzlich."

Noch unklar ist mir, was den italienischen, (den deutschen) und den französischen Stil bei der MusikauffĂŒhrung ausmacht.

Leider war im Internet eine Aufnahme der Toccata Decima nicht auffindbar.

François "le Grand" Couperin (1668-1733): Gloria de la Messe des Paroisses

  • 9 Couplets

(Notizen verschollen)

Messe ĂĄ l'usage des paroisses

Gloria

6. Plein jeu. Et in Terra pax

7. Petite fugue sur le Chromhorne

8. Duo sur les Tierces

9. Dialogue sur les Trompettes, Clairon et Tierces du Grand clavier et le Bourdon avec le Larigot du Positif

10. Trio Ă  2 dessus de Chromhorne et la basse de Tierce

Was bedeutet Plein jeu (auf Deutsch "volles Spiel") ?

Dank diesem interessanten Orgel Glossar "wissen" wir es jetzt:

Französiche Bezeichnung von "Organum Plenum".

In der Grand Orgue (Hauptwerk) mit (Montre 16' +) (Bourdon 16' +) Montre 8' + Bourdon 8' + Prestant 4' + Doublette 2' + Fourniture + Cymbale + Pos-GO, im Positif (RĂŒckpositiv) mit (Montre 8' +) Bourdon 8' + Prestant 4' + Doublette 2' + Fourniture + Cymbale.

Johann Sebastian Bach (1685-1750): PiĂšce d'Orgue BWV 572

BWV 572, BWV 572

Bei dem in den SĂ€tzen Tres Vitement, Gravement, Lentement notierten, auch als 'Fantasie in G Dur' bekannten Werk, fallen die Arpeggien des ersten und des dritten Satzes auf, die Progression des Basses vom tiefen bis zum hohen C, die Einleitung des dritten Satzes mittels Cis und die darauffolgende chromatische Progression im Pedal. Letzere stĂŒtzt die finalen Arpeggien (Tonleitern) der Fantasia rythmisch; sehr interessant mĂŒsste auch die Harmonik (Akkord-Progression) sein.

Die Fantasia in G-Dur von Johann Sebastian Bach ist gleichzeitig ein sehr bekanntes und doch sehr ungewöhnliches Werk, da es sich nicht wie gewöhnlich um ein PrĂ€ludium/Toccata plus Fuge handelt, sondern um ein StĂŒck, dass ganz klar aus 3 sehr verschiedenen, aneinandergereihten Teilen besteht.
Außerdem gibt Bach dem StĂŒck und auch den Tempobezeichnungen französische Namen, was auf seine Auseinandersetzung mit französischer Musik zur Zeit der Komposition schließen lĂ€sst.
WĂ€hrend das StĂŒck sehr lebendig und virtuos beginnt und in einen lauten, vollen Orgelklang ĂŒberleitet, endet das StĂŒck aber fĂŒr heutige Ohren sehr unspektakulĂ€r und sehr leise.
Dazu muss man wissen, daß das, was im letzen Teil musikalisch passiert, also ein chromatischer absteigender Bass und die Harmonien, die daraus entstehen, es so noch nie vor Bach gegeben und dadurch natĂŒrlich zu dieser Zeit ein ganz anderes Hörerlebnis erzeugt als vielleicht heutzutage.

Durch Herr Pinto lernte ich das "OrgelbĂŒchlein" kennen; Herrn Sandau verdanke ich die Bekanntschaft mit der Fantasie BWV 572.

Schloßkirche Bad Homburg, 14.08.2010 11:30 - 12:00

Orgelmatinee

An der Orgel:

Jorin Sandau

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Nach der Einleitung des Vorstandsvorsitzenden des Kuratorium Bad Homburger Schloß ĂŒber den umfangreichen geplanten Umbau erhĂ€lt der Organist das Wort.

Die Werke stĂŒnden im Zeichen des morgigen Maria Himmelfahrt Festes.

Die Orgelmatinee begninne und endet mit dem Thema Magnificat (auf Deutsch 'erhebt' im Sinne von Lobpreisung).

An zweiter Stelle eine Sonate, und anschließend zwei StĂŒcke in denen der Name der Maria im Titel explizit erwĂ€hnt wird.

"Und Maria sprach: Meine Seele erhebt den Herrn, und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes; denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Siehe, von nun an werden mich seligpreisen alle Kindeskinder. Denn er hat große Dinge an mir getan, der da mĂ€chtig ist und dessen Name heilig ist. Und seine Barmherzigkeit wĂ€hrt von Geschlecht zu Geschlecht bei denen, die ihn fĂŒrchten. Er ĂŒbt Gewalt mit seinem Arm und zerstreut, die hoffĂ€rtig sind in ihres Herzens Sinn. Er stĂ¶ĂŸt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen. Die Hungrigen fĂŒllt er mit GĂŒtern und lĂ€sst die Reichen leer ausgehen. Er gedenkt der Barmherzigkeit und hilft seinem Diener Israel auf, wie er geredet hat zu unsern VĂ€tern, Abraham und seinen Kindern in Ewigkeit."

Die Bachsche Fuge sei im Stile antico gehalten.

Dem entgegengesetzt stehe das Magnificat von Buxtehude in dem das norddeutsche Orgelspiel hörbar wird: rauh, herb, stĂŒrmisch wie die See. Es verdeutliche den Aspekt der Gewalt, das im Zitat erwĂ€hnt wird.

Im französischem Stil sei das StĂŒck von de Grigny, in dem rĂ€presenative Abschnitte von tĂ€nzerischen ablöst werden.

Lukas 1, 46-55 Die sanfte Gewalt Gottes.

Der Marienfrömmigkeit stehe der Protestantismus zwar kritisch gegenĂŒber, die schöne Musik möchte jedoch keiner missen

Anmerkungen

Johann Sebastian Bach (1685-1750): Fuga sopra Magnificat BWV 733

BWV 733

Josef G. Rheinberger (1839-1901): Sonate 4 in a-moll Op. 98

Bei der Dissonanz bei 00:30 wurde mir klar: Es ist ein "zeitgenössischer" Autor.

Ein Sprung von 1700 nach 1900, vom Barock in die Moderne.

Ich lernte Josef G. Rheinberger und die Sonate erstmalig bei dieser Orgelmatinee kennen.

Die Registrierung von Herrn Sandau gefiel mir besonders gut. Das StĂŒck ebenfalls: Empfehlenswert.

Im Verlauf des StĂŒckes wurden nach und nach mehr Register gezogen, ohne daß sich die Klangfarbe wesentlich verĂ€nderte.

Der Organist beabsichtigt, dachte ich mir, ein Crescendo zu realisieren, was er mir nach der AuffĂŒhrung bestĂ€tigte.

Das StĂŒck wurde m.E. hervorragend gespielt: Vielen Dank, Herr Sandau!

Ein Kuriosum am Rande: die oben referenzierte Aufnahme wurde auf der selben "Great Buergy Organ of 1787" der Schloßkirche Bad Homburg gespielt, die bei den gut besuchten Orgelmatineen zum Einsatz kommt.

Nicolas de Grigny (1672-1703): "Ave Maris Stella", GegrĂŒĂŸt sei der Stern des Meeres

Schön, daß wir wieder im Barock zurĂŒck sind.

Herrliches, abwechlungsreiches StĂŒck in vier SĂ€tzen mit abwechlungsreicher Registrierung:

Hymnus "Ave Maris Stella"

  • 1. Satz: Plein Jeu
  • 2. Satz: Fugue Ă  5
  • 3. Satz: Duo
  • 4. Satz: Dialogue sur les Grand Jeux

Auch de Grigny war mir zuvor unbekannt: Ich freue mich auf die Bekannschaft!

Die Interpretation von Herr Sandau hat mir viel mehr gefallen.

Die einzelnen SĂ€tze waren m.E. einfach besser definiert in der Registrierung als auch im Spiel.

Der 3. Satz im 3/4 Takt erinnerte mich an die ErklÀrung zu den "tÀnzerischen" Abschnitten des Französischen Stils, die in der .

Der 4. Satz wurde rytmisch und beschwingt gespielt, daß so manche Melodie leicht ins Ohr ging.

Arnolt Schlick (vor 1460-nach 1521):

"Maria zart", "Maria zart"

Das StĂŒck wurde so leicht registriert (ich glaube Flöten, bzw. mit hölzernen Pfeifen) und so sanft gespielt (ich glaube zwei Stimmen und ohne Pedal) daß der Aspekt der ZĂ€rtlichkeit voll zum Tragen kam und durch die Musik vermittelt wurde.

Man konnte auch so schön den Stil der Renessaince oder gar des Mittelalters wahrnehmen.

Diese Aspekte kommen m.E. in der referenzierten Aufnahme leider gar nicht zum tragen.

Eine weitere Anmerkung zu der hier referenzierten Aufnahme. Da ich keine Einspielung fĂŒr Orgel auffinden konnte, habe ich, willkĂŒrlich, eine fĂŒr Viola und Cello gewĂ€hlt. Vielleicht hilft uns hier Herr Sander mit einer eigenen Aufnahme weiter.

Dieterich Buxtehude (1637-1707): Magnificat primi toni BuxWV 203, Magnificat primi toni BuxWV 203, BuxWV 203

Bei diesem StĂŒck konnte ich nicht den Aspekt der Gewalt wahrnehmen.

Im Gegenteil, das StĂŒck wirk auf mich besonnen, ausgewogen und balanciert.

Da es auch ein ""Magnificat noni toni" (auf Deutsch "neunten Grades, neunten Tones") gibt, vermute ich, daß die Bezeichnung primi toni (auf Deutsch "ersten Grades, ersten Tones") die Bedeutung von C-Dur hat.

Schloßkirche Bad Homburg, 27.08.2010 16.30 - 17:30

Konzert Festliche Musik fĂŒr Trompete und Orgel

An der Orgel:

Timo Rinke

Trompete:

Benjamin Knorr

Programm

Anmerkungen

Es ist kurz vor Halb. Die Musiker unterhalten sich. Drei Trompeten (namens T1, T2 und T3) stehen aufgespießt auf ihrem StĂ€nder am Boden. NotenblĂ€tter sind auf StĂŒhle, auf den Boden, auf den Feuchtigkeitspender, der wie der WĂ€rmeaustauscher einer Klimaanlage aussieht, verteilt. Zwei Flaschen Mineralwasser stehen rechts neben der Orgelbank.

Der zweite Vorsitzende des Kuratorium Bad Homburger Schloß leitet das Konzert kurz ein und spricht, wie seine VorgĂ€nger bei den letzten Orgelmatineen das Bauvohaben "ein neuer alter Eingang fĂŒr die Schloßkirche" an. Anschließend wird das Publikum um entsprechende UnterstĂŒzung gebeten.

Georg Philipp Telemann (1681-1767): 5 StĂŒcke aus der Heldenmusik TWV 50

Das Konzert beginnt unmittelbar darauf mit fĂŒnf AuszĂŒgen aus der Heldenmusik von Telemann: Barock pur und ganz nach meinem Geschmack. "1. Die WĂŒrde" (T1): gespielt auf einem einzigen Manual als Begleitung zur Trompete klingt in meinen Ohren wie ein kleine Marschmusik. "4. Die Ruhe" (T1). "7. Die Wachsamkeit" auf zwei Manualen plus Pedal, das den Rythmus des StĂŒckes unterstreicht und ihm Spannung verleit. "9. Die Sanftmut" sehr rytmisches StĂŒck, kann das sein. Und wo bleibt "12. die Freude"?

Der Organist Timo Rinke zieht schnell seine dunkle Jacke an, lĂ€uft rasch die Treppen herunter, und begibt sich auf die BĂŒhne zur ErlĂ€uterung des Konzertes.

Er offenbart eine ProgrammĂ€nderung: "Die Hoffnung" habe den Platz von "Sanftmut" und "Freude" eingenommen. Die Heldenmusik sei in der Tat fĂŒr Orgel und Trompete komponiert worden. In der referenzierten Aufnahme spielt hingegen ein Orchester.

Die Toccata von Buxtehude sei ein Kaleidoskop von kurzen, sehr kontrastieren Abschnitten, mit improvisatorischen und fugenartigen Passagen.

Die Suite sei eine Reihenfolge von baroken TanzsÀtzen. Eine Suite von Clarke werde folgen.

Danach folgt ein mir höchstwillkommenes Bachsches StĂŒck aus den sog. "Leipziger ChorĂ€le", eine Sammlung von Choralvorspielen fĂŒr Orgel solo: Das Trio super "Herr Jesu Christ, dich zu uns wend" BWV 655. Trio stehe hier nicht fĂŒr drei Instrumente sondern fĂŒr die drei unabhĂ€ngigen Stimmen die jeweils auf zwei Manualen und auf dem Pedal gespielt werden.

Auf dieses hochkomplexe StĂŒck folgen ein Ohrwurm, "Lascia ch'io pianga" aus der Oper "Rinaldo" von HĂ€ndel, und eine alte schweidische Weise (???) von Lundgren, die ebenfalls leicht ins Ohr geht "Gammal FĂ€bodpsalm ..." [a.d.Ü ???].

Die Sonate in vier SĂ€tzen von Bartholdy sei ein Feuerwerk, ein Reißer.

Zuletzt zwei SĂ€tze aus dem Trompetenkonzert in Es-Dur von Joseph Haydn, in den man die Deutsche Nationalhymne heraushöhren könne.

Beifall. ZurĂŒck auf der Empore wird die Jacke in einem Schwung ausgezogen, und auf ein Stuhl geworfen und es kann wieder losgehen.

Dieterich Buxtehude (1637-1707): Toccata in F BuxWV 156

Die Toccata von Buxtehude ist beeindruckend, und erinnert mich, fĂŒr mich ĂŒberraschenderweise, an Bach.

Mein Bild von Bach ist das eines musikalischen Schöpfers, eines Erfinder ohne Vorbilder, jemand, der nicht nachahmt.

Aus Wikipedia:

"Carl Philipp Emanuel Bach erwĂ€hnt im Nekrolog, daß sein Vater die Musik hauptsĂ€chlich in autodidaktischen Form erlernte""

Aber es könnte durchaus sein, daß sich Bach von Buxtehude hat inspierieren lassen.

Aus Wikipedia:

"Im Oktober 1705 wanderte er zu Studienzwecken nach LĂŒbeck - offiziell, um Buxtehude zu hören. Sein privates Motiv war auch, sich als Nachfolger des 70jĂ€hrigen Organisten zu St. Marien zu bewerben. Es war ihm Urlaub von vier Wochen gewĂ€hrt worden. Diesen dehnte er bis in den Januar 1706 aus und ließ sich wĂ€hrenddessen als Organist in Arnstadt durch seinen Vetter Johann Ernst vertreten. Diese Reise zu Buxtehude bescherte Bach wertvolle musikalische EindrĂŒcke. Mit großer Wahrscheinlichkeit hat Bach auch auf der berĂŒhmten alten Totentanz-Orgel von St. Marien spielen können. Buxtehudes Abendmusiken, Orgel- und Klavierwerke sowie dessen unvergleichliches Orgelspiel bildeten einen Ansporn fĂŒr den jungen Organisten und Komponisten. Die ersten erhaltenen Orgel- und Klavierwerke Bachs lassen den Einfluss Buxtehudes erkennen. Dazu gehören Choralvorspiele wie beispielsweise Wie schön leuchtet der Morgenstern (BWV 739) und PrĂ€ludien, Toccaten, Partiten und Phantasien."

Jeremiah Clarke (1674-1704): Suite in F (T1, T2, T3 ???)

  • Prelude
  • Menuett
  • Sybelle
  • Serenade
  • BourreĂ©
  • Gigue

Bei der Menuette, die im drei Viertel Takt ist, fiel mir auf, daß sich die Orgel auf eine ganz einfache Begleitung, ohne Pedal und teilweise kaum kontrapunktiert, beschrĂ€nkt.

Die Serenade, ebenfalls im drei Viertel Takt, vermittelte ein GefĂŒhl der Leichtigkeit, wie sie vielleicht im bunten Treiben des Laternchenfestes aufzufinden ist.

Johann Sebastian Bach (1685-1750): Trio super "Herr Jesu Christ, dich zu uns wend" BWV 655

Hier ist mir aufgefallen, wie im Pedal vermehrt im rechten Bereich (höhere Töne) gespielt wurde. Auch fĂŒrs Auge war erkennbar, wie im Pedal eine Melodie (Stimme) gespielt wurde, und keine Begleitung im Bass. Im Allgemeinen fiel mir auf, daß die Erkennung und Verfolgung der einzelnen (drei) Stimmen durch die visuelle Wahrnehmung des Spielvogangs sehr erleichtert wird. Ein Trick fĂŒr "Fortgeschrittene" ist ein Blick auf die Partitur.

Interessant fand ich auch, wie bei in den letzten Takten, im Pedal von den sehr hohen Noten plötzlich einer der tiefsten Noten gespielt wird, um dann gleich wieder zu den hohen Noten zu wechseln. Vielleicht ein fallendes und ein steigendes Intervall zur Erzeugung einer Spannung, die zur Einleitung des Ende dient.

Georg Friedrich HĂ€ndel (1685-1759): "Lascia ch'io pianga" aus der Oper "Rinaldo" (T1, T2, T3 ???)

Hier verzichte ich auf die Suche nach einer zu referenzierenden Aufnahme, da mir sonst dieser Ohrwurm noch fĂŒr den Rest des Tages plagt.

Es ist interessant zu beobachten, wie der Organist sich wĂ€hrend des Spiels auch um Registrierung und NotenblĂ€tter welzen ??? zu kĂŒmmern hat. Als ob er schon nicht genĂŒg mit Fingern und FĂŒĂŸen zu tun hĂ€tte.

Oskar Frederik Lindberg (1887-1955): Gammal FĂ€bodpsalm fran Dalarna (T1, T2, T3 ???)

Echt gut gespielt. Etwas Nachdenkliches, melodisch und fast melancholisch. Schade, daß ich keine bessere Version als die von Abba (!) fand, die ich aber hier nicht einbinden möchte.

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847): Sonate Nr. 4 in B-Dur

Jetzt kommt der Mitreißer: in der Tat sind drei der vier AuffĂŒhr-Bezeichnungen im Allegro Bereich notiert.

Im Gegenteil zur Vergangeheit stelle ich fest, daß die LautstĂ€rke der Orgel, und die der Trompete, recht angenehm ist, und gar nicht zu laut. Besser so.

Das Allegretto (im drei Viertel oder im sechs Achtel ???) hat meiner Frau und mir sehr gut gefallen. FĂŒnf Sterne. Schöne Registrierung, beschwingtes Arpeggiato plus Melodie ohne Pedal.

Und der Mitreißer war das Allegro maestoso, das folgte.

Joseph Haydn (1735-1809): 2 SĂ€tze aus dem Trompetenkonzert in Es-Dur (T1, T2, T3 ???)

Die Interpretation der zwei Musiker gefÀllt mir mehr als die referenzierte Aufnahme, die mir zu schnell erscheint.

Herr Rinke reibt sich die HĂ€nde am Kopf. Es muß sicherlich anstrengend gewesen sein.

Was beim Hörer fĂŒr Entspannung sorgt, bedeutet beim Spieler paradoxerweise Spannung und Konzentration.

Und in einer halben Stunde soll es gar weitergehen, mit einem zweiten Konzert.

Nach dem vorletzten Satz gab es ein Zu-FrĂŒh-Klatscher, der ausnahmsweise nicht von mir war.

Ein durchaus gelungenes Konzert! Danke sehr!

Schloßkirche Bad Homburg, 29.08.2010 16:30 - 17:30

Konzert Johann Sebastian Bach im Kreise seiner Söhne

Cembalo:

Jorin Sandau

Traversflöte, Klappenflöte:

Daja Leevke Hinrichs

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Es ist bald soweit. Bei den Musikern steigt die Spannung, wĂ€hrend Dr. Karl Mathieu von 10 Jahren Förderung aufstrebender Musiker in Zusammenarbeit mit der Musikhochschule Frankfurt spricht, von der nunmehr 20 Jahre zurĂŒckliegenden Restaurierung der Schloßkirche Bad Homburg, und vom anstehenden Bauprojekt neuer Eingangsbereich, mit Vorraum, Garderobe und Blickachse in den Raum.

Spenden seien willkommen.

Anmerkungen

Heute machen wir die Bekanntschaft mit zwei Barock-Flöten, der Traversflöte (415 Hz) und der Klappenflöte (415 Hz), mit Friedmann, Friedrich, Christian und mit der wunderbaren Sonate fĂŒr Flöte sol Wq 132 von Carl Philipp Emanuel.

Zur damaligen Zeit sei es zwar ĂŒblich gewesen, daß der Beruf des Musikers auf die Kinder ĂŒbertragen wurde, der durchgehende Erfolg aller vier komponierenden Bach Söhne sei jedoch eine Besonderheit.

Die StĂŒcke werden in der originalen Besetzung, die ein besonderes, wĂ€rmeres Klangbild hervorufe, aufgefĂŒhrt.

Der Beginn macht der weniger bekannte der vier Söhne. Original seien hier die Passagen im Andante, in denen das Cembalo eine Art Rezitativ spielt.

Johann Christoph Friedrich Bach (1732-1795): Sonate fĂŒr Flöte und Cembalo d-moll

  • Allegretto
  • Andante
  • Allegro

Beide Musiker sind Könner und beherrschen ihr Instrument perfekt. Herr Sandau kommt in den schnellen und schwierigen Passagen ganz zur Geltung. Frau Hinrichs ist eine Meisterin ihres Instrumentes. Die beiden bilden eine perfekte Einheit, synchron im Tempo und im Ausdruck.

Das Cembalo hört sich leider etwas verstimmt an, was viele Ursachen haben kann.

Wenn man die Musiker auf der BĂŒhne erlebt, wird man Zeuge manches Kunstwerks, wie z.B. das Balancieren der Flöte mit der einen linken Hand, beim Spielen eines langen Tones, und das gleichzeitige UmblĂ€ttern mit der Rechten.

Wilhelm Friedemann Bach (1710-1784): Polonaise C-Dur Falck 12

Johann Christian Bach (1735-1782): Sonate in F-Dur

Carl Philipp Emanuel Bach "der Große" (1714-1788): Sonate in a-moll fĂŒr Flöte solo Wq 132

Johann Sebastian Bach (1685-1750) Sonate in A-Dur BWV 1032

Ein wuderbares Konzert: Herzlichen Dank an beide Interpreten.

Schloßkirche Bad Homburg, 11.09.2010 11:30 - 12:00

Orgelmatinee

An der Orgel:

Timo Rinke

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BuxWv 159, eine Chaconne

BWV 539,1, BWV 539,2

Anmerkungen

Verhindert

Fuori programma

Andreas Hammerschmidt (1611-1675): "Verleih uns Frieden gnĂ€diglich"

Kurt Hessenberg (1908-1994) "Aus der Tiefe ruf ich" Psalm 130

Schloßkirche Bad Homburg, 09.10.2010 11:30 - 12:00

Orgelmatinee

An der Orgel:

Jorin Sandau

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Vorweg informiert Dr. Karl Mathieu das Publikum, daß Herr Sandau und Frau Hinrichs seit kurzem Fugato PreistrĂ€ger der Rotary Bad Homburg-Schloß-Stiftung sind.

Herr Sandau ergreift daraufhin das Wort und erklĂ€rt, daß die Gemeinsamkeit, die die vorliegenden StĂŒcke verbindet, die Feierlichkeiten zum Erntedankfest seien.

Im 17. Jahrhundert sei die Festlichkeit mit ausgiebigen Zerimonieen und Gottestdiensten gefeiert worden.

Die drei StĂŒcke Couperins weisten die Reihenfolge Dur, Moll, Dur auf: Festlich, lyrisch, festlich. Er verdeutlicht den Rythmus des letzten Satzes im 3/4 Takt durch Klatschen (3/8, pause, 1/8, 1/8 - Irrtum vorbehalten).

Die 18 sog. "Leipziger ChorĂ€le" sei eine Sammlung verschiedener frĂŒherer Choralbearbeitungen fĂŒr Orgel mit zwei Manualen und Pedal, die Johann Sebastian Bach im hohen Alter fĂŒr eine gedruckte Ausgabe ĂŒberarbeitete.

Auf die Anmerkung, daß die "Wassermusik", dem Georg HĂ€ndel eine Verdoppelung des Gehaltes seitens des englischen Königs Georg I heimbrachte, reagierte das zahlreich erschienen Publikum mit einem hörbaren Staunen.

Beim Grand Hallelujah, das bereits zur Entstehungszeit, wie die Wassermusik, großen Ruhm erlangt hatte und mehrere Transkriptionen (u.A. fĂŒr Orgel) erfahren hatte, meinte Herr Sandau mit einem Schmunzeln, daß das Publikum sitzen bleiben dĂŒrfe.

Zum Schluß wĂŒnschte er viel Freude beim Genuß der feierlichen StĂŒcke.

Anmerkungen

François Couperin (1668-1733):

Offertoire sur le Grands Jeux, Offertoire sur le Grands Jeux, Offertoire sur le Grands Jeux

Zur Kollekte aus der "Messe pour les couvents"

Ein Organist aus Ăœbersee und einer aus Frankreich lassen sich ĂŒber die Schultern schauen.

In den Kommentaren ist mehrmals die Rede von "Reeds", dem Rohrblatt von Blasinstrumenten.

Nach dem Konzert lernte ich, daß es unter den Orgelpfeifen in der Tat welche gibt, in denen das Schwingungsmuster der Luftkolonne (Klangbild, Timbre) mittels an einem Ende befestigte BlĂ€ttchen erzeugt werden. Der Klang dieser Pfeifen ist besonders kraftvoll, feierlich.

Johann Sebastian Bach (1685-1750): drei StĂŒcke aus den sog. "Leipziger ChorĂ€le"

FĂŒr Bach wurde die Registrierung gĂ€nzlich umgestellt: der Organist ließ sich die notwendige Zeit fĂŒr eine genaue ÜberpfrĂŒfung der Einstellungen.

Interessant wÀre zu wissen, welche Kriterien beim Wechsel der Registrierung angewandt wurden.

BWV 666

Bei der AuffĂŒhrung von Herrn Sandau konnte man das Thema im Sopran sehr gut verfolgen. Auch der Einsatz und die Registrierung des Pedals (Bass), besonders am Ende des StĂŒckes, hat mir gut gefallen.

BWV 665, BWV 665

Bei diesem StĂŒck erschien mir (von meinem Platz auf der Empore) das Pedal etwas zu aufdringlich geraten zu sein.

Bei BWV 657 hat das Thema im Sopran, und im allgemein der Sopran, einen perfekten Auftritt gehabt. Man konnte schön das Spiel zwischen Sopran und Bass im zweiten Teil heraushören, was bei der referenzierten Aufnahme nicht gelingt.

Beim finalen Akkord, das bei Herrn Sandau ĂŒblicherweise sehr lange anhĂ€lt, drehte sich der Organist einmal rechts und einmal links und warf ein Blick auf die Hörenden, als ob er sich der Wirkung seines Spieles auf das Publikum vergewissern wollte.

Alle drei StĂŒcke sind hoch komplex. Eine Einarbeitung vor dem Konzert lohnt sich fĂŒr den Hörenden sehr.

Georg Friedrich HĂ€ndel (1685-1759):

  • Drei SĂ€tze aus der Wassermusik (nach einem Druck des 18. Jhs.)
  • Sarabande con variazioni aus der Suite HWV 437
  • Grand Hallelujah (arr. J Marsh 1791)

Hier wird wieder die Registrierung auf festlich umgestellt. Vielleicht auch auf unbekĂŒmmert, nach dem mit Sinnhaftigkeit durchzogenen und schwierigen Bach.

Vor wenigen Wochen lernten wir bei den Orgelmatineen, daß eine Suite eine Reihe von MusikstĂŒcken zu barocken TĂ€nzen (GesellschaftstĂ€nzen) ist.

Die Suite HWV 437 besteht aus: I. Allemande II. Courante III. Sarabande IV. Gigue.

Betrachtet man die Suite von ihrer musikalischen Seite, und weniger als Taktgeber fĂŒr das Tanzbein, fĂŒgt sich die Sarabande (im getragen-gravitĂ€tischer 3/2- oder 3/4-Takt - 01:45) m.E. perfekt in die Gesamtkomposition ein.

Insbesondere stellt sie einen schönen Kontrast zur vorhergehenden Courante (meist im 3/2 oder 6/4-Takt, mĂ€ĂŸig schnell - 01:30) und zur darauffolgenden, feuerwerkartigen Gigue (meist im lebhaftem 6/8 oder 12/8-Takt - 00:45) dar.

Ich vermute, daß Herr Sandau die AuffĂŒhrung der Sarabande an dieser Stelle des Konzertes ebenfalls als Gegengewicht zu den vorherigen und zum darauffolgenden festlichen Hallelujah wĂ€hlte.

Die Registrierung wurde fĂŒr die Sarabande sehr weich gewĂ€hlt. Nichts erinnerte mehr an die metallischen KlĂ€nge des Cembalos. Die Registrierung verleite der Sarabande einen ganz besonderen Charme.

Mittlerweile habe ich diese ganze Suite, gespielt auf dem Original-Instrument, dem Cembalo, lieben gelernt, und empfehle allen die oben referenzierte Aufnahme.

Ja, das Hallelujah war in der Tat festlich! Manch ein Besucher, der auf der Empore nah an der Orgel saß, hielt sich die Ohren verdeckt. Als ich beim ersten StĂŒck von Couperin merkte, daß die Registrierung in der Tat feierlich gezogen war, wechselte ich rasch den Platz, und saß so weit wie möglich von der Orgel entfernt.

Die Akustik auf der Empore ist m.E. eher nicht gut. So sind diese SitzplĂ€tze fĂŒr den reien Musikgenuß der Orgel m.E. eher nicht zu empfehlen.

Allerdings hatte man an diesem hellen, klaren Oktobertag einen schönen Blick durch das weiß umrahmte Fenster auf die gelbe und orangene Laub einer Roßkastanie (Hyppocastanum Aesculos), auf dem blauen Hintergrund eines reinen, herbstlichen Himmels.

Die Farbe und die Helligkeit des Sonnenlichtes an diesem herrlichen Vormittag Ă€hnelt dem, das Rudolf MĂŒller vor einigen Jahren in seinen professionellen Bildern der BĂŒrgy Orgel einfangen vermochte.

Vielen Dank an Herrn Sandau und an das Kuratorium Bad Homburger Schloß fĂŒr diese schöne halbe Stunde festlicher und ernster Musik.

Schloßkirche Bad Homburg, 13.11.2010 11:30 - 12:00

Orgelmatinee

An der Orgel:

Timo Rinke

Programm

Anmerkungen

BeitrÀge der Zuhörer sind willkommen.

Zur Nacharbeitung:

BuxtehudesBuxWV 149

Böhms Partita "Ach wie nichtig, ach wie flĂŒchtig"

Die Passacaglia in c-moll BWV 582 hat Ohrwurmkarakter. Aus diesem Grund ist es ratsam, sie nicht allzu oft zu hören, und der Bedarf einer Vorberetung ist nicht gegeben.

Schloßkirche Bad Homburg, 11.12.2010 11:30 - 12:00

Orgelmatinee

An der Orgel:

Jorin Sandau

Programm

  • Matthias Weckmann (1619-1674) Praeambulum Primi toni a 5 in d
  • Anthoni van Noordt (um 1619-1675) Psalm 24 (aus "Tabulatuurboeck van Psalmen en Fantasyen")
    • Vers 1. a 4. Pedaliter
    • Vers 2. a 4.
    • Vers 3. a 4. In de Bas
  • Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) Andante in F fĂŒr Orgelwalze KV 616
  • Johann Nepumuk (1895-1977) David "Macht hoch die TĂŒr, die Tor macht weit" 3 Variationen
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750) Toccata und Fuge d-moll BWV 565

Anmerkungen

BeitrÀge der Zuhörer sind willkommen.

Zur Einstimmung, eine Fantasia von Matthias Weckmann, zunĂ€chst im 4/4 dann im 3/4 Takt, bei der der wiederholte Einsatz des Themas in verschiedenen Lagen leicht herauszuhören ist.

BWV 565, BWV 565 Ă  la Koopman, BWV 565

Wikipedia Artikel ĂŒber BWV 565: Deutsch und Englisch

Fuori programma

BWV 543, BWV 543, BWV 543, PrĂ€ludium BWV 543, Fuge BWV 543

Teatro Sociale di Como, Como 22.12.2010 18:00 - 19:30

Konzert Orchestra 1830, Leitung und Geige: Francesco D'Orazio

Programm (Auswahl):

Das Wort Napoli (Neapel) erweckt in den meisten Italienern Gedanken von Zerfall, Gewalt, Rechtslosigkeit, Armut und neuerdings auch von MĂŒllbergen in den Straßen (!).

Umso prachtvoller, lichter, beschwingter und wertvoll erklingen diese herrliche Meisterwerke des neapolitanischen Barocks, die ich heute in Como kennenlernte.

Komponisten wie Georg Friedrich HĂ€ndel, Georg Philipp Telemann, Carl Philipp Emanuel Bach, Antonio Vivaldi bekamen also ebenbĂŒrtige Konkurrenz aus der florierenden Stadt Neapel.

Umso besser fĂŒr uns, insbesondere wenn man die perfekte Leitung und das gefĂŒhlvolle Geigenspiel von Francesco D'Orazio zu Gehör bekommt.

Neben der außergewöhnlichen Lebendigkeit, sind diese StĂŒcken von einer verfĂŒhrerischer Klarheit und Ausgewogenheit gekennzeichnet.

Interessant und hilfreich sind die Biografieen der Autoren und die Informationen ĂŒber die Kompositionsform des Concerto Grosso.

Francesco Durante hat mir besoders imponiert: Als Kuriosum erweist sich die Tatsache, daß, als einziger Autor, Francesco Durante sich weder der in Neapel entstandenen Opera Seria, noch der Opera Buffa widmete: Eine ZurĂŒckhaltung, die offenbar der Schönheit und Lebhaftigkeit seiner Werke kein bißchen Abbruch tat.

Wilkommen bei den Orgelmatineen Bad Homburg 2011

Organist: Peter Scholl und Jorin Sandau fĂŒr Timo Rinke

Organistin: Jasmin Rasch

Musikalische Kreuzfahrt

Eine spannende Kreuzfahrt durch das westliche Mittelmeer durch fĂŒnf Staaten und zwei Kontinenten, bei herrlichem Wetter, kann fĂŒr die Erweiterung des eigenen musikalischen Horizonts dienlich sein, dank Wikipedia und Youtube und ein wenig gutem Willen.

Bemerkenswert und sehr interessant finde ich die Musik und das Leben aller unten genannten Komponisten, bis auf de Falla, dessen Werke mich zu sehr an die von Debussy und Ravel erinnern.

Marseilles

Tanger

Lissabon

AndrĂ© da Silva Gomes (1752-1844)

Antonio Teixeira (1707-1759)

CĂĄdiz

Manuel de Falla (1876-1946)

Casablanca

MĂĄlaga

Juan GutiĂ©rrez de Padilla (ca. 1590-1664)

Alicante

Barcelona

Fernando Sor (1778-1839)

Miguel Llobet (1878-1938)

Genua

Schloßkirche Bad Homburg, 12.03.2011 11:30 - 12:00

Orgelmatinee

An der Orgel:

Peter Scholl

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Mit Erstaunen habe ich die Nachricht der "Pforzheimer Wegenagierung" von Herrn Timo Rinke, dessen Orgelspiel ich lediglich beim letzten Laternfestkonzert erleben konnte, aufgenommen.

Gleichwohl freue ich mich auf die Herren Peter Scholl und Jorin Sandau: Der Eine, u.a., fĂŒr sein spontanes, intuitives und leichtes Spiel, der Andere, u.a., fĂŒr seine metronomische Genauigkeit und PrĂ€zision.

Ein herzliches Wilkommen von meiner Seite an Frau Jasmin Rasch!

Das Jahr 2011 wird ein spannendes Orgelmatineenjahr werden.

Anmerkungen

Nicolaus Bruhns (1665-1697): PrĂ€ludium in e-moll

Es gibt eine "große" und eine "kleine" Version des "PrĂ€ludium in e-moll" (s. Wikipedia Artikel zum Komponisten).
Hier das Spiel von Tomasz Zebura, das von Martin LĂŒcker und das von Maurizio Mancino.
Bruhns wird neben Böhm, LĂŒbeck und Weckmann als Meister der norddeutschen Orgelschule vor Bach betrachtet.
Leider sind von ihm nur eine Handvoll StĂŒcke erhalten geblieben: Hier alle vier sog. Praeludien, vorgetragen von Friedhelm Flamme.
Das PrĂ€ludium in e-moll ist einer der Höhepunkte des Stylus Phantasticus.

Johann Sebastian Bach (1685-1750): "Dies sind die heil'gen zehn Gebot" BWV 678

Da das knapp fĂŒnf minutige, im 6/4 Takt gehaltene StĂŒck nicht gleich ins Ohr geht, und eher mechanisch (eben wie eine Übung) wirkt, empfiehlt sich m.E. eine Vorbeitung. In der referenzierte Aufnahme kann der Hörer durch Verfolgen der Partitur, insbesondere des Basses, Anhaltspunkte gewinnen. Zum besseren VerstĂ€ndnis wĂ€ren m.E. ErklĂ€rungen eines Organisten hilfreich.

Johann Sebastian Bach (1685-1750):

BWV 680

Johann Sebastian Bach (1685-1750): Triosonate BWV 527

BWV 527 Andante e-moll, BWV 527 Adagio e dolce F-Dur, BWV 527 Vivace d-moll

Was fĂŒr ein spannendes Werk!

Insbesondere das Andante mit dem herrlichen Einsatz von 1/16, 1/32 Passagen und 1/16 Triolen. Es mutet schwierig an: Herr Scholl, ich drĂŒcke Ihnen die Daumen und bin dabei sicher, daß Sie hierbei richtig in Fahrt kommen werden, und daß Sie uns Hörer einen echten Ohrenschmauß bieten werden.

Vom dritten Satz gibt es bei YouTube eine von der "Music Animation Machine" gespielte und dargestellte Version.

EinfĂŒhrung von Herrn Peter Scholl:

Vor dem Konzert mußte Herr Scholl noch in die Orgel kriechen, um ein paar wetterbedingt verklemmte Pedal-Hebel wieder in Gang zu bringen: Holz arbeitet.

Herr JĂŒrgen Seibert, Mitglied des Vorstandes des Kuratorium Bad Homburger Schloß, sprach ein paar einleitende Worte und wies auf die Möglichkeit hin, dem Kuratorium als Mitglied beizutreten. Die Mitgliedschaft ist in der Tat fĂŒr alle Besucher der Orgelmatineen eine gute Möglichkeit dem Kuratorium fĂŒr die schönen Stunden hochkarĂ€tiger Musik, die es uns bietet, zu danken.

Ein Programmwechsel fand statt: nicht den von mir ersehnten Bruhns sondern

Dieterich Buxtehude (1637-1707): Magnificat primi toni BuxWV 203, Magnificat primi toni BuxWV 203, BuxWV 203

"Magnificat", ein Lobgesang der Maria, "Meine Seele erhebt den Herren", als AnkĂŒndigung der baldigen Geburt Jesu durch Engel Gabriel. Es sei ein (neutestamentliches) Canticum, und kein (alttestamentlicher) Psalm. Ein hymnischer Bibeltext, Bestandteil der Vesper im Stundengebet nach Eröffnung, Hymnus, Psalmen, und vor Schriftlesung, Responsorium, Magnificat, FĂŒrbitten, Vater unser, Tagesgebet und Segen. Es sei in verschiedenen Abschnitten vertont, vielleicht als Entsprechungen zu den Versen des Magnificats. AuffĂ€llig seien die raschen AufwĂ€rtsbewegungen gleich zu Beginn, die an "erhebt den Herren" erinnern können. Kurze bewegte Abschnitte ohne große Formen entsprĂ€chen dem norddeutschen barocken Orgelstil.

Beim Zuhören hat mich die Verschiedenheit der Abschnitte an die verschiedenen GemĂŒtsregungen eines Menschen, dem eine Umwandlung seines Lebens bevorsteht, erinnert: Freude, Nachdenklichkeit, Optimismus, Entschlossenheit, seiner Pflicht nachzukommen.

Die "ClavierĂŒbung"

Die "ClavierĂŒbung" (1731-1741) sei eine 4 teilige Sammlung von Werken fĂŒr Cembalo und Orgel, auf höchstem kompositorischen und spieltechnischen Niveau, das als Kompendium fĂŒr Kunstfertigkeit im Umgang mit verschiedenen Stilen gilt.

Die "ClavierĂŒbung 3. Teil" sei der Orgel gewidmet, und enthielte 27, StĂŒcke. In dieser Zahl, also 3 mal 3 mal 3, könnte sich die christliiche TrinitĂ€t wiederspiegeln, und es sei belegt, daß in manchen Bachschen Kompositionen auf Zahlen basierte RegelmĂ€ĂŸigkeiten festzustellen sind.

"Dies sind die heil'gen zehn Gebot" ist der 10. Satz von den 21 Choralbearbeitungen (BWV 669-689). Diese kommen nach dem PrĂ€ludium und Fuge Es-Dur BWV 552 und vor den Vier Duette (BWV 802-805) fĂŒr Orgel ohne Pedal der "ClavierĂŒbung 3. Teil".

Johann Sebastian Bach (1685-1750): "Dies sind die heil'gen zehn Gebot" BWV 678

Der Kanon (im Cantus firmus, dem "Choral", gefĂŒhrt) "Dies sind die heil'gen zehn Gebot" gliedere sich in zwei Abschnitte: Hierbei könne man an die zwei biblischen Gesetzestafeln und an die strenge GesetzmĂ€ĂŸigkeit, die dem Kanon unterliegt, und dem Wort Kanon beiwohnt, denken.

In beiden Sopranstimmen am Ende hoffnungsvol nach oben gekehrt sei eine Seufzermotivik zu erkennen.

Johann Sebastian Bach (1685-1750): "Wir glauben all' an einen Gott" BWV 680

Bei diesem StĂŒck der "ClavierĂŒbung 3. Teil" sei der Cantus firmus am Anfang angedeutet, als ob man den Glaube schnell verlöre. Der Cantus firmus sei am Ende des StĂŒckes im Tenor ebenfalls vorhanden, aber versteckt, als Sinnbild der Anwesenheit Gottes, die vom Menschen nicht erkannt wird, und als Sinnbild eines Menschen, der die Aufforderungen Gottes nur schwer hören könne, wenn ĂŒberhaupt.

Johann Sebastian Bach (1685-1750): Triosonate BWV 527

NĂ€heres ĂŒber die sog. "Triosonaten" bei Wikipedia.

Einen herzlichen Dank an Herrn Scholl fĂŒr die Überlassung seiner Notizen, und ein großes Kompliment fĂŒr das Bestehen seiner letzten wichtigen PrĂŒfung mit Bravur (was jedoch nicht anders zu erwarten war).

Schloßkirche Bad Homburg, 09.04.2011 11:30 - 12:00

Orgelmatinee

An der Orgel:

Jorin Sandau

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Einfach "PrÀludium in g", wie es im offiziellen Programm steht?

Welches StĂŒck von Buxtehude wird es wohl werden?

Das PrĂ€ludium in g-moll BuxWV 148, oder BuxWV 163 oder das PrĂ€ludium in G-Dur BuxWV 147, und wer weiß, wie viele andere noch (siehe z.B. "Buxtehude Werkeverzeichnis")

Diese Ungenauigkeit ist einer Vorbereitung zwar nicht sehr zutrĂ€glich, regt aber interessante Vergleiche zwischen den verschiedenen StĂŒcken an.

Ein wurderbarer Kontrast zu allen oben genannten PrĂ€ludien stellt das anschließende SSWV 113 dar.
Ich muß sagen, Herr Jorin Sandau beweist immer wieder, auch als ein Meister der Programmgestaltung. Man kann gespannt auf seine Registrierung und Interpretation sein.

Dieses wurderbare StĂŒck hat mich auf den guten Samuel Scheidt aufmerksam gemacht. Der letzten Orgelmatinee verdanke ich die Bekanntschaft mit Nicolaus Bruhns.

Aus den sog. "Leipziger ChorĂ€le" werden dann erklingen: BWV 656 und zum Schluß das kraft- und schwungvolle Triolenfeuerwerk PrĂ€ludium BWV 546, Fuge BWV 546. Ein Koopmann im 14 minĂŒtigen Dauerplenum: BWV 546, ein warmes PrĂ€ludium BWV 546 , eine ansehnliche Fuge BWV 546.
Das PrÀludium (ein SpÀtwerk Bachs) stellt zunÀchst mehrere musikalische Gedanken nebeneinander, darunter anfangs eine Akkordfolge, dann ein Seufzermotiv, eine Triolenbewegung, einen chromatischen Gang und ein markantes Bassmotiv.
Im Verlauf des StĂŒcks hört man all diese Ideen wieder, aber nun untereinander verbunden und eingewoben.
Etwas inkonsequenter im Gegensatz dazu scheint die 5-stimmige Fuge (ein etwas frĂŒheres Werk).
Sie beginnt sehr streng, gewinnt aber im Verlauf deutlich an Freundlichkeit im Manualzwischenspiel hinzu, wird sogar sehr warm, wenn das Thema nach Dur ĂŒbergeht und endet schließlich sehr majĂ€stetisch.
. Ein StĂŒck zum Aufwachen: Der Organist will vielleicht sicherstellen, daß wir Zuhörer hellwach und wohlerhalten nach Hause gelangen, durch einen zum GlĂŒck kaum erwĂ€hnenswerten Bad Homburger Stadtverkehr.

Anmerkungen

Das Konzert war wunderbar! Insbesondere, aber nicht nur, der alte Bach. Herr Sandau hat in meinen Augen, PardĂČn, in meinen Ohren, das Format eines gestandenen Konzertorganisten. Sehr nĂŒtzlich erwiesen sich, wie immer, die Anmerkungen des Organisten zu den StĂŒcken.

Der Programmaufbau sei symmetrisch: zwei PrÀludien und zwei ChorÀlevariationen, mit dem Thema der Fasten- und Passionszeit.

Das Konzert begann mit BuxWV 163. Ein sehr schönes StĂŒck, vielleicht fĂŒr Cembalo geschrieben, wobei man zur Entstehungszeit gerne beide Instrumente zum VorfĂŒhren eines selben Werkes nahm. Herr Sandau interpretierte und registrierte das Werk meiner Meinung nach viel besser, angenehmer und weicher, als wie in der oben eingefĂŒgten Aufnahme. Die Tonart g-moll sei, lt. Johann Mattheson, die "allerschönste Tonart", versehen mit "ziemliche Ernsthafftigkeit, mit einer munteren Lieblichkeit vermischt", "beydes zu mĂ€ĂŸigen Klagen und temperierter Fröligkeit bequem". Der damalige Tonartencharakter geht allerdings durch die heutige gleichstufige Stimmung der meisten Instrumente zum Teil verloren.

Das StĂŒck von Samuel Scheidt bestehe aus 6 Variationen einer und derselben Melodie. Ein einleitender "Choral", ein sanftes dreistimmiges StĂŒck, ein klagendes Bicinium, ein Bicinium mit wilden Punktierungen, ein kraftvolles und ein zusammenfassendes StĂŒck: SSWV 113. WĂ€hrend des Konzertes fielen mir die interessanten Chromatiken des Basses im letzten Abschnitt auf.

"O Lamm Gottes" sei der Begleitgesang zur Brotbrechung, dem Agnus Dei des Ordinarium. Die drei Strofen spiegelten sich in den drei Abschnitten wieder, in denen die Melodie jeweils im Sopran, Tenor und Bass gehalten wird. Im letzten Drittel löse sich eine Chromatik, meistens ein Sinnbild fĂŒr Traurigkeit, in eine abschließende aufgehellte Passage, die Zuversicht und Hoffung erwecke, auf.

Zu BWV 546: Nach Johann Joachim Quantz sei c-moll die Tonart der Traurigkeit, und dementsprechend sei sie auch die Tonart der Schlußchöre der Mattheus und Johannis Passion.

Ein herzlicher Dank an Herrn Sandau fĂŒr die Überlassung seiner Notizen (erbete Kontakaufnahme bei Korrekturbedarf) und fĂŒr die Hinweise, die er mir nach dem Konzert gab.

Fuori Programma

Die zu BWV 546 gehörende Fuge war nicht Bestandteil des Konzertes.

Schloßkirche Bad Homburg, 14.05.2011 11:30 - 12:00

Orgelmatinee

An der Orgel:

Jasmin Rasch

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Die ersten vier StĂŒcke sind mir nicht bekannt: Eine grĂŒndliche Vorbereitung steht also an.

BWV 541

BuxWV 209

Das selten zu hörende Clavichord erklingt in dieser Aufnahme der 4. Arie aus dem "Hexachordum Apollinis".

BuxWV 199

BWV 565, BWV 565 Ă  la Koopman, BWV 565

Wikipedia Artikel ĂŒber BWV 565: Deutsch und Englisch

Schloßkirche Bad Homburg, 11.06.2011 11:30 - 12:00

Orgelmatinee

An der Orgel:

Jasmin Rasch

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BuxWV 139, BuxWV 139, BuxWV 139, BuxWV 139, BuxWV 139

Von der gleichen Interpretin notiere ich mir hier auch BWV 814. Ich glaube, in den letzten Minuten wurde eine neue große Liebe, die fĂŒr die Französichen Suiten, geboren: Danke Frau Rasch fĂŒr diese Bekanntschaft.

BWV 816: Eine herrliche Suite, meisterhaft wiedergegeben auf dem Cembalo.

Felix Mendelssohn Bartholdy mit der Sonate in f-moll:

Zur weiteren Einstimmung auf den Hauch von Romantik, den Mendelsohns Sonate bringen wird:

Op. 65,3 Op. 65,3

Op. 65,6 1/3 Op. 65,6 2/3 Op. 65,6 3/3

Ein Kuriusum ohne jeglichem musikalischen Zusammenhang: Von einem gewissen Jan Ladislav DusĂ­k, einem Zeitgenossen von Felix Vater, gibt es ebenfalls eine (bemerkenswerte) Sonate in f-moll Op.65

Anmerkungen

Das Konzert war wieder einmal ein Genuß.

Sehr hilfreich erwiesen sich die einleitenden Worte der Organistin. Frau Rasch erklĂ€rte, daß die drei Komponisten in Bezug zueinander stehen: Die JĂŒngeren als Bewunderer und SchĂŒler der Älteren. Dennoch stellt der Hörer fest, wie gĂ€nzlich eigenstĂ€ndig und einzigartig ihre Kompositionen sind.

Buxtehudes PrĂ€ludium, mehrteilig wie gewohnt, sei von Kontrasten geprĂ€gt: es bedĂŒrfe einer Vielzahl von Registrierungen und klinge teils durchkomponiert, teils improvisiert, teils melodisches und homophon, teils mit Dissonanzen und mit der Spielanweisung con Durezza, wörtlich "mit HĂ€rte", ein rastloser Wechsel der Affekte.

Bachs Suite sei fĂŒr Cembalo und Hammerklavier geschrieben.
Über die Wiedergabe durch die Orgel kann man m.E. die einzelnen Stimmen besser verfolgen. Die Suite klang dadurch noch interessanter. Die von gder Organistin gewĂ€hlte sanfte Registrierung gefiel mir sehr.

Mendelssohns Sonate sei das einzige StĂŒck des Konzertes in der Molltonart, und gar nicht melancholisch.
Im ersten Satz, Rezitativ-Andante, sei der Dialog zwischen der "Solo" Partie (dem Rezitativ) und dem Tutti des, sagen wir, "Orchesters" hervorzuhen.
Unterschiedlich registrierte Tastaturen ermöglichen die ...
In der Tat biete die Orgel im Vergleich zu anderen Instrumenten eine FĂŒlle an KlĂ€ngen (und Tasten) und ...

Meine Skepsis ĂŒber die AuffĂŒhrung des "romantischen" Bartholdy auf der "barocken" BĂŒrgy Orgel war nach den ersten Noten verflogen. Im Gegenteil, das Klangbild der BĂŒrgy Orgel besĂ€nftigte, so bilde ich mir das ein, den "romantischen" Charakter des StĂŒckes, das sich somit nahtlos an die "barocken" VorgĂ€nger einfĂŒgte. Die Interpretation von Frau Rasch war m.E. superlativ, und hat mir besser gefallen, als die Aufnahmen auf YouTube. Insbesondere der letzte Teil, der aĂŒĂŸerst schwierig sei, wurde mitreißend gespielt, und bildete mit seinem thematischen und harmonischen Crescendo den perfekten Ausklang dieses gelungenen Konzertes.

Vom Schrecken ihres Lebens, den Anschlag auf eine nicht eingeschaltete Orgel gemacht zu haben, war wĂ€hrend des Konzertes nichts zu hören. Stattdessen eine SouveranitĂ€t, zwischen metronomischer Genauigkeit und fantasievoller SpontanitĂ€t, die das Publikum mit anhaltendem Applaus zu wĂŒrdigen wusste.

Fuori programma

BWV 817, BWV 812

Schloßkirche Bad Homburg, 09.07.2010 11:30 - 12:00

Orgelmatinee

An der Orgel:

Peter Scholl

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Eine ruhige Ciaccona in f-moll, eine sanfte Ciaccona in f-moll, eine nervöse Ciaccona in f-moll und eine weitere Ciaccona in f-moll.

"Thema" und die darauffolgende, sich oft wiederholende Akkord-Progression sind gut wahrnehmbar. Bemerkenswert ist die ViefÀltigkeit der Variationen: Von der ersten bis zur letzten Note bleibt das fast 9 minutige Werk recht spannend.

Hier die Noten und ein zweiter Artikel.

Eine Chaconne von HĂ€ndel: HWV 435 bzw. auf dem Cembalo HWV 435

Das Op. 70 des zur heutigen Zeit eher mĂ€ĂŸig bekannten Christian Heinrich Rinck, konnte ich auf YouTube leider nicht ausfindig machen.

Um einen Eindruck von Rinck zu gewinnen, notiere ich mir hier dieses PrĂ€ludium in c-moll aus seiner Feder und dieses Allegro maestoso seines "Flötenkonzertes".

In diesem Zusammenhang sei hier erwĂ€hnt, daß Herrn Peter Scholl und dem Collegium Vocale Siegen eine seltene Einspielung geistlicher Werke von Christian Heinrich Rinck zu verdanken ist.

PrĂ€ludium Es-Dur BWV 552, PrĂ€ludium Es-Dur BWV 552, BWV 552 Fuge

Mit der Wahl dieses StĂŒckes möchte der Organist vielleicht die Spannung vor dem Ausklang des Konzertes noch einmal erhöhen.

Anmerkungen

Die ersten drei StĂŒcke seien Variationen, das StĂŒck von Pachelbel, Meister der "SĂŒddeutschen Orgelschule", sei im "Ostinato" Stil komponiert. In Bachs PrĂ€ludium könne man die Zahl 3 immer wieder entdecken: es sei eines der 3^3 = 27 StĂŒcke der "ClavierĂŒbung 3. Teil", es beinhalte 3 Themen, es sei als 3 stimmige Fuge komponiert, die 3 Vorzeichen der D-Dur Tonart, usw.

Pachelbels Chaconne war eine in F-Dur, wahrscheinlich diese, (hier die Noten), nicht also die oben notierte.

Das StĂŒck von Rinck klang in meinen Ohren fast modern. Es war reich an Variationen mit unterschiedlichem Charakter und an verschiedenen Registrierungen. Interessant wie die Sopran-Stimme von 1/16 oder 1/32 auf lang anhaltenden 3/4 Noten wechselte. Insbesondere das Finale fand ich mitreißend: Schade, daß man am Anschluß des StĂŒckes nicht Beifall leisten konnte.

Das vorgefĂŒhrte Andante in D (mit Variationen), ruhiger als das vorhergende StĂŒck, war dieses Thema mit Variationen in D-Dur, also keines der oben notierten Werke.

Schloßkirche Bad Homburg, 13.08.2011 11:30 - 12:00

Orgelmatinee

An der Orgel:

Timo Rinke fĂŒr Jasmin Rasch

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BuxWV 161, BuxWV 161, BuxWV 161

Eine Einleitung zu BuxWV 161 und eine zu den Ostinato Werken von Dieterich Buxtehude.

Das PrĂ©lude, ein Trio, ein Basse de trompette , ein Duo und der Dialogue vom Auswanderer Guillain.

BWV 547,1 und 547,2 von Rainer Oster mit Noten.
BWV 547 Ă€ußerst lahm von Artjom Chatschaturow.
BWV 547 zĂŒgig (zwei mal schneller!) von Ton Koopman.

Anmerkungen

Herr Rinke erklĂ€rte u.a. daß das Orgelspiel und der Orgelbau im Frankreich des Absolutismus streng reglementiert war, und die Registrierungen vorgegeben waren.

Nach dem Konzert lernte man, daß die (nachgebaute) BĂŒrgy Orgel einen ĂŒberdurchschnittlichen Krafteinsatz vom Organisten verlange, wegen der mechanischen Übertragungen. Je mehr Register gezogen werden, desto mehr Kraft mĂŒssen die Finger aufbringen. Es gibt Register, die nur einen Teil der Tastatur bedienen.

Bachs PrÀludium und Fuge C-Dur sei in den spÀten Jahren entstanden, als die meisten seiener Orgelwerke bereits geschrieben waren.

Es war zwar bemerkenswert, wie souverĂ€n Herr Rinke bei unverĂ€ndertem Programm einsprang, wir hoffen trotzdem alle, daß Frau Rasch im September Ihres Amtes in Persona walten wird.

Johanniskirche Frankfurt Bornheim, 21.08.2011 18:00 - 19:00

Benefiz-Orgelkonzert zu Gunsten der neuen Karl-Schuke-Orgel

An der Orgel

Timo Rinke

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BWV 540,1, BWV 540,2

BWV 676 aus der "ClavierĂŒbung 3. Teil" (BWV 669-689)

Buxtehudes BuxWV 141

Walthers Partita "Jesu. meine Freude"

Hindemiths Orgel-Sonate Nr. 2,1, Nr. 2,2 und Nr. 2,3.

CĂ©sar Auguste Jean Guillaume Hubert Francks Fantasie 1/2 und Fantasie 2/2

Ein mehr als spannendes Programm! Das Konzert wird hochinteressant.

Anmerkungen

Leider fielen die Fuge und das Trio aus. Und statt Franck war Richter mit seiner Phantasie ĂŒber den "Choral" "Halleluja, Gott zu loben" zu hören

Zu Bachs Zeiten sei das Pedale nur bis D bestĂŒck gewesen, wĂ€hrend das PrĂ€ludium das tiefer gelegene C vorsĂ€he. Man vermutet also, daß Bach das StĂŒck zur Einweihung einer im Bass besonders ausgebauten Orgel schrieb. Das PrĂ€ludium sei zwar mit 9 Minuten eines der lĂ€ngsten OrgelstĂŒcke, es sei aber strukturiert aufgebaut: Ein Kanon mit lang anhaltender Bassnote, gefolgt von einem Solo im Pedale, dann ein Ă€hnlicher Kanon mit lang anhaltender Bassnote, auf das ein Ă€hnliches Solo im Pedale folgt. Dieser erste Teil werde gefolgt von einem fantasievollen Teil in verschiedenen, zu Bachs Zeiten teilweise unĂŒblichen Tonarten, der schließlich in F Dur endet.

Buxtehudes StĂŒck sei eine Folge von StĂŒcken unterschiedlichen Charakters, was sich in den unterschiedlichen Registrierungen widerspiegele.

Als die Orgelsonaten entstanden befand sich Hindemith Übersee, in Sicherheit vor der schmachvollen Verfolgung der Deutschen. Sie wirkten aufgesetzter Fröhlichkeit.
Als kleine Besonderheit: Im 3. Satz könne das geschulte Ohr die Sequenz BACH heraushören.

Das StĂŒck Regers sei der Versuch, die Stimmungen der Texte der 165 Psalmen musikalisch darzustellen.

Hinweis:

In diesen Tagen bietet sich eine einmalige Gelgegenheit, etwas Gutes zu tun und gleichzeitig etwas Interessantes zu erwerben: Orgelpfeifen fĂŒr Zuhause!

Schloßkirche Bad Homburg, 03.09.2011 16:30 - 17:30

Konzert Cembalo und Barockvioline

An der Barockvioline

Christiane Schmidt

Am Cembalo

Jorin Sandau

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Sonata Quarta

PrĂ€ludium, Fuge und Postludium in g-moll

BWV 1017,1 und BWV 1017,2

TWV 40:14 auf der Bratsche

Corellis Variationen in d-moll ĂŒber das damals bekannte Thema "La Follia": La Follia,1 und La Follia,2 aufgenommen mit A = 392[Hz] (d.h. ein Ton tiefer)

Anmerkungen

Das Konzert war sehr schön.

Immer wieder frage ich mich, warum man bei anderen Veranstaltungen nicht die lokalen Talente einlÀdt, statt Leute von der Ferne zu holen, die weder die Instrumente noch die Gegebenheiten kennen.

Herr Sandau erklÀrte den symmetrischen Aufbau des Programms: ein Ostinato, ein Solo, Bach, ein Solo und ein Ostinato Werk.

Frau Schmidt hebte hervor, daß das Barock sehr wenige StĂŒcke fĂŒr Geige Solo aufzuweisen habe. Es sei hingegen die Zeit des Generalbasses, d.h. des Basso Continuo. Sie demonstrierte dann auf der Geige, wie der Komponist die Mehrstimmigkeit einfĂŒgen könne: als Akkord und als Arpeggio.

Leider wurde das Konzert ein wenig um 17:00, (gar beim Bach, was fĂŒr ein Frefel!) von einem 10 Minuten anhaltenden GlockenklĂ€uten der und hin und wieder von Kinderstimmen beeintrĂ€chtigt.

Mir hat die Art und Weise, wie Herr Sandau das Böhms PrÀludium gespielt hat sehr gefallen. Ruhig und nicht gehÀmmert.

Die Werbe-Streifen zum Erwerb der Borheimer Orgelpfeifen, die ich freundlicherweise habe auslegen dĂŒrfen, waren im Nu vergriffen.

Schloßkirche Bad Homburg, 04.09.2011 16:30 - 17:30

Konzert Cembalo und Flöte

An der Flöte

Lydia Arnold

Am Cembalo

Timo Rinke fĂŒr Jasmin Rasch

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Zur Vorbereitung

Vivaldis RV 443

Fontanas Sonata seconda mit Begleitung auf der Laute

Ortiz Recercada primera neben Recercada quinta und Recercada quinta

Telemanns TWV 41:F2 Allegro, TWV 41:F2 Allegro als hĂ€ußliche Versionen.

TWV 41:11.

Sicherlich wird es weder TWV 41:D6 noch TWV 51:F1 sein.

Ein Überblick.

Von der gleichen Interpretin notiere ich mir hier auch BWV 814. Ich glaube, in den letzten Minuten wurde eine neue große Liebe, die fĂŒr die Französichen Suiten, geboren: Danke Frau Rasch fĂŒr diese Bekanntschaft.

BWV 816: Eine herrliche Suite, meisterhaft wiedergegeben auf dem Cembalo.

Von dem aus Mailand stammenden und zu Lebzeiten sehr berĂŒhmten Oboe-Virtuose Sammartini das Allegro assai vom Concerto in F-Dur. Ferner das Concerto for Oboe in G minor Op.8/5 und das Concerto Grosso for strings and basso continuo in A major Op.2/1, aber nicht die unter Oboisten bekannte Sonate in G-Dur, die ich nicht finden konnte.

Anmerkungen

Die Vorbereitung konnte zwar nicht zur GĂ€nze erfolgen, diese StĂŒcke scheinen jedoch leichter ins Ohr zu gehen als z.B. die der Orgelmatineen.

Vivaldis StĂŒck spricht fĂŒr sich: man hört es, und wird mitgerissen.

Fontanas Sonalta seconda sei nicht formell aufgebaut, z.B. nach dem allgegenwĂ€rtigen Schema Allegro-Adagio-Allegro, schnell-langsam-schnell, sondern erinnere an eine Oper im Stil Monteverdis, in der die Musik unterschiedliche fast zufĂ€llige GefĂŒhlsregungen darstellt.

Vom spanischen Ortiz höre man zwei TanzsÀtze, bei denen teilweise frei improvisiert werden könne.

Telemann war zu Lebzeiten zwar berĂŒhmter als Bach, dennoch wĂŒrde ich ihn heute bei einem hypotetischen Wettbewerb nicht gleich "in die WĂŒste" schicken angesichts der QualitĂ€t seiner Werke: Seine Sonate war ein Genuß, obwohl ich nicht in Erfahrung bringen konnte, welche genau es war.

Herr Rinke interpretierte die Bachsche Suite perfekt, sowohl im Rythmus als auch von der melodischen Seite.

Statt eines störenden GlockenlĂ€uten, gabs um 17:00 ein Regenerguß, der allerdings weniger störte, als die KommentiertĂ€tigkeit mancher Zuhörer auf der Empore.

Viele StĂŒcke waren im 3/4 Takt, teilweise mit Triolen und bei der mitreißenden Arbeit, die die Flöte leistete, hatte man seine MĂŒhe, auf dem Stuhl still zu sitzten. Wieder, ein sehr gelungenes Konzert.

Eine gute Nachricht zum Ende: Jasmin Rasch bestritt das anschließende Jazz-Pop Konzert am FlĂŒgel und als zweite Stimme (!).

Schloßkirche Bad Homburg, 10.09.2011 11:30 - 12:00

Orgelmatinee

An der Orgel:

Jasmin Rasch

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BWV 549 interpretiert von Ton Koopman, BWV 549,1 und BWV 549,2, gespielt von Andrea Marcon.

Die Variationen ĂŒber das (damals) international verbreitete Lied "Est-ce Mars?", gespielt auf einem Virginal.

Das Konzert in B-Dur des Herrn Walthers fĂŒr Herrn Taglietti. Es gibt auch eines fĂŒr Herrn Vivaldi.

Prof. Martin LĂŒcker mit BuxWV 156.

Anmerkungen

Die gute Nachricht vorweg: Jasmin Rasch ist zurĂŒck, und zwar in sehr guter musikalischer Form: Nur weiter so, Frau Rasch!

Sie erlĂ€uterte ein Paar ProgrammĂ€nderungen, und insbesondere, daß der Buxtehude von zwei zeitgenössischen Kompositionen des Jazz ersetzt werde.

Es gÀbe mindestens drei Parallelen zwischen Barock und Jazz:
1. die Vorgabe eines bestimmten Taktes (Tempo Giusto), damals teilweise am eigenen Puls festgelegt
2. das Vorhandensein einer markantnen, die Harmonie bestimmenden, Basslinie (Basso Continuo, d.h. Generalbass, vs. Kontrabass und Schlagzeug).
3. das Improvisieren auf ein GrundgerĂŒst (wobei der Jazz-Standard dem Barock-Choral entsprĂ€che)

BWV 549 klingt in meinen Ohren nicht nach einem waschechten Johann Sebastian Bach, insbesondere das PrĂ€ludium nicht. Soll das vielleicht eine FrĂŒhwerk sein? Lt. Herrn E.L. sind diese Bedenken auch bei einem Teil der Fachwelt vorhanden.

Das Konzert war sehr schön, wobei man anmerken muß, daß die jĂŒngste der Stipendiaten mit ihren Ă€lteren Kollegen ohne jegliche Schwierigkeit mithalten kann: Beeindruckend.

Die zwei Jazz-StĂŒcke haben der Orgel, wie mir, gut getan: Eine Hommage an das Leben, an das Lebhafte und Freie im Menschen.
Ich war verwundert, wie gut diese StĂŒcke zum Klangbild der BĂŒrgy-Orgel passten: die Organistin meinte jedoch, es gĂ€be geeignetere Instrumente.

Schade nur, daß ich Frau Raschs Sweelinck hier nicht wiedergeben kann: Es war sanft, musikalisch, leise, ruhig, behutsam. Das Publikum, so schien es mir, wurde im Laufe des Spiels zusehens aufmerksamer und stiller.

Herr E.L. merkte in einem anderen Zusammenhang noch an, daß der Johann Sebastian so registriert werden mĂŒsse, daß jede Stimme gut hörbar ist. Auch die Akustik des Raumes (Kirche) könne sich in dieser Hinsicht negativ auswirken.

Bis zum 12. November also, Frau Rasch, mit dem von Ihnen geliebten Mendelsohn-Bartholdy!

Schloßkirche Bad Homburg, 08.10.2011 11:30 - 12:00

Orgelmatinee

An der Orgel:

Jorin Sandau

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Zur Vorbereitung

Leider konnte ich die Toccata in G nicht finden. Als Ersatz soll dienen SwWV 286. Und gleich ist man in die Renaissance zurĂŒckversetzt!

Auch FbWV 204 konnte ich nicht ausfindig machen. Stattdessen die Sonata sopra Ut Re Mi Fa Sol La in C-Dur FbWV 201, die wahrlich nicht uninteressant ist.

Hier eine Liste von Werken Frobergers.

Muffats Nova Cyclopias Harmonica gespielt von Elisabeth Ullman an der Egedacher-Orgel von 1731 der Stiftskirche Zwettl.

Der erste von drei SĂ€tzten von Wq 70/3, H 84, gespielt von Tobias Horn auf der Orgel der Bergkirche St. Michael zu BĂŒsingen am Hochrhein.

BWV 663, gespielt von Bine-Katrine Bryndorf.
Die 2. von 3 Choralbearbeitungen ĂŒber "Allein Gott in der Höh sei Ehr" aus den 18 "Leipziger ChorĂ€le".
Die Choralmelodie erklingt im Tenor und die gesamte Machart erinnert an eine Triosonate, also 2 fantasierende Oberstimmen und einen begleitenden Bass im Pedal.
Die spĂ€ter einsteigende Choralmelodie im Tenor ist dabei so stark verziert, abgewandelt und mit Seufzerfiguren versehen, daß man die eigentliche Melodie kaum noch erkennt.
Albert Schweitzer nennt deshalb diese Form von StĂŒcken bei Bach die "mystische Choralform", da eben die Choralmotive in den Begleitstimmen und die Melodie selbst nur noch durch einen feinen, blauen Nebel hindurchschimmern.

BWV 589, BWV 589 und BWV 589. Bei der letzten Aufnahme ist mir im ersten Durchlauf der Bass aufgefallen. In einem zweiten Schritt habe ich mich dann mehr auf das Zusammenspiel von Alt und Sopran konzentriert. Interessant finde ich die chromatischen (d.h. darauffolgende Halbtöne) Notensequenzen und die Anwendung verschiedener Muster im Rythmus. Die zwei ersten Aufnahmen lassen allerdings viel besser erkennen, wie die Melodie zwischen den Stimmen hin und her wandert.
Es handelt sich um eine (organo pleno) Fuge im Stile antico (die Vokalpolyphonie - weltliche und geistliche Madrigalen, Motetten, Chansons auf Italienisch, Deutsch, Lateinisch - nach Giovanni Pierluigi da Palestrina und Orlando di Lasso).
Das Fugenthema erscheint in bach'scher Manier in alle verwandten Tonarten.
Die 2/2 Taktnotierung (Alla breve) fĂŒhrt sowohl zu mehr Übersichtlichkeit im Notenbild als auch zu einem fließenderen Spielfluß da nicht jeder Viertel, sondern nur auf halbe SchlĂ€ge gezĂ€hlt wird.
Eine Besonderheit sind die vielen EngfĂŒhrungen (Wiederholung eines Themas in einer zweiten Stimme beginnt noch vor seinem Ende in der ersten Stimme)

Der gute Cheng Xiaogong stellt ĂŒbrigens viele weitere "elektronische Einspielungen", vielleicht mehr fĂŒr das Auge und den Verstand, als fĂŒr den musikalischen und emotionalen Genuß, bereit.

Anmerkungen

Leider Gottes, war diese die letzte der 15 Bad Homburger Orgelmatineen, die Jorin Sandau gestaltete.

Er ist weiterhin als Regionalkantor an der Sankt Ludwig Kirche in Darmstadt zu hören.

Beim Abschied erhielt er die Silbermedaille des Kuratorium Bad Homburger Schloß. GĂ€be es eine Goldmedaille, dann hĂ€tte er Sie meines Achtens verdient. Und auch den ersten Platz beim Fugato Festival.

Herr Sandau gab die ProgrammÀnderungen bekannt:

Muffats Toccata septima, die siebte von 12 Toccaten des Apparatus Musico Organisticus bestehe aus einer Anreihung von TeilstĂŒcken (Variationen?). Sie sei von einer Mischung aus prunkvollem französichen und virtuosem italienischen Stil gekennzeichnet.

In Frobergers Fantasia ĂŒber Sol La Re (G A D) war die Kadenz immer wieder deutlich erkennabar. Weniger ihre WeiterfĂŒhrung La Sol Fa Re Mi (A G F D E) "Lascia fare a me" bzw. La Sol Mi Fa Re (A G F D E) "Lasciami fare", "Lass mich wirken".
HĂ€tte ich die o.g. Liste der Werke Frobergers genauer studiert, wĂ€re mir aufgefallen, daß es sich um die vierte Toccata, "DTÖ Fantasia No. 4", handelt, und mit dieser Bezeichnung gibt es auf YouTube diese Einspielung FbWV 204 auf dem Cembalo.

Hier ein interessantes Vorwort und Vorbereitung zu SwWV 320, Variationen ĂŒber das Lied "Von der Fortuna werd ich getrieben".

Die BĂŒrgy Orgel sei fĂŒr die Werke des ausgehenden 18. Jahrhundert, wie z.B. die von Carl Philipp Emanuel Bach besonders geeignet, es mangele jedoch an diesen aufgrund der Einstellung der AufklĂ€rung zu Kirchenmusik.

Bachs "Allein Gott in der Höh sei Ehr" weise eine reich verzierte Mittelstimme auf und das "Alla breve" sei eine Fuge im alten Stil.

Leider wurden die letzten StĂŒcke durch das Gelaber zweier jĂŒngerer Zuschauer, die ihre AnnĂ€herung viel besser auf dem Spielplatz der nahe gelegenen Landgraf-Ludwig-Schule vollzogen hĂ€tten, gestört. Wenn ich die bei den Orgelmatineen wieder antreffe, bekommen sie von mir ein Andenken.

Zum GlĂŒck war das Alla breve so registriert, daß nur die Musik zu hören war.
Und was fĂŒr eine Musik! Das StĂŒck kam voll zur Geltung, viel besser als die Versionen auf YouTube.
Das gewÀhlte Tempo war perfekt, und die Bass Partie entpuppte sich in meinen Ohren als herrliche melodische ErgÀnzung heraus. Ebenfalls Sopran und Tenor kamen melodisch zu ihrer vollen Geltung.

Das zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, den richtigen Interpreten fĂŒr ein StĂŒck zu finden: Mit Jorin Sandau liegt man m.E. nie daneben.

Schloßkirche Bad Homburg, 12.11.2011 11:30 - 12:00

Orgelmatinee

An der Orgel:

Jasmin Rasch

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Sonate in c-moll Op. 65,2 gespielt von Christoph Daniel Korn an der Mayer-Orgel der Evangelischen Dornbuschkirche Frankfurt am Main. Zum Vergleich die SĂ€tze Grave und Adagio gespielt von Julian Bewig an der Orgel von St. Marien in Emsdetten.

"Wer nur den lieben Gott lĂ€sst walten" in dreifacher AusfĂŒhrung:

BWV 691 und Ton Koopmans BWV 691 (2:18), und BWV 690 (3:28) aus den sog. Kirnberger ChorĂ€len (BWV 690-713a), weil von Johann Philipp Kirnberger gesammelt bzw. herausgegeben. Aus dem "OrgelbĂŒchlein": BWV 642 (1:28).

Das Wort "Choral PrĂ€ludium" ist wahrscheinlich gleichzusetzen mit Choralvorspiel und deutet darauf hin, daß diese StĂŒcke als EinfĂŒhrung zu einem gesungen Lied dienen. Ferner beinhalten sie die Melodie des Chorals gleichen Namens.

Zur ErgĂ€nzung: Dreistimmig gesungen. Auch ohne Tracht geht es bei BWV 81 vonstatten. Die Arie "Wer nur den lieben Gott lĂ€sst walte" aus BWV 93.

Diese Choralvorspiele sind zwar sehr kurz, haben es dennoch in sich. Hier BWV 641. Den hat Jonas Manuel Pinto vor ein paar Jahren mit Sicherheit bei einer Orgelmatinee gespielt, da er uns damals das gesamte "OrgelbĂŒchlein" vorstellte.

BWV 645 aus den sog. SchĂŒbler ChorĂ€len. Man beachte, welche Spannung aus dem Zusammenspiel von einem rytmisch und melodisch einfachen (ostinato) Bass und dem sich mehrmals wiederholenden Sopran entsteht, und welche Rolle dem Tenor zukommt, um diese Spannung zu erhalten und steigern: Ein Meisterwerk der superlative.

Die Passacaglia in c-moll BWV 582 hat Ohrwurmkarakter. Aus diesem Grund ist es ratsam, sie nicht allzu oft zu hören, und der Bedarf einer Vorberetung ist nicht gegeben.

Anmerkungen

Wie gewohnt, spielte Frau Rasch meisterhaft, vor einem zahlreich erschienen Publikum.

Ihre Interpretation des Mendelsohn-Bartholdys und der Bachschen Passacaglia verleiten mich dazu, diese StĂŒcke besser kennenlernen zu wollen.

Ich ĂŒberwand meine Applaushemmung und leitete (fachgerecht) den Applaus ein.

Eine Zugabe wÀre die Krönung dieses sehr gelungenen Konzertes gewesen, hÀtte aber die Etiquette der Bad Homburger Orgelmatineen gesprengt.

Schloßkirche Bad Homburg, 10.12.2011 11:30 - 12:00

Orgelmatinee

An der Orgel:

Peter Scholl

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Bruhns "Nun komm, der Heiden Heiland" und "Nun komm, der Heiden Heiland" mit interessante Informationen in der YouTube Beschreibung unter dem Video.

BWV 659 aus den sog. "Leipziger ChorĂ€le"

Magnificat primi toni BuxWV 203, Magnificat primi toni BuxWV 203, BuxWV 203

"Ave Maris Stella", GegrĂŒĂŸt sei der Stern des Meeres

Interessant ist, das erste und das letzte StĂŒck nacheinander zu hören: Ein gewaltiger Konstrast.

Am 14.08.2010 wurden Teile des Programms von Jorin Sandau aufgefĂŒhrt.

Fuori programma möchte ich hier ein weiteres junges Talent namens Gert van Hoef mit seiner improvisierten Fantasia vorstellen.

BWV 659 aus den sog. "Leipziger ChorĂ€le"

"Ave Maris Stella"

Anmerkungen

Das Programm beinhalte heute nur Textgebundene StĂŒcke, die ersten zwei zur Huldigung der Geburt Jesu, die letzten zwei aus den Vespern (Marieenvespern).
Die originale lateinische Fassung der Hymne "Nun komm, der Heiden Heiland" (4 8-silbigen Versen) stamme vom Tierer, spĂ€ter Mailander, Sant'Ambrogio, Ambrosius von Mailand, (339-397) und die Melodie stamme aus dem 12 Jhr.
Martin Luther ĂŒbersetzte schließlich den Text ins Deutsche.

BWV 660

Herr F. meinte, der Ausgangspunkt fĂŒr den Hörer sollte die Kenntnis des Chorals aus dem Ev. Kirchlichen Gesangsbuch (Nr. 4?) sein.
Dann könne man z.B. erkennen, wie die rechte Hand das Thema auf einem Manual ausfĂŒhrt und dann im Manual der linken Hand weitermacht.
Und vor allem stauen, wie der Komponist das Thema bearbeitet.

Als Orgelvorpiel, auch Choral Preludium genannt, gibt es BWV 599.
Als Cantata gibt es z.B. BWV 61 und BWV 62.
Cantata und Choral dĂŒrfen indes nicht verwechselt werden, da sie zwei getrennte Musikformen sind.

Das StĂŒck Bruhns wurde durch das Gleichnamige von Samuel Scheid ersetzt.
Scheids StĂŒck sei vierstimmig komponiert, der Cantus firmus (die Melodie?) gehe vom Sopran ĂŒber Alto und Tenor bis zum Bass.

Bachs "Version" sei reich verziert, ausdrucksstark, expressiv. Ihr lĂ€ge ein Ostinato Bass in 1/8 Bewegungen zugrunde, und sie beschreite einen Weg in entgegengesezter Richtung: von dunkel nach hell. Am Ende ruhe plötzlich der Bass, als sog. Orgelpunkt, und der Cantus firmus erschiene erneut in hellen Farben.

Der Magnificat und das Ave, die zur allabentlichen Vesper, insbesondere zur Marienvesper, gehörten seinen nicht rein adventlich. Allerdings sei der 8. Dezember Maria EmpfĂ€gnis und der Bezug zur Weihnacht sei somit ordnungsgemĂ€ĂŸ wiederhergestellt. Der (lateinische) Text des Ave stamme aus dem 7 Jahrhundert.

Buxtehude könne man mit den Versen der Psalmen in Verbindung bringen.

De Gringny bringe eine ganz andere Klangfarbe ins Spiel. Der Französische Stil sei gekennzeichnet von einer großzĂŒgigen Verwendung der Zungen (im Gegensatz zu den LabialklĂ€ngen) und vom Einsatz reichhaltiger Verzierungen (mehr Töne als in der Partitur notiert).

Wilkommen bei den Orgelmatineen Bad Homburg 2012

Organistin: Anna Linß

Organistin: Jasmin Rasch

Schloßkirche Bad Homburg, 14.01.2012 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Anna Linß

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Sehr freue ich mich auf die Wiederaufnahme des "OrgelbĂŒchlein" Bachs.

Das "OrgelbĂŒchlein", das Jonas Pinto vor mehreren Jahren auffĂŒhrte, war, dank der Bad Homburger Orgelmatineen, meine EinfĂŒhrung zur Barocken (Orgel-)Musik.

Der QualitĂ€tssprung im Hörerlebnis kam allerdings durch die Verfassung dieser Seiten, die als Archiv der EinfĂŒhrungen zu den Konzerten gedacht waren, und die sich bald, dank der BeitrĂ€ge zahlreicher YouTube Teilnehmer, als komfortable Plattform fĂŒr eine sinnvolle VorbereitungtĂ€tigkeit erwiesen.

Zweifelsohne bedarf Buxtehude der Vorbereitung BuxWV 156. Ein Meisterwerk!
Mit Abstand die beste Interpretation ist m.E. die von Herrn Martin LĂŒcker BuxWV 156, Professor vieler Stipendiaten.
Ich stelle mir vor BuxWV 156 sei in vier Teilen, mit einer Dauer von jeweils ca. zwei Minuten, gegliedert, beginnend bei den Zeiten 2:12, 4:50 und 6:21.

Aus dem "OrgelbĂŒchlein" wird uns eine interessante Auswahl von WeihnachtschorĂ€len geboten:

"Gelobet seist du, Jesu Christ" BWV 604
"Vom Himmel hoch, da komm ich her" BWV 606
"In dulci jubilo" BWV 608
"Lob Gott, ihr Christen allzugleich" BWV 609
"Christum wir sollen loben schon" BWV 611

BWV 547,1 und 547,2 von Rainer Oster mit Noten.
BWV 547 Ă€ußerst lahm von Artjom Chatschaturow.
BWV 547 zĂŒgig (zwei mal schneller!) von Ton Koopman.

Anmerkungen

Frau Anna Linß ĂŒberließ mir freundlicherweise Ihre Notizen.

Das Programm sei dreiteilig aufgebaut: Ein freies StĂŒck, vier Choralbearbeitungen und ein freies StĂŒck.

In Buxtehudes Toccata F-Dur wechseln sich freie und fugierte Abschnitte ab, in einem kaleidoskopartigen Farbspiel.
Mal klinge es wie ein Hirtenlied, mal feierlich-militÀrisch mit Trompeten und Posaunen.
Das StĂŒck wirke an mancher Stelle wie improvisert, und bietet dem Organisten die Möglichkeit, verschiedene Facetten und Registrierungen der Orgel zu prĂ€sentieren.

Wir lernen heute daß es der OrgelbĂŒchleintypus und das es von folgenden Merkmalen geprĂ€gt sei:

  • einstrophige PrĂ€sentation der Melodie in der Oberstimme ohne Zwischenspiele
  • durchgehend vierstimmig ausgearbeiteter Satz
  • obligat eigenstĂ€ndig gefĂŒhrtes Pedal
  • strenge motivische Bindung in den figurierten Gegenstimmen

Das "OrgelbĂŒchlein" von Johann Sebastian Bach durchbrĂ€che dieses Prinzip durchaus - und wie könnte es anders sein?
Es sei eine Sammlung von 46 (von den ursprĂŒnglich geplanten 164) choralgebundenen StĂŒcken in der Ordnung des Kirchenjahres. Die StĂŒcke seien im kleinsten Format, in der die Kunstfertigkeit des Komponisten auf lediglich 1-2 Seiten sich beweisen muß.

"Gelobet seist du Jesu Christ" BWV 604 (C-Dur) folge dem Prinzip des OrgelbĂŒchleintypus, mit den Abweichungen einer hervorgehobenen Choralmelodie, und einer nicht so starken motivischen Stringenz in der Begleitung.

"Vom Himmel hoch, da komm ich her" BWV 606 (D-Dur) entsprĂ€che auch OrgelbĂŒchleintypus, wobei die Choralmelodie mit einigen Zwischennoten verziert wurde. Im Pedal sei die Passionsthematik vorzufinden: als sog. Kreuzmotiv (zwei aufeinander folgende Intervalle der gleichen Richtung), und als Anklang von "Da Jesus an dem Kreuze Stund".

"In dulci jubilo" BWV 608 (A-Dur) sei ein strenger, gut verfolgbarer, Kanon zwischen Oberstimme (Sorpan) und Pedal (Bass), begleitet durch Triolen und dagegen laufenden rhythmisch interessante und nicht leicht zu spielenden Achteln.

"Lob Gott, ihr Christen allzugleich" BWV 609 (G-Dur) folge dem OrgelbĂŒchleintypus mit Melodie in der Oberstimme, vierstimmigen Satz, Tonleiterabschnitte im Pedal, also obligat gefĂŒhrt, und die Mittelstimmen hĂ€tten ein vierton Motiv.

"Christum wir sollen loben schon" BWV 611 (C-Dur) sei untypisch fĂŒr OrgelbĂŒchlein. Melodie liege im Alt, was satztechnisch neue Möglichkeiten biete.

Da der Choral z.Z. nicht im Gesangbuch gefĂŒhrt wird, hier der Text der 1. Strophe:

Christum wir sollen loben schon
der reinen Magd Marien Sohn
so weit die liebe Sonne leucht
und an der Welt ihr Ende reicht

Bemerkenswert sei die Tonspanne, vom tiefem C im Pedal, bis zum c3 in der Oberstimme, was dem Umfang der Weimarer Hoforgel entspricht,
Schon die Einsatztöne liegen fast 4 Oktaven auseinander D-b2. Die 4. Choralzeile sei eine Art Reprise mit kanonischer FĂŒhrung im Pedal zum Alt (Melodie). Als Schlusssteigerung nach dem Orgelpunkt wird der Satz fĂŒnfstimmig mit Einsatz einer 2. Pedalstimme.

PrÀludium und Fuge C-Dur BWV 547 sei um 1744 in Leipzig entstanden, und zÀhle somit zu den letzten Orgelwerken Bachs.
Das PrÀludium sei im ungewöhnlichen 9/8 Takt, bestehe aus einem einzigen thematischen Gedanken, der gleich zu Anfang vorgestellt und durch unterschiedlichste Tonstufen moduliert wird, wirke sehr geschlossen.
Die Fuge sei fĂŒnfstimmig, mit einem aus 9 Tönen bestehenden Thema, das teilweise mit seiner Umkehrung kombiniert wird und zu einer sehr dicht kontrapunktischen Verflechtung fĂŒhre. Am Ende kommt zusĂ€tzlich das Pedal mit dem Thema in der VergrĂ¶ĂŸerung dazu. An das 19. Jahrhundert erinnere die spannungsreiche Harmonik, wie auch der frappierend kurzer Schlussakkord, nur eine Achtel-Note ohne Fermate.

LĂ€ĂŸt man diese Orgelmatinee Revue passieren, merkt man wie außerordentlich interessant und vielfĂ€ltig die Auswahl der StĂŒcke in jeder Hinsicht war. Ohne eine tiefere Außeinadersetzung mit der Materie, wird jedoch vieles ĂŒbersehen und geht verloren. Aus diesem Grund bin ich Frau Anna Linß in höchstem Maße dankbar sowohl fĂŒr ihre perfekte AusfĂŒhrung der StĂŒcke als auch fĂŒr die Ă€ußerst gelungenen EinfĂŒhrungen zu den Werken, dank derer ich einiges dazulernen konnte.

Schloßkirche Bad Homburg, 11.02.2012 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Jasmin Rasch

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BuxWV 140, BuxWV 140, BuxWV 140 und BuxWV 140

Echofantasie in a-moll, Echofantasie in a-moll

Sweelinck war ein niederlÀndischer Komponist und Zeit seines Lebens als Organist in Amsterdam angestellt.
Da zu dieser Zeit Amsterdam calvinistisch wurde, war der Gebrauch der Orgel im Gottesdienst komplett verboten.
Dadurch wurde Sweelinck von der Stadt angestellt und mußte tĂ€glich öffentliche Konzerte geben.
Obwohl er bis zu seinem Tod in Amsterdam blieb, verbreitete sich sein Ruhm weit ĂŒber die Stadt hinaus, wodurch er viele SchĂŒler aus den Niederlanden und Deutschland zu sich locken konnte und er dadurch die Orgelmusik in Deutschland auch maßgeblich beeinflusste.
Trotz seines etwas provinziellen Lebens studierte er Ă€hnlich wie Johann Sebastian Bach Musik aus allen Teilen Europas und ließ diese auch in seine eigene Musik miteinfließen.
Wie der Name "Echofantasie" vermuten lĂ€sst, basiert das StĂŒck auf dem Prinzip der Imitation.
Man darf also gespannt sein, in welcher Form und mit viel Geschick Sweelinck die Echos in dieses StĂŒck einschließt.

Toccata zur Eucharestie: Frescobaldis Toccata IV, Frescobaldis Toccata IV.

La doune cella, La shy myze aus dem Mulliner Book

Susatos Saltarelle, auch "Saltarello" genannt.

Hier eine Ă€hnlich heitere Tarantella aus dem Calabrien unserer Tage, mit abwechselnder Paarbildung und hĂŒpfartigen Tanzschritten. Und hier das Ergebnis zum Thema Saltarelle in aus der italienischen Wanderschaft von Felix Mendelssohn Bartholdy im Finale seiner Symphonie Op. 4.

BWV 579, Werkbesprechung BWV 579

Als Hilfe zu Untersuchung dieser Bachschen Fuge kann die Beobachtung dienen, welche Themen, wann in welchem Register gespielt werden. Z.B. bewegt sich manches markantes Thema vom Bass zum Alt. Eine gewisse Spannung ist in den Abschnitten ohne Bass zu verzeichnen. Dann sind wiederkehrende Muster im Arpeggiato, im Rhythmus und im Zusammenspiel der Stimmen zu erkennen, ganz zu schwiegen von den Syncopen und den gekonnten EinsÀtzen der 2/4 bis 1/32 (oder 1/16?) NotenlÀngen.

Offertoire sur le Grands Jeux, Offertoire sur le Grands Jeux, Offertoire sur le Grands Jeux

Anmerkungen

Das Programm wurde auf eine Tagung europĂ€ischer Physik-Wissenschaftler in Frankfurt am Main gespielt, und umfasse deshalb Komponisten aus Norddeutschland, den Niederlanden, Italien, Groß-Britannien, Ost-Deutschland und Frankreich.

Frau Rasch erinnerte daran, daß die Orgelkunst im lutherischen Norddeuschland der Barockzeit weit verbreitete PopularitĂ€t genoß, und in manchen Kreisen gar ein gesellschaftlicher Muß war.

Buxtehudes PrÀludium sei gekennzeichnet von einem selbststÀndigen Pedal, von freien Abschnitten mit meist nach unten fallenden Tonleitern und von durchkomponierten Fugen und Toccaten.

Sweelincks Fantasia weise einen homophonen Teil auf, und einen darauffolgenden polifonen Teil.

Frescobaldis fast mystische klingende Toccata komme durch eine Registrierung mit leicht verstimmten Pfeifen neben dem Prinzipal noch besser zur Geltung.

In Bachs Fuge seien die Stimmen dicht beieinander gehalten.

Couperins Offertoire besteche durch mittels Punktierungen unterschrichene Festlichkeit.

Herr L. erklĂ€rte mir nach dem Konzert, daß manche Basspassage Buxtehudes an der Grenze des Spielbaren sei, im Gegensatz zu den von Johann Sebastian Bach.

Schloßkirche Bad Homburg, 10.03.2012 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Anna Linß

Programm

  • Dieterich Buxtehude (1637-1707): PrĂ€ludium g-moll BuxWV 163
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): PassionschorĂ€le aus dem "OrgelbĂŒchlein":
    • "O Lamm Gottes, unschuldig" BWV 618
    • "Christe, du Lamm Gottes" BWV 619
    • "Christus, der uns selig macht" BWV 620
    • "Da Jesus an dem Kreuze stund" BWV 621
    • "O Mensch, bewein dein SĂŒnde groß" BWV 622
    • "Wir danken dir, Herr Jesu Christ" BWV 623
    • "Hilf Gott, dass mir's gelinge" BWV 624
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): Fantasie und Fuge c-moll BWV 537

Vorwort und Vorbereitung

BuxWV 163, BuxWV 163, BuxWV 163

"O Lamm Gottes, unschuldig" BWV 618

"Christe, du Lamm Gottes" BWV 619

"Christus, der uns selig macht" BWV 620

"Da Jesus an dem Kreuze stund" BWV 621

BWV 622

"Wir danken dir, Herr Jesu Christ" BWV 623

"Hilf Gott, dass mir's gelinge" BWV 624

BWV 537 BWV 537,1 BWV 537,2

Anmerkungen

Das Programm stehe im Zeichen der Passionszeit (auch Fastenzeit genannt, von Aschermittwoch bis Karsamstag, alljĂ€hriger Hinweis auf die Leidenszeit Jesu Christi, eine Zeit der Buße und RĂŒckbesinnung), sei aber nicht traurig, sondern besinnlich, feierlich, kĂ€mpferisch und sehr emotional.

PrÀludium g-moll BuxWV 163

Da Buxtehudes PrĂ€ludium g-moll manualiter, d.h. ohne Pedalzuweisung, gespielt werden kann, sei unklar, ob es fĂŒr Cembalo oder fĂŒr Orgel geschrieben wurde. Ein Orgelpunkt an einer Stelle, ein langer Halteton im Bass, der auf dem Cembalo sofort verklingen wĂŒrde, spricht fĂŒr die Orgel. Im Gegensatz zum Cembalo, biete ferne die Orgel die Möglichkeit, verschiedene Abschnitte mit verschiedenen Registrierungen zu belegen, was den Buxtehude nach heutiger Empfindung noch mehr zur Geltung bringt. Das StĂŒck sei "kammermusikalisch" registriet unter Verwendung von nur 7 (von 38) Registern.

Die PassionschorÀle

  • "O Lamm Gottes, unschuldig" BWV 618 Tonart F-Dur, Adagio, "Lamm"-Thematik, Melodie im Alt und Tenor als Quintkanon (da Melodie ungeeignet fĂŒr Kanon), Seufzermotivik durch Begleitstimmen
  • "Christe, du Lamm Gottes" BWV 619 Tonart F-Dur, kath. Messe und ev. Abendmahlsgottesdienst, 5-stimmig, Melodie in Sopran1 und Tenor als Kanon (alla duodecima); Begleitstimmen mit absteigenden Tonleitern
  • "Christus, der uns selig macht" Tonart e-Phrygisch, Evanglienparaphrase von Gefangennahme bis Grablegung Jesu, Melodie zwischen Sopran und Bass als Kanon (alla ottava), sehr reiche Harmonik, Chromatik abwĂ€rts "Passus duriusculus" = Leidensmotiv,
  • "Da Jesus an dem Kreuze stund" BWV 621 Tonart C-Dur, Evanglienparaphrase Paraphrase der letzten 7 Worte Jesu Christi am Kreuz, Paraphrase der letzten 7 Worte Jesu Christi am Kreuz, Bach vertont hier keine einzelnen Worte, eher das Bild, in der diese Worte gesagt werden. HerniederhĂ€ngen am Kreuz durch Pedallinie vertont, Synkopen abwĂ€rts, sehr dissonante Harmonik.
  • "Vom Himmel hoch" Tonart im vorletzten Takt Motivik der Begleitstimmen von "Da Jesus an dem Kreuze stund" Vorausdeutung der Passionsgeschichte
  • "O Mensch, bewein dein SĂŒnde groß" BWV 622 Tonart c-moll, Adagio assai, einer der beiden kolorierten OrgelchorĂ€le im OrgelbĂŒchlein (koloriert = verzierte Melodiestimme); keine durchgehende Motivik in den Begleitstimmen, dafĂŒr Liebe zum Detail, chromatische und dissonante Linie aufwĂ€rts, Leidensweg, schweres Kreuz, Seufzerfiguren, Kreuzmotiv im Pedal, Adagio assai und am Ende Adagissimo, hochemotional und sehr intime Zusammenfassung der Passion
  • "Wir danken dir, Herr Jesu Christ" BWV 623 Tonart G-Dur Antwort auf Passion, Melodie im Sopran, begleitet durch "Figura corta"; trotz der meist fröhlichen G-Dur Tonart, ist der Choral eher verhalten, kaum konsonante KlĂ€nge auf schweren Taktzeiten, nĂŒchterne Antwort der Gemeinde, verhaltender Dank, es ist noch nicht Ostern.
  • "Hilf Gott, dass mir's gelinge" BWV 624 Tonart F-Dur Antwort des Dichters, der in der 1. titelbestimmenden Strophe Gott darum bittet fĂŒr sein nun folgendes Gedicht die richtigen Worte zu finden (Ă€hnlich: Anrufung der Musen in der Antike) Melodie im Sopran und Alt als Kanon, Tenor durchgehend 1/16 Triolen auf und abwĂ€rts, Pedal schrittweise gefĂŒhrte 1/8 und synkopische SprĂŒnge

Fantasie und Fuge c-moll BWV 537

Die Fantasie sei im seltenen 6/4 Takt, bestehe aus 2 Abschnitten, die einander gegenĂŒberstehen, weise die oft im Barock verwendete Seufzermotivik und Ende auf Halbschluss (G-dur, statt c-moll).

Die Fuge sei in der Form: ABA. B-Teil: neues chromatisch-aufsteigendes Motiv, wird mit bekannten Motiven kombiniert.

Beide StĂŒcke sollten immer in der Kombination gespielt werden, Fuge ist die Auflösung des Halbschlusses der Fantasie, Kontrast der beiden StĂŒcke, Fantasie langsam schreitend, lebhaft leidenschaftlich die Fuge

Schloßkirche Bad Homburg, 14.02.2011 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Jasmin Rasch

Programm

Vorwort und Vorbereitung

KV 356

Schloßkirche Bad Homburg, 14.04.2012 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Jasmin Rasch

Programm

  • François Couperin (1668-1733): aus der Messe pour les Paroisses
    • Plein Chant
    • Fugue sur les jeux d'anches
    • RĂ©cit de cromorne
    • Dialogue sur la trompette et de cromorne
    • Plein Chant
  • Johann Gottfried Walther (1684-1748): Concerto del Sig. Taglietti in B-Dur (Adagio - Allegro - Adagio - Allegro)
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): PrĂ€ludium und Fuge G-Dur BWV 541

Vorwort und Vorbereitung

Plein chant 1er Kyrie en taille (aus der Messe pour les Paroisses)

1er Kyrie en Taille (aus der Messe pour les Paroisses)

Fugue sur les jeux d'anches (aus der Messe pour les Paroisses)

RĂ©cit de cromorne (aus der Messe pour les Paroisses)

Dialogue sur la trompette et de cromorne (aus der Messe pour les Paroisses)

Dialogue sur la Trompette du Grand Clavier (aus der Messe pour les Paroisses)

Plein Chant 2er (aus der Messe pour les Paroisses)

Tierce en taille (aus der Messe pour les Paroisses)

Das Konzert in B-Dur des Herrn Walthers fĂŒr Herrn Taglietti. Es gibt auch eines fĂŒr Herrn Vivaldi.

BWV 541,1 BWV 541,2

Anmerkungen

Taglietti sei Vivaldi, und Walthers OrgelstĂŒck stĂŒnde in der Tradition der Nachahmung von Violinkonzerten.

Das "G-Dur" sei der "erste Bach" den die Organistin, als 15-JĂ€hrige, in Angriff genommen habe.

Das Konzert war ein reiner Genuß: Wer braucht "Rock" Musik, wenn Jasmine Rasch die BĂŒrgy Orgel zum Kochen bringt?

Schloßkirche Bad Homburg, 12.05.2012 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Anna Linß

Programm

  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): Fantasia C-Dur BWV 570
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): Manualiter-Bearbeitungen aus der "ClavierĂŒbung 3. Teil" (BWV 669-689), der sogenannten "Kleine Orgelmesse":
    • "Jesus Christus, unser Heiland" BWV 688
    • "Kyrie, Gott Vater in Ewigkeit" BWV 672
    • "Christe, aller Welt Trost" BWV 673
    • "Kyrie, Gott Heiliger Geist" BWV 674
    • "Allein Gott in der Höh' sei Ehr'" BWV 677
    • "Dies sind die heil'gen zehn Gebot'" BWV 679
    • "Wir glauben all' an einen Gott" BWV 681
    • "Vater unser im Himmelreich" BWV 683
    • "Christ unser Herr zum Jordan kam" BWV 685
    • "Aus tiefer Not schrei' ich zu dir" BWV 687
    • "Jesus Christus, unser Heiland" BWV 688
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): PrĂ€ludium und Fuge C-Dur BWV 545

Vorwort und Vorbereitung

BWV 570

BWV 672

BWV 673

BWV 674

BWV 677

BWV 679

BWV 681

BWV 683

BWV 685

BWV 687

BWV 688, BWV 688, BWV 688

BWV 545,1, BWV 545,2, BWV 545,1, BWV 545, BWV 545
Das StĂŒck gibt es in 3 Fassungen, was zeigt, dass Bach dieses StĂŒck hĂ€ufig im Gebrauch hatte: Eine erste kĂŒrzere FrĂŒhfassung, eine zweite Fassung und eine dritte, lĂ€ngere Fassung (mit einem langsamen Satz aus der Triosonate in C-dur zwischen PrĂ€ludium und Fuge).
Gleich im 1. Takt des PrÀludiums wird der volle Ambitus der Orgel ausgenutzt: von c3 bis zum tiefen C im Pedal.

Zwei Punkte sind aus den heutigen ErklÀrungen zur Orgelmatinee und aus dem Austausch mit kompetenten Zuhörern hervorgegangen.

1. Zahlensymbolik: trotz meiner Skepsis, scheint Bach doch hier und da eine solche einfließen zu lassen.

2. Stimmung: obwohl Bach ein Verfechter der wohltemperieten Stimmung war, scheint er einen Zusammenhang zwischen GefĂŒhlslagen und Tonarten zu sehen.

Anmerkungen

Ein vielfĂ€ltiges Bach-Programm 2 freie OrgelstĂŒcke, 10 Choralvorspiele (die sog. "Kleine Orgelmesse"), sowol FrĂŒh- aus auch SpĂ€twerke.

Fantasia C-Dur BWV 570

BWV 570 ist ein FrĂŒhwerk, vermutlich in Arnstadt oder frĂŒher komponiert. Die Fantasie sei manualiter und durchzogen vom rhythmischen Motiv der "Figura corta".

Figura corta (neben der Figura bombilans, muta, suspirans): The 'corta', which simply means "short" in Italian, is a concise rhythmic figure which belongs to the species of ornamental 'figurae simplices' (Vogt). The term does not refer to the duration of the entire figure, as this could be the same as the 'bombus' or 'circulo mezzo'. Rather, it refers to the number of notes employed to construct the figuration. Neither the term nor any accompanying definitions suggest an expressive content or application of the figure. However, due to the inherent rhythmic drive of a series of 'cortae', it is frequently used in compositions which wish to express agitated or joyful affections. The 'corta' also forms the basis of Printz's 'suspirans', where the one longer note is subdivided into a rest and a note of equal value to the other two.

11 Manualiter-Bearbeitungen aus der "ClavierĂŒbung 3. Teil" (BWV 669-689)

Alle 4 Teile der ClavierĂŒbung gehören zu Bachs SpĂ€twerk. Sein Anliegen war, exemplarische Werke zu verschiedenen Kunstgattungen vorzulegen. Ferner lautet die Überschrift: "Denen Liebhabern und besonderes denen Kennern von dergleichen Arbeit zur GemĂŒths Ergenzung verfertiget" - ErgĂ€nzung heißt, wie Bach durch Ton und Zahlenymbolik, durch hohe kontrapunktische Kunst die dogmatischen Elemente der lutherischen Theologie in Musik fasst.

Rahmen: PrĂ€ludium und Fuge Es-Dur, ChorĂ€le der Missa brevis: Kyrie, Gloria UND Luthers Choraldichtungen zu den 5 HauptstĂŒcken des Katechismus (Handbuch der Unterweisung im Christlichen Glauben):
Dekalog (10 Gebote), Symbolum (Glaubensbekenntnis), Vaterunser, Taufe Abendmahl mit Beichte vorher vor der letzten Fuge noch 4 Duette (im Juli) fĂŒr jeden Choral mindestens ein Choralvorspiel pedaliter und eins manualiter

Beispiele fĂŒr Zahlensymbolik:

"Dies sind die heilgen zehn Gebot": Fughetta, das Fugenthema (wie in Stein gemeißelt) erklingt 10 mal

"Wir glauben all an einen Gott": Fughetta, ĂŒber die erste Choralzeile; Mittelachse des Zyklus, in allen 4 Teilen der ClavierĂŒbung bringt Bach auf der HĂ€lfte eine Französische OuvertĂŒre, sie zeichnet sich durch den scharf punktierten Rhythmus aus

Symbolik der Tonarten:

"Aus tiefer Not schrei ich zu": fis-moll, kommt bei Orgelwerken eigentlich nicht vor, hohe Molltonart

"Jesus Christus, unser Heiland" f-moll, sehr selten, tiefste Tonart

Schloßkirche Bad Homburg, 09.06.2012 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Jasmin Rasch

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BWV 545,1, BWV 545,2, BWV 545,1, BWV 545, BWV 545
Das StĂŒck gibt es in 3 Fassungen, was zeigt, dass Bach dieses StĂŒck hĂ€ufig im Gebrauch hatte: Eine erste kĂŒrzere FrĂŒhfassung, eine zweite Fassung und eine dritte, lĂ€ngere Fassung (mit einem langsamen Satz aus der Triosonate in C-dur zwischen PrĂ€ludium und Fuge).
Gleich im 1. Takt des PrÀludiums wird der volle Ambitus der Orgel ausgenutzt: von c3 bis zum tiefen C im Pedal.

BWV 529 (1) Allegro, BWV 529 (2) Largo, BWV 529 (3) Allegro, BWV 529 Allegro (aus der Ludwigskirche zu Alt-SaarbrĂŒcken)

KV 616

Sonate in c-moll Op. 65,2 gespielt von Christoph Daniel Korn an der Mayer-Orgel der Evangelischen Dornbuschkirche Frankfurt am Main. Zum Vergleich die SĂ€tze Grave und Adagio gespielt von Julian Bewig an der Orgel von St. Marien in Emsdetten.

BWV 739

Anmerkungen

Frau Rasch befĂŒrchtete zwar, das Konzert wegen eines angeblichen vom BrĂŒckentag verusachtem Publikummangels absagen zu mĂŒssen, wurde jedoch von einer mit Zuhörer jeden Alters befĂŒllten Schloßkirche empfangen.

Das Adagio (Largo) aus BWV 529 werde mit Flöte, Oboe (?) und Flöte im Pedal registriert. In der Tat klang es wurderbar (sanft und leise): Die schönste mir bekannte Interpretation.

Die Fuge in C-Dur BWV 545 sei von einem Crescendo ohne Änderung der Registrierung charakterisiert.

"Andante fĂŒr eine Walze" sei nicht fĂŒr Orgel geschrieben worden, und somit nicht so leicht spielbar, wie es klingen mag.

Schloßkirche Bad Homburg, 14.07.2012 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Anna Linß

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Muffats Toccata septima, die siebte von 12 Toccaten des Apparatus Musico Organisticus bestehe aus einer Anreihung von TeilstĂŒcken (Variationen?). Sie sei von einer Mischung aus prunkvollem französichen und virtuosem italienischen Stil gekennzeichnet.

BWV 802-805 am Cembalo, BWV 802-805 an der Orgel, BWV 802-805 am verstimmten Clavichord

Duetto I in e-moll BWV 802, Duetto II in F-Dur BWV 803, Duetto III in G-Dur BWV 804, Duetto IV in a-moll BWV 805

Op. 65,5 (Andante, Andante con moto, Allegro)

Schloßkirche Bad Homburg, 11.08.2012 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Jasmin Rasch

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Eine ruhige Ciaccona in f-moll, eine sanfte Ciaccona in f-moll, eine nervöse Ciaccona in f-moll und eine weitere Ciaccona in f-moll.

"Thema" und die darauffolgende, sich oft wiederholende Akkord-Progression sind gut wahrnehmbar. Bemerkenswert ist die ViefÀltigkeit der Variationen: Von der ersten bis zur letzten Note bleibt das fast 9 minutige Werk recht spannend.

Hier die Noten und ein zweiter Artikel.

Eine Chaconne von HĂ€ndel: HWV 435 bzw. auf dem Cembalo HWV 435

BuxWV 209

BuxWV 199

BWV 543, BWV 543, BWV 543, PrĂ€ludium BWV 543, Fuge BWV 543

Erlöserkirche Bad Homburg, 27.08.2012 19:00 - 20:00

3. Bad Homburger Kulturnacht: "Streifzug durch die Orgelromantik"

An der Woehl- und and der Sauer-Orgel:

Prof. Susanne Rohn

Programm

  • Alexandre Pierre François BoĂ«ly (1785-1858): Fantasie et fugue en si bĂ©mol
  • Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847): Sonate in d-moll Op. 65,6 (Andante/Andante con moto - Allegro maestoso)
  • Franz Schmidt (1874-1939): PrĂ€ludium in D-Dur ("Halleluja")
  • Sigfrid Karg-Elert (1877-1933):
    • Harmonies du soir from Trois impressions Op. 72
    • "Nun danket alle Gott" (Marche triomphale) Op. 65
  • Max Reger (1873-1913): Benedictus Op. 59 Nr. 9
  • ThĂšodore Dubois (1837-1924): Toccata in G-Dur Nr. 3 aus "12 PiĂšces pour Grand Orgue"

Vorwort und Vorbereitung

Fantasie et fugue en si bĂ©mol

Op. 65,6

PrĂ€ludium in D-Dur

Op. 72

Op. 65 Op. 65

Op. 59 Nr. 9

Toccata in G-Dur

Vorwort und Vorbereitung

Ein Ă€ußerst interessantes, vielschichtiges und sehr ausgewogenes Programm, das mitreißend vorgetragen wurde.

Ganz besonders hat Sigfrid Karg-Elert hat meine Neugier erweckt.

St. Johannes Kirche, Kirdorf, 28.10.2012 17:00 - 19:00

Festliches Chor- und Orgelkonzert zum 150.

  • Chor von St. Johannes und Herz Jesu
  • Russische Kammerphilharmonie St. Petersburg
  • Prof. Susanne Rohn an der Dreymann-Orgel
  • Simone Schwark (Sopran), Barbara Werner (Alt), Sören Richter (Tenor), Fabian Hemmelmann (Bass) und Dr. Helmut Föller, Continuo

Programm

  • Dieterich Buxtehude (1637-1707): Kantate "Alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken" BuxWV 4
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): Kantate "Ihr Menschen rĂŒhmet Gottes Liebe" BWV 167
  • Joseph Haydn (1735-1809): Orgelsolomesse "Missa brevis Sancti Joannis de Deo"
  • Orgelwerke von LĂŒbeck, Boyvin und Carl Piutti

Vorwort und Vorbereitung

BuxWV 4

BWV 167

Missa brevis Sancti Joannis de Deo

Anmerkung

Verhindert.

Wilkommen bei den Orgelmatineen Bad Homburg 2013

Organistin: Geraldine Groenendijk

Organistin: Anna Linß

Conservatorio "Giuseppe Verdi" Como, 19.01.2013 17:30 - 19:00

Orgelkonzert

An der Orgel:

Francesco di Lernia

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BWV 547,1 und 547,2 von Rainer Oster mit Noten.
BWV 547 Ă€ußerst lahm von Artjom Chatschaturow.
BWV 547 zĂŒgig (zwei mal schneller!) von Ton Koopman.

BWV 989

Der erste Satz (mit einem etwas gewöhungsbedĂŒrftigem Anfang) BWV 528, 1, der zweite BWV 528, 2 und der dritte BWV 528, 3

Von der aus Novosibirsk stammende Natalia Baginskaya und in der Grazer Kathedrale gespielt BWV 528

BWV 564, BWV 564,1, BWV 564,2, BWV 564,3, BWV 564,

Anmerkungen

In meherer Hinsicht weise BWV 547 die dreier Numerik auf.

BWV 989 bestehe aus neun zweistimmig gefĂŒhrten Variationen eines vierstimmg gespieltes Themas, das, wie ĂŒblich, am Anfang und am Ende des StĂŒckes gespielt wird.

Akustik und AusfĂŒhrung ließen uns BĂŒrgy Orgel, Schloßkirche und Bad Homburger Orgelmatineen sehr vermissen.

Zum GlĂŒck gibt es die YouTube Benutzer und Kopfhörer, die unsere maltrĂ€tierte Ohren heilen werden.

Conservatorio "Giuseppe Verdi" Como, 16.02.2013 17:30 - 18:30

Orgelkonzert

An der Orgel:

Marco Ruggieri

Programm

Anmerkungen

BWV 565, BWV 565 Ă  la Koopman, BWV 565

Wikipedia Artikel ĂŒber BWV 565: Deutsch und Englisch

BWV 539,1, BWV 539,2

BWV 579, Werkbesprechung BWV 579

BWV 1092

BWV 742

BWV 1106

BWV 1099

BWV 526,1, BWV 526,2 und BWV 526,2

BWV 594 basierend auf RV 208

Conservatorio "Giuseppe Verdi" Como, 16.03.2013 17:30 - 18:30

Orgelkonzert

An der Orgel:

Montserrat Torrent Serra

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BWV 565, BWV 565 Ă  la Koopman, BWV 565

Wikipedia Artikel ĂŒber BWV 565: Deutsch und Englisch

BWV 535,1 BWV 535,2 BWV 535

BWV 590

BWV 974 und das Original

BWV 543, BWV 543, BWV 543, PrĂ€ludium BWV 543, Fuge BWV 543

BWV 957

BWV 1117

Partite diverse sopra "Sei gegrĂŒĂŸet, Jesu gĂŒtig" BWV 76 und das Original

Anmerkung

Verhindert.

Schloßkirche Bad Homburg, 08.06.2013 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Anna Linß

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Magnificat VI Toni

BWV 675

BWV 676 aus der "ClavierĂŒbung 3. Teil" (BWV 669-689)

Op. 65,4

Anmerkung

Verhindert.

GedÀchtniskirche, Kirdorf, 14.06.2012 20:00 - 21:30 bzw. 24:00

Orgelnacht 25 Jahre Kern-Orgel

Programm

Bernhard Lehnert

  • Louis-Claude Daquin (oder d'Acquin) (1694-1772): Noel G-Dur
  • Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788): Sonate a-moll (Allegro assai - Adagio - Allegro)

Hanno Lotz

Karin Giel

  • Justin Heinrich Knecht (1752-1817) aus Muntre und angenehme OrgelstĂŒcke im eleganten Stil, durch die gebrĂ€uchlichsten Durtonarten (Vivace - Cantabile - Vivace)

Antonia Jacob, Karin Giel

...

Vorwort und Vorbereitung

Noel G-Dur

Sonate a-moll: Allegro assai, Adagio, Allegro

BuxWV 184

BuxWV 161, BuxWV 161, BuxWV 161

Eine Einleitung zu BuxWV 161 und eine zu den Ostinato Werken von Dieterich Buxtehude.

BWV 639

BWV 547,1 und 547,2 von Rainer Oster mit Noten.
BWV 547 Ă€ußerst lahm von Artjom Chatschaturow.
BWV 547 zĂŒgig (zwei mal schneller!) von Ton Koopman.

Amazing Grace

Muntre und angenehme OrgelstĂŒcke

"Ich will dir lobsingen"

"Der lieben Sonnen Licht und Pracht"

HWV 134

An Evening Hymn

Erlöserkirche Bad Homburg, 29.06.2013 17:00 - 17:45

Orgelvesper

An der Orgel:

Susanne Rohn

Programm

  • Samuel Scheidt (1587-1654): Cantilena angelica fortunae (Thema und drei Variationen)

Vorwort und Vorbereitung

BuxWV 137

Cantilena angelica fortunae

Capriccio sopra il Cucu

Op. 65

Basilica di Sant'Abbondio, Como, 07.07.2013 17:30 - 18:30

Vespri d'organo (a quattro mani)

An der Orgel:

Mariangela Di Giglio, Andrea Schiavo

Programm

Anmerkungen

A rustic wedding

J. S. Bachs Konzertbearbeitungen

BWV 595, BWV 595

Fantasie fĂŒr die Orgel zu 4 HĂ€nden c-moll, Fantasie fĂŒr die Orgel zu 4 HĂ€nden c-moll

Chor der Pilger aus TannhĂ€user

Intermezzo aus Cavalleria Rusticana

Overture aus Nabucco

Schloßkirche Bad Homburg, 13.07.2013 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Geraldine Groenendijk

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Toccata Noni Toni

BuxWV 161, BuxWV 161, BuxWV 161

Eine Einleitung zu BuxWV 161 und eine zu den Ostinato Werken von Dieterich Buxtehude.

Die wunderbare Partite diverse sopra: "Christ, der du bist der helle Tag" BWV 766, zum Teil mit nur zwei Stimmen.

Das Konzert in B-Dur des Herrn Walthers fĂŒr Herrn Taglietti. Es gibt auch eines fĂŒr Herrn Vivaldi.

Anmerkung

Verhindert.

GedÀchtniskirche, Kirdorf, 04.08.2013 11:00 - 11:45

Orgelmatinee

An der Orgel:

Karin Giel

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Allegro brillante

Schloßkirche Bad Homburg, 10.08.2013 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Anna Linß

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BWV 545,1, BWV 545,2, BWV 545,1, BWV 545, BWV 545
Das StĂŒck gibt es in 3 Fassungen, was zeigt, dass Bach dieses StĂŒck hĂ€ufig im Gebrauch hatte: Eine erste kĂŒrzere FrĂŒhfassung, eine zweite Fassung und eine dritte, lĂ€ngere Fassung (mit einem langsamen Satz aus der Triosonate in C-dur zwischen PrĂ€ludium und Fuge).
Gleich im 1. Takt des PrÀludiums wird der volle Ambitus der Orgel ausgenutzt: von c3 bis zum tiefen C im Pedal.

BWV 684

BWV 688, BWV 688, BWV 688

Op. 65,1

Anmerkungen

Die von Johann Sebastian Bach bearbeiteten Choralmelodieen waren zu seiner Zeit zum Teil 200 Jahre alt.

Anders als zu der Entstehungszeit der Choral-Bearbeitungen sind sie heute der Gemeinde, bzw. dem Publikum, nicht mehr gelÀufig, und der Wiedererkennungseffekt bleibt aus.

Die Musik ist auch dem Text verwoben: wenn z.B. SĂŒnde oder die Hölle angesprochen wird, klingt es entsprechend "schrĂ€g"; die Wogen des Jordan Flusses spiegeln sich in auf- und ab-steigenden Notensequenzen.

Bach ĂŒbernimmt die Choralmelodieen nicht vollstĂ€ndig, wie die folgende GegenĂŒberstellung zeigt:

Schloßkirche Bad Homburg, 31.08.2013 16:30 - 17:15

Sommerliches Orgelkonzert am Nachmittag

An der Orgel:

Anna Linß

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Ein großes Dank an Frau Linß, die mir das Programm zur Vorbereitung direkt zukommen ließ.

BuxWV 137

"Ombra mai fu", "Ombra mai fu"

Sicilienne, Sicilienne, Sicilienne

BWV 549 interpretiert von Ton Koopman, BWV 549,1 und BWV 549,2, gespielt von Andrea Marcon.

"Jesu bleibet meine Freude", "Jesu bleibet meine Freude" aus BWV 147

"Halleluja" aus Messiah HWV 56

Anmerkungen

Die Fuge BuxWV 137 sei 4 stimmig und mit sog. Treppenmotiven versetzt.

"Ombra mai fu" sei ein Lobslied an einem Baum am Beginn der Oper Serse.

Von Nikolaus Bruhns, der mit 31 Jahren verstarb, seien lediglich 5, bemerkenswerte, Orgelwerke erhalten. Im PrÀludium in e-moll seien 14 unterschiedlich Affekte vorhanden.

BWV 549 sei hĂ€ufig Bestand der fĂŒr nicht hauptamtliche Organisten vorgesehene C-PrĂŒfung. Sie beginne mit dem Pedal sei aber haupsĂ€chlich Manualiter zu spielen.

FĂŒr das bekannteste Halleluja aller Zeiten, das im 3. Teil der Oper vorkommt, mĂŒsse ein Operbesucher 2 Stunden warten.

Wilkommen bei den Orgelmatineen Bad Homburg 2014

Organist: Carmenio Ferrulli

Organistin: Geraldine Groenendijk

St. Katharinenkirche Frankfurt am Main, 31.03.2014 16:30 - 17:00

30 Minuten Orgelmusik

An der Rieger-Orgel:

Prof. Martin LĂŒcker

Programm

  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): Kunst der Fuge BWV 1080
    • Contrapunctus I-IV
    • Canone alla ottava
    • Contrapunctus XI

Vorwort und Vorbereitung

BWV 1080 I-IV
BWV 1080 Canone alla ottava
BWV 1080 XI

St. Katharinenkirche Frankfurt am Main, 07.04.2014 16:30 - 17:00

30 Minuten Orgelmusik

An der Rieger-Orgel:

Prof. Martin LĂŒcker

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Fantasia in g-moll

PrĂ€ludium BWV 546, Fuge BWV 546. Ein Koopmann im 14 minĂŒtigen Dauerplenum: BWV 546, ein warmes PrĂ€ludium BWV 546 , eine ansehnliche Fuge BWV 546.
Das PrÀludium (ein SpÀtwerk Bachs) stellt zunÀchst mehrere musikalische Gedanken nebeneinander, darunter anfangs eine Akkordfolge, dann ein Seufzermotiv, eine Triolenbewegung, einen chromatischen Gang und ein markantes Bassmotiv.
Im Verlauf des StĂŒcks hört man all diese Ideen wieder, aber nun untereinander verbunden und eingewoben.
Etwas inkonsequenter im Gegensatz dazu scheint die 5-stimmige Fuge (ein etwas frĂŒheres Werk).
Sie beginnt sehr streng, gewinnt aber im Verlauf deutlich an Freundlichkeit im Manualzwischenspiel hinzu, wird sogar sehr warm, wenn das Thema nach Dur ĂŒbergeht und endet schließlich sehr majĂ€stetisch.

Anmerkung

Verhindert

Schloßkirche Bad Homburg, 12.04.2014 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Geraldine Groenendijk

Programm

  • Johannes Brahms (1833-1897): Choralvorspiel und Fuge ĂŒber "O Traurigkeit, o Herzeleid" WoO 7
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): Fantasia con imitatione h-moll BWV 563
  • Johannes Brahms (1833-1897): 3 aus 11 Choralvorspiele Op. posth. 122: "Herzliebster Jesu", "SchmĂŒcke dich, o liebe Seele", "Herzlich tut mich verlangen"
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): PrĂ€ludium und Fuge h-moll BWV 544

Vorwort und Vorbereitung

Lesenswertes ĂŒber Brahms Orgelwerke.

"O Traurigkeit, o Herzeleid", "O Traurigkeit, o Herzeleid" jeweils bei schnellerem Tempo.

BWV 563, BWV 563, BWV 563 bei Ă€hnlichem Tempo und unterschiedlicher Registrierung.

"Herzliebster Jesu"

"SchmĂŒcke dich, O liebe Seele", "SchmĂŒcke dich, o liebe Seele"

"Herzlich tut mich verlangen", "Herzlich tut mich verlangen"

"PrĂ€ludium BWV 544", "Fuge BWV 544"

Fuori programma

{yt{YcePnlcVZrg}BWV Anhang 200}}. Ist das ein Bach?

Schloßkirche Bad Homburg, 10.05.2014 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Carmenio Ferrulli

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Orgelkonzert F-Dur Op. 4 Nr. 5

HWV 295

HWV 609

BWV 577

BWV 525 - Allegro moderato Es-Dur, BWV 525 - Adagio c-moll, BWV 525 - Allegro Es-Dur

Anmerkung

Verhindert

Schloßkirche Bad Homburg, 14.06.2014 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Geraldine Groenendijk

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BWV 547,1 und 547,2 von Rainer Oster mit Noten.
BWV 547 Ă€ußerst lahm von Artjom Chatschaturow.
BWV 547 zĂŒgig (zwei mal schneller!) von Ton Koopman.

BWV 658

BWV 668

op. 60 1, 2

Anmerkung

Verhindert

Schloßkirche Bad Homburg, 12.07.2014 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Carmenio Ferrulli

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Toccata Cromatica, Toccata Cromatica

Canzona post il Communio

BWV 588, BWV 588

BWV 593

BWV 805

Anmerkung

Verhindert

Schloßkirche Bad Homburg, 09.08.2014 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Geraldine Groenendijk

Programm

  • Johann Sebastian Bach (1685-1750) Fuge c-moll ĂŒber ein Thema von Legrenzi BWV 574
  • Franz Liszt (1811-1886) "Aus tiefer Not" Orgelvariationen ĂŒber ein Thema von Bach
  • Franz Liszt (1811-1886) "Ich hatte viel BekĂŒmmernis" Orgelvariationen ĂŒber ein Thema von Bach
  • Franz Liszt (1811-1886) "Adagio Es Dur" Orgelvariationen ĂŒber ein Thema von Bach
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750) Fantasie und Fuge g-moll BWV 542

Vorwort und Vorbereitung

BWV 574

Cantata "Aus tiefer Not" BWV 38

"Ich hatte viel BekĂŒmmernis" BWV 21

BWV 542

Schloßkirche Bad Homburg, 13.09.2014 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Carmenio Ferrulli

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Plein jeu - Tierce en taille

BWV 562, Fantasia, BWV 562, Fragment einer Fuge

BWV 572, BWV 572

Bei dem in den SĂ€tzen Tres Vitement, Gravement, Lentement notierten, auch als 'Fantasie in G Dur' bekannten Werk, fallen die Arpeggien des ersten und des dritten Satzes auf, die Progression des Basses vom tiefen bis zum hohen C, die Einleitung des dritten Satzes mittels Cis und die darauffolgende chromatische Progression im Pedal. Letzere stĂŒtzt die finalen Arpeggien (Tonleitern) der Fantasia rythmisch; sehr interessant mĂŒsste auch die Harmonik (Akkord-Progression) sein.

Die Fantasia in G-Dur von Johann Sebastian Bach ist gleichzeitig ein sehr bekanntes und doch sehr ungewöhnliches Werk, da es sich nicht wie gewöhnlich um ein PrĂ€ludium/Toccata plus Fuge handelt, sondern um ein StĂŒck, dass ganz klar aus 3 sehr verschiedenen, aneinandergereihten Teilen besteht.
Außerdem gibt Bach dem StĂŒck und auch den Tempobezeichnungen französische Namen, was auf seine Auseinandersetzung mit französischer Musik zur Zeit der Komposition schließen lĂ€sst.
WĂ€hrend das StĂŒck sehr lebendig und virtuos beginnt und in einen lauten, vollen Orgelklang ĂŒberleitet, endet das StĂŒck aber fĂŒr heutige Ohren sehr unspektakulĂ€r und sehr leise.
Dazu muss man wissen, daß das, was im letzen Teil musikalisch passiert, also ein chromatischer absteigender Bass und die Harmonien, die daraus entstehen, es so noch nie vor Bach gegeben und dadurch natĂŒrlich zu dieser Zeit ein ganz anderes Hörerlebnis erzeugt als vielleicht heutzutage.

Anmerkungen

Herr Ferrulli hob hervor, daß der in Deutschland heute nicht sehr bekannte Marchand zu den in seiner Zeit berĂŒhmtesten Organisten und Virtuosen gehörte.

Plein jeu, Tierce en taille, Basse de trompette, RĂ©cit, Dialogue seinen Registrierungsangaben.

Bach habe den französiches Stil studiert insbesondere die Verzierungen.

Marchand sei teilweise schwer zu spielen. Auch die Verwendung des Doppelpedals (bei Bach selten) sei nicht einfach.

Schloßkirche Bad Homburg, 08.11.2014 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Carmenio Ferrulli

Programm

Johann Sebastian Bach und sein MeisterschĂŒler

Vorwort und Vorbereitung

PrĂ€ludium und Fuge C-Dur

"Herzlich lieb hab ich dich, o Herr"

Fuga B-Dur ĂŒber B-A-C-H

BWV 564, BWV 564,1, BWV 564,2, BWV 564,3, BWV 564,

Wilkommen bei den Orgelmatineen Bad Homburg 2015

Organist: Nils-Ole Krafft

Organist: Carmenio Ferrulli

Schloßkirche Bad Homburg, 10.01.2015 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Nils-Ole Krafft

Programm

Epiphanias

Vorwort und Vorbereitung

BWV 568

BWV 739

BuxWV 223

Op. 65,1

Anmerkungen

Quelle: Herr Krafft

  • BWV 568
    • FrĂŒhwerk
    • virtuos, prĂ€chtig
    • noch etwas unbeholfen in der StimmfĂŒhrung, alles wird dem Klang untergeordnet
    • voller jugendlichem Überschwang, vielleicht von einem jungen Virtuosen, der sich beweisen will (verjĂŒngt jeden, der es hört)
  • BWV 739
    • Wahrscheinlich ein FrĂŒhwerk
    • prĂ€chtiges TuttistĂŒck
    • erst Orgelmotette manualiter, wird dann zu einem prĂ€chtigen Bass- c.f.
    • Vorbild ist wohl eindeutig Pachelbels Morgensternbearbeitung (klingt ganz Ă€hnlich), jedoch bemĂŒht sich Bach auch Elemente aus der Norddeutschen Schule zu integrieren
    • es entsteht ein sehr experimentelles StĂŒck, etwas kurios und auf eine erfrischende Art und Weise unausgewogen
  • BuxWV 223
    • verbindet Choralvariationen und Choralphantasie
    • im ersten Teil wird der C. f. in Variationen verarbeitet, welche noch einen sehr archaischen frĂŒhbarocken Klang wie z. b. scheidt aufweisen
    • der zweite Teil folgt dem Gestus eine Gigue, also eines schnellen Tanzes, wobei Fragmente aus der Choralmelodie hier als Themen fĂŒr die Fugati dienen
    • gesamtes StĂŒck ist im ungeraden Metrum gehalten
    • die vielen Klangwechsel und Echoeffekte machen es fĂŒr die Orgel herausragend geeignet
    • ist hautpsĂ€tzlich manualiter gespielt
    • Dieterich Buxtehude der Meister der "Norddeutschen Schule" und LĂŒbecker Marienorganist, strahlendste Organistenpersönlichkeit seiner Zeit
  • Op. 65,1
    • UrauffĂŒhrung der 6 Mendelssohnsonaten in der Katharinenkirche in Frankfurt, damalige Stummorgel der hiesigen Orgel recht Ă€hnlich
    • die ganze Sonate basier auf der Idee zwei unterschiedlich registrierte Manuale gegenĂŒberzustellen
    • erster Satz fugierte Abschnitte auf dem einen Manual gegen den Choral "Was mein Gott will, das gescheh allzeit" auf einem Nebenmaunal
    • zweiter Satz (erstes bedeutendes OrgelstĂŒck in As-Dur), herrlicher fast fromm entrĂŒckter klassizistischer Satz wieder mit dem Kontrast zweier Manuale
    • im dritten Satz wird dann der Kontrast der Manuale auf die Spitze getrieben, wo zwischen Pianissimostrukturen extrem machtvolle Akkordverbindungen in hoher LautstĂ€rke treten, dieser Satz ist vor allem Überleitung ins Finale
    • das brillante und rauschende Finale scheint die romantische KlavieretĂŒde auf die Orgel zu ĂŒbertragen. Virtuoses romantisches Laufwerk mĂŒndet in einen herrlichen hymnenartigen Schluss, womit diese großartige Sonate ein bebendes Ende findet
    • Felix Mendelssohn Bartholdy erster großer Orgelkomponist nach Johann Sebastian Bach

Schloßkirche Bad Homburg, 14.02.2015 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Carmenio Ferrulli

Programm

Maria Lichtmess

  • Dieterich Buxtehude (1637-1707): PrĂ€ludium g-moll BuxWV 163
  • Dieterich Buxtehude (1637-1707): "Fried- und freudenreiche Hinfahrt des alten großglĂ€ubigen Simeons" BuxWV 76 (Contrapunctus I, Evolutio I, Contrapunctus II, Evolutio I, Klaglied)
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): "PrĂ€ludium et Fuga e-moll" BWV 533
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): vier ChorĂ€le aus dem "OrgelbĂŒchlein"
    • "Das alte Jahr vergangen ist" BWV 614
    • "In Dir ist Freude" BWV 615
    • "Mit Fried und Freud ich fahr dahin" BWV 616
    • "Herr Gott, nun schleuß den Himmel auf" BWV 617
  • Dieterich Buxtehude (1637-1707): "Toccata d-moll" BuxWV 155

Vorwort und Vorbereitung

BuxWV 163, BuxWV 163, BuxWV 163

BuxWV 76

PrĂ€ludium BWV 533, Fuga BWV 533

BWV 614

BWV 615

BWV 616

BWV 617

BuxWV 155, BuxWV 155, BuxWV 155

Anmerkungen

Quelle: Carmenio Ferrulli

Maria Lichtmess: 2. Februar

28 da nahm er ihn auf seine Arme und lobte Gott und sprach:
29 Herr, nun lĂ€ĂŸt du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast;
30 denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen,
Lukas 2, 28 - 30

Protestantisches Choral: "Mit Fried und Freud ich fahr dahin"

VirtuositĂ€t der Instrumente darstellen im Stylus Phantasticus, von Johann Sebastian Bach bei 4. monatigem Praktikum (unerlaubtes Entfernen von Diensstelle) beim 40 Jahre Ă€lteren Dieterich Buxtehude erlernt

"Viele wunderliche Variationen und viele fremde Töne" sollen Bachs Kompositionen nach der Lehre bei Buxtehude enthalten haben.

Aufzeichnung der EinfĂŒhrung des Organisten

Quelle: meine inkompetente Wenigkeit

  • BuxWV 163
    • sehr interessant, mit wunderschönen Fuge und frechen Abschluss
  • BuxWV 76
    • geht m.E. nicht gleich ins Ohr
    • Evolutio und Contrapunctus intellektuell, Klaglied musikalischer
    • Thema im Sorpan bei Contrapunctus (und Klagelied) und im Bass bei Evolutio
    • hier und da ungewöhnliche Progressionen
    • Ă€hnliche Harmonie bei allen 5 Abschnitten (???)
  • BWV 533
    • kurz gehalten (jeweils ca. 2:40)
  • BWV 614
    • ein kurzer, schöner, melanchonischer, musikalischer Spaziergang (2:11)
    • Anhaltspunkt: mehrere auf- und ab-steigende chromatische Sequenzen (erste im Alt) leiten ungewöhnliche Progressionen ein
  • BWV 615
    • Anhaltspunkt: Wiederholungen der markanten Anfangssequenz D D C B
  • BWV 616
    • k.A.
  • BWV 617
    • Anhaltspunkt: nicht erforderlich. Einfach zuhören. Themen und Variationen konstant im Sopran, Arpeggios im Alt und Bass.
  • BuxWV 155
    • k.A.

Fuori programma

PrĂ€ludium und Fuge BWV 553

Triosonate No. 5 C-Dur BWV 529 (1)

Triosonate No. 6 G-Dur BWV 530 (1)

BWV 541, BWV 541

Vater unser im Himmelreich

Schloßkirche Bad Homburg, 14.03.2015 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Nils-Ole Krafft

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Concerto del Signor Meck in h-moll, Concerto del Signor Meck in h-moll, Concerto del Signor Meck in h-moll

"Jesu meine Freude"

BWV 541

Anmerkungen

Quelle: meine Wenigkeit

Alle StĂŒcke gehen leicht ins Ohr, und bedĂŒrfen somit m.E. keiner intensiven Vorbereitung.

Herr Meck ist der Deutsche Komponist Joseph Meck, und Concerto steht fĂŒr Violinkonzert.

Aus Wikipedia: "Zwei Konzert-Transkriptionen fĂŒr Orgel von Johann Gottfried Walther sorgten im 20. Jahrhundert dafĂŒr, dass der Komponist Joseph Meck wieder in Erscheinung trat."

Quelle: Herr Nils-Ole Krafft

Programm fĂŒr "Laetare": Freudvoller vierter Fastensonntag/Passionsonntag. So wurde auch das Programm zusammengestellt.

Johann Gottfried Walther sei ein entfernter Vetter Johann Sebastian Bachs mit welchem er zeitlebens befreundet war.
Ab 1707 (erst 23 Jahre alt) bis zu seinem Tode Organist an der Stadtkirche Weimar.
Verfasser des ersten enzyklopÀdischen Musiklexikons.
Das Concerto del Signor Meck sei versehen mit den typischen schwungvollen EcksÀtzen und einem langsamen Mittelsatz.

"Jesu, Meine Freude" sei das Wochenlied fĂŒr Laetare.
Choral plus neun Variationen mit weiter Verbreitung schon im 18 Jahrundert.
Ausdrucksvoller Choral mit melodisch eingÀngigen und sehr unterschiedlich gesetzten Variationen.
Wirkungsvolle Finalvariation mit Choralmelodie in großer MajestĂ€t im Bass.

BWV 541: Auch Bach greife Elemente des Concertos auf und integriere sie in eine orgeltypische Form.

Das PrÀludium, welches mit norddeutschem Laufwerk einstimmig beginne, entpuppe sich als an ein Concerto angelehnter Satz.
Sowohl der Tonartenverlauf als auch die Art der Figuration deuten darauf hin.
Ferner haben wir durch eingestreute einstimmige Passagen immer den Kontrast von Soloinstrument und Tuttiklang.

Auch die Fuge erinnere an die OrchestersÀtze jener Zeit.
Das mit vielen Tonwiederholungen versehene Thema sei eher fĂŒr Streicher als fĂŒr Tasteninstrumente geeignet.
Auch die freien Zwischenspielpartien erinnerten stark an diesen Italienischen Duktus.
Ferner sei die Fuge auch mit viel Humor komponiert. So stehe das ganze StĂŒck stets in strahlendem Dur. Kurz vor Schluss Schlenker in den Mollbereich, mit einer Art pathetischer Übertreibeung, die schon etwas merkwĂŒrdig anmutet: Ein hochdissonanter e-moll Akkord (D D# E G B), der schnell wieder in den Durbereich mĂŒndet, als ob nie etwas gewesen wĂ€re.

GedÀchtniskirche Bad Homburg, 29.03.2015 11:00 - 11:30

Orgelmatinee

An der Orgel:

Karin Giel

Programm

Orgelmusik zur Passionszeit

Vorwort und Vorbereitung

BuxWV 149, BuxWV 149

BWV 618

BWV 539,1, BWV 539,2

Anmerkungen

BuxWV 149 bestehe nicht aus zwei Teilen, wie der Name vermuten lĂ€ĂŸt, sondern sei eine Anreihung von TeilstĂŒcken, wie sie typisch fĂŒr ein Orgelwerk der "Norddeutschen Schule" sei in dem teilweise auch das Pedal virtuose Solopartieen ĂŒbernimmt.

BWV 618, aus dem OrgelbĂŒchlein, werde heute traditionsgemĂ€ĂŸ am Karfreitag gespielt, sei ursprĂŒnglich zu ... gespielt worden.
Der "Cantus firmus" (Melodie) von "O Lamm Gottes unschuldig" werde einmal im Sopran, einmal im Alt und schließlich im Bass (Pedal) gespielt (hier bei "sonst mĂŒĂŸten wir versagen" die chromatische Passage beachten)

BWV 539 sei Teil der sog. "Leipziger ChorĂ€le".

Schloßkirche Bad Homburg, 11.04.2015 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Carmenio Ferrulli

Programm

Johann Sebastian Bach im Kreise seiner Söhne

Vorwort und Vorbereitung

Leider fehlt die Vertonung mancher StĂŒcke.

Hier die Bedeutung von "BWV Anh.".

Johann Christian: Fuge ĂŒber B-A-C-H

Johann Christoph Friedrich: Allegretto F-Dur, Allegretto F-Dur

Johann Christoph Friedrich: Fughette ĂŒber H(ans)-F(riedrich)-B-A-C-H

Carl Philipp Emanuel: Fuge ĂŒber B-A-C-H H.373

Wilhelm Friedemann: "Christe, der du bist Tag und Licht" F.38,1b als MIDI Datei

Wilhelm Friedemann: Sonate G-Dur F.7 als MIDI Datei

"Schafe können sicher weiden", "Schafe können sicher weiden"

Cantata BWV 208 "Was mir behagt, ist nur die muntre Jagd!"
Jagdkantate Zum Geburtstage Des Herzog Christian Zu Sachsen Weißenfels

BWV Anh. 45

PrĂ€ludium BWV 534,1, Fuge BWV 534,2

Fuori programma

Und wie schön ist das hier, BWV 108? Nicht zu verwechseln mit BWV Anh. 108. was das o.g. H.323 entspricht.

Verzierungstabelle aus dem KlavierbĂŒchlein fĂŒr Wilhelm Friedemann Bach

Johann Christoph Bach I (1642-1703): Motette "FĂŒrchte dich nicht"

Johann Christoph Friedrich Bach (1732-1795): Allegretto con variazioni in G

Heinrich SchĂŒtz (1585-1672): "Magnificat anima mea" SWV468

"Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist" BWV 45

Aus dem Libretto der Cantata BWV 208:

9. Aria (Soprano II): "Schafe Können Sicher Weiden Wo Ein Guter Hirte Wacht"

PALES

Schafe können sicher weiden,
Wo ein guter Hirte wacht!
Wo Regenten wohl regieren,
Kann man Ruh' und Friede spĂŒren
Und was LĂ€nder glĂŒcklich macht!

Anmerkungen

Verpaßt.

Schloßkirche Bad Homburg, 09.05.2015 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Nils-Ole Krafft

Programm

Johann Sebastian Bach FrĂŒhwerke

  • Johann Sebastian Bach (1685-1750):
    • PrĂ€ludium und Fuge in c-moll BWV 549
    • aus den sog. "Neumeister ChorĂ€le"
      • "Christus der ist mein Leben" BWV 1112
      • "Ich hab mein Sach Gott heimgestellt" BWV 1113
      • "Wenn dich UnglĂŒck tut greifen an" BWV 1104
      • "Ach Herr, mich armen SĂŒnder" BWV 742
      • "Werde munter mein GemĂŒte" BWV 1118
    • PrĂ€ludium und Fuge in C-Dur BWV 531
    • "Toccata und Fuge in d-moll" BWV 565

Vorwort und Vorbereitung

BWV 549 interpretiert von Ton Koopman, BWV 549,1 und BWV 549,2, gespielt von Andrea Marcon.

BWV 1112, BWV 1112

BWV 1113

Bei der Rechneranimation kann man sehr schön den Einsatz und das Zusammenspiel von aufsteigenden und absteigenden Notengruppen (1/8, 1/8, 1/8, 1/8, x/4 bzw. 1/8 1/8 x/4 bzw. 1/16 1/16 x/4 usw.) eingebettet in
Interesant ist ist die Progression dieser rythmischer Kadenzen: am Anfang keine, dann in 1/8 und dann in 1/16, und schleßlich kar keine mehr.

BWV 1104

BWV 531, BWV 531, 1, BWV 531, 2

BWV 742

BWV 1118

BWV 565, BWV 565 Ă  la Koopman, BWV 565

Wikipedia Artikel ĂŒber BWV 565: Deutsch und Englisch

Fuori programma

Preludios Corales Neumeister

BWV 1128

GedÀchtniskirche Bad Homburg, 24.05.2015 11:00 - 11:30

Orgelmatinee

An der Orgel:

Karin Giel

Programm

Orgelmusik zur Pfingstzeit

Vorwort und Vorbereitung

BWV 651

Fuori programma

Homilius: "O Heiliger Geist, kehr bei uns ein"

Schloßkirche Bad Homburg, 13.06.2015 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Carmenio Ferrulli

Programm

Johann Sebastian Bach SpĂ€twerke

Vorwort und Vorbereitung

PrĂ€ludium Es-Dur BWV 552, PrĂ€ludium Es-Dur BWV 552, BWV 552 Fuge

BWV 676 aus der "ClavierĂŒbung 3. Teil" (BWV 669-689)

BWV 680

BWV 683

BWV 684

BWV 689

Fuori programma

Die wunderbare Partite diverse sopra: "Christ, der du bist der helle Tag" BWV 766, zum Teil mit nur zwei Stimmen.

BWV 688, BWV 688, BWV 688

Anmerkungen

"Dritter Theil der Clavier Übung bestehend in verschiedenen Vorspielen ĂŒber die Catechismus- und andere GesĂ€nge, vor die Orgel" lautet der Titel einer Publikation Bachs aus dem Jahre 1739.

Zwei Drucke der "Clavier Übung" waren dieser Sammlung vorausgegangen: 1731 der 1. Teil (Sechs Partiten) sowie 1735 der 2. Teil (Italienisches Konzert und Französische OuvertĂŒre). Zusammen mit dem IV. Teil (Goldberg-Variationen) gab Bach diese Werkgruppen als erste seines umfangreichen Oeuvres zum Druck.

Neben dem "Musikalischen Opfer" und der "Kunst der Fuge" stellen diese Sammlungen Kompendien der kompositorischen Kunstfertigkeit dar.

Der Dritte Theil der "Clavier Übung" wird nach der Ordnung des Messgottesdienstes mit einem PrĂ€ludium eröffnet und mit der dazugehörigen Fuge beschlossen.

21 Choralbearbeitungen bilden den Kem des Werkes: Kyrie und Gloria aus der Liturgie der evangelischen Missa und die sechs ChorĂ€le Martin Luthers zu den HauptstĂŒcken des Katechismus.

Mit den Katechismus-ChorĂ€len wĂ€hlte Bach diejenigen aus, die ihm aus seiner Schulzeit als fĂŒr die jeweiligen Tage vorgeschriebenen Morgenlieder gelĂ€ufig waren.

SelbstverstÀndlich sind dies auch Lieder, die im Gottesdienst Verwendung fanden.

Und wie Luther zwei Fassungen des Katechismus — eine große und eine kleine — vorlegte, bearbeitete auch Bach jedes Lied in zweierlei Form: zu jedem Lied existiert eine große Bearbeitung mit Pedal und eine kleine manualiter ausfĂŒhrbare Version. Wir glauben all an einen Gott ist die Übertragung des Glaubensbekenntnisses in Liedform durch Martin Luther.

Bach komponiert dazu eine Fuge ĂŒber das Thema der ersten Choralzeile fĂŒr das volle Werk (Organo Pleno). Das Pedal beteiligt sich nicht am thematischen Gewebe, sondern in der Form eines auf- und wieder ab-steigenden Ostinatos — Symbol des verharrenden Glaubens.

"Allein Gott in der Höh sei Ehr" stellt eine Paraphrase des lateinischen Gloria dar, dessen Text mit dem Lobgesang der Engel in der Weihnachtsgeschichte beginnt.

Die Choralbearbeitung ist in Form eines Trios (zwei belebte Oberstimmen und Pedal) gehalten und mit zahlreichen Raffinessen wie doppeltem Kontrapunkt und MelodiefĂŒhrung im Kanon versehen.

In der kleinen Bearbeitung ĂŒber das Vater-Unser-Lied greift Bach auf Satzprinzipien zurĂŒck, die er in weitaus frĂŒheren Werken wie seinen Choral-Partiten oder dem "OrgelbĂŒchlein" entwickelt hatte.
Die Choralmelodie liegt unverziert in der Oberstimme und wird durch auf- und ab-steigende TonleiterïŹguren der Unterstimmen kontrapunktiert.

Der Choral Christ unser Herr zum Jordan kam berichtet von Jesu Taufe durch Johannes den TĂ€ufer. Unter dem Cantus firmus (Choral) im Tenor liegt die unablĂ€ssig strömende Sechzehntelbewegung der Bass-Stimme als Bild fĂŒr die Fluten des Jordan, aber auch als Symbol des Blutes Christi, das alle begangene SĂŒnde hinwegspĂŒlt.
Die das Kreuz zeichnenden Figuren der Oberstimmen sind der Hinweis auf Christus, auf den Zusammenhang von Taufe und Kreuz.

Die kleine manualiter auszufĂŒhrende, vierstimmige Choralbearbeitung ĂŒber das Abendmahlslied Jesus Christus unser Heiland der von uns den Gotteszorn warnt ist als höchst anspruchsvolle Fuge konzipiert.
Der kontrapunktische Organisationsgrad (EngfĂŒhrungen und Augmentation) und die rhythmische Vertracktheit gehen weit ĂŒber das hinaus, was unter zeitgenössischen Choral-Fuge ĂŒblich war.

Zusammenfassend lÀsst sich sagen, dass Bachs SpÀtwerke mit ihrer komplexen Polyphonie und höchsten Vergeistigung aber auch ihrem immensen technischen Schwierigkeitsgrad vollkommen singulÀr in der Musikwelt der 1740er Jahre stehen.

Im Geiste der FrĂŒhaufklĂ€rung und dem dadurch bedingten Ă€sthetischen Wandel wurde auch in der Musik die Forderung nach Schlichtheit, Einfachheit, NatĂŒrlichkeit* laut.

Der Musikkritiker Johann Adolf Scheibe (1708—1776) veröffentlichte 1737 einen Artikel in der Zeitschrift "Der Critische Musicus", in dem er Bachs Musik heftig angriff: sie sei unnatĂŒrlich, gekĂŒnstelt und sein Stil verwirrend. Weil er alle Ornamente ausschreibe, anstatt die Verzierung dem Spieler zu ĂŒberlassen, ĂŒberdeckten sie die Schönheit der Melodien und Harmonien. Anstatt eine Melodiestimme zu begleiten, komponiere er zu polyphon, so dass alle Stimmen gleichwertig und das Ganze zu kompliziert sei. Dadurch wirke die Musik ĂŒberladen, gekĂŒnstelt und erdrĂŒckend, statt schlicht, natĂŒrlich und wĂŒrdevoll zu klingen, wie Scheibe es fĂŒr erstrebenswert hielt.

Diese Kritik fĂŒhrte zu der berĂŒhmten Replik des Rhetorik-Dozenten und vermutlichen Bach-SchĂŒlers Johann Abraham Birnbaum (1702-1748).

Schloßkirche Bad Homburg, 11.07.2015 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Nils-Ole Krafft

Programm

Norddeutschland

Vorwort und Vorbereitung

PrĂ€ludium in e "die kleine"

Fantasia in d

"Freu dich sehr, o meine Seele"

BuxWV 194

BuxWV 140

Anmerkungen

Ein Cantus firmus erscheine nur im ersten der drei StĂŒcke von De Grigny, und zwar im Tenor.

"Orgelmesse" verwende man um den dritten Teil der "ClavierĂŒbung", dem ersten Werk, das Bach drucken ließ, zu bezeichnen.

Das "Kyrie" sei eine Motette im Stile antico, der alten Vokalpolyphonie. Ein Cantus firmus bestĂŒnde im Baß der fĂŒnfstimmigen SĂ€tze, mit langanhaltenden Noten.

Fuori programma

BuxWV 196

Vier PrĂ€ludien fĂŒr Orgel

"Aus der Tiefe rufe ich" BWV 745

Schloßkirche Bad Homburg, 07.08.2015 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Carmenio Ferrulli

Programm

SĂŒddeutsche Orgelmeister

Vorwort und Vorbereitung

"Maria zart", "Maria zart"

"Ricercar quarti toni alla chromatica"

FbWV 633

FbWV 101

Aria Sebaldina, Aria Sebaldina, Aria Sebaldina, Aria Sebaldina, Aria Sebaldina

"Toccata primi toni"

Fuori programma

BWV 101

Anmerkung

Verhindert

Schloßkirche Bad Homburg, 12.09.2015 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Nils-Ole Krafft

Programm

Passacaglia

Vorwort und Vorbereitung

BuxWV 161, BuxWV 161, BuxWV 161

Eine Einleitung zu BuxWV 161 und eine zu den Ostinato Werken von Dieterich Buxtehude.

Eine ruhige Ciaccona in f-moll, eine sanfte Ciaccona in f-moll, eine nervöse Ciaccona in f-moll und eine weitere Ciaccona in f-moll.

"Thema" und die darauffolgende, sich oft wiederholende Akkord-Progression sind gut wahrnehmbar. Bemerkenswert ist die ViefÀltigkeit der Variationen: Von der ersten bis zur letzten Note bleibt das fast 9 minutige Werk recht spannend.

Hier die Noten und ein zweiter Artikel.

Eine Chaconne von HĂ€ndel: HWV 435 bzw. auf dem Cembalo HWV 435

Trio en passacaille, Trio en passacaille

Die Passacaglia in c-moll BWV 582 hat Ohrwurmkarakter. Aus diesem Grund ist es ratsam, sie nicht allzu oft zu hören, und der Bedarf einer Vorberetung ist nicht gegeben.

Schloßkirche Bad Homburg, 12.12.2015 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Carmenio Ferrulli

Programm

Advent

Vorwort und Vorbereitung

HWV 291

BWV 527 Andante e-moll, BWV 527 Adagio e dolce F-Dur, BWV 527 Vivace d-moll

Was fĂŒr ein spannendes Werk!

Insbesondere das Andante mit dem herrlichen Einsatz von 1/16, 1/32 Passagen und 1/16 Triolen. Es mutet schwierig an: Herr Scholl, ich drĂŒcke Ihnen die Daumen und bin dabei sicher, daß Sie hierbei richtig in Fahrt kommen werden, und daß Sie uns Hörer einen echten Ohrenschmauß bieten werden.

Vom dritten Satz gibt es bei YouTube eine von der "Music Animation Machine" gespielte und dargestellte Version.

BWV 659 aus den sog. "Leipziger ChorĂ€le"

BWV 660

BWV 648

Anmerkung

Verhindert

Wilkommen bei den Orgelmatineen Bad Homburg 2016

Organist: Pyeong Hwa Lee

Organist: Nils-Ole Krafft

Schloßkirche Bad Homburg, 09.01.2016 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Pyeong Hwa Lee

Programm

Bach im Kreise seiner Lehrer

Vorwort und Vorbereitung

"Vater unser im Himmelreich", "Vater unser im Himmelreich", "Vater unser im Himmelreich"

Der erste Satz (mit einem etwas gewöhungsbedĂŒrftigem Anfang) BWV 528, 1, der zweite BWV 528, 2 und der dritte BWV 528, 3

Von der aus Novosibirsk stammende Natalia Baginskaya und in der Grazer Kathedrale gespielt BWV 528

BWV 622

BuxWV 155, BuxWV 155, BuxWV 155

Fuori programma

BWV 529, 1

BWV 530, 1 und BWV 530, 1

BWV 527, 3

BWV 526, 1

Schloßkirche Bad Homburg, 13.12.2015 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Nils-Ole Krafft

Programm

Passion

Vorwort und Vorbereitung

Lesenswertes ĂŒber Brahms Orgelwerke.

"O Traurigkeit, o Herzeleid", "O Traurigkeit, o Herzeleid" jeweils bei schnellerem Tempo.

Fantasia in g-moll

"Herzliebster Jesu"

"Welt, ich muss dich lassen", "Welt, ich muss dich lassen"

BWV 665, BWV 665

BWV 666

PrĂ€ludium BWV 533, Fuga BWV 533

Fuori programma

BWV 933

Weitere schöne Einspielungen Barocker Musik von: Chiara Massini

Schloßkirche Bad Homburg, 12.03.2016 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Pyeong Hwa Lee

Programm

Orgelmessen

  • Nicolas de Grigny (1672 -1703): aus "Messe pour Orgue", dem ersten von zwei Teilen des "Livre d'orgue"
    • "Gloria: Et in terra pax, Ă  5"
    • "Gloria: RĂ©cit de tierce en taille"
    • "Gloria: Basse de Trompette ou de Cromorne"
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750) aus der "ClavierĂŒbung 3. Teil":
    • "Kyrie, Gott heiliger Geist" BWV 671
    • Fughetta super "Allein Gott in der Höh sei Ehr" BWV 677
    • Duetto I in e-moll BWV 802
    • Duetto II in F-Dur BWV 803
    • Duetto III in G-Dur BWV 804
    • Fughetta super "Dies sind die heil’gen zehn Gebot" BWV 679-- "Wir glauben all an einen Gott" BWV 680

Vorwort und Vorbereitung

"Gloria: Et in terra pax, Ă  5", Noten: "Gloria: Et in terra pax, Ă  5"

"Gloria: RĂ©cit de tierce en taille"

"Gloria: Basse de Trompette ou de Cromorne"

BWV 671

BWV 677

BWV 802-805 am Cembalo, BWV 802-805 an der Orgel, BWV 802-805 am verstimmten Clavichord

Duetto I in e-moll BWV 802, Duetto II in F-Dur BWV 803, Duetto III in G-Dur BWV 804, Duetto IV in a-moll BWV 805

BWV 679

BWV 680

Anmerkungen

Zwei Zuhörer fanden den de Grigny befremdlich.
NatĂŒrlich klingt er nicht wie ein (bekannter) Bach.
FĂŒhrt man sich die StĂŒcke im Voraus zugemĂŒte, ist man im Vorteil und das mit wenig Aufwand: An einem neuen Stil gewöhnt man sich i.d.R. sehr schnell.

Ein "Cantus firmus" erscheine nur im ersten der drei StĂŒcke von de Grigny.

"Orgelmesse" sei mitunter ein Synonym fĂŒr den dritten Teil der "ClavierĂŒbung", das erste Werk, das Bach drucken ließ.

Das Kyrie sei eine Motette, die im sog. Stile antico, der alten Vokalpolyphonie, geschrieben ist.
Ein Cantus firmus bestĂŒnde im Baß der fĂŒnfstimmigen SĂ€tze, mit lang anhaltenden Noten.

Von "Allein Gott in der Höh sei Ehr" gÀbe es drei Versionen in darauffolgenden Tonarten.
Auch die Duette sind in darauffolgenden Tonarten geschrieben, was fĂŒr eine Zusammstellungen von Übungen fĂŒr die Klaviatur als normal zu betrachten ist.

"Dies sind die heil’gen zehn Gebot" sei eine Fuge im 12/8 Takt, im Charakter einer Gigue. Das Thema erklinge zehn Mal.

Das Thema der dreistimmigen Fuge "Wir glauben all an einen Gott" ertönt nur einmal am Anfang (im Manual), wÀhrend das Pedal sechs Mal eine ostinato Figur wiederholt. Insgesamt ist die Fuge genau hundert Takte lang.

Fuori programma

BWV 998, BWV 998

Weitere schöne Einspielungen barocker Musik von: Luciano Contini

BWV 654, BWV 654

BWV 659 aus den sog. "Leipziger ChorĂ€le"

Vivace aus der Sonate VI in G-Dur BWV 530

Goldberg Variationen, Goldberg Variationen

Georg Friedrich HĂ€ndels Orgelkonzerte

Schloßkirche Bad Homburg, 09.04.2016 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Carmenio Ferrulli fĂŒr Nils-Ole Krafft

Programm

Ostern

  • Johann Sebastian Bach (1685-1750):
    • PiĂšce d'orgue BWV 572
    • Aus dem "OrgelbĂŒchlein"
      • "Christ lag in Todesbanden" BWV 625
      • "Jesus Christus unser Heiland, der den Tod ĂŒberwand" BWV 626
      • "Christ ist erstanden" BWV 627
      • "Erstanden ist der heil'ge Christ" BWV 628
      • "Erschienen ist der herrlich Tag" BWV 629
      • "Heut triumphiret Gottes Sohn" BWV 630
    • PrĂ€ludium und Fuge in C-Dur BWV 547

Vorwort und Vorbereitung

BWV 572, BWV 572

Bei dem in den SĂ€tzen Tres Vitement, Gravement, Lentement notierten, auch als 'Fantasie in G Dur' bekannten Werk, fallen die Arpeggien des ersten und des dritten Satzes auf, die Progression des Basses vom tiefen bis zum hohen C, die Einleitung des dritten Satzes mittels Cis und die darauffolgende chromatische Progression im Pedal. Letzere stĂŒtzt die finalen Arpeggien (Tonleitern) der Fantasia rythmisch; sehr interessant mĂŒsste auch die Harmonik (Akkord-Progression) sein.

Die Fantasia in G-Dur von Johann Sebastian Bach ist gleichzeitig ein sehr bekanntes und doch sehr ungewöhnliches Werk, da es sich nicht wie gewöhnlich um ein PrĂ€ludium/Toccata plus Fuge handelt, sondern um ein StĂŒck, dass ganz klar aus 3 sehr verschiedenen, aneinandergereihten Teilen besteht.
Außerdem gibt Bach dem StĂŒck und auch den Tempobezeichnungen französische Namen, was auf seine Auseinandersetzung mit französischer Musik zur Zeit der Komposition schließen lĂ€sst.
WĂ€hrend das StĂŒck sehr lebendig und virtuos beginnt und in einen lauten, vollen Orgelklang ĂŒberleitet, endet das StĂŒck aber fĂŒr heutige Ohren sehr unspektakulĂ€r und sehr leise.
Dazu muss man wissen, daß das, was im letzen Teil musikalisch passiert, also ein chromatischer absteigender Bass und die Harmonien, die daraus entstehen, es so noch nie vor Bach gegeben und dadurch natĂŒrlich zu dieser Zeit ein ganz anderes Hörerlebnis erzeugt als vielleicht heutzutage.

BWV 625, ..., BWV 644

BWV 625

BWV 626

BWV 627

BWV 628

BWV 629

BWV 630

BWV 547,1 und 547,2 von Rainer Oster mit Noten.
BWV 547 Ă€ußerst lahm von Artjom Chatschaturow.
BWV 547 zĂŒgig (zwei mal schneller!) von Ton Koopman.

Anmerkungen

PiĂšce d'orgue BWV 572

Die französischen Satzbezeichnungen finden sich in keinem zweiten Bachschen Orgelwerk.

Das Werk lÀsst deutlich die Auseinandersetzung mit dem französischen Orgelstil seiner Zeit erkennen.
Bach schrieb eigenhĂ€ndig die Werke der großen französischen Komponisten ab: die OrgelbĂŒcher von Jacques Boyvin (1653-1706) und Nicolas de Grigny (1672-1703).

Der 1.Teil, Tres vitement im 12/8-Takt bringt ein Manualsolo mit weit ausgesponnener, einstimmiger Linie.
Diese Linie wird bis zum tiefen G hinabgefĂŒhrt, um alsbald bis zum hohen Fis (Leitton!) aufzusteigen.
Dort bricht sie ĂŒberraschend ab — die Auflösung des Fis erfolgt ĂŒber einen Absturz hinunter zum tiefen G des Pedals.

Damit beginnt der 2.Teil Gravement.
Gleich darauf fallen die Manualstimmen ein; es entsteht ein voller, fĂŒnfstimmiger Satz, der sich als spezielle Version des Stile antico von besonders fesselnder, bachisch ausgeprĂ€gter Eigenart zu erkennen gibt.

Das akademisch-konventionelle Stilmuster einer Kontrapunktik, die sich von der klassischen Vokalpolyphonie des 16.Jahrhunderts herleitet, erfÀhrt unter Bachs genialem Zugriff eine Wendung ins originell Ungewöhnliche und entwickelt eine nicht nachlassende, ins Riesenhafte gehende innere Spannung (157 Takte!) wie sie bislang keinem anderen Komponisten zu realisieren gegeben war.
Der 2. Teil wird durch einen schockartig abreissenden Trugschluss beendet.
Der 3.Teil, Lentement, bietet nach einer dramatischen Generalpause die Konsequenzen aus der eben erfolgten musikalischen "Katastrophe": gestĂŒtzt von unablĂ€ssig tiefer sinkenden, pausendurchbrochenen Pedalschritten, die in ein Orgelpunkt-Ostinato auf D mĂŒnden, wogt der auf eine Stimme reduzierte Manualpart in erregten, aber stetig an innerer Kraft verlierenden 32tel-Sextolen.

"OrgelbĂŒchlein"

Beim OrgelbĂŒchlein handelt es sich um eine wĂ€hrend Bachs Weimarer Zeit komponierte Sammlung von Choralvorspielen, "worinnen - so Bach im Vorwort dazu - einem anfahenden Organisten Anleitung gegeben wird, auff allerhand Arth einen Choral durchzufĂŒhren, anbey auch sich im Pedal studio zu habilitiren."

Von den im 90 seitigen Autograph vorgesehenen 164 Choralvorspielen wurden 46 ausgefĂŒhrt.

PrÀludium und Fuge in C-Dur BWV 547

PrÀludium und Fuge C-Dur stellt ein spÀtes Werk aus der Leipziger Zeit (nach 1722) dar.

Das PrĂ€ludium, im freudig-tĂ€nzerischen 9/8-Takt stehend, ist in großer Einheitlichkeit aus verschiedenen miteinander verwandten Motiven gebildet.
Im Manual herrscht der aufsteigenden Tonleiter vor:

dieses wird im Pedal durch ein Dreiklangs-Glockenmotiv kontrapunktiert:

Dazu treten im Manual noch permanente wellenartige Motive in 16-tel-Bewegung hinzu:

Eine weitere Steigerung konzentriertester Satzkunst bringt nun die vier-, spĂ€ter fĂŒnfstimmige Fuge, denn hier speist sich das musikalische Geschehen nicht aus mehreren, sondern nur noch aus einem einzigen Gedanken, der diese Musik fast allgegenwĂ€rtig durchzieht.

Das Fugenthema lautet:

Es erklingt im Verlauf 46 Mal (!!).

Der Hörer gewinnt zunÀchst den Eindruck, es handele sich um eine vierstimmige Manualfuge.
In den Takten 27-34 erscheint das Thema in der Umkehrung (alle Themen-Noten an virtueller Achse gespiegelt).
Der Abschnitt T. 37-47 bringt als vermeintlichen Höhepunkt Originalform und Umkehrung gemeinsam.

Man wĂ€hnt sich am Ende, doch nun setzt Bach einen musikalischen Doppelpunkt: die bisherige strenge Vierstimmigkeit ĂŒberschreitend, bereitet ein kaskadenartig sich von oben nach unten auffĂŒllender Akkordstau, dessen sechster und letzter Einsatz wieder das Thema ist, die triumphale formale ErfĂŒllung des StĂŒckes vor: Bislang gĂ€nzlich zum Schweigen verurteilt, meldet sich nun das Pedal machtvoll zu Wort, und zwar mit der VergrĂ¶ĂŸerung (Augmentation) des Themas. Die vier Manualstimmen steuern dazu gleichzeitig EngfĂŒhrungen des unvergrĂ¶ĂŸerten Themas in Original und Umkehrung bei!
Bach moduliert in immer fernere Tonarten (bis nach f-moll), ehe in einem dissonanten Akkord der Klangstrom abreißt — ĂŒber drei durch Generalpausen getrennte AkkordschlĂ€ge mĂŒndet die Fuge in die Coda, in welcher ĂŒber dem tiefsten Pedalton C nochmals Original und Umkehrung des Themas in EngfĂŒhrungen eingearbeitet sind.
Ein kurzer, fast schon ironisch, hingeworfener Achtelnotenakkord beendet das Meisterwerk.

Fuori programma

Aus dem "OrgelbĂŒchlein": BWV 639
, BWV 632, BWV 622

Ein Orgelkonzert: BWV 594

Eine Cantata: BWV 140

Domenico Scarlatti (1685-1757) fĂŒr Gitarre: K198, K208, K533, K11, K380,
K178, K77, K32, K322

Schloßkirche Bad Homburg, 14.05.2016 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Pyeong Hwa Lee

Programm

Nord- und Mitteldeutscher Orgelbarock

Vorwort und Vorbereitung

"Wir glauben all an einen Gott"

"An WasserflĂŒssen Babylon"

"Christus der ist mein Leben"

BuxWV 160

"Herr Jesu Christ, dich zu uns wend"

"Mein Gott, das Herze bring ich dir"

Concerto del Signor Meck in h-moll, Concerto del Signor Meck in h-moll, Concerto del Signor Meck in h-moll

Fuori programma

Bachs "Herr Jesu Christ, dich zu uns wend": BWV 655, BWV 632, BWV 709

20 kleine Fugen fĂŒr Orgel von Telemann: TWV 30:1-20

Monteverdis Vokalchaconne "Zefiro torna" und "Pur ti miro"

Schloßkirche Bad Homburg, 11.06.2016 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Nils-Ole Krafft

Programm

SĂŒddeutschland

Vorwort und Vorbereitung

PrĂ€ludium in d-moll

Fantasia in Es-Dur

Toccata Prima

Aria Sebaldina, Aria Sebaldina, Aria Sebaldina, Aria Sebaldina, Aria Sebaldina

Toccata Undecima

Anmerkungen

Verhindert.

Schade, ein sehr interessantes Programm.

Fuori programma

Domenico Scarlatti (1685-1757) fĂŒr Gitarre: K 1, K 11, K 32, K 149, K 213, K 254, K 377, K 476

Charles Avison (1709-1770) nach einer Klaviersonate von Domenico Scarlatti (1685-1757):
Concerto grosso Nr. 6 fĂŒr zwei Geigen, Cello, Streicher und Basso Continuo in D-Dur
Largo, Con furia und Adagio, Vivacemente

Johann Pachelbel (1653-1706): Hexachordum Apollinis PWC 193-198

Schloßkirche Bad Homburg, 09.07.2016 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Pyeong Hwa Lee

Programm

Romantische KlÀnge

  • Johannes Brahms (1833-1897): aus 11 Choralvorspiele Op. 122
    • Nr. 8 "Es ist ein Ros’ entsprungen"
    • Nr. 10 "Herzlich tut mich verlangen"
    • Nr. 5 "SchmĂŒcke dich, O liebe Seele"
  • Robert Schumann (1810-1856): aus 6 Studien in kanonischer Form fĂŒr Orgel oder Pedalklavier Op. 56
    • Nr. ? Nicht zu schnell
    • Nr. 2 Mit innigem Ausdruck
    • Nr. 6 Adagio
  • Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847): PrĂ€ludium und Fuge in c-moll Op. 37,1

Vorwort und Vorbereitung

Nr. 8 "Es ist ein Ros’ entsprungen"
Nr. 10 "Herzlich tut mich verlangen", Nr. 10 "Herzlich tut mich verlangen"
"SchmĂŒcke dich, O liebe Seele", "SchmĂŒcke dich, o liebe Seele"

Nr. 1 Nicht zu schnell
Nr. 2 Mit innigem Ausdruck
Nr. 3 Andantino
Nr. 4 Innig
Nr. 5 Nicht zu schnell (ein oft gespieltes StĂŒck)
Nr. 6 Adagio

Op. 37,1, Op. 37,1

Anmerkungen

Die dritte Orgelmatinee in Folge ohne einen Bach.

Stattdessen StĂŒcke aus der Romantik gespielt auf einer Barockorgel - auch interessant.

Die sanften Flöten- und Streicher-Registrierungen und die PlenoklÀnge stellten den Versuch dar, eine Orgel der Romantik zu emulieren.

Johannes Brahms komponierte in seinem letzten Jahr, 1896, die 11 Choralvorspiele, in meistens melancholischem Ton.

Robert Schumann beschĂ€ftigte sich erst ab etwa 1845 mit der polyphonen Musik des Barocks. Das Ergebnis waren die "Sechs Studien in Kanonform".
Die erste Studie erinnere ein wenig an die Inventionen von Johann Sebastian Bach.
Die beiden anderen seien wunderbare romantische CharakterstĂŒcke, mit schönen Melodien.
Man mĂŒĂŸe allerdings aufmerksam zuhören um darin die baröcke Kompositionstechnik des Kanons zu entdecken.

Felix Mendelssohn Bartholdy sei schon als Kind mit der Musik des Barock und der Orgelmusik vertraut gemacht worden und ihm ist die Wiederentdeckung und Verbreitung der Werke von Johann Sebastian Bach zu verdanken.

Fuori programma

Antonio Vivaldi (1678-1741): RV 63

Antonio Vivaldi (1678-1741): aus "La Stravaganza"

Eine Partita (Allemande, Courante, Sarabande, ...) fĂŒr Geige solo: BWV 1004

Chaconne aus BWV 1004

BWV 654, BWV 654

FrĂ©dĂ©ric Chopin (1810-1849): Nocturne Op. 37 Nr. 1

Schloßkirche Bad Homburg, 13.08.2016 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Nils-Ole Krafft

Programm

Renaissance

Anmerkungen

Die vierte Orgelmatinee in Folge ohne einen Bach.

Stattdessen StĂŒcke aus der Renaissance gespielt auf einer Barockorgel.

Vorwort und Vorbereitung

PrĂ€ludium ???

Fantasia chromatica

"Ick voer al over Rhijn"

Diferencias sobre la Gallarda Milanesa

"Maria zart", "Maria zart"

The Bells

Fuori programma

Domenico Scarlatti (1685-1757) fĂŒr Gitarre: K 198, K 208, K 533, K 11, K 380, K 178, K 77, K 32, K 322

Marin Marais (1656-1728): Sonnerie de Saint GenĂšvieve du Mont-de-Paris 

Johann Sebastian Bach (1685-1750): BWV 75

Schloßkirche Bad Homburg, 10.09.2016 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Pyeong Hwa Lee

Programm

Aus der Familie Bach

Vorwort und Vorbereitung

Wq.119 Nr.7

"Acht Fugen"

BWV 539,1, BWV 539,2

BWV 548

Fuori programma

Domenico Scarlatti (1685-1757): Fandango

Wilhelm Friedemann Bach (1710-1784): Trio Sonaten

Wilhelm Friedemann Bach (1710-1784): Cembalo Konzerte

Padre Antonio Soler (1729-1783): Fandango

Padre Antonio Soler (1729-1783): Sonaten

Luigi Boccherini (1743-1805): Fandango

Schloßkirche Bad Homburg, 08.10.2016 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Nils-Ole Krafft

Programm

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847):

  • PrĂ€ludium und Fuge in G-Dur Op. 37,2
  • Andante mit Variationen in D-Dur
  • Sonata IV in B-Dur Op. 65,4 (Allegro con brio, Andante religioso, Allegro maestoso e vivace)

Vorwort und Vorbereitung

Op. 37,2, Op. 37,2 Prelude, Op. 37

Op. 65,4

Andante mit Variationen in D-Dur

Op. 65

Fuori programma

Muzio Clementi (1752-1832): Sonatina Op. 37,2 Allegro assai

Schloßkirche Bad Homburg, 12.11.2016 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Pyeong Hwa Lee

Programm

Johann Sebastian Bach (1685-1750)

  • "Liebster Jesu, wir sind hier" BWV 634 aus dem "OrgelbĂŒchlein"
  • Trio super "Allein Gott in der Höh sei Ehr" BWV 664
  • "SchmĂŒcke dich, o liebe Seele" BWV 654
  • Toccata und Fuge C-Dur BWV 564

Vorwort und Vorbereitung

BWV 634

BWV 664

BWV 654, BWV 654

BWV 564, BWV 564,1, BWV 564,2, BWV 564,3, BWV 564,

Anmerkungen

BWV 564 beginne mit improvisationsartigen Sequenzen im norddeutschen Stil, und werde als Violinkonzert Ă€hnlichem StĂŒck im italiensichen Stil nach Vivaldi fortgefĂŒhrt.

Das Adagio von BWV 564 endet mit etwas bedrĂŒckendem wirkenden Grave.

Fuori programma

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791): K 299

Schloßkirche Bad Homburg, 10.12.2016 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Nils-Ole Krafft

Programm

Advent

Vorwort und Vorbereitung

BWV 733

SSWV 141 ist nicht auffindbar

BWV 659 aus den sog. "Leipziger ChorĂ€le"

BWV 661 aus den sog. "Leipziger ChorĂ€le"

Magnificat primi toni BuxWV 203, Magnificat primi toni BuxWV 203, BuxWV 203

Fuori Programma

Manuel Cardoso (1566-1650): Magnificat secundi toni

Johann Sebastian Bach (1685-1750): Die wunderbare Partite diverse sopra: "Christ, der du bist der helle Tag" BWV 766, zum Teil mit nur zwei Stimmen.

Erlöserkirche Bad Homburg, 31.12.2016 22:15 - 23:45

Konzert Orgel und Streicher

An der Orgel:

Prof. Susanne Rohn

Programm

  • Ottorino Respighi (1899 - 1936): Suite fĂŒr Orgel und Streicher
  • AntonĂ­n Leopold Dvorak (1841 - 1904): Serenate fĂŒr Streicher Op. 22
  • Francis Poulenc (1899 - 1963): Konzert fĂŒr Orgel, Streicher und Pauke FP 93

Vorwort und Vorbereitung

Suite: Preludio, Aria Suite: Pastorale, Suite: Cantico

Op. 22

FP 93

Wilkommen bei den Orgelmatineen Bad Homburg 2017

Organist: Lars Simon Sokola

Organist: Pyeong Hwa Lee

Schloßkirche Bad Homburg, 14.01.2017 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Lars Simon Sokola

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BWV 589, BWV 589 und BWV 589. Bei der letzten Aufnahme ist mir im ersten Durchlauf der Bass aufgefallen. In einem zweiten Schritt habe ich mich dann mehr auf das Zusammenspiel von Alt und Sopran konzentriert. Interessant finde ich die chromatischen (d.h. darauffolgende Halbtöne) Notensequenzen und die Anwendung verschiedener Muster im Rythmus. Die zwei ersten Aufnahmen lassen allerdings viel besser erkennen, wie die Melodie zwischen den Stimmen hin und her wandert.
Es handelt sich um eine (organo pleno) Fuge im Stile antico (die Vokalpolyphonie - weltliche und geistliche Madrigalen, Motetten, Chansons auf Italienisch, Deutsch, Lateinisch - nach Giovanni Pierluigi da Palestrina und Orlando di Lasso).
Das Fugenthema erscheint in bach'scher Manier in alle verwandten Tonarten.
Die 2/2 Taktnotierung (Alla breve) fĂŒhrt sowohl zu mehr Übersichtlichkeit im Notenbild als auch zu einem fließenderen Spielfluß da nicht jeder Viertel, sondern nur auf halbe SchlĂ€ge gezĂ€hlt wird.
Eine Besonderheit sind die vielen EngfĂŒhrungen (Wiederholung eines Themas in einer zweiten Stimme beginnt noch vor seinem Ende in der ersten Stimme)

Aria prima, Aria prima, Aria prima und Aria prima (mit Noten). Den besten Einstieg hat man m.E. mit der letzten Aufnahme. Man sieht sehr deutlich, wie das StĂŒck aufgebaut ist: eine Reihe von Variationen, die fast allesamt aus zwei Teilen bestehen, die jeweils einmal wiederholt werden. Beim ersten Durchgang lĂ€ĂŸt in diesem Fall der Interpret die Verzierungen aus, was mir besonders gefĂ€llt.
Das Hexachordum Apollinis ist eine Sammlung von 6 Arien (Eigenschöpfungen des Komponisten) mit je 5 bis 8 aus zwei sich wiederholenden HÀlften bestehenden Variationen.
Schon zu Lebzeiten von Pachelbel sehr bekannt, vielleicht weil ein Novum.
Variation 1 und 2: sehr bewegte Ober- und Unterstimme
Variation 3 und 4: TaktĂ€nderung des Themas und Verschleierung der MelodiefĂŒhrung mit vielen SprĂŒngen und LĂ€ufen.
Variation 5: erinnert mit ihren gebrochenen DreiklÀngen eher an Lautenmusik.
Variation 6: mit vollem vierstimmigen Satz. Ganz zum Schluss wird dass nochmal das Anfangsthema als Reminiszenz zu hören sein.

BWV 663, gespielt von Bine-Katrine Bryndorf.
Die 2. von 3 Choralbearbeitungen ĂŒber "Allein Gott in der Höh sei Ehr" aus den 18 "Leipziger ChorĂ€le".
Die Choralmelodie erklingt im Tenor und die gesamte Machart erinnert an eine Triosonate, also 2 fantasierende Oberstimmen und einen begleitenden Bass im Pedal.
Die spĂ€ter einsteigende Choralmelodie im Tenor ist dabei so stark verziert, abgewandelt und mit Seufzerfiguren versehen, daß man die eigentliche Melodie kaum noch erkennt.
Albert Schweitzer nennt deshalb diese Form von StĂŒcken bei Bach die "mystische Choralform", da eben die Choralmotive in den Begleitstimmen und die Melodie selbst nur noch durch einen feinen, blauen Nebel hindurchschimmern.

PrĂ€ludium BWV 546, Fuge BWV 546. Ein Koopmann im 14 minĂŒtigen Dauerplenum: BWV 546, ein warmes PrĂ€ludium BWV 546 , eine ansehnliche Fuge BWV 546.
Das PrÀludium (ein SpÀtwerk Bachs) stellt zunÀchst mehrere musikalische Gedanken nebeneinander, darunter anfangs eine Akkordfolge, dann ein Seufzermotiv, eine Triolenbewegung, einen chromatischen Gang und ein markantes Bassmotiv.
Im Verlauf des StĂŒcks hört man all diese Ideen wieder, aber nun untereinander verbunden und eingewoben.
Etwas inkonsequenter im Gegensatz dazu scheint die 5-stimmige Fuge (ein etwas frĂŒheres Werk).
Sie beginnt sehr streng, gewinnt aber im Verlauf deutlich an Freundlichkeit im Manualzwischenspiel hinzu, wird sogar sehr warm, wenn das Thema nach Dur ĂŒbergeht und endet schließlich sehr majĂ€stetisch.

Fuori Programma

Schloßkirche Bad Homburg, 11.02.2017 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Pyeong Hwa Lee

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BWV 545,1, BWV 545,2, BWV 545,1, BWV 545, BWV 545
Das StĂŒck gibt es in 3 Fassungen, was zeigt, dass Bach dieses StĂŒck hĂ€ufig im Gebrauch hatte: Eine erste kĂŒrzere FrĂŒhfassung, eine zweite Fassung und eine dritte, lĂ€ngere Fassung (mit einem langsamen Satz aus der Triosonate in C-dur zwischen PrĂ€ludium und Fuge).
Gleich im 1. Takt des PrÀludiums wird der volle Ambitus der Orgel ausgenutzt: von c3 bis zum tiefen C im Pedal.

BWV 529 (1) Allegro, BWV 529 (2) Largo, BWV 529 (3) Allegro, BWV 529 Allegro (aus der Ludwigskirche zu Alt-SaarbrĂŒcken)

Aria secunda, Aria secunda, Aria secunda, Aria secunda

BuxWV 209

Es gibt eine "große" und eine "kleine" Version des "PrĂ€ludium in e-moll" (s. Wikipedia Artikel zum Komponisten).
Hier das Spiel von Tomasz Zebura, das von Martin LĂŒcker und das von Maurizio Mancino.
Bruhns wird neben Böhm, LĂŒbeck und Weckmann als Meister der norddeutschen Orgelschule vor Bach betrachtet.
Leider sind von ihm nur eine Handvoll StĂŒcke erhalten geblieben: Hier alle vier sog. Praeludien, vorgetragen von Friedhelm Flamme.
Das PrĂ€ludium in e-moll ist einer der Höhepunkte des Stylus Phantasticus.

Anmerkungen

Fuori programma

Schloßkirche Bad Homburg, 11.03.2017 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Lars Simon Sokola

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Toccata Quinta

Aria tertia, Aria tertia, Aria tertia

Echofantasie in a-moll, Echofantasie in a-moll

Sweelinck war ein niederlÀndischer Komponist und Zeit seines Lebens als Organist in Amsterdam angestellt.
Da zu dieser Zeit Amsterdam calvinistisch wurde, war der Gebrauch der Orgel im Gottesdienst komplett verboten.
Dadurch wurde Sweelinck von der Stadt angestellt und mußte tĂ€glich öffentliche Konzerte geben.
Obwohl er bis zu seinem Tod in Amsterdam blieb, verbreitete sich sein Ruhm weit ĂŒber die Stadt hinaus, wodurch er viele SchĂŒler aus den Niederlanden und Deutschland zu sich locken konnte und er dadurch die Orgelmusik in Deutschland auch maßgeblich beeinflusste.
Trotz seines etwas provinziellen Lebens studierte er Ă€hnlich wie Johann Sebastian Bach Musik aus allen Teilen Europas und ließ diese auch in seine eigene Musik miteinfließen.
Wie der Name "Echofantasie" vermuten lĂ€sst, basiert das StĂŒck auf dem Prinzip der Imitation.
Man darf also gespannt sein, in welcher Form und mit viel Geschick Sweelinck die Echos in dieses StĂŒck einschließt.

RĂ©cit de tierce en taille - Basse de trompette - Dialogue

BWV 572, BWV 572

Bei dem in den SĂ€tzen Tres Vitement, Gravement, Lentement notierten, auch als 'Fantasie in G Dur' bekannten Werk, fallen die Arpeggien des ersten und des dritten Satzes auf, die Progression des Basses vom tiefen bis zum hohen C, die Einleitung des dritten Satzes mittels Cis und die darauffolgende chromatische Progression im Pedal. Letzere stĂŒtzt die finalen Arpeggien (Tonleitern) der Fantasia rythmisch; sehr interessant mĂŒsste auch die Harmonik (Akkord-Progression) sein.

Die Fantasia in G-Dur von Johann Sebastian Bach ist gleichzeitig ein sehr bekanntes und doch sehr ungewöhnliches Werk, da es sich nicht wie gewöhnlich um ein PrĂ€ludium/Toccata plus Fuge handelt, sondern um ein StĂŒck, dass ganz klar aus 3 sehr verschiedenen, aneinandergereihten Teilen besteht.
Außerdem gibt Bach dem StĂŒck und auch den Tempobezeichnungen französische Namen, was auf seine Auseinandersetzung mit französischer Musik zur Zeit der Komposition schließen lĂ€sst.
WĂ€hrend das StĂŒck sehr lebendig und virtuos beginnt und in einen lauten, vollen Orgelklang ĂŒberleitet, endet das StĂŒck aber fĂŒr heutige Ohren sehr unspektakulĂ€r und sehr leise.
Dazu muss man wissen, daß das, was im letzen Teil musikalisch passiert, also ein chromatischer absteigender Bass und die Harmonien, die daraus entstehen, es so noch nie vor Bach gegeben und dadurch natĂŒrlich zu dieser Zeit ein ganz anderes Hörerlebnis erzeugt als vielleicht heutzutage.

Anmerkungen

Hat man die ungewohnte Toccata drei Mal hintereinander angehört, lohnt es sich, den kurzen Artikel ĂŒber Girolamo Frescobaldi zu lesen und dann den interessanten Artikel ĂŒber die Musikform der Toccata. Im Abschnitt "Hochbarock" wird u.a. der Zusammenhang mit dem Stylus Phantasticus erwĂ€hnt (s. den Bruhns von letzten Monat) und auf BWV 566 (s. den Bach vom nĂ€chsten Monat) hingewiesen.

Der Stylus Phantasticus steht im Kontrast zum Stile antico, der im Januar im Zusammenhang mit BWV 589 (Alla breve) zum Vorschein kam.

Um die Werke Frescobaldis zu verstehen, sollte man wissen, daß sich Orgeln zu dieser Zeit in Italien teilweise sehr drastisch von denen in anderen Regionen in Europa unterschieden haben.
Sie waren grĂ¶ĂŸtenteils nur einmanualig und das Pedal war auf sehr wenige Tasten beschrĂ€nkt.
Auch werden oft einige sonst ĂŒbliche Register ausgelassen, wodurch sich insgesamt ein sehr eigener und wiedererkennbarer Orgelklang in Italien entwickelt hat.
Frescobaldi selbst galt schon zu seinen Lebzeiten als einer der ganz großen Organisten und Komponisten, obwohl er selbst oft aneckte und viele Konventionen seiner Zeit brach.
Seine Musik und seine harmonische Sprache klingen selbst fĂŒr heutige Hörer noch etwas fremdartig und seine Ideen zur Musik scheinen er heutige Musiker noch teils revolutionĂ€r.
So ĂŒberlĂ€ĂŸt er z.B. das Tempo seiner StĂŒcke ganz dem Spieler und ermutigt ihn sogar das Tempo wĂ€hrend des StĂŒckes nach seinem Belieben zu variieren.
Außerdem dĂŒrfe jeder Spieler Abschnitte der StĂŒcke auslassen, die ihm zu mĂŒhsam erscheinen und natĂŒrlich auch dort enden, wo er möchte, also nicht unbedingt am ĂŒblichen Ende des StĂŒcks.

Das Hexachordum Apollinis ist eine Sammlung von 6 Arien mit je 5-8 Variationen, die zu Lebzeiten von Pachelbel zu seinen bekanntesten Werken zÀhlten.
Die Themen der Arien sind allesamt Eigenschöpfungen des Komponisten, wobei jedes Thema aus zwei sich wiederholenden HÀlften besteht.
Das Schreiben von Variationen ĂŒber ein Thema war ein sehr neues PhĂ€nomen zu Pachelbels Zeit und er war einer der ersten, der sich daran ausprobiert hatte.
Die 6 Variationen der dritten Arie rĂŒcken jede sich das Thema in ein neues Licht und beleuchten es von einer anderen Seite.
Durch die Variationen hindurch wird Ihnen dabei auffallen wie Pachelbel dem sehr ruhigen, etwas zurĂŒckgezogenen und auch schlichten Thema mit Hilfe von rhythmischen VerĂ€nderungen, mit der VerĂ€nderungen des Takts, mit schnellen Figurationen und auch dem Hervorheben von verschiedenen Stimmen neuen Charakter verleiht.
Ganz zum Schluss wird dann nochmal das Anfangsthema als eine Art Reminiszenz zu hören sein.

Nicolas de Grigny, einem französischen Komponisten der schon sehr frĂŒh, mit 31 Jahren verstorben ist, hat lediglich eine Werksammlung hinterlassen.
Trotzdem haben seine StĂŒcke maßgeblich die Musik seiner Zeit beeinflußt und auch Johann Sebastian Bach hat seine StĂŒcke selbst abgeschrieben, um sie zu studieren.
Der Name des StĂŒckes gibt darĂŒber Auskunft, dass es sich um ein Rezitativ handelt, abgeleitet aus der Vokalmusik, z.B. aus der Oper, in der Rezitative StĂŒcke fĂŒr eine Solostimme sind, in dem ein Monolog und ein intensiver Ausdruck von GefĂŒhlen zusammentreffen.
Übertragen auf die Orgel heißt das, dass das StĂŒck eine melodische Stimme, in diesem Fall in der Tenorlage, hervorhebt und einen sehr lyrischen und expressiven Gesang imitiert.

Fuori programma

Schloßkirche Bad Homburg, 08.04.2017 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Pyeong Hwa Lee

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BuxWV 139, BuxWV 139, BuxWV 139, BuxWV 139, BuxWV 139

Aria quarta, Aria quarta, Aria quarta

Eine ruhige Ciaccona in f-moll, eine sanfte Ciaccona in f-moll, eine nervöse Ciaccona in f-moll und eine weitere Ciaccona in f-moll.

"Thema" und die darauffolgende, sich oft wiederholende Akkord-Progression sind gut wahrnehmbar. Bemerkenswert ist die ViefÀltigkeit der Variationen: Von der ersten bis zur letzten Note bleibt das fast 9 minutige Werk recht spannend.

Hier die Noten und ein zweiter Artikel.

Eine Chaconne von HĂ€ndel: HWV 435 bzw. auf dem Cembalo HWV 435

BWV 566

Fuori Programma

BWV 568

BWV 625

BWV 626

BWV 627

BWV 628

BWV 629

BWV 630

BWV 538

Schloßkirche Bad Homburg, 13.05.2017 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Lars Simon Sokola

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BWV 531, BWV 531, 1, BWV 531, 2

Aria quinta, Aria quinta, Aria quinta, Aria quinta

Toccata Sexta

Op. 37,1, Op. 37,1

Anmerkungen

Zu BWV 531: wahrscheinlich ein frĂŒhes Werk aus seiner Schulzeit in LĂŒneburg, da es von seiner Machart an die Orgelwerke von Georg Böhm erinnern lĂ€sst, der zu dieser in LĂŒneburg Organist war. Das PrĂ€ludium beginnt mit einem ausgedehnten Pedalsolo. Manchmal wird das StĂŒck auch scherzhaft als "Feuerwehr-PrĂ€ludium" bezeichnet, da das Pedal mit dem charakteristischen Quartsprung beginnt, den man auch von der Feuerwehrsirene kennt. Es folgen virtuose FanfarenklĂ€nge, viele gebrochene DreiklĂ€nge und schnelle LĂ€ufe, wodurch sich ein sehr vorwĂ€rtsdrĂ€ngender und musizierfreudiger Charakter ergibt. Das Fugenthema nimmt das Fanfarenmotiv erneut auf und ist ebenso spielfreudig wie das PrĂ€ludium. Die Fuge schließt damit insgesamt an den lebhaften Charakter nahtlos an.

Zur Aria quinta in a-Moll aus dem Hexachordum Apollinis von Johann Pachelbel: Das Hexachordum Apollinis ist eine Sammlung von 6 Arien mit je 5-8 Variationen, die zu Lebzeiten von Pachelbel zu seinen bekanntesten Werken zĂ€hlten. Die Themen der Arien sind allesamt Eigenschöpfungen des Komponisten, wobei jedes Thema aus zwei sich wiederholenden HĂ€lften besteht. Das Schreiben von Variationen ĂŒber ein Thema war ein sehr neues PhĂ€nomen zu Pachhelbels Zeit und er war einer der ersten, der sich daran ausprobiert hatte. Die 6 Variationen der fĂŒnften Arie stellen jede fĂŒr sich das Thema in ein neues Licht und beleuchten es von einer anderen Seite. Durch die Variationen hindurch wird Ihnen dabei auffallen wie Pachelbel dem sehr ruhigen, etwas melancholischen Thema mit Hilfe von rhythmischen VerĂ€nderungen, mit der VerĂ€nderungen des Takts, mit schnellen Figurationen und auch dem Hervorheben von verschiedenen Stimmen neuen Charakter verleiht. Zum Schluss werden Sie dann nochmal das Anfangsthema als eine Art Reminiszenz hören.

Zur Toccata Sexta in F-Dur von Georg Muffat: Muffat gilt wohl als bedeutendster sĂŒddeutscher Komponist in der zweiten HĂ€lfte des 17. Jahrhunderts. Er war wahrscheinlich der erste, dem es gelang, die damals vorherrschenden französischen und italienischen Musikstile zu einer Synthese im Sinne des sogenannten "vermischten Geschmacks" zusammenzufĂŒhren, dessen Entwicklung noch bis ins 18. Jahrhundert andauert. Der Apparatus Musico Organisticus ist eine musikalische Sammlung und enthĂ€lt die meisten Orgelwerke Muffats, darunter 12 Toccaten, die seinerzeit den legendĂ€ren Ruf Muffats als Tastenkomponist begrĂŒndeten. Die Toccata Sexta ist in diesem Zusammenhang etwas Besonderes, da sie in 4 Teile gegliedert ist und damit aus dem formalen Rahmen dieser Zeit fĂ€llt. Der erste Teil erinnert dabei an Vokalmusik, darauf folgt eine Fuge, ein etwas freierer Teil mit ausgehaltenem Orgelpunkt und zum Schluss nochmals eine sehr spielfreudige Fuge.

Zum PrĂ€ludium und Fuge c-Moll op. 37 Nr.1 von Felix Mendelssohn: Mendelssohn entstammte einer sehr wohlhabenden bĂŒrgerlichen jĂŒdischen Familie und wuchs unter sehr priviligierten VerhĂ€ltnissen in Berlin auf. Obwohl Mendelssohn wohl einer der wichtigsten Komponisten und Dirigenten der Romantik war, ist er heute wenig fĂŒr seine Orgelmusik und fĂŒr die Entwicklung, die er damit anstieß, bekannt. Zur Lebzeit Mendelssohns war die Musik von Johann Sebastian Bach lĂ€ngst in Vergessenheit geraten. Die WiederauffĂŒhrung von Bachs MatthĂ€uspassion durch Mendelssohn im Jahre 1829 war einer der Höhepunkte seiner Karriere, wodurch eine Art Bach-Renaissance erfolgte und Bachs Musik wieder in die KonzerthĂ€user drang. Durch die BeschĂ€ftigung mit Bach wurde Mendelssohn wahrscheinlich dazu inspiriert eigene Werke fĂŒr Orgel zu schreiben. Seine 6 Sonaten und 3 PrĂ€ludien und Fugen fĂŒr Orgel, aus denen Sie heute das erste PrĂ€ludium und Fuge hören, sind also stark von den Werken Bachs beeinflußt und weisen trotzdem eine ganz eigenstĂ€ndige romantische Tonsprache auf und zĂ€hlen zum Standardrepertoire jedes Organisten.

Fuori Programma

Schloßkirche Bad Homburg, 10.06.2017 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Pyeong Hwa Lee

Programm

  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): "Herr Jesu Christ, dich zu uns wend" BWV 709 BWV 726
  • Johann Pachelbel (1653-1706): Aria sexta Sebaldina f-moll aus Hexachordum Apollinis (1699) PWC 198
  • Georg Muffat (1653-1704): Toccata septima aus Apparatus Musico Organisticus (1690)
  • Franz Liszt (1811–1886): Zwei Orgelbearbeitungen nach Werken von J. S. Bach:
    • Adagio Es-Dur aus der Sonate fĂŒr Violine und Cembalo BWV 1017
    • Einleitung und Fuge aus der Kantate BWV 21 "Ich hatte viel BekĂŒmmernis"

Vorwort und Vorbereitung

BWV 709, BWV 709, BWV 726, BWV 726

Aria Sebaldina, Aria Sebaldina, Aria Sebaldina, Aria Sebaldina, Aria Sebaldina

Muffats Toccata septima, die siebte von 12 Toccaten des Apparatus Musico Organisticus bestehe aus einer Anreihung von TeilstĂŒcken (Variationen?). Sie sei von einer Mischung aus prunkvollem französichen und virtuosem italienischen Stil gekennzeichnet.

BWV 1017,1 und BWV 1017,2

"Ich hatte viel BekĂŒmmernis" BWV 21

Fuori Programma

Schloßkirche Bad Homburg, 08.07.2017 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Lars Simon Sokola

Programm

  • Dieterich Buxtehude (1637-1707): Passacaglia d-moll BuxWV 161
  • Johann Pachelbel (1653-1706): Partita ĂŒber den Choral "Christus, der ist mein Leben" aus Musicalische Sterbens-Gedanken (1683)
  • Dieterich Buxtehude (1637-1707): Canzona d-moll BuxWV 168
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): aus Neumeister-ChorĂ€le
    • "Christus, der ist mein Leben" BWV 1112
    • "Du FriedefĂŒrst, Herr Jesu Christ" BWV 1102
    • "Wie nach einer Wasserquelle" BWV 1119
  • Dieterich Buxtehude (1637-1707): Toccata F-Dur BuxWV 156

Vorwort und Vorbereitung

BuxWV 161, BuxWV 161, BuxWV 161

Eine Einleitung zu BuxWV 161 und eine zu den Ostinato Werken von Dieterich Buxtehude.

"Christus, der ist mein Leben", "Christus, der ist mein Leben"

BuxWV 168

BWV 1112, BWV 1112

BWV 1102

BWV 1119

BuxWV 156

Fuori Programma

Schloßkirche Bad Homburg, 12.08.2017 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Pyeong Hwa Lee

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BWV 730, BWV 731

Das Konzert in B-Dur des Herrn Walthers fĂŒr Herrn Taglietti. Es gibt auch eines fĂŒr Herrn Vivaldi.

"Alle Menschen mĂŒssen sterben"

BWV 596, Werkbesprechung BWV 596

Keine Bach Kantate, leider.

Schloßkirche Bad Homburg, 09.09.2017 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Lars Simon Sokola

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BuxWV 163, BuxWV 163, BuxWV 163

"Herzlich tut mich verlagen"

PrĂ€ludium BWV 534,1, Fuge BWV 534,2
, Werkbesprechung BWV 534

Fuori Programma

Schloßkirche Bad Homburg, 14.10.2017 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Pyeong Hwa Lee

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BWV 579, Werkbesprechung BWV 579

"Was Gott tut, das ist wohlgetan"

BWV 737, Notizen zu "Vater unser im Himmelreich"

Op. 65,6 1/3 Op. 65,6 2/3 Op. 65,6 3/3

Fuori Programma

Schloßkirche Bad Homburg, 11.11.2017 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Lars Simon Sokola

Programm

  • Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847): Sonate A-Dur Op. 65,3 (1844) (Con moto maestoso - Andante tranquillo)
  • Louis-Nicolas ClĂ©rambault (1676–1749): Grand plein jeu, Fugue, RĂ©cits, Dialogue aus "Suite du Premier Ton" (1710)
  • Johann Pachelbel (1653-1706): Partita ĂŒber den Choral "Ach, was soll ich SĂŒnder machen?"
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): PrĂ€ludium und Fuge c-Moll BWV 549

Vorwort und Vorbereitung

Fuori Programma

Schloßkirche Bad Homburg, 09.12.2017 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Pyeong Hwa Lee

Programm

  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): Fantasia C-Dur BWV 573 (Fragment, ergĂ€nzt von Hermann Keller)
  • Johann Pachelbel (1653-1706): Drei Choralbearbeitungen:
    • "Herr Christ, der ein'ge Gottes Sohn"
    • "Vom Himmel hoch, da komm ich her"
    • "Allein Gott in der Höh sei Ehr"
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750):
    • Fantasia C-Dur BWV 570
    • Sieben Fughetten zu Advent und WeihnachtschorĂ€len:
      • "Nun komm der Heiden Heiland" BWV 699
      • ""Gottes Sohn ist kommen" BWV 703
      • "Herr Christ, der ein‘ge Gottes Sohn" BWV 698
      • "Lob sei dem allmĂ€cht‘gen Gott" BWV 704
      • "Christum wir sollen loben schon" BWV 696
      • "Gelobet seist du, Jesu Christ" BWV 697
      • "Vom Himmel hoch, da komm ich her" BWV 701
    • PrĂ€ludium und Fuge G-Dur BWV 541

Vorwort und Vorbereitung

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Danksagung

Mein Dank geht insbesondere an

fĂŒr die freundliche Überlassung ihrer Notizen, und an

fĂŒr die schönen musikalischen Erlebnisse und die Erweiterung meines musikalischen Horizonts.

In labore voluptas

Freude an der Arbeit, "In labore voluptas", so nannte der aus Como stammende Organist und Komponist, Arrigo Cappelletti (1877-1946) Senior, seine 1923 geschriebene und ca. 20 Minuten lange "Sonata in Do minore per Organo da Concerto".

Diese wurde Ende 2010 durch Paola Talamini, Organistin der Basilica della Maria della Salute in Venedig, aufbearbeitet und herausgegeben.

Meine Kopie leihe ich auf Wunsch aus.

Erwerben kann man die Noten hier.

Arrigo Cappelletti (1877-1946) Senior

Der 1877 in Como geborene Organist und Komponist gehört m.E. zu den interessantesten italienischen Komponisten seiner Epoche.

Zwischen 1907 und 1928 war er Organist und Kapellmeister der romanischen San Fedele Kirche in Como.

1918 wurde er Direktor des Conservatorio di Bologna ernannt.

Ein Höhepunkt seines Schaffen war 1911 der Teilnahme am von dem "Procure Generate de Musique Religieuse" ausgerufenen europĂ€ischen Wettbewerb fĂŒr Orgelkompositionen in Arras, Frankreich, an dem herausragende Organisten wie z.B. ebenfalls teilnahmen. Sein StĂŒck Elegia "alla venerata memoria di mia madre" (in Vereinfachter Version 1963 vom Maestro Luigi Picchi beim Musikverlag Edizioni Laus Decora, Como) wurde mit einer Auszeichnung prĂ€miert.

Sonata in Do minore per Organo da Concerto "In labore voluptas"

Cappelletti Senior stellt offenbar die Musikkunst vor den WĂŒnschen seines langjĂ€hrigen Arbeitgebers, der Katholischen Kirche und kann als GegenstĂŒck zu den zwei "bedeutendsten italienischen Orgelkomponisten" der SpĂ€tromantik, Luigi Picchi und Marco Enrico Bossi, beide Organisten am Dom in Como, betrachtet werden.

Die dreiteilige und 20 Minuten lange Sonata ist also ein profanes Werk, und dennoch klang sie in meinen Ohren voller Mystik.

Sie besticht m.E. durch ihre Klarheit, und ist ein mir ein willkommener Gegensatz zur Unhruhe und Haltlosigkeit vieler berĂŒhmter Komponisitionen der selben Zeitepoche.

Das Werk ist z.Z. weltweit nur sporadisch in der Basilica della Salute zu höhren, gespielt von der dortigen Organisten und Herausgeberin Paola Talamini.

Arrigo Cappelletti (1949) Junior

Der Enkel des Seniors ist Jazz-Komponist und Pianist.

Zu hören war er z.B. 2013 in Mailand.

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