Ŕ necessario attivare JavaScript|JavaScript ist notwendig|JavaScript Ŕst necessaire|JavaScript is needed

Orgelmatineen Bad Homburg v.d.H.
|< |>|
| A| A|

Wilkommen bei den Orgelmatineen Bad Homburg 2010

Organist: Jorin Sandau

Organist: Timo Rinke

Schlo├čkirche Bad Homburg, 12.06.2010 11:30 - 12:00

Orgelmatinee

An der Orgel:

Jorin Sandau

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Eine sch├Âne halbe Stunde in der Schlo├čkirche Bad Homburg zum Klang der dortigen B├╝rgy Orgel.

Zum ertsen Mal wohnte ich dem monatlich stattfindenen, kurzen aber sehr feinen Orgelkonzert auf der Empore bei.

Die Klangqualit├Ąt der Orgel ist dort oben leider nicht besser.

An manchen Stellen wird es sogar unangenehm laut, aber man bekommt interessante Einblicke auf das sch├Âne Instrument und auf das Wirken der talentierten Organisten.

Herr Sandau spielte Muffat, Couperin und Johann Sebastian Bach, im Zeichen des Orgelspiels nach franz├Âsischer Manier, wie sie in der ertsen H├Ąlfte des 18. Jahrhunderds zu Hofe und in der Kirche ├╝blich war.

Anmerkungen

Georg Muffat (1653-1704): Toccata Decima (aus Apparatus Musico Organisticus)

Der Organist hebte den Aspekt der Internationalit├Ąt von Georg Muffat hervor.

Im Folgenden ein Ausschnitt aus Wikipedia

"Muffat war wie vor ihm Johann Jakob Froberger und nach ihm Georg Friedrich H├Ąndel ein musikalischer Kosmopolit, der eine wichtige Rolle beim Austausch europ├Ąischer Musiktraditionen spielte. Er war der einzige Komponist, der sowohl mit Lully als auch mit Corelli, beide Symbolfiguren der franz├Âsischen Oper beziehungsweise der italienischen Instrumentalmusik, pers├Ânlich eng verbunden war.

Muffat schrieb entweder Musik im italienischen oder franz├Âsischen Stil. Da die wenigsten Musiker seiner Zeit mit beiden Stilen vertraut waren, f├╝gte er seinen Werken Erl├Ąuterungen zur jeweiligen Auff├╝hrungspraxis bei. Diese sind noch heute bei der Interpretation von Werken aus dieser Zeit n├╝tzlich."

Noch unklar ist mir, was den italienischen, (den deutschen) und den franz├Âsischen Stil bei der Musikauff├╝hrung ausmacht.

Leider war im Internet eine Aufnahme der Toccata Decima nicht auffindbar.

Fran├žois "le Grand" Couperin (1668-1733): Gloria de la Messe des Paroisses

  • 9 Couplets

(Notizen verschollen)

Messe á l'usage des paroisses

Gloria

6. Plein jeu. Et in Terra pax

7. Petite fugue sur le Chromhorne

8. Duo sur les Tierces

9. Dialogue sur les Trompettes, Clairon et Tierces du Grand clavier et le Bourdon avec le Larigot du Positif

10. Trio à 2 dessus de Chromhorne et la basse de Tierce

Was bedeutet Plein jeu (auf Deutsch "volles Spiel") ?

Dank diesem interessanten Orgel Glossar "wissen" wir es jetzt:

Franz├Âsiche Bezeichnung von "Organum Plenum".

In der Grand Orgue (Hauptwerk) mit (Montre 16' +) (Bourdon 16' +) Montre 8' + Bourdon 8' + Prestant 4' + Doublette 2' + Fourniture + Cymbale + Pos-GO, im Positif (R├╝ckpositiv) mit (Montre 8' +) Bourdon 8' + Prestant 4' + Doublette 2' + Fourniture + Cymbale.

Johann Sebastian Bach (1685-1750): Pi├Ęce d'Orgue BWV 572

BWV 572, BWV 572

Bei dem in den S├Ątzen Tres Vitement, Gravement, Lentement notierten, auch als 'Fantasie in G Dur' bekannten Werk, fallen die Arpeggien des ersten und des dritten Satzes auf, die Progression des Basses vom tiefen bis zum hohen C, die Einleitung des dritten Satzes mittels Cis und die darauffolgende chromatische Progression im Pedal. Letzere st├╝tzt die finalen Arpeggien (Tonleitern) der Fantasia rythmisch; sehr interessant m├╝sste auch die Harmonik (Akkord-Progression) sein.

Die Fantasia in G-Dur von Johann Sebastian Bach ist gleichzeitig ein sehr bekanntes und doch sehr ungew├Âhnliches Werk, da es sich nicht wie gew├Âhnlich um ein Pr├Ąludium/Toccata plus Fuge handelt, sondern um ein St├╝ck, dass ganz klar aus 3 sehr verschiedenen, aneinandergereihten Teilen besteht.
Au├čerdem gibt Bach dem St├╝ck und auch den Tempobezeichnungen franz├Âsische Namen, was auf seine Auseinandersetzung mit franz├Âsischer Musik zur Zeit der Komposition schlie├čen l├Ąsst.
W├Ąhrend das St├╝ck sehr lebendig und virtuos beginnt und in einen lauten, vollen Orgelklang ├╝berleitet, endet das St├╝ck aber f├╝r heutige Ohren sehr unspektakul├Ąr und sehr leise.
Dazu muss man wissen, da├č das, was im letzen Teil musikalisch passiert, also ein chromatischer absteigender Bass und die Harmonien, die daraus entstehen, es so noch nie vor Bach gegeben und dadurch nat├╝rlich zu dieser Zeit ein ganz anderes H├Ârerlebnis erzeugt als vielleicht heutzutage.

Durch Herr Pinto lernte ich das "Orgelb├╝chlein" kennen; Herrn Sandau verdanke ich die Bekanntschaft mit der Fantasie BWV 572.

Schlo├čkirche Bad Homburg, 14.08.2010 11:30 - 12:00

Orgelmatinee

An der Orgel:

Jorin Sandau

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Nach der Einleitung des Vorstandsvorsitzenden des Kuratorium Bad Homburger Schlo├č ├╝ber den umfangreichen geplanten Umbau erh├Ąlt der Organist das Wort.

Die Werke st├╝nden im Zeichen des morgigen Maria Himmelfahrt Festes.

Die Orgelmatinee begninne und endet mit dem Thema Magnificat (auf Deutsch 'erhebt' im Sinne von Lobpreisung).

An zweiter Stelle eine Sonate, und anschlie├čend zwei St├╝cke in denen der Name der Maria im Titel explizit erw├Ąhnt wird.

"Und Maria sprach: Meine Seele erhebt den Herrn, und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes; denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Siehe, von nun an werden mich seligpreisen alle Kindeskinder. Denn er hat gro├če Dinge an mir getan, der da m├Ąchtig ist und dessen Name heilig ist. Und seine Barmherzigkeit w├Ąhrt von Geschlecht zu Geschlecht bei denen, die ihn f├╝rchten. Er ├╝bt Gewalt mit seinem Arm und zerstreut, die hoff├Ąrtig sind in ihres Herzens Sinn. Er st├Â├čt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen. Die Hungrigen f├╝llt er mit G├╝tern und l├Ąsst die Reichen leer ausgehen. Er gedenkt der Barmherzigkeit und hilft seinem Diener Israel auf, wie er geredet hat zu unsern V├Ątern, Abraham und seinen Kindern in Ewigkeit."

Die Bachsche Fuge sei im Stile antico gehalten.

Dem entgegengesetzt stehe das Magnificat von Buxtehude in dem das norddeutsche Orgelspiel h├Ârbar wird: rauh, herb, st├╝rmisch wie die See. Es verdeutliche den Aspekt der Gewalt, das im Zitat erw├Ąhnt wird.

Im franz├Âsischem Stil sei das St├╝ck von de Grigny, in dem r├Ąpresenative Abschnitte von t├Ąnzerischen abl├Âst werden.

Lukas 1, 46-55 Die sanfte Gewalt Gottes.

Der Marienfr├Âmmigkeit stehe der Protestantismus zwar kritisch gegen├╝ber, die sch├Âne Musik m├Âchte jedoch keiner missen

Anmerkungen

Johann Sebastian Bach (1685-1750): Fuga sopra Magnificat BWV 733

BWV 733

Josef G. Rheinberger (1839-1901): Sonate 4 in a-moll Op. 98

Bei der Dissonanz bei 00:30 wurde mir klar: Es ist ein "zeitgen├Âssischer" Autor.

Ein Sprung von 1700 nach 1900, vom Barock in die Moderne.

Ich lernte Josef G. Rheinberger und die Sonate erstmalig bei dieser Orgelmatinee kennen.

Die Registrierung von Herrn Sandau gefiel mir besonders gut. Das St├╝ck ebenfalls: Empfehlenswert.

Im Verlauf des St├╝ckes wurden nach und nach mehr Register gezogen, ohne da├č sich die Klangfarbe wesentlich ver├Ąnderte.

Der Organist beabsichtigt, dachte ich mir, ein Crescendo zu realisieren, was er mir nach der Auff├╝hrung best├Ątigte.

Das St├╝ck wurde m.E. hervorragend gespielt: Vielen Dank, Herr Sandau!

Ein Kuriosum am Rande: die oben referenzierte Aufnahme wurde auf der selben "Great Buergy Organ of 1787" der Schlo├čkirche Bad Homburg gespielt, die bei den gut besuchten Orgelmatineen zum Einsatz kommt.

Nicolas de Grigny (1672-1703): "Ave Maris Stella", Gegr├╝├čt sei der Stern des Meeres

Sch├Ân, da├č wir wieder im Barock zur├╝ck sind.

Herrliches, abwechlungsreiches St├╝ck in vier S├Ątzen mit abwechlungsreicher Registrierung:

Hymnus "Ave Maris Stella"

  • 1. Satz: Plein Jeu
  • 2. Satz: Fugue ├á 5
  • 3. Satz: Duo
  • 4. Satz: Dialogue sur les Grand Jeux

Auch de Grigny war mir zuvor unbekannt: Ich freue mich auf die Bekannschaft!

Die Interpretation von Herr Sandau hat mir viel mehr gefallen.

Die einzelnen S├Ątze waren m.E. einfach besser definiert in der Registrierung als auch im Spiel.

Der 3. Satz im 3/4 Takt erinnerte mich an die Erkl├Ąrung zu den "t├Ąnzerischen" Abschnitten des Franz├Âsischen Stils, die in der .

Der 4. Satz wurde rytmisch und beschwingt gespielt, da├č so manche Melodie leicht ins Ohr ging.

Arnolt Schlick (vor 1460-nach 1521):

"Maria zart", "Maria zart"

Das St├╝ck wurde so leicht registriert (ich glaube Fl├Âten, bzw. mit h├Âlzernen Pfeifen) und so sanft gespielt (ich glaube zwei Stimmen und ohne Pedal) da├č der Aspekt der Z├Ąrtlichkeit voll zum Tragen kam und durch die Musik vermittelt wurde.

Man konnte auch so sch├Ân den Stil der Renessaince oder gar des Mittelalters wahrnehmen.

Diese Aspekte kommen m.E. in der referenzierten Aufnahme leider gar nicht zum tragen.

Eine weitere Anmerkung zu der hier referenzierten Aufnahme. Da ich keine Einspielung f├╝r Orgel auffinden konnte, habe ich, willk├╝rlich, eine f├╝r Viola und Cello gew├Ąhlt. Vielleicht hilft uns hier Herr Sander mit einer eigenen Aufnahme weiter.

Dieterich Buxtehude (1637-1707): Magnificat primi toni BuxWV 203, Magnificat primi toni BuxWV 203, BuxWV 203

Bei diesem St├╝ck konnte ich nicht den Aspekt der Gewalt wahrnehmen.

Im Gegenteil, das St├╝ck wirk auf mich besonnen, ausgewogen und balanciert.

Da es auch ein ""Magnificat noni toni" (auf Deutsch "neunten Grades, neunten Tones") gibt, vermute ich, da├č die Bezeichnung primi toni (auf Deutsch "ersten Grades, ersten Tones") die Bedeutung von C-Dur hat.

Schlo├čkirche Bad Homburg, 27.08.2010 16.30 - 17:30

Konzert Festliche Musik f├╝r Trompete und Orgel

An der Orgel:

Timo Rinke

Trompete:

Benjamin Knorr

Programm

Anmerkungen

Es ist kurz vor Halb. Die Musiker unterhalten sich. Drei Trompeten (namens T1, T2 und T3) stehen aufgespie├čt auf ihrem St├Ąnder am Boden. Notenbl├Ątter sind auf St├╝hle, auf den Boden, auf den Feuchtigkeitspender, der wie der W├Ąrmeaustauscher einer Klimaanlage aussieht, verteilt. Zwei Flaschen Mineralwasser stehen rechts neben der Orgelbank.

Der zweite Vorsitzende des Kuratorium Bad Homburger Schlo├č leitet das Konzert kurz ein und spricht, wie seine Vorg├Ąnger bei den letzten Orgelmatineen das Bauvohaben "ein neuer alter Eingang f├╝r die Schlo├čkirche" an. Anschlie├čend wird das Publikum um entsprechende Unterst├╝zung gebeten.

Georg Philipp Telemann (1681-1767): 5 St├╝cke aus der Heldenmusik TWV 50

Das Konzert beginnt unmittelbar darauf mit f├╝nf Ausz├╝gen aus der Heldenmusik von Telemann: Barock pur und ganz nach meinem Geschmack. "1. Die W├╝rde" (T1): gespielt auf einem einzigen Manual als Begleitung zur Trompete klingt in meinen Ohren wie ein kleine Marschmusik. "4. Die Ruhe" (T1). "7. Die Wachsamkeit" auf zwei Manualen plus Pedal, das den Rythmus des St├╝ckes unterstreicht und ihm Spannung verleit. "9. Die Sanftmut" sehr rytmisches St├╝ck, kann das sein. Und wo bleibt "12. die Freude"?

Der Organist Timo Rinke zieht schnell seine dunkle Jacke an, l├Ąuft rasch die Treppen herunter, und begibt sich auf die B├╝hne zur Erl├Ąuterung des Konzertes.

Er offenbart eine Programm├Ąnderung: "Die Hoffnung" habe den Platz von "Sanftmut" und "Freude" eingenommen. Die Heldenmusik sei in der Tat f├╝r Orgel und Trompete komponiert worden. In der referenzierten Aufnahme spielt hingegen ein Orchester.

Die Toccata von Buxtehude sei ein Kaleidoskop von kurzen, sehr kontrastieren Abschnitten, mit improvisatorischen und fugenartigen Passagen.

Die Suite sei eine Reihenfolge von baroken Tanzs├Ątzen. Eine Suite von Clarke werde folgen.

Danach folgt ein mir h├Âchstwillkommenes Bachsches St├╝ck aus den sog. "Leipziger Chor├Ąle", eine Sammlung von Choralvorspielen f├╝r Orgel solo: Das Trio super "Herr Jesu Christ, dich zu uns wend" BWV 655. Trio stehe hier nicht f├╝r drei Instrumente sondern f├╝r die drei unabh├Ąngigen Stimmen die jeweils auf zwei Manualen und auf dem Pedal gespielt werden.

Auf dieses hochkomplexe St├╝ck folgen ein Ohrwurm, "Lascia ch'io pianga" aus der Oper "Rinaldo" von H├Ąndel, und eine alte schweidische Weise (???) von Lundgren, die ebenfalls leicht ins Ohr geht "Gammal F├Ąbodpsalm ..." [a.d.├ť ???].

Die Sonate in vier S├Ątzen von Bartholdy sei ein Feuerwerk, ein Rei├čer.

Zuletzt zwei S├Ątze aus dem Trompetenkonzert in Es-Dur von Joseph Haydn, in den man die Deutsche Nationalhymne heraush├Âhren k├Ânne.

Beifall. Zur├╝ck auf der Empore wird die Jacke in einem Schwung ausgezogen, und auf ein Stuhl geworfen und es kann wieder losgehen.

Dieterich Buxtehude (1637-1707): Toccata in F BuxWV 156

Die Toccata von Buxtehude ist beeindruckend, und erinnert mich, f├╝r mich ├╝berraschenderweise, an Bach.

Mein Bild von Bach ist das eines musikalischen Sch├Âpfers, eines Erfinder ohne Vorbilder, jemand, der nicht nachahmt.

Aus Wikipedia:

"Carl Philipp Emanuel Bach erw├Ąhnt im Nekrolog, da├č sein Vater die Musik haupts├Ąchlich in autodidaktischen Form erlernte""

Aber es k├Ânnte durchaus sein, da├č sich Bach von Buxtehude hat inspierieren lassen.

Aus Wikipedia:

"Im Oktober 1705 wanderte er zu Studienzwecken nach L├╝beck - offiziell, um Buxtehude zu h├Âren. Sein privates Motiv war auch, sich als Nachfolger des 70j├Ąhrigen Organisten zu St. Marien zu bewerben. Es war ihm Urlaub von vier Wochen gew├Ąhrt worden. Diesen dehnte er bis in den Januar 1706 aus und lie├č sich w├Ąhrenddessen als Organist in Arnstadt durch seinen Vetter Johann Ernst vertreten. Diese Reise zu Buxtehude bescherte Bach wertvolle musikalische Eindr├╝cke. Mit gro├čer Wahrscheinlichkeit hat Bach auch auf der ber├╝hmten alten Totentanz-Orgel von St. Marien spielen k├Ânnen. Buxtehudes Abendmusiken, Orgel- und Klavierwerke sowie dessen unvergleichliches Orgelspiel bildeten einen Ansporn f├╝r den jungen Organisten und Komponisten. Die ersten erhaltenen Orgel- und Klavierwerke Bachs lassen den Einfluss Buxtehudes erkennen. Dazu geh├Âren Choralvorspiele wie beispielsweise Wie sch├Ân leuchtet der Morgenstern (BWV 739) und Pr├Ąludien, Toccaten, Partiten und Phantasien."

Jeremiah Clarke (1674-1704): Suite in F (T1, T2, T3 ???)

  • Prelude
  • Menuett
  • Sybelle
  • Serenade
  • Bourre├ę
  • Gigue

Bei der Menuette, die im drei Viertel Takt ist, fiel mir auf, da├č sich die Orgel auf eine ganz einfache Begleitung, ohne Pedal und teilweise kaum kontrapunktiert, beschr├Ąnkt.

Die Serenade, ebenfalls im drei Viertel Takt, vermittelte ein Gef├╝hl der Leichtigkeit, wie sie vielleicht im bunten Treiben des Laternchenfestes aufzufinden ist.

Johann Sebastian Bach (1685-1750): Trio super "Herr Jesu Christ, dich zu uns wend" BWV 655

Hier ist mir aufgefallen, wie im Pedal vermehrt im rechten Bereich (h├Âhere T├Âne) gespielt wurde. Auch f├╝rs Auge war erkennbar, wie im Pedal eine Melodie (Stimme) gespielt wurde, und keine Begleitung im Bass. Im Allgemeinen fiel mir auf, da├č die Erkennung und Verfolgung der einzelnen (drei) Stimmen durch die visuelle Wahrnehmung des Spielvogangs sehr erleichtert wird. Ein Trick f├╝r "Fortgeschrittene" ist ein Blick auf die Partitur.

Interessant fand ich auch, wie bei in den letzten Takten, im Pedal von den sehr hohen Noten pl├Âtzlich einer der tiefsten Noten gespielt wird, um dann gleich wieder zu den hohen Noten zu wechseln. Vielleicht ein fallendes und ein steigendes Intervall zur Erzeugung einer Spannung, die zur Einleitung des Ende dient.

Georg Friedrich H├Ąndel (1685-1759): "Lascia ch'io pianga" aus der Oper "Rinaldo" (T1, T2, T3 ???)

Hier verzichte ich auf die Suche nach einer zu referenzierenden Aufnahme, da mir sonst dieser Ohrwurm noch f├╝r den Rest des Tages plagt.

Es ist interessant zu beobachten, wie der Organist sich w├Ąhrend des Spiels auch um Registrierung und Notenbl├Ątter welzen ??? zu k├╝mmern hat. Als ob er schon nicht gen├╝g mit Fingern und F├╝├čen zu tun h├Ątte.

Oskar Frederik Lindberg (1887-1955): Gammal F├Ąbodpsalm fran Dalarna (T1, T2, T3 ???)

Echt gut gespielt. Etwas Nachdenkliches, melodisch und fast melancholisch. Schade, da├č ich keine bessere Version als die von Abba (!) fand, die ich aber hier nicht einbinden m├Âchte.

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847): Sonate Nr. 4 in B-Dur

Jetzt kommt der Mitrei├čer: in der Tat sind drei der vier Auff├╝hr-Bezeichnungen im Allegro Bereich notiert.

Im Gegenteil zur Vergangeheit stelle ich fest, da├č die Lautst├Ąrke der Orgel, und die der Trompete, recht angenehm ist, und gar nicht zu laut. Besser so.

Das Allegretto (im drei Viertel oder im sechs Achtel ???) hat meiner Frau und mir sehr gut gefallen. F├╝nf Sterne. Sch├Âne Registrierung, beschwingtes Arpeggiato plus Melodie ohne Pedal.

Und der Mitrei├čer war das Allegro maestoso, das folgte.

Joseph Haydn (1735-1809): 2 S├Ątze aus dem Trompetenkonzert in Es-Dur (T1, T2, T3 ???)

Die Interpretation der zwei Musiker gef├Ąllt mir mehr als die referenzierte Aufnahme, die mir zu schnell erscheint.

Herr Rinke reibt sich die H├Ąnde am Kopf. Es mu├č sicherlich anstrengend gewesen sein.

Was beim H├Ârer f├╝r Entspannung sorgt, bedeutet beim Spieler paradoxerweise Spannung und Konzentration.

Und in einer halben Stunde soll es gar weitergehen, mit einem zweiten Konzert.

Nach dem vorletzten Satz gab es ein Zu-Fr├╝h-Klatscher, der ausnahmsweise nicht von mir war.

Ein durchaus gelungenes Konzert! Danke sehr!

Schlo├čkirche Bad Homburg, 29.08.2010 16:30 - 17:30

Konzert Johann Sebastian Bach im Kreise seiner S├Âhne

Cembalo:

Jorin Sandau

Traversfl├Âte, Klappenfl├Âte:

Daja Leevke Hinrichs

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Es ist bald soweit. Bei den Musikern steigt die Spannung, w├Ąhrend Dr. Karl Mathieu von 10 Jahren F├Ârderung aufstrebender Musiker in Zusammenarbeit mit der Musikhochschule Frankfurt spricht, von der nunmehr 20 Jahre zur├╝ckliegenden Restaurierung der Schlo├čkirche Bad Homburg, und vom anstehenden Bauprojekt neuer Eingangsbereich, mit Vorraum, Garderobe und Blickachse in den Raum.

Spenden seien willkommen.

Anmerkungen

Heute machen wir die Bekanntschaft mit zwei Barock-Fl├Âten, der Traversfl├Âte (415 Hz) und der Klappenfl├Âte (415 Hz), mit Friedmann, Friedrich, Christian und mit der wunderbaren Sonate f├╝r Fl├Âte sol Wq 132 von Carl Philipp Emanuel.

Zur damaligen Zeit sei es zwar ├╝blich gewesen, da├č der Beruf des Musikers auf die Kinder ├╝bertragen wurde, der durchgehende Erfolg aller vier komponierenden Bach S├Âhne sei jedoch eine Besonderheit.

Die St├╝cke werden in der originalen Besetzung, die ein besonderes, w├Ąrmeres Klangbild hervorufe, aufgef├╝hrt.

Der Beginn macht der weniger bekannte der vier S├Âhne. Original seien hier die Passagen im Andante, in denen das Cembalo eine Art Rezitativ spielt.

Johann Christoph Friedrich Bach (1732-1795): Sonate f├╝r Fl├Âte und Cembalo d-moll

  • Allegretto
  • Andante
  • Allegro

Beide Musiker sind K├Ânner und beherrschen ihr Instrument perfekt. Herr Sandau kommt in den schnellen und schwierigen Passagen ganz zur Geltung. Frau Hinrichs ist eine Meisterin ihres Instrumentes. Die beiden bilden eine perfekte Einheit, synchron im Tempo und im Ausdruck.

Das Cembalo h├Ârt sich leider etwas verstimmt an, was viele Ursachen haben kann.

Wenn man die Musiker auf der B├╝hne erlebt, wird man Zeuge manches Kunstwerks, wie z.B. das Balancieren der Fl├Âte mit der einen linken Hand, beim Spielen eines langen Tones, und das gleichzeitige Umbl├Ąttern mit der Rechten.

Wilhelm Friedemann Bach (1710-1784): Polonaise C-Dur Falck 12

Johann Christian Bach (1735-1782): Sonate in F-Dur

Carl Philipp Emanuel Bach "der Gro├če" (1714-1788): Sonate in a-moll f├╝r Fl├Âte solo Wq 132

Johann Sebastian Bach (1685-1750) Sonate in A-Dur BWV 1032

Ein wuderbares Konzert: Herzlichen Dank an beide Interpreten.

Schlo├čkirche Bad Homburg, 11.09.2010 11:30 - 12:00

Orgelmatinee

An der Orgel:

Timo Rinke

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BuxWv 159, eine Chaconne

BWV 539,1, BWV 539,2

Anmerkungen

Verhindert

Fuori programma

Andreas Hammerschmidt (1611-1675): "Verleih uns Frieden gn├Ądiglich"

Kurt Hessenberg (1908-1994) "Aus der Tiefe ruf ich" Psalm 130

Schlo├čkirche Bad Homburg, 09.10.2010 11:30 - 12:00

Orgelmatinee

An der Orgel:

Jorin Sandau

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Vorweg informiert Dr. Karl Mathieu das Publikum, da├č Herr Sandau und Frau Hinrichs seit kurzem Fugato Preistr├Ąger der Rotary Bad Homburg-Schlo├č-Stiftung sind.

Herr Sandau ergreift daraufhin das Wort und erkl├Ąrt, da├č die Gemeinsamkeit, die die vorliegenden St├╝cke verbindet, die Feierlichkeiten zum Erntedankfest seien.

Im 17. Jahrhundert sei die Festlichkeit mit ausgiebigen Zerimonieen und Gottestdiensten gefeiert worden.

Die drei St├╝cke Couperins weisten die Reihenfolge Dur, Moll, Dur auf: Festlich, lyrisch, festlich. Er verdeutlicht den Rythmus des letzten Satzes im 3/4 Takt durch Klatschen (3/8, pause, 1/8, 1/8 - Irrtum vorbehalten).

Die 18 sog. "Leipziger Chor├Ąle" sei eine Sammlung verschiedener fr├╝herer Choralbearbeitungen f├╝r Orgel mit zwei Manualen und Pedal, die Johann Sebastian Bach im hohen Alter f├╝r eine gedruckte Ausgabe ├╝berarbeitete.

Auf die Anmerkung, da├č die "Wassermusik", dem Georg H├Ąndel eine Verdoppelung des Gehaltes seitens des englischen K├Ânigs Georg I heimbrachte, reagierte das zahlreich erschienen Publikum mit einem h├Ârbaren Staunen.

Beim Grand Hallelujah, das bereits zur Entstehungszeit, wie die Wassermusik, gro├čen Ruhm erlangt hatte und mehrere Transkriptionen (u.A. f├╝r Orgel) erfahren hatte, meinte Herr Sandau mit einem Schmunzeln, da├č das Publikum sitzen bleiben d├╝rfe.

Zum Schlu├č w├╝nschte er viel Freude beim Genu├č der feierlichen St├╝cke.

Anmerkungen

Fran├žois Couperin (1668-1733):

Offertoire sur le Grands Jeux, Offertoire sur le Grands Jeux, Offertoire sur le Grands Jeux

Zur Kollekte aus der "Messe pour les couvents"

Ein Organist aus ├ťbersee und einer aus Frankreich lassen sich ├╝ber die Schultern schauen.

In den Kommentaren ist mehrmals die Rede von "Reeds", dem Rohrblatt von Blasinstrumenten.

Nach dem Konzert lernte ich, da├č es unter den Orgelpfeifen in der Tat welche gibt, in denen das Schwingungsmuster der Luftkolonne (Klangbild, Timbre) mittels an einem Ende befestigte Bl├Ąttchen erzeugt werden. Der Klang dieser Pfeifen ist besonders kraftvoll, feierlich.

Johann Sebastian Bach (1685-1750): drei St├╝cke aus den sog. "Leipziger Chor├Ąle"

F├╝r Bach wurde die Registrierung g├Ąnzlich umgestellt: der Organist lie├č sich die notwendige Zeit f├╝r eine genaue ├ťberpfr├╝fung der Einstellungen.

Interessant w├Ąre zu wissen, welche Kriterien beim Wechsel der Registrierung angewandt wurden.

BWV 666

Bei der Auff├╝hrung von Herrn Sandau konnte man das Thema im Sopran sehr gut verfolgen. Auch der Einsatz und die Registrierung des Pedals (Bass), besonders am Ende des St├╝ckes, hat mir gut gefallen.

BWV 665, BWV 665

Bei diesem St├╝ck erschien mir (von meinem Platz auf der Empore) das Pedal etwas zu aufdringlich geraten zu sein.

Bei BWV 657 hat das Thema im Sopran, und im allgemein der Sopran, einen perfekten Auftritt gehabt. Man konnte sch├Ân das Spiel zwischen Sopran und Bass im zweiten Teil heraush├Âren, was bei der referenzierten Aufnahme nicht gelingt.

Beim finalen Akkord, das bei Herrn Sandau ├╝blicherweise sehr lange anh├Ąlt, drehte sich der Organist einmal rechts und einmal links und warf ein Blick auf die H├Ârenden, als ob er sich der Wirkung seines Spieles auf das Publikum vergewissern wollte.

Alle drei St├╝cke sind hoch komplex. Eine Einarbeitung vor dem Konzert lohnt sich f├╝r den H├Ârenden sehr.

Georg Friedrich H├Ąndel (1685-1759):

  • Drei S├Ątze aus der Wassermusik (nach einem Druck des 18. Jhs.)
  • Sarabande con variazioni aus der Suite HWV 437
  • Grand Hallelujah (arr. J Marsh 1791)

Hier wird wieder die Registrierung auf festlich umgestellt. Vielleicht auch auf unbek├╝mmert, nach dem mit Sinnhaftigkeit durchzogenen und schwierigen Bach.

Vor wenigen Wochen lernten wir bei den Orgelmatineen, da├č eine Suite eine Reihe von Musikst├╝cken zu barocken T├Ąnzen (Gesellschaftst├Ąnzen) ist.

Die Suite HWV 437 besteht aus: I. Allemande II. Courante III. Sarabande IV. Gigue.

Betrachtet man die Suite von ihrer musikalischen Seite, und weniger als Taktgeber f├╝r das Tanzbein, f├╝gt sich die Sarabande (im getragen-gravit├Ątischer 3/2- oder 3/4-Takt - 01:45) m.E. perfekt in die Gesamtkomposition ein.

Insbesondere stellt sie einen sch├Ânen Kontrast zur vorhergehenden Courante (meist im 3/2 oder 6/4-Takt, m├Ą├čig schnell - 01:30) und zur darauffolgenden, feuerwerkartigen Gigue (meist im lebhaftem 6/8 oder 12/8-Takt - 00:45) dar.

Ich vermute, da├č Herr Sandau die Auff├╝hrung der Sarabande an dieser Stelle des Konzertes ebenfalls als Gegengewicht zu den vorherigen und zum darauffolgenden festlichen Hallelujah w├Ąhlte.

Die Registrierung wurde f├╝r die Sarabande sehr weich gew├Ąhlt. Nichts erinnerte mehr an die metallischen Kl├Ąnge des Cembalos. Die Registrierung verleite der Sarabande einen ganz besonderen Charme.

Mittlerweile habe ich diese ganze Suite, gespielt auf dem Original-Instrument, dem Cembalo, lieben gelernt, und empfehle allen die oben referenzierte Aufnahme.

Ja, das Hallelujah war in der Tat festlich! Manch ein Besucher, der auf der Empore nah an der Orgel sa├č, hielt sich die Ohren verdeckt. Als ich beim ersten St├╝ck von Couperin merkte, da├č die Registrierung in der Tat feierlich gezogen war, wechselte ich rasch den Platz, und sa├č so weit wie m├Âglich von der Orgel entfernt.

Die Akustik auf der Empore ist m.E. eher nicht gut. So sind diese Sitzpl├Ątze f├╝r den reien Musikgenu├č der Orgel m.E. eher nicht zu empfehlen.

Allerdings hatte man an diesem hellen, klaren Oktobertag einen sch├Ânen Blick durch das wei├č umrahmte Fenster auf die gelbe und orangene Laub einer Ro├čkastanie (Hyppocastanum Aesculos), auf dem blauen Hintergrund eines reinen, herbstlichen Himmels.

Die Farbe und die Helligkeit des Sonnenlichtes an diesem herrlichen Vormittag ├Ąhnelt dem, das Rudolf M├╝ller vor einigen Jahren in seinen professionellen Bildern der B├╝rgy Orgel einfangen vermochte.

Vielen Dank an Herrn Sandau und an das Kuratorium Bad Homburger Schlo├č f├╝r diese sch├Âne halbe Stunde festlicher und ernster Musik.

Schlo├čkirche Bad Homburg, 13.11.2010 11:30 - 12:00

Orgelmatinee

An der Orgel:

Timo Rinke

Programm

Anmerkungen

Beitr├Ąge der Zuh├Ârer sind willkommen.

Zur Nacharbeitung:

BuxtehudesBuxWV 149

B├Âhms Partita "Ach wie nichtig, ach wie fl├╝chtig"

Die Passacaglia in c-moll BWV 582 hat Ohrwurmkarakter. Aus diesem Grund ist es ratsam, sie nicht allzu oft zu h├Âren, und der Bedarf einer Vorberetung ist nicht gegeben.

Schlo├čkirche Bad Homburg, 11.12.2010 11:30 - 12:00

Orgelmatinee

An der Orgel:

Jorin Sandau

Programm

  • Matthias Weckmann (1619-1674) Praeambulum Primi toni a 5 in d
  • Anthoni van Noordt (um 1619-1675) Psalm 24 (aus "Tabulatuurboeck van Psalmen en Fantasyen")
    • Vers 1. a 4. Pedaliter
    • Vers 2. a 4.
    • Vers 3. a 4. In de Bas
  • Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) Andante in F f├╝r Orgelwalze KV 616
  • Johann Nepumuk (1895-1977) David "Macht hoch die T├╝r, die Tor macht weit" 3 Variationen
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750) Toccata und Fuge d-moll BWV 565

Anmerkungen

Beitr├Ąge der Zuh├Ârer sind willkommen.

Zur Einstimmung, eine Fantasia von Matthias Weckmann, zun├Ąchst im 4/4 dann im 3/4 Takt, bei der der wiederholte Einsatz des Themas in verschiedenen Lagen leicht herauszuh├Âren ist.

BWV 565, BWV 565 ├á la Koopman, BWV 565

Wikipedia Artikel ├╝ber BWV 565: Deutsch und Englisch

Fuori programma

BWV 543, BWV 543, BWV 543, Pr├Ąludium BWV 543, Fuge BWV 543

Teatro Sociale di Como, Como 22.12.2010 18:00 - 19:30

Konzert Orchestra 1830, Leitung und Geige: Francesco D'Orazio

Programm (Auswahl):

Das Wort Napoli (Neapel) erweckt in den meisten Italienern Gedanken von Zerfall, Gewalt, Rechtslosigkeit, Armut und neuerdings auch von M├╝llbergen in den Stra├čen (!).

Umso prachtvoller, lichter, beschwingter und wertvoll erklingen diese herrliche Meisterwerke des neapolitanischen Barocks, die ich heute in Como kennenlernte.

Komponisten wie Georg Friedrich H├Ąndel, Georg Philipp Telemann, Carl Philipp Emanuel Bach, Antonio Vivaldi bekamen also ebenb├╝rtige Konkurrenz aus der florierenden Stadt Neapel.

Umso besser f├╝r uns, insbesondere wenn man die perfekte Leitung und das gef├╝hlvolle Geigenspiel von Francesco D'Orazio zu Geh├Âr bekommt.

Neben der au├čergew├Âhnlichen Lebendigkeit, sind diese St├╝cken von einer verf├╝hrerischer Klarheit und Ausgewogenheit gekennzeichnet.

Interessant und hilfreich sind die Biografieen der Autoren und die Informationen ├╝ber die Kompositionsform des Concerto Grosso.

Francesco Durante hat mir besoders imponiert: Als Kuriosum erweist sich die Tatsache, da├č, als einziger Autor, Francesco Durante sich weder der in Neapel entstandenen Opera Seria, noch der Opera Buffa widmete: Eine Zur├╝ckhaltung, die offenbar der Sch├Ânheit und Lebhaftigkeit seiner Werke kein bi├čchen Abbruch tat.

Wilkommen bei den Orgelmatineen Bad Homburg 2011

Organist: Peter Scholl und Jorin Sandau f├╝r Timo Rinke

Organistin: Jasmin Rasch

Musikalische Kreuzfahrt

Eine spannende Kreuzfahrt durch das westliche Mittelmeer durch f├╝nf Staaten und zwei Kontinenten, bei herrlichem Wetter, kann f├╝r die Erweiterung des eigenen musikalischen Horizonts dienlich sein, dank Wikipedia und Youtube und ein wenig gutem Willen.

Bemerkenswert und sehr interessant finde ich die Musik und das Leben aller unten genannten Komponisten, bis auf de Falla, dessen Werke mich zu sehr an die von Debussy und Ravel erinnern.

Marseilles

Tanger

Lissabon

Andr├ę da Silva Gomes (1752-1844)

Antonio Teixeira (1707-1759)

Cádiz

Manuel de Falla (1876-1946)

Casablanca

Málaga

Juan Guti├ęrrez de Padilla (ca. 1590-1664)

Alicante

Barcelona

Fernando Sor (1778-1839)

Miguel Llobet (1878-1938)

Genua

Schlo├čkirche Bad Homburg, 12.03.2011 11:30 - 12:00

Orgelmatinee

An der Orgel:

Peter Scholl

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Mit Erstaunen habe ich die Nachricht der "Pforzheimer Wegenagierung" von Herrn Timo Rinke, dessen Orgelspiel ich lediglich beim letzten Laternfestkonzert erleben konnte, aufgenommen.

Gleichwohl freue ich mich auf die Herren Peter Scholl und Jorin Sandau: Der Eine, u.a., f├╝r sein spontanes, intuitives und leichtes Spiel, der Andere, u.a., f├╝r seine metronomische Genauigkeit und Pr├Ązision.

Ein herzliches Wilkommen von meiner Seite an Frau Jasmin Rasch!

Das Jahr 2011 wird ein spannendes Orgelmatineenjahr werden.

Anmerkungen

Nicolaus Bruhns (1665-1697): Pr├Ąludium in e-moll

Es gibt eine "gro├če" und eine "kleine" Version des "Pr├Ąludium in e-moll" (s. Wikipedia Artikel zum Komponisten).
Hier das Spiel von Tomasz Zebura, das von Martin L├╝cker und das von Maurizio Mancino.
Bruhns wird neben B├Âhm, L├╝beck und Weckmann als Meister der norddeutschen Orgelschule vor Bach betrachtet.
Leider sind von ihm nur eine Handvoll St├╝cke erhalten geblieben: Hier alle vier sog. Praeludien, vorgetragen von Friedhelm Flamme.
Das Pr├Ąludium in e-moll ist einer der H├Âhepunkte des Stylus Phantasticus.

Johann Sebastian Bach (1685-1750): "Dies sind die heil'gen zehn Gebot" BWV 678

Da das knapp f├╝nf minutige, im 6/4 Takt gehaltene St├╝ck nicht gleich ins Ohr geht, und eher mechanisch (eben wie eine ├ťbung) wirkt, empfiehlt sich m.E. eine Vorbeitung. In der referenzierte Aufnahme kann der H├Ârer durch Verfolgen der Partitur, insbesondere des Basses, Anhaltspunkte gewinnen. Zum besseren Verst├Ąndnis w├Ąren m.E. Erkl├Ąrungen eines Organisten hilfreich.

Johann Sebastian Bach (1685-1750):

BWV 680

Johann Sebastian Bach (1685-1750): Triosonate BWV 527

BWV 527 Andante e-moll, BWV 527 Adagio e dolce F-Dur, BWV 527 Vivace d-moll

Was f├╝r ein spannendes Werk!

Insbesondere das Andante mit dem herrlichen Einsatz von 1/16, 1/32 Passagen und 1/16 Triolen. Es mutet schwierig an: Herr Scholl, ich dr├╝cke Ihnen die Daumen und bin dabei sicher, da├č Sie hierbei richtig in Fahrt kommen werden, und da├č Sie uns H├Ârer einen echten Ohrenschmau├č bieten werden.

Vom dritten Satz gibt es bei YouTube eine von der "Music Animation Machine" gespielte und dargestellte Version.

Einf├╝hrung von Herrn Peter Scholl:

Vor dem Konzert mu├čte Herr Scholl noch in die Orgel kriechen, um ein paar wetterbedingt verklemmte Pedal-Hebel wieder in Gang zu bringen: Holz arbeitet.

Herr J├╝rgen Seibert, Mitglied des Vorstandes des Kuratorium Bad Homburger Schlo├č, sprach ein paar einleitende Worte und wies auf die M├Âglichkeit hin, dem Kuratorium als Mitglied beizutreten. Die Mitgliedschaft ist in der Tat f├╝r alle Besucher der Orgelmatineen eine gute M├Âglichkeit dem Kuratorium f├╝r die sch├Ânen Stunden hochkar├Ątiger Musik, die es uns bietet, zu danken.

Ein Programmwechsel fand statt: nicht den von mir ersehnten Bruhns sondern

Dieterich Buxtehude (1637-1707): Magnificat primi toni BuxWV 203, Magnificat primi toni BuxWV 203, BuxWV 203

"Magnificat", ein Lobgesang der Maria, "Meine Seele erhebt den Herren", als Ank├╝ndigung der baldigen Geburt Jesu durch Engel Gabriel. Es sei ein (neutestamentliches) Canticum, und kein (alttestamentlicher) Psalm. Ein hymnischer Bibeltext, Bestandteil der Vesper im Stundengebet nach Er├Âffnung, Hymnus, Psalmen, und vor Schriftlesung, Responsorium, Magnificat, F├╝rbitten, Vater unser, Tagesgebet und Segen. Es sei in verschiedenen Abschnitten vertont, vielleicht als Entsprechungen zu den Versen des Magnificats. Auff├Ąllig seien die raschen Aufw├Ąrtsbewegungen gleich zu Beginn, die an "erhebt den Herren" erinnern k├Ânnen. Kurze bewegte Abschnitte ohne gro├če Formen entspr├Ąchen dem norddeutschen barocken Orgelstil.

Beim Zuh├Âren hat mich die Verschiedenheit der Abschnitte an die verschiedenen Gem├╝tsregungen eines Menschen, dem eine Umwandlung seines Lebens bevorsteht, erinnert: Freude, Nachdenklichkeit, Optimismus, Entschlossenheit, seiner Pflicht nachzukommen.

Die "Clavier├╝bung"

Die "Clavier├╝bung" (1731-1741) sei eine 4 teilige Sammlung von Werken f├╝r Cembalo und Orgel, auf h├Âchstem kompositorischen und spieltechnischen Niveau, das als Kompendium f├╝r Kunstfertigkeit im Umgang mit verschiedenen Stilen gilt.

Die "Clavier├╝bung 3. Teil" sei der Orgel gewidmet, und enthielte 27, St├╝cke. In dieser Zahl, also 3 mal 3 mal 3, k├Ânnte sich die christliiche Trinit├Ąt wiederspiegeln, und es sei belegt, da├č in manchen Bachschen Kompositionen auf Zahlen basierte Regelm├Ą├čigkeiten festzustellen sind.

"Dies sind die heil'gen zehn Gebot" ist der 10. Satz von den 21 Choralbearbeitungen (BWV 669-689). Diese kommen nach dem Pr├Ąludium und Fuge Es-Dur BWV 552 und vor den Vier Duette (BWV 802-805) f├╝r Orgel ohne Pedal der "Clavier├╝bung 3. Teil".

Johann Sebastian Bach (1685-1750): "Dies sind die heil'gen zehn Gebot" BWV 678

Der Kanon (im Cantus firmus, dem "Choral", gef├╝hrt) "Dies sind die heil'gen zehn Gebot" gliedere sich in zwei Abschnitte: Hierbei k├Ânne man an die zwei biblischen Gesetzestafeln und an die strenge Gesetzm├Ą├čigkeit, die dem Kanon unterliegt, und dem Wort Kanon beiwohnt, denken.

In beiden Sopranstimmen am Ende hoffnungsvol nach oben gekehrt sei eine Seufzermotivik zu erkennen.

Johann Sebastian Bach (1685-1750): "Wir glauben all' an einen Gott" BWV 680

Bei diesem St├╝ck der "Clavier├╝bung 3. Teil" sei der Cantus firmus am Anfang angedeutet, als ob man den Glaube schnell verl├Âre. Der Cantus firmus sei am Ende des St├╝ckes im Tenor ebenfalls vorhanden, aber versteckt, als Sinnbild der Anwesenheit Gottes, die vom Menschen nicht erkannt wird, und als Sinnbild eines Menschen, der die Aufforderungen Gottes nur schwer h├Âren k├Ânne, wenn ├╝berhaupt.

Johann Sebastian Bach (1685-1750): Triosonate BWV 527

N├Ąheres ├╝ber die sog. "Triosonaten" bei Wikipedia.

Einen herzlichen Dank an Herrn Scholl f├╝r die ├ťberlassung seiner Notizen, und ein gro├čes Kompliment f├╝r das Bestehen seiner letzten wichtigen Pr├╝fung mit Bravur (was jedoch nicht anders zu erwarten war).

Schlo├čkirche Bad Homburg, 09.04.2011 11:30 - 12:00

Orgelmatinee

An der Orgel:

Jorin Sandau

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Einfach "Pr├Ąludium in g", wie es im offiziellen Programm steht?

Welches St├╝ck von Buxtehude wird es wohl werden?

Das Pr├Ąludium in g-moll BuxWV 148, oder BuxWV 163 oder das Pr├Ąludium in G-Dur BuxWV 147, und wer wei├č, wie viele andere noch (siehe z.B. "Buxtehude Werkeverzeichnis")

Diese Ungenauigkeit ist einer Vorbereitung zwar nicht sehr zutr├Ąglich, regt aber interessante Vergleiche zwischen den verschiedenen St├╝cken an.

Ein wurderbarer Kontrast zu allen oben genannten Pr├Ąludien stellt das anschlie├čende SSWV 113 dar.
Ich mu├č sagen, Herr Jorin Sandau beweist immer wieder, auch als ein Meister der Programmgestaltung. Man kann gespannt auf seine Registrierung und Interpretation sein.

Dieses wurderbare St├╝ck hat mich auf den guten Samuel Scheidt aufmerksam gemacht. Der letzten Orgelmatinee verdanke ich die Bekanntschaft mit Nicolaus Bruhns.

Aus den sog. "Leipziger Chor├Ąle" werden dann erklingen: BWV 656 und zum Schlu├č das kraft- und schwungvolle Triolenfeuerwerk Pr├Ąludium BWV 546, Fuge BWV 546. Ein Koopmann im 14 min├╝tigen Dauerplenum: BWV 546, ein warmes Pr├Ąludium BWV 546 , eine ansehnliche Fuge BWV 546.
Das Pr├Ąludium (ein Sp├Ątwerk Bachs) stellt zun├Ąchst mehrere musikalische Gedanken nebeneinander, darunter anfangs eine Akkordfolge, dann ein Seufzermotiv, eine Triolenbewegung, einen chromatischen Gang und ein markantes Bassmotiv.
Im Verlauf des St├╝cks h├Ârt man all diese Ideen wieder, aber nun untereinander verbunden und eingewoben.
Etwas inkonsequenter im Gegensatz dazu scheint die 5-stimmige Fuge (ein etwas fr├╝heres Werk).
Sie beginnt sehr streng, gewinnt aber im Verlauf deutlich an Freundlichkeit im Manualzwischenspiel hinzu, wird sogar sehr warm, wenn das Thema nach Dur ├╝bergeht und endet schlie├člich sehr maj├Ąstetisch.
. Ein St├╝ck zum Aufwachen: Der Organist will vielleicht sicherstellen, da├č wir Zuh├Ârer hellwach und wohlerhalten nach Hause gelangen, durch einen zum Gl├╝ck kaum erw├Ąhnenswerten Bad Homburger Stadtverkehr.

Anmerkungen

Das Konzert war wunderbar! Insbesondere, aber nicht nur, der alte Bach. Herr Sandau hat in meinen Augen, Pard├▓n, in meinen Ohren, das Format eines gestandenen Konzertorganisten. Sehr n├╝tzlich erwiesen sich, wie immer, die Anmerkungen des Organisten zu den St├╝cken.

Der Programmaufbau sei symmetrisch: zwei Pr├Ąludien und zwei Chor├Ąlevariationen, mit dem Thema der Fasten- und Passionszeit.

Das Konzert begann mit BuxWV 163. Ein sehr sch├Ânes St├╝ck, vielleicht f├╝r Cembalo geschrieben, wobei man zur Entstehungszeit gerne beide Instrumente zum Vorf├╝hren eines selben Werkes nahm. Herr Sandau interpretierte und registrierte das Werk meiner Meinung nach viel besser, angenehmer und weicher, als wie in der oben eingef├╝gten Aufnahme. Die Tonart g-moll sei, lt. Johann Mattheson, die "allersch├Ânste Tonart", versehen mit "ziemliche Ernsthafftigkeit, mit einer munteren Lieblichkeit vermischt", "beydes zu m├Ą├čigen Klagen und temperierter Fr├Âligkeit bequem". Der damalige Tonartencharakter geht allerdings durch die heutige gleichstufige Stimmung der meisten Instrumente zum Teil verloren.

Das St├╝ck von Samuel Scheidt bestehe aus 6 Variationen einer und derselben Melodie. Ein einleitender "Choral", ein sanftes dreistimmiges St├╝ck, ein klagendes Bicinium, ein Bicinium mit wilden Punktierungen, ein kraftvolles und ein zusammenfassendes St├╝ck: SSWV 113. W├Ąhrend des Konzertes fielen mir die interessanten Chromatiken des Basses im letzten Abschnitt auf.

"O Lamm Gottes" sei der Begleitgesang zur Brotbrechung, dem Agnus Dei des Ordinarium. Die drei Strofen spiegelten sich in den drei Abschnitten wieder, in denen die Melodie jeweils im Sopran, Tenor und Bass gehalten wird. Im letzten Drittel l├Âse sich eine Chromatik, meistens ein Sinnbild f├╝r Traurigkeit, in eine abschlie├čende aufgehellte Passage, die Zuversicht und Hoffung erwecke, auf.

Zu BWV 546: Nach Johann Joachim Quantz sei c-moll die Tonart der Traurigkeit, und dementsprechend sei sie auch die Tonart der Schlu├čch├Âre der Mattheus und Johannis Passion.

Ein herzlicher Dank an Herrn Sandau f├╝r die ├ťberlassung seiner Notizen (erbete Kontakaufnahme bei Korrekturbedarf) und f├╝r die Hinweise, die er mir nach dem Konzert gab.

Fuori Programma

Die zu BWV 546 geh├Ârende Fuge war nicht Bestandteil des Konzertes.

Schlo├čkirche Bad Homburg, 14.05.2011 11:30 - 12:00

Orgelmatinee

An der Orgel:

Jasmin Rasch

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Die ersten vier St├╝cke sind mir nicht bekannt: Eine gr├╝ndliche Vorbereitung steht also an.

BWV 541

BuxWV 209

Das selten zu h├Ârende Clavichord erklingt in dieser Aufnahme der 4. Arie aus dem "Hexachordum Apollinis".

BuxWV 199

BWV 565, BWV 565 ├á la Koopman, BWV 565

Wikipedia Artikel ├╝ber BWV 565: Deutsch und Englisch

Schlo├čkirche Bad Homburg, 11.06.2011 11:30 - 12:00

Orgelmatinee

An der Orgel:

Jasmin Rasch

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BuxWV 139, BuxWV 139, BuxWV 139, BuxWV 139, BuxWV 139

Von der gleichen Interpretin notiere ich mir hier auch BWV 814. Ich glaube, in den letzten Minuten wurde eine neue gro├če Liebe, die f├╝r die Franz├Âsichen Suiten, geboren: Danke Frau Rasch f├╝r diese Bekanntschaft.

BWV 816: Eine herrliche Suite, meisterhaft wiedergegeben auf dem Cembalo.

Felix Mendelssohn Bartholdy mit der Sonate in f-moll:

Zur weiteren Einstimmung auf den Hauch von Romantik, den Mendelsohns Sonate bringen wird:

Op. 65,3 Op. 65,3

Op. 65,6 1/3 Op. 65,6 2/3 Op. 65,6 3/3

Ein Kuriusum ohne jeglichem musikalischen Zusammenhang: Von einem gewissen Jan Ladislav Dus├şk, einem Zeitgenossen von Felix Vater, gibt es ebenfalls eine (bemerkenswerte) Sonate in f-moll Op.65

Anmerkungen

Das Konzert war wieder einmal ein Genu├č.

Sehr hilfreich erwiesen sich die einleitenden Worte der Organistin. Frau Rasch erkl├Ąrte, da├č die drei Komponisten in Bezug zueinander stehen: Die J├╝ngeren als Bewunderer und Sch├╝ler der ├älteren. Dennoch stellt der H├Ârer fest, wie g├Ąnzlich eigenst├Ąndig und einzigartig ihre Kompositionen sind.

Buxtehudes Pr├Ąludium, mehrteilig wie gewohnt, sei von Kontrasten gepr├Ągt: es bed├╝rfe einer Vielzahl von Registrierungen und klinge teils durchkomponiert, teils improvisiert, teils melodisches und homophon, teils mit Dissonanzen und mit der Spielanweisung con Durezza, w├Ârtlich "mit H├Ąrte", ein rastloser Wechsel der Affekte.

Bachs Suite sei f├╝r Cembalo und Hammerklavier geschrieben.
├ťber die Wiedergabe durch die Orgel kann man m.E. die einzelnen Stimmen besser verfolgen. Die Suite klang dadurch noch interessanter. Die von gder Organistin gew├Ąhlte sanfte Registrierung gefiel mir sehr.

Mendelssohns Sonate sei das einzige St├╝ck des Konzertes in der Molltonart, und gar nicht melancholisch.
Im ersten Satz, Rezitativ-Andante, sei der Dialog zwischen der "Solo" Partie (dem Rezitativ) und dem Tutti des, sagen wir, "Orchesters" hervorzuhen.
Unterschiedlich registrierte Tastaturen erm├Âglichen die ...
In der Tat biete die Orgel im Vergleich zu anderen Instrumenten eine F├╝lle an Kl├Ąngen (und Tasten) und ...

Meine Skepsis ├╝ber die Auff├╝hrung des "romantischen" Bartholdy auf der "barocken" B├╝rgy Orgel war nach den ersten Noten verflogen. Im Gegenteil, das Klangbild der B├╝rgy Orgel bes├Ąnftigte, so bilde ich mir das ein, den "romantischen" Charakter des St├╝ckes, das sich somit nahtlos an die "barocken" Vorg├Ąnger einf├╝gte. Die Interpretation von Frau Rasch war m.E. superlativ, und hat mir besser gefallen, als die Aufnahmen auf YouTube. Insbesondere der letzte Teil, der a├╝├čerst schwierig sei, wurde mitrei├čend gespielt, und bildete mit seinem thematischen und harmonischen Crescendo den perfekten Ausklang dieses gelungenen Konzertes.

Vom Schrecken ihres Lebens, den Anschlag auf eine nicht eingeschaltete Orgel gemacht zu haben, war w├Ąhrend des Konzertes nichts zu h├Âren. Stattdessen eine Souveranit├Ąt, zwischen metronomischer Genauigkeit und fantasievoller Spontanit├Ąt, die das Publikum mit anhaltendem Applaus zu w├╝rdigen wusste.

Fuori programma

BWV 817, BWV 812

Schlo├čkirche Bad Homburg, 09.07.2010 11:30 - 12:00

Orgelmatinee

An der Orgel:

Peter Scholl

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Eine ruhige Ciaccona in f-moll, eine sanfte Ciaccona in f-moll, eine nerv├Âse Ciaccona in f-moll und eine weitere Ciaccona in f-moll.

"Thema" und die darauffolgende, sich oft wiederholende Akkord-Progression sind gut wahrnehmbar. Bemerkenswert ist die Vief├Ąltigkeit der Variationen: Von der ersten bis zur letzten Note bleibt das fast 9 minutige Werk recht spannend.

Hier die Noten und ein zweiter Artikel.

Eine Chaconne von H├Ąndel: HWV 435 bzw. auf dem Cembalo HWV 435

Das Op. 70 des zur heutigen Zeit eher m├Ą├čig bekannten Christian Heinrich Rinck, konnte ich auf YouTube leider nicht ausfindig machen.

Um einen Eindruck von Rinck zu gewinnen, notiere ich mir hier dieses Pr├Ąludium in c-moll aus seiner Feder und dieses Allegro maestoso seines "Fl├Âtenkonzertes".

In diesem Zusammenhang sei hier erw├Ąhnt, da├č Herrn Peter Scholl und dem Collegium Vocale Siegen eine seltene Einspielung geistlicher Werke von Christian Heinrich Rinck zu verdanken ist.

Pr├Ąludium Es-Dur BWV 552, Pr├Ąludium Es-Dur BWV 552, BWV 552 Fuge

Mit der Wahl dieses St├╝ckes m├Âchte der Organist vielleicht die Spannung vor dem Ausklang des Konzertes noch einmal erh├Âhen.

Anmerkungen

Die ersten drei St├╝cke seien Variationen, das St├╝ck von Pachelbel, Meister der "S├╝ddeutschen Orgelschule", sei im "Ostinato" Stil komponiert. In Bachs Pr├Ąludium k├Ânne man die Zahl 3 immer wieder entdecken: es sei eines der 3^3 = 27 St├╝cke der "Clavier├╝bung 3. Teil", es beinhalte 3 Themen, es sei als 3 stimmige Fuge komponiert, die 3 Vorzeichen der D-Dur Tonart, usw.

Pachelbels Chaconne war eine in F-Dur, wahrscheinlich diese, (hier die Noten), nicht also die oben notierte.

Das St├╝ck von Rinck klang in meinen Ohren fast modern. Es war reich an Variationen mit unterschiedlichem Charakter und an verschiedenen Registrierungen. Interessant wie die Sopran-Stimme von 1/16 oder 1/32 auf lang anhaltenden 3/4 Noten wechselte. Insbesondere das Finale fand ich mitrei├čend: Schade, da├č man am Anschlu├č des St├╝ckes nicht Beifall leisten konnte.

Das vorgef├╝hrte Andante in D (mit Variationen), ruhiger als das vorhergende St├╝ck, war dieses Thema mit Variationen in D-Dur, also keines der oben notierten Werke.

Schlo├čkirche Bad Homburg, 13.08.2011 11:30 - 12:00

Orgelmatinee

An der Orgel:

Timo Rinke f├╝r Jasmin Rasch

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BuxWV 161, BuxWV 161, BuxWV 161

Eine Einleitung zu BuxWV 161 und eine zu den Ostinato Werken von Dieterich Buxtehude.

Das Pr├ęlude, ein Trio, ein Basse de trompette , ein Duo und der Dialogue vom Auswanderer Guillain.

BWV 547,1 und 547,2 von Rainer Oster mit Noten.
BWV 547 ├Ąu├čerst lahm von Artjom Chatschaturow.
BWV 547 z├╝gig (zwei mal schneller!) von Ton Koopman.

Anmerkungen

Herr Rinke erkl├Ąrte u.a. da├č das Orgelspiel und der Orgelbau im Frankreich des Absolutismus streng reglementiert war, und die Registrierungen vorgegeben waren.

Nach dem Konzert lernte man, da├č die (nachgebaute) B├╝rgy Orgel einen ├╝berdurchschnittlichen Krafteinsatz vom Organisten verlange, wegen der mechanischen ├ťbertragungen. Je mehr Register gezogen werden, desto mehr Kraft m├╝ssen die Finger aufbringen. Es gibt Register, die nur einen Teil der Tastatur bedienen.

Bachs Pr├Ąludium und Fuge C-Dur sei in den sp├Ąten Jahren entstanden, als die meisten seiener Orgelwerke bereits geschrieben waren.

Es war zwar bemerkenswert, wie souver├Ąn Herr Rinke bei unver├Ąndertem Programm einsprang, wir hoffen trotzdem alle, da├č Frau Rasch im September Ihres Amtes in Persona walten wird.

Johanniskirche Frankfurt Bornheim, 21.08.2011 18:00 - 19:00

Benefiz-Orgelkonzert zu Gunsten der neuen Karl-Schuke-Orgel

An der Orgel

Timo Rinke

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BWV 540,1, BWV 540,2

BWV 676 aus der "Clavier├╝bung 3. Teil" (BWV 669-689)

Buxtehudes BuxWV 141

Walthers Partita "Jesu. meine Freude"

Hindemiths Orgel-Sonate Nr. 2,1, Nr. 2,2 und Nr. 2,3.

C├ęsar Auguste Jean Guillaume Hubert Francks Fantasie 1/2 und Fantasie 2/2

Ein mehr als spannendes Programm! Das Konzert wird hochinteressant.

Anmerkungen

Leider fielen die Fuge und das Trio aus. Und statt Franck war Richter mit seiner Phantasie ├╝ber den "Choral" "Halleluja, Gott zu loben" zu h├Âren

Zu Bachs Zeiten sei das Pedale nur bis D best├╝ck gewesen, w├Ąhrend das Pr├Ąludium das tiefer gelegene C vors├Ąhe. Man vermutet also, da├č Bach das St├╝ck zur Einweihung einer im Bass besonders ausgebauten Orgel schrieb. Das Pr├Ąludium sei zwar mit 9 Minuten eines der l├Ąngsten Orgelst├╝cke, es sei aber strukturiert aufgebaut: Ein Kanon mit lang anhaltender Bassnote, gefolgt von einem Solo im Pedale, dann ein ├Ąhnlicher Kanon mit lang anhaltender Bassnote, auf das ein ├Ąhnliches Solo im Pedale folgt. Dieser erste Teil werde gefolgt von einem fantasievollen Teil in verschiedenen, zu Bachs Zeiten teilweise un├╝blichen Tonarten, der schlie├člich in F Dur endet.

Buxtehudes St├╝ck sei eine Folge von St├╝cken unterschiedlichen Charakters, was sich in den unterschiedlichen Registrierungen widerspiegele.

Als die Orgelsonaten entstanden befand sich Hindemith ├ťbersee, in Sicherheit vor der schmachvollen Verfolgung der Deutschen. Sie wirkten aufgesetzter Fr├Âhlichkeit.
Als kleine Besonderheit: Im 3. Satz k├Ânne das geschulte Ohr die Sequenz BACH heraush├Âren.

Das St├╝ck Regers sei der Versuch, die Stimmungen der Texte der 165 Psalmen musikalisch darzustellen.

Hinweis:

In diesen Tagen bietet sich eine einmalige Gelgegenheit, etwas Gutes zu tun und gleichzeitig etwas Interessantes zu erwerben: Orgelpfeifen f├╝r Zuhause!

Schlo├čkirche Bad Homburg, 03.09.2011 16:30 - 17:30

Konzert Cembalo und Barockvioline

An der Barockvioline

Christiane Schmidt

Am Cembalo

Jorin Sandau

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Sonata Quarta

Pr├Ąludium, Fuge und Postludium in g-moll

BWV 1017,1 und BWV 1017,2

TWV 40:14 auf der Bratsche

Corellis Variationen in d-moll ├╝ber das damals bekannte Thema "La Follia": La Follia,1 und La Follia,2 aufgenommen mit A = 392[Hz] (d.h. ein Ton tiefer)

Anmerkungen

Das Konzert war sehr sch├Ân.

Immer wieder frage ich mich, warum man bei anderen Veranstaltungen nicht die lokalen Talente einl├Ądt, statt Leute von der Ferne zu holen, die weder die Instrumente noch die Gegebenheiten kennen.

Herr Sandau erkl├Ąrte den symmetrischen Aufbau des Programms: ein Ostinato, ein Solo, Bach, ein Solo und ein Ostinato Werk.

Frau Schmidt hebte hervor, da├č das Barock sehr wenige St├╝cke f├╝r Geige Solo aufzuweisen habe. Es sei hingegen die Zeit des Generalbasses, d.h. des Basso Continuo. Sie demonstrierte dann auf der Geige, wie der Komponist die Mehrstimmigkeit einf├╝gen k├Ânne: als Akkord und als Arpeggio.

Leider wurde das Konzert ein wenig um 17:00, (gar beim Bach, was f├╝r ein Frefel!) von einem 10 Minuten anhaltenden Glockenkl├Ąuten der und hin und wieder von Kinderstimmen beeintr├Ąchtigt.

Mir hat die Art und Weise, wie Herr Sandau das B├Âhms Pr├Ąludium gespielt hat sehr gefallen. Ruhig und nicht geh├Ąmmert.

Die Werbe-Streifen zum Erwerb der Borheimer Orgelpfeifen, die ich freundlicherweise habe auslegen d├╝rfen, waren im Nu vergriffen.

Schlo├čkirche Bad Homburg, 04.09.2011 16:30 - 17:30

Konzert Cembalo und Fl├Âte

An der Fl├Âte

Lydia Arnold

Am Cembalo

Timo Rinke f├╝r Jasmin Rasch

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Zur Vorbereitung

Vivaldis RV 443

Fontanas Sonata seconda mit Begleitung auf der Laute

Ortiz Recercada primera neben Recercada quinta und Recercada quinta

Telemanns TWV 41:F2 Allegro, TWV 41:F2 Allegro als h├Ąu├čliche Versionen.

TWV 41:11.

Sicherlich wird es weder TWV 41:D6 noch TWV 51:F1 sein.

Ein ├ťberblick.

Von der gleichen Interpretin notiere ich mir hier auch BWV 814. Ich glaube, in den letzten Minuten wurde eine neue gro├če Liebe, die f├╝r die Franz├Âsichen Suiten, geboren: Danke Frau Rasch f├╝r diese Bekanntschaft.

BWV 816: Eine herrliche Suite, meisterhaft wiedergegeben auf dem Cembalo.

Von dem aus Mailand stammenden und zu Lebzeiten sehr ber├╝hmten Oboe-Virtuose Sammartini das Allegro assai vom Concerto in F-Dur. Ferner das Concerto for Oboe in G minor Op.8/5 und das Concerto Grosso for strings and basso continuo in A major Op.2/1, aber nicht die unter Oboisten bekannte Sonate in G-Dur, die ich nicht finden konnte.

Anmerkungen

Die Vorbereitung konnte zwar nicht zur G├Ąnze erfolgen, diese St├╝cke scheinen jedoch leichter ins Ohr zu gehen als z.B. die der Orgelmatineen.

Vivaldis St├╝ck spricht f├╝r sich: man h├Ârt es, und wird mitgerissen.

Fontanas Sonalta seconda sei nicht formell aufgebaut, z.B. nach dem allgegenw├Ąrtigen Schema Allegro-Adagio-Allegro, schnell-langsam-schnell, sondern erinnere an eine Oper im Stil Monteverdis, in der die Musik unterschiedliche fast zuf├Ąllige Gef├╝hlsregungen darstellt.

Vom spanischen Ortiz h├Âre man zwei Tanzs├Ątze, bei denen teilweise frei improvisiert werden k├Ânne.

Telemann war zu Lebzeiten zwar ber├╝hmter als Bach, dennoch w├╝rde ich ihn heute bei einem hypotetischen Wettbewerb nicht gleich "in die W├╝ste" schicken angesichts der Qualit├Ąt seiner Werke: Seine Sonate war ein Genu├č, obwohl ich nicht in Erfahrung bringen konnte, welche genau es war.

Herr Rinke interpretierte die Bachsche Suite perfekt, sowohl im Rythmus als auch von der melodischen Seite.

Statt eines st├Ârenden Glockenl├Ąuten, gabs um 17:00 ein Regenergu├č, der allerdings weniger st├Ârte, als die Kommentiert├Ątigkeit mancher Zuh├Ârer auf der Empore.

Viele St├╝cke waren im 3/4 Takt, teilweise mit Triolen und bei der mitrei├čenden Arbeit, die die Fl├Âte leistete, hatte man seine M├╝he, auf dem Stuhl still zu sitzten. Wieder, ein sehr gelungenes Konzert.

Eine gute Nachricht zum Ende: Jasmin Rasch bestritt das anschlie├čende Jazz-Pop Konzert am Fl├╝gel und als zweite Stimme (!).

Schlo├čkirche Bad Homburg, 10.09.2011 11:30 - 12:00

Orgelmatinee

An der Orgel:

Jasmin Rasch

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BWV 549 interpretiert von Ton Koopman, BWV 549,1 und BWV 549,2, gespielt von Andrea Marcon.

Die Variationen ├╝ber das (damals) international verbreitete Lied "Est-ce Mars?", gespielt auf einem Virginal.

Das Konzert in B-Dur des Herrn Walthers f├╝r Herrn Taglietti. Es gibt auch eines f├╝r Herrn Vivaldi.

Prof. Martin L├╝cker mit BuxWV 156.

Anmerkungen

Die gute Nachricht vorweg: Jasmin Rasch ist zur├╝ck, und zwar in sehr guter musikalischer Form: Nur weiter so, Frau Rasch!

Sie erl├Ąuterte ein Paar Programm├Ąnderungen, und insbesondere, da├č der Buxtehude von zwei zeitgen├Âssischen Kompositionen des Jazz ersetzt werde.

Es g├Ąbe mindestens drei Parallelen zwischen Barock und Jazz:
1. die Vorgabe eines bestimmten Taktes (Tempo Giusto), damals teilweise am eigenen Puls festgelegt
2. das Vorhandensein einer markantnen, die Harmonie bestimmenden, Basslinie (Basso Continuo, d.h. Generalbass, vs. Kontrabass und Schlagzeug).
3. das Improvisieren auf ein Grundger├╝st (wobei der Jazz-Standard dem Barock-Choral entspr├Ąche)

BWV 549 klingt in meinen Ohren nicht nach einem waschechten Johann Sebastian Bach, insbesondere das Pr├Ąludium nicht. Soll das vielleicht eine Fr├╝hwerk sein? Lt. Herrn E.L. sind diese Bedenken auch bei einem Teil der Fachwelt vorhanden.

Das Konzert war sehr sch├Ân, wobei man anmerken mu├č, da├č die j├╝ngste der Stipendiaten mit ihren ├Ąlteren Kollegen ohne jegliche Schwierigkeit mithalten kann: Beeindruckend.

Die zwei Jazz-St├╝cke haben der Orgel, wie mir, gut getan: Eine Hommage an das Leben, an das Lebhafte und Freie im Menschen.
Ich war verwundert, wie gut diese St├╝cke zum Klangbild der B├╝rgy-Orgel passten: die Organistin meinte jedoch, es g├Ąbe geeignetere Instrumente.

Schade nur, da├č ich Frau Raschs Sweelinck hier nicht wiedergeben kann: Es war sanft, musikalisch, leise, ruhig, behutsam. Das Publikum, so schien es mir, wurde im Laufe des Spiels zusehens aufmerksamer und stiller.

Herr E.L. merkte in einem anderen Zusammenhang noch an, da├č der Johann Sebastian so registriert werden m├╝sse, da├č jede Stimme gut h├Ârbar ist. Auch die Akustik des Raumes (Kirche) k├Ânne sich in dieser Hinsicht negativ auswirken.

Bis zum 12. November also, Frau Rasch, mit dem von Ihnen geliebten Mendelsohn-Bartholdy!

Schlo├čkirche Bad Homburg, 08.10.2011 11:30 - 12:00

Orgelmatinee

An der Orgel:

Jorin Sandau

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Zur Vorbereitung

Leider konnte ich die Toccata in G nicht finden. Als Ersatz soll dienen SwWV 286. Und gleich ist man in die Renaissance zur├╝ckversetzt!

Auch FbWV 204 konnte ich nicht ausfindig machen. Stattdessen die Sonata sopra Ut Re Mi Fa Sol La in C-Dur FbWV 201, die wahrlich nicht uninteressant ist.

Hier eine Liste von Werken Frobergers.

Muffats Nova Cyclopias Harmonica gespielt von Elisabeth Ullman an der Egedacher-Orgel von 1731 der Stiftskirche Zwettl.

Der erste von drei S├Ątzten von Wq 70/3, H 84, gespielt von Tobias Horn auf der Orgel der Bergkirche St. Michael zu B├╝singen am Hochrhein.

BWV 663, gespielt von Bine-Katrine Bryndorf.
Die 2. von 3 Choralbearbeitungen ├╝ber "Allein Gott in der H├Âh sei Ehr" aus den 18 "Leipziger Chor├Ąle".
Die Choralmelodie erklingt im Tenor und die gesamte Machart erinnert an eine Triosonate, also 2 fantasierende Oberstimmen und einen begleitenden Bass im Pedal.
Die sp├Ąter einsteigende Choralmelodie im Tenor ist dabei so stark verziert, abgewandelt und mit Seufzerfiguren versehen, da├č man die eigentliche Melodie kaum noch erkennt.
Albert Schweitzer nennt deshalb diese Form von St├╝cken bei Bach die "mystische Choralform", da eben die Choralmotive in den Begleitstimmen und die Melodie selbst nur noch durch einen feinen, blauen Nebel hindurchschimmern.

BWV 589, BWV 589 und BWV 589. Bei der letzten Aufnahme ist mir im ersten Durchlauf der Bass aufgefallen. In einem zweiten Schritt habe ich mich dann mehr auf das Zusammenspiel von Alt und Sopran konzentriert. Interessant finde ich die chromatischen (d.h. darauffolgende Halbt├Âne) Notensequenzen und die Anwendung verschiedener Muster im Rythmus. Die zwei ersten Aufnahmen lassen allerdings viel besser erkennen, wie die Melodie zwischen den Stimmen hin und her wandert.
Es handelt sich um eine (organo pleno) Fuge im Stile antico (die Vokalpolyphonie - weltliche und geistliche Madrigalen, Motetten, Chansons auf Italienisch, Deutsch, Lateinisch - nach Giovanni Pierluigi da Palestrina und Orlando di Lasso).
Das Fugenthema erscheint in bach'scher Manier in alle verwandten Tonarten.
Die 2/2 Taktnotierung (Alla breve) f├╝hrt sowohl zu mehr ├ťbersichtlichkeit im Notenbild als auch zu einem flie├čenderen Spielflu├č da nicht jeder Viertel, sondern nur auf halbe Schl├Ąge gez├Ąhlt wird.
Eine Besonderheit sind die vielen Engf├╝hrungen (Wiederholung eines Themas in einer zweiten Stimme beginnt noch vor seinem Ende in der ersten Stimme)

Der gute Cheng Xiaogong stellt ├╝brigens viele weitere "elektronische Einspielungen", vielleicht mehr f├╝r das Auge und den Verstand, als f├╝r den musikalischen und emotionalen Genu├č, bereit.

Anmerkungen

Leider Gottes, war diese die letzte der 15 Bad Homburger Orgelmatineen, die Jorin Sandau gestaltete.

Er ist weiterhin als Regionalkantor an der Sankt Ludwig Kirche in Darmstadt zu h├Âren.

Beim Abschied erhielt er die Silbermedaille des Kuratorium Bad Homburger Schlo├č. G├Ąbe es eine Goldmedaille, dann h├Ątte er Sie meines Achtens verdient. Und auch den ersten Platz beim Fugato Festival.

Herr Sandau gab die Programm├Ąnderungen bekannt:

Muffats Toccata septima, die siebte von 12 Toccaten des Apparatus Musico Organisticus bestehe aus einer Anreihung von Teilst├╝cken (Variationen?). Sie sei von einer Mischung aus prunkvollem franz├Âsichen und virtuosem italienischen Stil gekennzeichnet.

In Frobergers Fantasia ├╝ber Sol La Re (G A D) war die Kadenz immer wieder deutlich erkennabar. Weniger ihre Weiterf├╝hrung La Sol Fa Re Mi (A G F D E) "Lascia fare a me" bzw. La Sol Mi Fa Re (A G F D E) "Lasciami fare", "Lass mich wirken".
H├Ątte ich die o.g. Liste der Werke Frobergers genauer studiert, w├Ąre mir aufgefallen, da├č es sich um die vierte Toccata, "DT├ľ Fantasia No. 4", handelt, und mit dieser Bezeichnung gibt es auf YouTube diese Einspielung FbWV 204 auf dem Cembalo.

Hier ein interessantes Vorwort und Vorbereitung zu SwWV 320, Variationen ├╝ber das Lied "Von der Fortuna werd ich getrieben".

Die B├╝rgy Orgel sei f├╝r die Werke des ausgehenden 18. Jahrhundert, wie z.B. die von Carl Philipp Emanuel Bach besonders geeignet, es mangele jedoch an diesen aufgrund der Einstellung der Aufkl├Ąrung zu Kirchenmusik.

Bachs "Allein Gott in der H├Âh sei Ehr" weise eine reich verzierte Mittelstimme auf und das "Alla breve" sei eine Fuge im alten Stil.

Leider wurden die letzten St├╝cke durch das Gelaber zweier j├╝ngerer Zuschauer, die ihre Ann├Ąherung viel besser auf dem Spielplatz der nahe gelegenen Landgraf-Ludwig-Schule vollzogen h├Ątten, gest├Ârt. Wenn ich die bei den Orgelmatineen wieder antreffe, bekommen sie von mir ein Andenken.

Zum Gl├╝ck war das Alla breve so registriert, da├č nur die Musik zu h├Âren war.
Und was f├╝r eine Musik! Das St├╝ck kam voll zur Geltung, viel besser als die Versionen auf YouTube.
Das gew├Ąhlte Tempo war perfekt, und die Bass Partie entpuppte sich in meinen Ohren als herrliche melodische Erg├Ąnzung heraus. Ebenfalls Sopran und Tenor kamen melodisch zu ihrer vollen Geltung.

Das zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, den richtigen Interpreten f├╝r ein St├╝ck zu finden: Mit Jorin Sandau liegt man m.E. nie daneben.

Schlo├čkirche Bad Homburg, 12.11.2011 11:30 - 12:00

Orgelmatinee

An der Orgel:

Jasmin Rasch

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Sonate in c-moll Op. 65,2 gespielt von Christoph Daniel Korn an der Mayer-Orgel der Evangelischen Dornbuschkirche Frankfurt am Main. Zum Vergleich die S├Ątze Grave und Adagio gespielt von Julian Bewig an der Orgel von St. Marien in Emsdetten.

"Wer nur den lieben Gott l├Ąsst walten" in dreifacher Ausf├╝hrung:

BWV 691 und Ton Koopmans BWV 691 (2:18), und BWV 690 (3:28) aus den sog. Kirnberger Chor├Ąlen (BWV 690-713a), weil von Johann Philipp Kirnberger gesammelt bzw. herausgegeben. Aus dem "Orgelb├╝chlein": BWV 642 (1:28).

Das Wort "Choral Pr├Ąludium" ist wahrscheinlich gleichzusetzen mit Choralvorspiel und deutet darauf hin, da├č diese St├╝cke als Einf├╝hrung zu einem gesungen Lied dienen. Ferner beinhalten sie die Melodie des Chorals gleichen Namens.

Zur Erg├Ąnzung: Dreistimmig gesungen. Auch ohne Tracht geht es bei BWV 81 vonstatten. Die Arie "Wer nur den lieben Gott l├Ąsst walte" aus BWV 93.

Diese Choralvorspiele sind zwar sehr kurz, haben es dennoch in sich. Hier BWV 641. Den hat Jonas Manuel Pinto vor ein paar Jahren mit Sicherheit bei einer Orgelmatinee gespielt, da er uns damals das gesamte "Orgelb├╝chlein" vorstellte.

BWV 645 aus den sog. Sch├╝bler Chor├Ąlen. Man beachte, welche Spannung aus dem Zusammenspiel von einem rytmisch und melodisch einfachen (ostinato) Bass und dem sich mehrmals wiederholenden Sopran entsteht, und welche Rolle dem Tenor zukommt, um diese Spannung zu erhalten und steigern: Ein Meisterwerk der superlative.

Die Passacaglia in c-moll BWV 582 hat Ohrwurmkarakter. Aus diesem Grund ist es ratsam, sie nicht allzu oft zu h├Âren, und der Bedarf einer Vorberetung ist nicht gegeben.

Anmerkungen

Wie gewohnt, spielte Frau Rasch meisterhaft, vor einem zahlreich erschienen Publikum.

Ihre Interpretation des Mendelsohn-Bartholdys und der Bachschen Passacaglia verleiten mich dazu, diese St├╝cke besser kennenlernen zu wollen.

Ich ├╝berwand meine Applaushemmung und leitete (fachgerecht) den Applaus ein.

Eine Zugabe w├Ąre die Kr├Ânung dieses sehr gelungenen Konzertes gewesen, h├Ątte aber die Etiquette der Bad Homburger Orgelmatineen gesprengt.

Schlo├čkirche Bad Homburg, 10.12.2011 11:30 - 12:00

Orgelmatinee

An der Orgel:

Peter Scholl

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Bruhns "Nun komm, der Heiden Heiland" und "Nun komm, der Heiden Heiland" mit interessante Informationen in der YouTube Beschreibung unter dem Video.

BWV 659 aus den sog. "Leipziger Chor├Ąle"

Magnificat primi toni BuxWV 203, Magnificat primi toni BuxWV 203, BuxWV 203

"Ave Maris Stella", Gegr├╝├čt sei der Stern des Meeres

Interessant ist, das erste und das letzte St├╝ck nacheinander zu h├Âren: Ein gewaltiger Konstrast.

Am 14.08.2010 wurden Teile des Programms von Jorin Sandau aufgef├╝hrt.

Fuori programma m├Âchte ich hier ein weiteres junges Talent namens Gert van Hoef mit seiner improvisierten Fantasia vorstellen.

BWV 659 aus den sog. "Leipziger Chor├Ąle"

"Ave Maris Stella"

Anmerkungen

Das Programm beinhalte heute nur Textgebundene St├╝cke, die ersten zwei zur Huldigung der Geburt Jesu, die letzten zwei aus den Vespern (Marieenvespern).
Die originale lateinische Fassung der Hymne "Nun komm, der Heiden Heiland" (4 8-silbigen Versen) stamme vom Tierer, sp├Ąter Mailander, Sant'Ambrogio, Ambrosius von Mailand, (339-397) und die Melodie stamme aus dem 12 Jhr.
Martin Luther ├╝bersetzte schlie├člich den Text ins Deutsche.

BWV 660

Herr F. meinte, der Ausgangspunkt f├╝r den H├Ârer sollte die Kenntnis des Chorals aus dem Ev. Kirchlichen Gesangsbuch (Nr. 4?) sein.
Dann k├Ânne man z.B. erkennen, wie die rechte Hand das Thema auf einem Manual ausf├╝hrt und dann im Manual der linken Hand weitermacht.
Und vor allem stauen, wie der Komponist das Thema bearbeitet.

Als Orgelvorpiel, auch Choral Preludium genannt, gibt es BWV 599.
Als Cantata gibt es z.B. BWV 61 und BWV 62.
Cantata und Choral d├╝rfen indes nicht verwechselt werden, da sie zwei getrennte Musikformen sind.

Das St├╝ck Bruhns wurde durch das Gleichnamige von Samuel Scheid ersetzt.
Scheids St├╝ck sei vierstimmig komponiert, der Cantus firmus (die Melodie?) gehe vom Sopran ├╝ber Alto und Tenor bis zum Bass.

Bachs "Version" sei reich verziert, ausdrucksstark, expressiv. Ihr l├Ąge ein Ostinato Bass in 1/8 Bewegungen zugrunde, und sie beschreite einen Weg in entgegengesezter Richtung: von dunkel nach hell. Am Ende ruhe pl├Âtzlich der Bass, als sog. Orgelpunkt, und der Cantus firmus erschiene erneut in hellen Farben.

Der Magnificat und das Ave, die zur allabentlichen Vesper, insbesondere zur Marienvesper, geh├Ârten seinen nicht rein adventlich. Allerdings sei der 8. Dezember Maria Empf├Ągnis und der Bezug zur Weihnacht sei somit ordnungsgem├Ą├č wiederhergestellt. Der (lateinische) Text des Ave stamme aus dem 7 Jahrhundert.

Buxtehude k├Ânne man mit den Versen der Psalmen in Verbindung bringen.

De Gringny bringe eine ganz andere Klangfarbe ins Spiel. Der Franz├Âsische Stil sei gekennzeichnet von einer gro├čz├╝gigen Verwendung der Zungen (im Gegensatz zu den Labialkl├Ąngen) und vom Einsatz reichhaltiger Verzierungen (mehr T├Âne als in der Partitur notiert).

Wilkommen bei den Orgelmatineen Bad Homburg 2012

Organistin: Anna Lin├č

Organistin: Jasmin Rasch

Schlo├čkirche Bad Homburg, 14.01.2012 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Anna Lin├č

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Sehr freue ich mich auf die Wiederaufnahme des "Orgelb├╝chlein" Bachs.

Das "Orgelb├╝chlein", das Jonas Pinto vor mehreren Jahren auff├╝hrte, war, dank der Bad Homburger Orgelmatineen, meine Einf├╝hrung zur Barocken (Orgel-)Musik.

Der Qualit├Ątssprung im H├Ârerlebnis kam allerdings durch die Verfassung dieser Seiten, die als Archiv der Einf├╝hrungen zu den Konzerten gedacht waren, und die sich bald, dank der Beitr├Ąge zahlreicher YouTube Teilnehmer, als komfortable Plattform f├╝r eine sinnvolle Vorbereitungt├Ątigkeit erwiesen.

Zweifelsohne bedarf Buxtehude der Vorbereitung BuxWV 156. Ein Meisterwerk!
Mit Abstand die beste Interpretation ist m.E. die von Herrn Martin L├╝cker BuxWV 156, Professor vieler Stipendiaten.
Ich stelle mir vor BuxWV 156 sei in vier Teilen, mit einer Dauer von jeweils ca. zwei Minuten, gegliedert, beginnend bei den Zeiten 2:12, 4:50 und 6:21.

Aus dem "Orgelb├╝chlein" wird uns eine interessante Auswahl von Weihnachtschor├Ąlen geboten:

"Gelobet seist du, Jesu Christ" BWV 604
"Vom Himmel hoch, da komm ich her" BWV 606
"In dulci jubilo" BWV 608
"Lob Gott, ihr Christen allzugleich" BWV 609
"Christum wir sollen loben schon" BWV 611

BWV 547,1 und 547,2 von Rainer Oster mit Noten.
BWV 547 ├Ąu├čerst lahm von Artjom Chatschaturow.
BWV 547 z├╝gig (zwei mal schneller!) von Ton Koopman.

Anmerkungen

Frau Anna Lin├č ├╝berlie├č mir freundlicherweise Ihre Notizen.

Das Programm sei dreiteilig aufgebaut: Ein freies St├╝ck, vier Choralbearbeitungen und ein freies St├╝ck.

In Buxtehudes Toccata F-Dur wechseln sich freie und fugierte Abschnitte ab, in einem kaleidoskopartigen Farbspiel.
Mal klinge es wie ein Hirtenlied, mal feierlich-milit├Ąrisch mit Trompeten und Posaunen.
Das St├╝ck wirke an mancher Stelle wie improvisert, und bietet dem Organisten die M├Âglichkeit, verschiedene Facetten und Registrierungen der Orgel zu pr├Ąsentieren.

Wir lernen heute da├č es der Orgelb├╝chleintypus und das es von folgenden Merkmalen gepr├Ągt sei:

  • einstrophige Pr├Ąsentation der Melodie in der Oberstimme ohne Zwischenspiele
  • durchgehend vierstimmig ausgearbeiteter Satz
  • obligat eigenst├Ąndig gef├╝hrtes Pedal
  • strenge motivische Bindung in den figurierten Gegenstimmen

Das "Orgelb├╝chlein" von Johann Sebastian Bach durchbr├Ąche dieses Prinzip durchaus - und wie k├Ânnte es anders sein?
Es sei eine Sammlung von 46 (von den urspr├╝nglich geplanten 164) choralgebundenen St├╝cken in der Ordnung des Kirchenjahres. Die St├╝cke seien im kleinsten Format, in der die Kunstfertigkeit des Komponisten auf lediglich 1-2 Seiten sich beweisen mu├č.

"Gelobet seist du Jesu Christ" BWV 604 (C-Dur) folge dem Prinzip des Orgelb├╝chleintypus, mit den Abweichungen einer hervorgehobenen Choralmelodie, und einer nicht so starken motivischen Stringenz in der Begleitung.

"Vom Himmel hoch, da komm ich her" BWV 606 (D-Dur) entspr├Ąche auch Orgelb├╝chleintypus, wobei die Choralmelodie mit einigen Zwischennoten verziert wurde. Im Pedal sei die Passionsthematik vorzufinden: als sog. Kreuzmotiv (zwei aufeinander folgende Intervalle der gleichen Richtung), und als Anklang von "Da Jesus an dem Kreuze Stund".

"In dulci jubilo" BWV 608 (A-Dur) sei ein strenger, gut verfolgbarer, Kanon zwischen Oberstimme (Sorpan) und Pedal (Bass), begleitet durch Triolen und dagegen laufenden rhythmisch interessante und nicht leicht zu spielenden Achteln.

"Lob Gott, ihr Christen allzugleich" BWV 609 (G-Dur) folge dem Orgelb├╝chleintypus mit Melodie in der Oberstimme, vierstimmigen Satz, Tonleiterabschnitte im Pedal, also obligat gef├╝hrt, und die Mittelstimmen h├Ątten ein vierton Motiv.

"Christum wir sollen loben schon" BWV 611 (C-Dur) sei untypisch f├╝r Orgelb├╝chlein. Melodie liege im Alt, was satztechnisch neue M├Âglichkeiten biete.

Da der Choral z.Z. nicht im Gesangbuch gef├╝hrt wird, hier der Text der 1. Strophe:

Christum wir sollen loben schon
der reinen Magd Marien Sohn
so weit die liebe Sonne leucht
und an der Welt ihr Ende reicht

Bemerkenswert sei die Tonspanne, vom tiefem C im Pedal, bis zum c3 in der Oberstimme, was dem Umfang der Weimarer Hoforgel entspricht,
Schon die Einsatzt├Âne liegen fast 4 Oktaven auseinander D-b2. Die 4. Choralzeile sei eine Art Reprise mit kanonischer F├╝hrung im Pedal zum Alt (Melodie). Als Schlusssteigerung nach dem Orgelpunkt wird der Satz f├╝nfstimmig mit Einsatz einer 2. Pedalstimme.

Pr├Ąludium und Fuge C-Dur BWV 547 sei um 1744 in Leipzig entstanden, und z├Ąhle somit zu den letzten Orgelwerken Bachs.
Das Pr├Ąludium sei im ungew├Âhnlichen 9/8 Takt, bestehe aus einem einzigen thematischen Gedanken, der gleich zu Anfang vorgestellt und durch unterschiedlichste Tonstufen moduliert wird, wirke sehr geschlossen.
Die Fuge sei f├╝nfstimmig, mit einem aus 9 T├Ânen bestehenden Thema, das teilweise mit seiner Umkehrung kombiniert wird und zu einer sehr dicht kontrapunktischen Verflechtung f├╝hre. Am Ende kommt zus├Ątzlich das Pedal mit dem Thema in der Vergr├Â├čerung dazu. An das 19. Jahrhundert erinnere die spannungsreiche Harmonik, wie auch der frappierend kurzer Schlussakkord, nur eine Achtel-Note ohne Fermate.

L├Ą├čt man diese Orgelmatinee Revue passieren, merkt man wie au├čerordentlich interessant und vielf├Ąltig die Auswahl der St├╝cke in jeder Hinsicht war. Ohne eine tiefere Au├čeinadersetzung mit der Materie, wird jedoch vieles ├╝bersehen und geht verloren. Aus diesem Grund bin ich Frau Anna Lin├č in h├Âchstem Ma├če dankbar sowohl f├╝r ihre perfekte Ausf├╝hrung der St├╝cke als auch f├╝r die ├Ąu├čerst gelungenen Einf├╝hrungen zu den Werken, dank derer ich einiges dazulernen konnte.

Schlo├čkirche Bad Homburg, 11.02.2012 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Jasmin Rasch

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BuxWV 140, BuxWV 140, BuxWV 140 und BuxWV 140

Echofantasie in a-moll, Echofantasie in a-moll

Sweelinck war ein niederl├Ąndischer Komponist und Zeit seines Lebens als Organist in Amsterdam angestellt.
Da zu dieser Zeit Amsterdam calvinistisch wurde, war der Gebrauch der Orgel im Gottesdienst komplett verboten.
Dadurch wurde Sweelinck von der Stadt angestellt und mu├čte t├Ąglich ├Âffentliche Konzerte geben.
Obwohl er bis zu seinem Tod in Amsterdam blieb, verbreitete sich sein Ruhm weit ├╝ber die Stadt hinaus, wodurch er viele Sch├╝ler aus den Niederlanden und Deutschland zu sich locken konnte und er dadurch die Orgelmusik in Deutschland auch ma├čgeblich beeinflusste.
Trotz seines etwas provinziellen Lebens studierte er ├Ąhnlich wie Johann Sebastian Bach Musik aus allen Teilen Europas und lie├č diese auch in seine eigene Musik miteinflie├čen.
Wie der Name "Echofantasie" vermuten l├Ąsst, basiert das St├╝ck auf dem Prinzip der Imitation.
Man darf also gespannt sein, in welcher Form und mit viel Geschick Sweelinck die Echos in dieses St├╝ck einschlie├čt.

Toccata zur Eucharestie: Frescobaldis Toccata IV, Frescobaldis Toccata IV.

La doune cella, La shy myze aus dem Mulliner Book

Susatos Saltarelle, auch "Saltarello" genannt.

Hier eine ├Ąhnlich heitere Tarantella aus dem Calabrien unserer Tage, mit abwechselnder Paarbildung und h├╝pfartigen Tanzschritten. Und hier das Ergebnis zum Thema Saltarelle in aus der italienischen Wanderschaft von Felix Mendelssohn Bartholdy im Finale seiner Symphonie Op. 4.

BWV 579, Werkbesprechung BWV 579

Als Hilfe zu Untersuchung dieser Bachschen Fuge kann die Beobachtung dienen, welche Themen, wann in welchem Register gespielt werden. Z.B. bewegt sich manches markantes Thema vom Bass zum Alt. Eine gewisse Spannung ist in den Abschnitten ohne Bass zu verzeichnen. Dann sind wiederkehrende Muster im Arpeggiato, im Rhythmus und im Zusammenspiel der Stimmen zu erkennen, ganz zu schwiegen von den Syncopen und den gekonnten Eins├Ątzen der 2/4 bis 1/32 (oder 1/16?) Notenl├Ąngen.

Offertoire sur le Grands Jeux, Offertoire sur le Grands Jeux, Offertoire sur le Grands Jeux

Anmerkungen

Das Programm wurde auf eine Tagung europ├Ąischer Physik-Wissenschaftler in Frankfurt am Main gespielt, und umfasse deshalb Komponisten aus Norddeutschland, den Niederlanden, Italien, Gro├č-Britannien, Ost-Deutschland und Frankreich.

Frau Rasch erinnerte daran, da├č die Orgelkunst im lutherischen Norddeuschland der Barockzeit weit verbreitete Popularit├Ąt geno├č, und in manchen Kreisen gar ein gesellschaftlicher Mu├č war.

Buxtehudes Pr├Ąludium sei gekennzeichnet von einem selbstst├Ąndigen Pedal, von freien Abschnitten mit meist nach unten fallenden Tonleitern und von durchkomponierten Fugen und Toccaten.

Sweelincks Fantasia weise einen homophonen Teil auf, und einen darauffolgenden polifonen Teil.

Frescobaldis fast mystische klingende Toccata komme durch eine Registrierung mit leicht verstimmten Pfeifen neben dem Prinzipal noch besser zur Geltung.

In Bachs Fuge seien die Stimmen dicht beieinander gehalten.

Couperins Offertoire besteche durch mittels Punktierungen unterschrichene Festlichkeit.

Herr L. erkl├Ąrte mir nach dem Konzert, da├č manche Basspassage Buxtehudes an der Grenze des Spielbaren sei, im Gegensatz zu den von Johann Sebastian Bach.

Schlo├čkirche Bad Homburg, 10.03.2012 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Anna Lin├č

Programm

  • Dieterich Buxtehude (1637-1707): Pr├Ąludium g-moll BuxWV 163
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): Passionschor├Ąle aus dem "Orgelb├╝chlein":
    • "O Lamm Gottes, unschuldig" BWV 618
    • "Christe, du Lamm Gottes" BWV 619
    • "Christus, der uns selig macht" BWV 620
    • "Da Jesus an dem Kreuze stund" BWV 621
    • "O Mensch, bewein dein S├╝nde gro├č" BWV 622
    • "Wir danken dir, Herr Jesu Christ" BWV 623
    • "Hilf Gott, dass mir's gelinge" BWV 624
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): Fantasie und Fuge c-moll BWV 537

Vorwort und Vorbereitung

BuxWV 163, BuxWV 163, BuxWV 163

"O Lamm Gottes, unschuldig" BWV 618

"Christe, du Lamm Gottes" BWV 619

"Christus, der uns selig macht" BWV 620

"Da Jesus an dem Kreuze stund" BWV 621

BWV 622

"Wir danken dir, Herr Jesu Christ" BWV 623

"Hilf Gott, dass mir's gelinge" BWV 624

BWV 537 BWV 537,1 BWV 537,2

Anmerkungen

Das Programm stehe im Zeichen der Passionszeit (auch Fastenzeit genannt, von Aschermittwoch bis Karsamstag, allj├Ąhriger Hinweis auf die Leidenszeit Jesu Christi, eine Zeit der Bu├če und R├╝ckbesinnung), sei aber nicht traurig, sondern besinnlich, feierlich, k├Ąmpferisch und sehr emotional.

Pr├Ąludium g-moll BuxWV 163

Da Buxtehudes Pr├Ąludium g-moll manualiter, d.h. ohne Pedalzuweisung, gespielt werden kann, sei unklar, ob es f├╝r Cembalo oder f├╝r Orgel geschrieben wurde. Ein Orgelpunkt an einer Stelle, ein langer Halteton im Bass, der auf dem Cembalo sofort verklingen w├╝rde, spricht f├╝r die Orgel. Im Gegensatz zum Cembalo, biete ferne die Orgel die M├Âglichkeit, verschiedene Abschnitte mit verschiedenen Registrierungen zu belegen, was den Buxtehude nach heutiger Empfindung noch mehr zur Geltung bringt. Das St├╝ck sei "kammermusikalisch" registriet unter Verwendung von nur 7 (von 38) Registern.

Die Passionschor├Ąle

  • "O Lamm Gottes, unschuldig" BWV 618 Tonart F-Dur, Adagio, "Lamm"-Thematik, Melodie im Alt und Tenor als Quintkanon (da Melodie ungeeignet f├╝r Kanon), Seufzermotivik durch Begleitstimmen
  • "Christe, du Lamm Gottes" BWV 619 Tonart F-Dur, kath. Messe und ev. Abendmahlsgottesdienst, 5-stimmig, Melodie in Sopran1 und Tenor als Kanon (alla duodecima); Begleitstimmen mit absteigenden Tonleitern
  • "Christus, der uns selig macht" Tonart e-Phrygisch, Evanglienparaphrase von Gefangennahme bis Grablegung Jesu, Melodie zwischen Sopran und Bass als Kanon (alla ottava), sehr reiche Harmonik, Chromatik abw├Ąrts "Passus duriusculus" = Leidensmotiv,
  • "Da Jesus an dem Kreuze stund" BWV 621 Tonart C-Dur, Evanglienparaphrase Paraphrase der letzten 7 Worte Jesu Christi am Kreuz, Paraphrase der letzten 7 Worte Jesu Christi am Kreuz, Bach vertont hier keine einzelnen Worte, eher das Bild, in der diese Worte gesagt werden. Herniederh├Ąngen am Kreuz durch Pedallinie vertont, Synkopen abw├Ąrts, sehr dissonante Harmonik.
  • "Vom Himmel hoch" Tonart im vorletzten Takt Motivik der Begleitstimmen von "Da Jesus an dem Kreuze stund" Vorausdeutung der Passionsgeschichte
  • "O Mensch, bewein dein S├╝nde gro├č" BWV 622 Tonart c-moll, Adagio assai, einer der beiden kolorierten Orgelchor├Ąle im Orgelb├╝chlein (koloriert = verzierte Melodiestimme); keine durchgehende Motivik in den Begleitstimmen, daf├╝r Liebe zum Detail, chromatische und dissonante Linie aufw├Ąrts, Leidensweg, schweres Kreuz, Seufzerfiguren, Kreuzmotiv im Pedal, Adagio assai und am Ende Adagissimo, hochemotional und sehr intime Zusammenfassung der Passion
  • "Wir danken dir, Herr Jesu Christ" BWV 623 Tonart G-Dur Antwort auf Passion, Melodie im Sopran, begleitet durch "Figura corta"; trotz der meist fr├Âhlichen G-Dur Tonart, ist der Choral eher verhalten, kaum konsonante Kl├Ąnge auf schweren Taktzeiten, n├╝chterne Antwort der Gemeinde, verhaltender Dank, es ist noch nicht Ostern.
  • "Hilf Gott, dass mir's gelinge" BWV 624 Tonart F-Dur Antwort des Dichters, der in der 1. titelbestimmenden Strophe Gott darum bittet f├╝r sein nun folgendes Gedicht die richtigen Worte zu finden (├Ąhnlich: Anrufung der Musen in der Antike) Melodie im Sopran und Alt als Kanon, Tenor durchgehend 1/16 Triolen auf und abw├Ąrts, Pedal schrittweise gef├╝hrte 1/8 und synkopische Spr├╝nge

Fantasie und Fuge c-moll BWV 537

Die Fantasie sei im seltenen 6/4 Takt, bestehe aus 2 Abschnitten, die einander gegen├╝berstehen, weise die oft im Barock verwendete Seufzermotivik und Ende auf Halbschluss (G-dur, statt c-moll).

Die Fuge sei in der Form: ABA. B-Teil: neues chromatisch-aufsteigendes Motiv, wird mit bekannten Motiven kombiniert.

Beide St├╝cke sollten immer in der Kombination gespielt werden, Fuge ist die Aufl├Âsung des Halbschlusses der Fantasie, Kontrast der beiden St├╝cke, Fantasie langsam schreitend, lebhaft leidenschaftlich die Fuge

Schlo├čkirche Bad Homburg, 14.02.2011 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Jasmin Rasch

Programm

Vorwort und Vorbereitung

KV 356

Schlo├čkirche Bad Homburg, 14.04.2012 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Jasmin Rasch

Programm

  • Fran├žois Couperin (1668-1733): aus der Messe pour les Paroisses
    • Plein Chant
    • Fugue sur les jeux d'anches
    • R├ęcit de cromorne
    • Dialogue sur la trompette et de cromorne
    • Plein Chant
  • Johann Gottfried Walther (1684-1748): Concerto del Sig. Taglietti in B-Dur (Adagio - Allegro - Adagio - Allegro)
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): Pr├Ąludium und Fuge G-Dur BWV 541

Vorwort und Vorbereitung

Plein chant 1er Kyrie en taille (aus der Messe pour les Paroisses)

1er Kyrie en Taille (aus der Messe pour les Paroisses)

Fugue sur les jeux d'anches (aus der Messe pour les Paroisses)

R├ęcit de cromorne (aus der Messe pour les Paroisses)

Dialogue sur la trompette et de cromorne (aus der Messe pour les Paroisses)

Dialogue sur la Trompette du Grand Clavier (aus der Messe pour les Paroisses)

Plein Chant 2er (aus der Messe pour les Paroisses)

Tierce en taille (aus der Messe pour les Paroisses)

Das Konzert in B-Dur des Herrn Walthers f├╝r Herrn Taglietti. Es gibt auch eines f├╝r Herrn Vivaldi.

BWV 541,1 BWV 541,2

Anmerkungen

Taglietti sei Vivaldi, und Walthers Orgelst├╝ck st├╝nde in der Tradition der Nachahmung von Violinkonzerten.

Das "G-Dur" sei der "erste Bach" den die Organistin, als 15-J├Ąhrige, in Angriff genommen habe.

Das Konzert war ein reiner Genu├č: Wer braucht "Rock" Musik, wenn Jasmine Rasch die B├╝rgy Orgel zum Kochen bringt?

Schlo├čkirche Bad Homburg, 12.05.2012 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Anna Lin├č

Programm

  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): Fantasia C-Dur BWV 570
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): Manualiter-Bearbeitungen aus der "Clavier├╝bung 3. Teil" (BWV 669-689), der sogenannten "Kleine Orgelmesse":
    • "Jesus Christus, unser Heiland" BWV 688
    • "Kyrie, Gott Vater in Ewigkeit" BWV 672
    • "Christe, aller Welt Trost" BWV 673
    • "Kyrie, Gott Heiliger Geist" BWV 674
    • "Allein Gott in der H├Âh' sei Ehr'" BWV 677
    • "Dies sind die heil'gen zehn Gebot'" BWV 679
    • "Wir glauben all' an einen Gott" BWV 681
    • "Vater unser im Himmelreich" BWV 683
    • "Christ unser Herr zum Jordan kam" BWV 685
    • "Aus tiefer Not schrei' ich zu dir" BWV 687
    • "Jesus Christus, unser Heiland" BWV 688
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): Pr├Ąludium und Fuge C-Dur BWV 545

Vorwort und Vorbereitung

BWV 570

BWV 672

BWV 673

BWV 674

BWV 677

BWV 679

BWV 681

BWV 683

BWV 685

BWV 687

BWV 688, BWV 688, BWV 688

BWV 545,1, BWV 545,2, BWV 545,1, BWV 545, BWV 545
Das St├╝ck gibt es in 3 Fassungen, was zeigt, dass Bach dieses St├╝ck h├Ąufig im Gebrauch hatte: Eine erste k├╝rzere Fr├╝hfassung, eine zweite Fassung und eine dritte, l├Ąngere Fassung (mit einem langsamen Satz aus der Triosonate in C-dur zwischen Pr├Ąludium und Fuge).
Gleich im 1. Takt des Pr├Ąludiums wird der volle Ambitus der Orgel ausgenutzt: von c3 bis zum tiefen C im Pedal.

Zwei Punkte sind aus den heutigen Erkl├Ąrungen zur Orgelmatinee und aus dem Austausch mit kompetenten Zuh├Ârern hervorgegangen.

1. Zahlensymbolik: trotz meiner Skepsis, scheint Bach doch hier und da eine solche einflie├čen zu lassen.

2. Stimmung: obwohl Bach ein Verfechter der wohltemperieten Stimmung war, scheint er einen Zusammenhang zwischen Gef├╝hlslagen und Tonarten zu sehen.

Anmerkungen

Ein vielf├Ąltiges Bach-Programm 2 freie Orgelst├╝cke, 10 Choralvorspiele (die sog. "Kleine Orgelmesse"), sowol Fr├╝h- aus auch Sp├Ątwerke.

Fantasia C-Dur BWV 570

BWV 570 ist ein Fr├╝hwerk, vermutlich in Arnstadt oder fr├╝her komponiert. Die Fantasie sei manualiter und durchzogen vom rhythmischen Motiv der "Figura corta".

Figura corta (neben der Figura bombilans, muta, suspirans): The 'corta', which simply means "short" in Italian, is a concise rhythmic figure which belongs to the species of ornamental 'figurae simplices' (Vogt). The term does not refer to the duration of the entire figure, as this could be the same as the 'bombus' or 'circulo mezzo'. Rather, it refers to the number of notes employed to construct the figuration. Neither the term nor any accompanying definitions suggest an expressive content or application of the figure. However, due to the inherent rhythmic drive of a series of 'cortae', it is frequently used in compositions which wish to express agitated or joyful affections. The 'corta' also forms the basis of Printz's 'suspirans', where the one longer note is subdivided into a rest and a note of equal value to the other two.

11 Manualiter-Bearbeitungen aus der "Clavier├╝bung 3. Teil" (BWV 669-689)

Alle 4 Teile der Clavier├╝bung geh├Âren zu Bachs Sp├Ątwerk. Sein Anliegen war, exemplarische Werke zu verschiedenen Kunstgattungen vorzulegen. Ferner lautet die ├ťberschrift: "Denen Liebhabern und besonderes denen Kennern von dergleichen Arbeit zur Gem├╝ths Ergenzung verfertiget" - Erg├Ąnzung hei├čt, wie Bach durch Ton und Zahlenymbolik, durch hohe kontrapunktische Kunst die dogmatischen Elemente der lutherischen Theologie in Musik fasst.

Rahmen: Pr├Ąludium und Fuge Es-Dur, Chor├Ąle der Missa brevis: Kyrie, Gloria UND Luthers Choraldichtungen zu den 5 Hauptst├╝cken des Katechismus (Handbuch der Unterweisung im Christlichen Glauben):
Dekalog (10 Gebote), Symbolum (Glaubensbekenntnis), Vaterunser, Taufe Abendmahl mit Beichte vorher vor der letzten Fuge noch 4 Duette (im Juli) f├╝r jeden Choral mindestens ein Choralvorspiel pedaliter und eins manualiter

Beispiele f├╝r Zahlensymbolik:

"Dies sind die heilgen zehn Gebot": Fughetta, das Fugenthema (wie in Stein gemei├čelt) erklingt 10 mal

"Wir glauben all an einen Gott": Fughetta, ├╝ber die erste Choralzeile; Mittelachse des Zyklus, in allen 4 Teilen der Clavier├╝bung bringt Bach auf der H├Ąlfte eine Franz├Âsische Ouvert├╝re, sie zeichnet sich durch den scharf punktierten Rhythmus aus

Symbolik der Tonarten:

"Aus tiefer Not schrei ich zu": fis-moll, kommt bei Orgelwerken eigentlich nicht vor, hohe Molltonart

"Jesus Christus, unser Heiland" f-moll, sehr selten, tiefste Tonart

Schlo├čkirche Bad Homburg, 09.06.2012 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Jasmin Rasch

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BWV 545,1, BWV 545,2, BWV 545,1, BWV 545, BWV 545
Das St├╝ck gibt es in 3 Fassungen, was zeigt, dass Bach dieses St├╝ck h├Ąufig im Gebrauch hatte: Eine erste k├╝rzere Fr├╝hfassung, eine zweite Fassung und eine dritte, l├Ąngere Fassung (mit einem langsamen Satz aus der Triosonate in C-dur zwischen Pr├Ąludium und Fuge).
Gleich im 1. Takt des Pr├Ąludiums wird der volle Ambitus der Orgel ausgenutzt: von c3 bis zum tiefen C im Pedal.

BWV 529 (1) Allegro, BWV 529 (2) Largo, BWV 529 (3) Allegro, BWV 529 Allegro (aus der Ludwigskirche zu Alt-Saarbr├╝cken)

KV 616

Sonate in c-moll Op. 65,2 gespielt von Christoph Daniel Korn an der Mayer-Orgel der Evangelischen Dornbuschkirche Frankfurt am Main. Zum Vergleich die S├Ątze Grave und Adagio gespielt von Julian Bewig an der Orgel von St. Marien in Emsdetten.

BWV 739

Anmerkungen

Frau Rasch bef├╝rchtete zwar, das Konzert wegen eines angeblichen vom Br├╝ckentag verusachtem Publikummangels absagen zu m├╝ssen, wurde jedoch von einer mit Zuh├Ârer jeden Alters bef├╝llten Schlo├čkirche empfangen.

Das Adagio (Largo) aus BWV 529 werde mit Fl├Âte, Oboe (?) und Fl├Âte im Pedal registriert. In der Tat klang es wurderbar (sanft und leise): Die sch├Ânste mir bekannte Interpretation.

Die Fuge in C-Dur BWV 545 sei von einem Crescendo ohne Änderung der Registrierung charakterisiert.

"Andante f├╝r eine Walze" sei nicht f├╝r Orgel geschrieben worden, und somit nicht so leicht spielbar, wie es klingen mag.

Schlo├čkirche Bad Homburg, 14.07.2012 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Anna Lin├č

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Muffats Toccata septima, die siebte von 12 Toccaten des Apparatus Musico Organisticus bestehe aus einer Anreihung von Teilst├╝cken (Variationen?). Sie sei von einer Mischung aus prunkvollem franz├Âsichen und virtuosem italienischen Stil gekennzeichnet.

BWV 802-805 am Cembalo, BWV 802-805 an der Orgel, BWV 802-805 am verstimmten Clavichord

Duetto I in e-moll BWV 802, Duetto II in F-Dur BWV 803, Duetto III in G-Dur BWV 804, Duetto IV in a-moll BWV 805

Op. 65,5 (Andante, Andante con moto, Allegro)

Schlo├čkirche Bad Homburg, 11.08.2012 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Jasmin Rasch

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Eine ruhige Ciaccona in f-moll, eine sanfte Ciaccona in f-moll, eine nerv├Âse Ciaccona in f-moll und eine weitere Ciaccona in f-moll.

"Thema" und die darauffolgende, sich oft wiederholende Akkord-Progression sind gut wahrnehmbar. Bemerkenswert ist die Vief├Ąltigkeit der Variationen: Von der ersten bis zur letzten Note bleibt das fast 9 minutige Werk recht spannend.

Hier die Noten und ein zweiter Artikel.

Eine Chaconne von H├Ąndel: HWV 435 bzw. auf dem Cembalo HWV 435

BuxWV 209

BuxWV 199

BWV 543, BWV 543, BWV 543, Pr├Ąludium BWV 543, Fuge BWV 543

Erl├Âserkirche Bad Homburg, 27.08.2012 19:00 - 20:00

3. Bad Homburger Kulturnacht: "Streifzug durch die Orgelromantik"

An der Woehl- und and der Sauer-Orgel:

Prof. Susanne Rohn

Programm

  • Alexandre Pierre Fran├žois Bo├źly (1785-1858): Fantasie et fugue en si b├ęmol
  • Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847): Sonate in d-moll Op. 65,6 (Andante/Andante con moto - Allegro maestoso)
  • Franz Schmidt (1874-1939): Pr├Ąludium in D-Dur ("Halleluja")
  • Sigfrid Karg-Elert (1877-1933):
    • Harmonies du soir from Trois impressions Op. 72
    • "Nun danket alle Gott" (Marche triomphale) Op. 65
  • Max Reger (1873-1913): Benedictus Op. 59 Nr. 9
  • Th├Ęodore Dubois (1837-1924): Toccata in G-Dur Nr. 3 aus "12 Pi├Ęces pour Grand Orgue"

Vorwort und Vorbereitung

Fantasie et fugue en si b├ęmol

Op. 65,6

Pr├Ąludium in D-Dur

Op. 72

Op. 65 Op. 65

Op. 59 Nr. 9

Toccata in G-Dur

Vorwort und Vorbereitung

Ein ├Ąu├čerst interessantes, vielschichtiges und sehr ausgewogenes Programm, das mitrei├čend vorgetragen wurde.

Ganz besonders hat Sigfrid Karg-Elert hat meine Neugier erweckt.

St. Johannes Kirche, Kirdorf, 28.10.2012 17:00 - 19:00

Festliches Chor- und Orgelkonzert zum 150.

  • Chor von St. Johannes und Herz Jesu
  • Russische Kammerphilharmonie St. Petersburg
  • Prof. Susanne Rohn an der Dreymann-Orgel
  • Simone Schwark (Sopran), Barbara Werner (Alt), S├Âren Richter (Tenor), Fabian Hemmelmann (Bass) und Dr. Helmut F├Âller, Continuo

Programm

  • Dieterich Buxtehude (1637-1707): Kantate "Alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken" BuxWV 4
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): Kantate "Ihr Menschen r├╝hmet Gottes Liebe" BWV 167
  • Joseph Haydn (1735-1809): Orgelsolomesse "Missa brevis Sancti Joannis de Deo"
  • Orgelwerke von L├╝beck, Boyvin und Carl Piutti

Vorwort und Vorbereitung

BuxWV 4

BWV 167

Missa brevis Sancti Joannis de Deo

Anmerkung

Verhindert.

Wilkommen bei den Orgelmatineen Bad Homburg 2013

Organistin: Geraldine Groenendijk

Organistin: Anna Lin├č

Conservatorio "Giuseppe Verdi" Como, 19.01.2013 17:30 - 19:00

Orgelkonzert

An der Orgel:

Francesco di Lernia

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BWV 547,1 und 547,2 von Rainer Oster mit Noten.
BWV 547 ├Ąu├čerst lahm von Artjom Chatschaturow.
BWV 547 z├╝gig (zwei mal schneller!) von Ton Koopman.

BWV 989

Der erste Satz (mit einem etwas gew├Âhungsbed├╝rftigem Anfang) BWV 528, 1, der zweite BWV 528, 2 und der dritte BWV 528, 3

Von der aus Novosibirsk stammende Natalia Baginskaya und in der Grazer Kathedrale gespielt BWV 528

BWV 564, BWV 564,1, BWV 564,2, BWV 564,3, BWV 564,

Anmerkungen

In meherer Hinsicht weise BWV 547 die dreier Numerik auf.

BWV 989 bestehe aus neun zweistimmig gef├╝hrten Variationen eines vierstimmg gespieltes Themas, das, wie ├╝blich, am Anfang und am Ende des St├╝ckes gespielt wird.

Akustik und Ausf├╝hrung lie├čen uns B├╝rgy Orgel, Schlo├čkirche und Bad Homburger Orgelmatineen sehr vermissen.

Zum Gl├╝ck gibt es die YouTube Benutzer und Kopfh├Ârer, die unsere maltr├Ątierte Ohren heilen werden.

Conservatorio "Giuseppe Verdi" Como, 16.02.2013 17:30 - 18:30

Orgelkonzert

An der Orgel:

Marco Ruggieri

Programm

Anmerkungen

BWV 565, BWV 565 ├á la Koopman, BWV 565

Wikipedia Artikel ├╝ber BWV 565: Deutsch und Englisch

BWV 539,1, BWV 539,2

BWV 579, Werkbesprechung BWV 579

BWV 1092

BWV 742

BWV 1106

BWV 1099

BWV 526,1, BWV 526,2 und BWV 526,2

BWV 594 basierend auf RV 208

Conservatorio "Giuseppe Verdi" Como, 16.03.2013 17:30 - 18:30

Orgelkonzert

An der Orgel:

Montserrat Torrent Serra

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BWV 565, BWV 565 ├á la Koopman, BWV 565

Wikipedia Artikel ├╝ber BWV 565: Deutsch und Englisch

BWV 535,1 BWV 535,2 BWV 535

BWV 590

BWV 974 und das Original

BWV 543, BWV 543, BWV 543, Pr├Ąludium BWV 543, Fuge BWV 543

BWV 957

BWV 1117

Partite diverse sopra "Sei gegr├╝├čet, Jesu g├╝tig" BWV 76 und das Original

Anmerkung

Verhindert.

Schlo├čkirche Bad Homburg, 08.06.2013 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Anna Lin├č

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Magnificat VI Toni

BWV 675

BWV 676 aus der "Clavier├╝bung 3. Teil" (BWV 669-689)

Op. 65,4

Anmerkung

Verhindert.

Ged├Ąchtniskirche, Kirdorf, 14.06.2012 20:00 - 21:30 bzw. 24:00

Orgelnacht 25 Jahre Kern-Orgel

Programm

Bernhard Lehnert

  • Louis-Claude Daquin (oder d'Acquin) (1694-1772): Noel G-Dur
  • Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788): Sonate a-moll (Allegro assai - Adagio - Allegro)

Hanno Lotz

Karin Giel

  • Justin Heinrich Knecht (1752-1817) aus Muntre und angenehme Orgelst├╝cke im eleganten Stil, durch die gebr├Ąuchlichsten Durtonarten (Vivace - Cantabile - Vivace)

Antonia Jacob, Karin Giel

...

Vorwort und Vorbereitung

Noel G-Dur

Sonate a-moll: Allegro assai, Adagio, Allegro

BuxWV 184

BuxWV 161, BuxWV 161, BuxWV 161

Eine Einleitung zu BuxWV 161 und eine zu den Ostinato Werken von Dieterich Buxtehude.

BWV 639

BWV 547,1 und 547,2 von Rainer Oster mit Noten.
BWV 547 ├Ąu├čerst lahm von Artjom Chatschaturow.
BWV 547 z├╝gig (zwei mal schneller!) von Ton Koopman.

Amazing Grace

Muntre und angenehme Orgelst├╝cke

"Ich will dir lobsingen"

"Der lieben Sonnen Licht und Pracht"

HWV 134

An Evening Hymn

Erl├Âserkirche Bad Homburg, 29.06.2013 17:00 - 17:45

Orgelvesper

An der Orgel:

Susanne Rohn

Programm

  • Samuel Scheidt (1587-1654): Cantilena angelica fortunae (Thema und drei Variationen)

Vorwort und Vorbereitung

BuxWV 137

Cantilena angelica fortunae

Capriccio sopra il Cucu

Op. 65

Basilica di Sant'Abbondio, Como, 07.07.2013 17:30 - 18:30

Vespri d'organo (a quattro mani)

An der Orgel:

Mariangela Di Giglio, Andrea Schiavo

Programm

Anmerkungen

A rustic wedding

J. S. Bachs Konzertbearbeitungen

BWV 595, BWV 595

Fantasie f├╝r die Orgel zu 4 H├Ąnden c-moll, Fantasie f├╝r die Orgel zu 4 H├Ąnden c-moll

Chor der Pilger aus Tannh├Ąuser

Intermezzo aus Cavalleria Rusticana

Overture aus Nabucco

Schlo├čkirche Bad Homburg, 13.07.2013 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Geraldine Groenendijk

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Toccata Noni Toni

BuxWV 161, BuxWV 161, BuxWV 161

Eine Einleitung zu BuxWV 161 und eine zu den Ostinato Werken von Dieterich Buxtehude.

Die wunderbare Partite diverse sopra: "Christ, der du bist der helle Tag" BWV 766, zum Teil mit nur zwei Stimmen.

Das Konzert in B-Dur des Herrn Walthers f├╝r Herrn Taglietti. Es gibt auch eines f├╝r Herrn Vivaldi.

Anmerkung

Verhindert.

Ged├Ąchtniskirche, Kirdorf, 04.08.2013 11:00 - 11:45

Orgelmatinee

An der Orgel:

Karin Giel

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Allegro brillante

Schlo├čkirche Bad Homburg, 10.08.2013 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Anna Lin├č

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BWV 545,1, BWV 545,2, BWV 545,1, BWV 545, BWV 545
Das St├╝ck gibt es in 3 Fassungen, was zeigt, dass Bach dieses St├╝ck h├Ąufig im Gebrauch hatte: Eine erste k├╝rzere Fr├╝hfassung, eine zweite Fassung und eine dritte, l├Ąngere Fassung (mit einem langsamen Satz aus der Triosonate in C-dur zwischen Pr├Ąludium und Fuge).
Gleich im 1. Takt des Pr├Ąludiums wird der volle Ambitus der Orgel ausgenutzt: von c3 bis zum tiefen C im Pedal.

BWV 684

BWV 688, BWV 688, BWV 688

Op. 65,1

Anmerkungen

Die von Johann Sebastian Bach bearbeiteten Choralmelodieen waren zu seiner Zeit zum Teil 200 Jahre alt.

Anders als zu der Entstehungszeit der Choral-Bearbeitungen sind sie heute der Gemeinde, bzw. dem Publikum, nicht mehr gel├Ąufig, und der Wiedererkennungseffekt bleibt aus.

Die Musik ist auch dem Text verwoben: wenn z.B. S├╝nde oder die H├Âlle angesprochen wird, klingt es entsprechend "schr├Ąg"; die Wogen des Jordan Flusses spiegeln sich in auf- und ab-steigenden Notensequenzen.

Bach ├╝bernimmt die Choralmelodieen nicht vollst├Ąndig, wie die folgende Gegen├╝berstellung zeigt:

Schlo├čkirche Bad Homburg, 31.08.2013 16:30 - 17:15

Sommerliches Orgelkonzert am Nachmittag

An der Orgel:

Anna Lin├č

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Ein gro├čes Dank an Frau Lin├č, die mir das Programm zur Vorbereitung direkt zukommen lie├č.

BuxWV 137

"Ombra mai fu", "Ombra mai fu"

Sicilienne, Sicilienne, Sicilienne

BWV 549 interpretiert von Ton Koopman, BWV 549,1 und BWV 549,2, gespielt von Andrea Marcon.

"Jesu bleibet meine Freude", "Jesu bleibet meine Freude" aus BWV 147

"Halleluja" aus Messiah HWV 56

Anmerkungen

Die Fuge BuxWV 137 sei 4 stimmig und mit sog. Treppenmotiven versetzt.

"Ombra mai fu" sei ein Lobslied an einem Baum am Beginn der Oper Serse.

Von Nikolaus Bruhns, der mit 31 Jahren verstarb, seien lediglich 5, bemerkenswerte, Orgelwerke erhalten. Im Pr├Ąludium in e-moll seien 14 unterschiedlich Affekte vorhanden.

BWV 549 sei h├Ąufig Bestand der f├╝r nicht hauptamtliche Organisten vorgesehene C-Pr├╝fung. Sie beginne mit dem Pedal sei aber haups├Ąchlich Manualiter zu spielen.

F├╝r das bekannteste Halleluja aller Zeiten, das im 3. Teil der Oper vorkommt, m├╝sse ein Operbesucher 2 Stunden warten.

Wilkommen bei den Orgelmatineen Bad Homburg 2014

Organist: Carmenio Ferrulli

Organistin: Geraldine Groenendijk

St. Katharinenkirche Frankfurt am Main, 31.03.2014 16:30 - 17:00

30 Minuten Orgelmusik

An der Rieger-Orgel:

Prof. Martin L├╝cker

Programm

  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): Kunst der Fuge BWV 1080
    • Contrapunctus I-IV
    • Canone alla ottava
    • Contrapunctus XI

Vorwort und Vorbereitung

BWV 1080 I-IV
BWV 1080 Canone alla ottava
BWV 1080 XI

St. Katharinenkirche Frankfurt am Main, 07.04.2014 16:30 - 17:00

30 Minuten Orgelmusik

An der Rieger-Orgel:

Prof. Martin L├╝cker

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Fantasia in g-moll

Pr├Ąludium BWV 546, Fuge BWV 546. Ein Koopmann im 14 min├╝tigen Dauerplenum: BWV 546, ein warmes Pr├Ąludium BWV 546 , eine ansehnliche Fuge BWV 546.
Das Pr├Ąludium (ein Sp├Ątwerk Bachs) stellt zun├Ąchst mehrere musikalische Gedanken nebeneinander, darunter anfangs eine Akkordfolge, dann ein Seufzermotiv, eine Triolenbewegung, einen chromatischen Gang und ein markantes Bassmotiv.
Im Verlauf des St├╝cks h├Ârt man all diese Ideen wieder, aber nun untereinander verbunden und eingewoben.
Etwas inkonsequenter im Gegensatz dazu scheint die 5-stimmige Fuge (ein etwas fr├╝heres Werk).
Sie beginnt sehr streng, gewinnt aber im Verlauf deutlich an Freundlichkeit im Manualzwischenspiel hinzu, wird sogar sehr warm, wenn das Thema nach Dur ├╝bergeht und endet schlie├člich sehr maj├Ąstetisch.

Anmerkung

Verhindert

Schlo├čkirche Bad Homburg, 12.04.2014 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Geraldine Groenendijk

Programm

  • Johannes Brahms (1833-1897): Choralvorspiel und Fuge ├╝ber "O Traurigkeit, o Herzeleid" WoO 7
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): Fantasia con imitatione h-moll BWV 563
  • Johannes Brahms (1833-1897): 3 aus 11 Choralvorspiele Op. posth. 122: "Herzliebster Jesu", "Schm├╝cke dich, o liebe Seele", "Herzlich tut mich verlangen"
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): Pr├Ąludium und Fuge h-moll BWV 544

Vorwort und Vorbereitung

Lesenswertes ├╝ber Brahms Orgelwerke.

"O Traurigkeit, o Herzeleid", "O Traurigkeit, o Herzeleid" jeweils bei schnellerem Tempo.

BWV 563, BWV 563, BWV 563 bei ├Ąhnlichem Tempo und unterschiedlicher Registrierung.

"Herzliebster Jesu"

"Schm├╝cke dich, O liebe Seele", "Schm├╝cke dich, o liebe Seele"

"Herzlich tut mich verlangen", "Herzlich tut mich verlangen"

"Pr├Ąludium BWV 544", "Fuge BWV 544"

Fuori programma

{yt{YcePnlcVZrg}BWV Anhang 200}}. Ist das ein Bach?

Schlo├čkirche Bad Homburg, 10.05.2014 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Carmenio Ferrulli

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Orgelkonzert F-Dur Op. 4 Nr. 5

HWV 295

HWV 609

BWV 577

BWV 525 - Allegro moderato Es-Dur, BWV 525 - Adagio c-moll, BWV 525 - Allegro Es-Dur

Anmerkung

Verhindert

Schlo├čkirche Bad Homburg, 14.06.2014 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Geraldine Groenendijk

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BWV 547,1 und 547,2 von Rainer Oster mit Noten.
BWV 547 ├Ąu├čerst lahm von Artjom Chatschaturow.
BWV 547 z├╝gig (zwei mal schneller!) von Ton Koopman.

BWV 658

BWV 668

op. 60 1, 2

Anmerkung

Verhindert

Schlo├čkirche Bad Homburg, 12.07.2014 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Carmenio Ferrulli

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Toccata Cromatica, Toccata Cromatica

Canzona post il Communio

BWV 588, BWV 588

BWV 593

BWV 805

Anmerkung

Verhindert

Schlo├čkirche Bad Homburg, 09.08.2014 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Geraldine Groenendijk

Programm

  • Johann Sebastian Bach (1685-1750) Fuge c-moll ├╝ber ein Thema von Legrenzi BWV 574
  • Franz Liszt (1811-1886) "Aus tiefer Not" Orgelvariationen ├╝ber ein Thema von Bach
  • Franz Liszt (1811-1886) "Ich hatte viel Bek├╝mmernis" Orgelvariationen ├╝ber ein Thema von Bach
  • Franz Liszt (1811-1886) "Adagio Es Dur" Orgelvariationen ├╝ber ein Thema von Bach
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750) Fantasie und Fuge g-moll BWV 542

Vorwort und Vorbereitung

BWV 574

Cantata "Aus tiefer Not" BWV 38

"Ich hatte viel Bek├╝mmernis" BWV 21

BWV 542

Schlo├čkirche Bad Homburg, 13.09.2014 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Carmenio Ferrulli

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Plein jeu - Tierce en taille

BWV 562, Fantasia, BWV 562, Fragment einer Fuge

BWV 572, BWV 572

Bei dem in den S├Ątzen Tres Vitement, Gravement, Lentement notierten, auch als 'Fantasie in G Dur' bekannten Werk, fallen die Arpeggien des ersten und des dritten Satzes auf, die Progression des Basses vom tiefen bis zum hohen C, die Einleitung des dritten Satzes mittels Cis und die darauffolgende chromatische Progression im Pedal. Letzere st├╝tzt die finalen Arpeggien (Tonleitern) der Fantasia rythmisch; sehr interessant m├╝sste auch die Harmonik (Akkord-Progression) sein.

Die Fantasia in G-Dur von Johann Sebastian Bach ist gleichzeitig ein sehr bekanntes und doch sehr ungew├Âhnliches Werk, da es sich nicht wie gew├Âhnlich um ein Pr├Ąludium/Toccata plus Fuge handelt, sondern um ein St├╝ck, dass ganz klar aus 3 sehr verschiedenen, aneinandergereihten Teilen besteht.
Au├čerdem gibt Bach dem St├╝ck und auch den Tempobezeichnungen franz├Âsische Namen, was auf seine Auseinandersetzung mit franz├Âsischer Musik zur Zeit der Komposition schlie├čen l├Ąsst.
W├Ąhrend das St├╝ck sehr lebendig und virtuos beginnt und in einen lauten, vollen Orgelklang ├╝berleitet, endet das St├╝ck aber f├╝r heutige Ohren sehr unspektakul├Ąr und sehr leise.
Dazu muss man wissen, da├č das, was im letzen Teil musikalisch passiert, also ein chromatischer absteigender Bass und die Harmonien, die daraus entstehen, es so noch nie vor Bach gegeben und dadurch nat├╝rlich zu dieser Zeit ein ganz anderes H├Ârerlebnis erzeugt als vielleicht heutzutage.

Anmerkungen

Herr Ferrulli hob hervor, da├č der in Deutschland heute nicht sehr bekannte Marchand zu den in seiner Zeit ber├╝hmtesten Organisten und Virtuosen geh├Ârte.

Plein jeu, Tierce en taille, Basse de trompette, R├ęcit, Dialogue seinen Registrierungsangaben.

Bach habe den franz├Âsiches Stil studiert insbesondere die Verzierungen.

Marchand sei teilweise schwer zu spielen. Auch die Verwendung des Doppelpedals (bei Bach selten) sei nicht einfach.

Schlo├čkirche Bad Homburg, 08.11.2014 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Carmenio Ferrulli

Programm

Johann Sebastian Bach und sein Meistersch├╝ler

Vorwort und Vorbereitung

Pr├Ąludium und Fuge C-Dur

"Herzlich lieb hab ich dich, o Herr"

Fuga B-Dur ├╝ber B-A-C-H

BWV 564, BWV 564,1, BWV 564,2, BWV 564,3, BWV 564,

Wilkommen bei den Orgelmatineen Bad Homburg 2015

Organist: Nils-Ole Krafft

Organist: Carmenio Ferrulli

Schlo├čkirche Bad Homburg, 10.01.2015 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Nils-Ole Krafft

Programm

Epiphanias

Vorwort und Vorbereitung

BWV 568

BWV 739

BuxWV 223

Op. 65,1

Anmerkungen

Quelle: Herr Krafft

  • BWV 568
    • Fr├╝hwerk
    • virtuos, pr├Ąchtig
    • noch etwas unbeholfen in der Stimmf├╝hrung, alles wird dem Klang untergeordnet
    • voller jugendlichem ├ťberschwang, vielleicht von einem jungen Virtuosen, der sich beweisen will (verj├╝ngt jeden, der es h├Ârt)
  • BWV 739
    • Wahrscheinlich ein Fr├╝hwerk
    • pr├Ąchtiges Tuttist├╝ck
    • erst Orgelmotette manualiter, wird dann zu einem pr├Ąchtigen Bass- c.f.
    • Vorbild ist wohl eindeutig Pachelbels Morgensternbearbeitung (klingt ganz ├Ąhnlich), jedoch bem├╝ht sich Bach auch Elemente aus der Norddeutschen Schule zu integrieren
    • es entsteht ein sehr experimentelles St├╝ck, etwas kurios und auf eine erfrischende Art und Weise unausgewogen
  • BuxWV 223
    • verbindet Choralvariationen und Choralphantasie
    • im ersten Teil wird der C. f. in Variationen verarbeitet, welche noch einen sehr archaischen fr├╝hbarocken Klang wie z. b. scheidt aufweisen
    • der zweite Teil folgt dem Gestus eine Gigue, also eines schnellen Tanzes, wobei Fragmente aus der Choralmelodie hier als Themen f├╝r die Fugati dienen
    • gesamtes St├╝ck ist im ungeraden Metrum gehalten
    • die vielen Klangwechsel und Echoeffekte machen es f├╝r die Orgel herausragend geeignet
    • ist hautps├Ątzlich manualiter gespielt
    • Dieterich Buxtehude der Meister der "Norddeutschen Schule" und L├╝becker Marienorganist, strahlendste Organistenpers├Ânlichkeit seiner Zeit
  • Op. 65,1
    • Urauff├╝hrung der 6 Mendelssohnsonaten in der Katharinenkirche in Frankfurt, damalige Stummorgel der hiesigen Orgel recht ├Ąhnlich
    • die ganze Sonate basier auf der Idee zwei unterschiedlich registrierte Manuale gegen├╝berzustellen
    • erster Satz fugierte Abschnitte auf dem einen Manual gegen den Choral "Was mein Gott will, das gescheh allzeit" auf einem Nebenmaunal
    • zweiter Satz (erstes bedeutendes Orgelst├╝ck in As-Dur), herrlicher fast fromm entr├╝ckter klassizistischer Satz wieder mit dem Kontrast zweier Manuale
    • im dritten Satz wird dann der Kontrast der Manuale auf die Spitze getrieben, wo zwischen Pianissimostrukturen extrem machtvolle Akkordverbindungen in hoher Lautst├Ąrke treten, dieser Satz ist vor allem ├ťberleitung ins Finale
    • das brillante und rauschende Finale scheint die romantische Klavieret├╝de auf die Orgel zu ├╝bertragen. Virtuoses romantisches Laufwerk m├╝ndet in einen herrlichen hymnenartigen Schluss, womit diese gro├čartige Sonate ein bebendes Ende findet
    • Felix Mendelssohn Bartholdy erster gro├čer Orgelkomponist nach Johann Sebastian Bach

Schlo├čkirche Bad Homburg, 14.02.2015 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Carmenio Ferrulli

Programm

Maria Lichtmess

  • Dieterich Buxtehude (1637-1707): Pr├Ąludium g-moll BuxWV 163
  • Dieterich Buxtehude (1637-1707): "Fried- und freudenreiche Hinfahrt des alten gro├čgl├Ąubigen Simeons" BuxWV 76 (Contrapunctus I, Evolutio I, Contrapunctus II, Evolutio I, Klaglied)
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): "Pr├Ąludium et Fuga e-moll" BWV 533
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): vier Chor├Ąle aus dem "Orgelb├╝chlein"
    • "Das alte Jahr vergangen ist" BWV 614
    • "In Dir ist Freude" BWV 615
    • "Mit Fried und Freud ich fahr dahin" BWV 616
    • "Herr Gott, nun schleu├č den Himmel auf" BWV 617
  • Dieterich Buxtehude (1637-1707): "Toccata d-moll" BuxWV 155

Vorwort und Vorbereitung

BuxWV 163, BuxWV 163, BuxWV 163

BuxWV 76

Pr├Ąludium BWV 533, Fuga BWV 533

BWV 614

BWV 615

BWV 616

BWV 617

BuxWV 155, BuxWV 155, BuxWV 155

Anmerkungen

Quelle: Carmenio Ferrulli

Maria Lichtmess: 2. Februar

28 da nahm er ihn auf seine Arme und lobte Gott und sprach:
29 Herr, nun l├Ą├čt du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast;
30 denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen,
Lukas 2, 28 - 30

Protestantisches Choral: "Mit Fried und Freud ich fahr dahin"

Virtuosit├Ąt der Instrumente darstellen im Stylus Phantasticus, von Johann Sebastian Bach bei 4. monatigem Praktikum (unerlaubtes Entfernen von Diensstelle) beim 40 Jahre ├Ąlteren Dieterich Buxtehude erlernt

"Viele wunderliche Variationen und viele fremde T├Âne" sollen Bachs Kompositionen nach der Lehre bei Buxtehude enthalten haben.

Aufzeichnung der Einf├╝hrung des Organisten

Quelle: meine inkompetente Wenigkeit

  • BuxWV 163
    • sehr interessant, mit wundersch├Ânen Fuge und frechen Abschluss
  • BuxWV 76
    • geht m.E. nicht gleich ins Ohr
    • Evolutio und Contrapunctus intellektuell, Klaglied musikalischer
    • Thema im Sorpan bei Contrapunctus (und Klagelied) und im Bass bei Evolutio
    • hier und da ungew├Âhnliche Progressionen
    • ├Ąhnliche Harmonie bei allen 5 Abschnitten (???)
  • BWV 533
    • kurz gehalten (jeweils ca. 2:40)
  • BWV 614
    • ein kurzer, sch├Âner, melanchonischer, musikalischer Spaziergang (2:11)
    • Anhaltspunkt: mehrere auf- und ab-steigende chromatische Sequenzen (erste im Alt) leiten ungew├Âhnliche Progressionen ein
  • BWV 615
    • Anhaltspunkt: Wiederholungen der markanten Anfangssequenz D D C B
  • BWV 616
    • k.A.
  • BWV 617
    • Anhaltspunkt: nicht erforderlich. Einfach zuh├Âren. Themen und Variationen konstant im Sopran, Arpeggios im Alt und Bass.
  • BuxWV 155
    • k.A.

Fuori programma

Pr├Ąludium und Fuge BWV 553

Triosonate No. 5 C-Dur BWV 529 (1)

Triosonate No. 6 G-Dur BWV 530 (1)

BWV 541, BWV 541

Vater unser im Himmelreich

Schlo├čkirche Bad Homburg, 14.03.2015 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Nils-Ole Krafft

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Concerto del Signor Meck in h-moll, Concerto del Signor Meck in h-moll, Concerto del Signor Meck in h-moll

"Jesu meine Freude"

BWV 541

Anmerkungen

Quelle: meine Wenigkeit

Alle St├╝cke gehen leicht ins Ohr, und bed├╝rfen somit m.E. keiner intensiven Vorbereitung.

Herr Meck ist der Deutsche Komponist Joseph Meck, und Concerto steht f├╝r Violinkonzert.

Aus Wikipedia: "Zwei Konzert-Transkriptionen f├╝r Orgel von Johann Gottfried Walther sorgten im 20. Jahrhundert daf├╝r, dass der Komponist Joseph Meck wieder in Erscheinung trat."

Quelle: Herr Nils-Ole Krafft

Programm f├╝r "Laetare": Freudvoller vierter Fastensonntag/Passionsonntag. So wurde auch das Programm zusammengestellt.

Johann Gottfried Walther sei ein entfernter Vetter Johann Sebastian Bachs mit welchem er zeitlebens befreundet war.
Ab 1707 (erst 23 Jahre alt) bis zu seinem Tode Organist an der Stadtkirche Weimar.
Verfasser des ersten enzyklop├Ądischen Musiklexikons.
Das Concerto del Signor Meck sei versehen mit den typischen schwungvollen Ecks├Ątzen und einem langsamen Mittelsatz.

"Jesu, Meine Freude" sei das Wochenlied f├╝r Laetare.
Choral plus neun Variationen mit weiter Verbreitung schon im 18 Jahrundert.
Ausdrucksvoller Choral mit melodisch eing├Ąngigen und sehr unterschiedlich gesetzten Variationen.
Wirkungsvolle Finalvariation mit Choralmelodie in gro├čer Majest├Ąt im Bass.

BWV 541: Auch Bach greife Elemente des Concertos auf und integriere sie in eine orgeltypische Form.

Das Pr├Ąludium, welches mit norddeutschem Laufwerk einstimmig beginne, entpuppe sich als an ein Concerto angelehnter Satz.
Sowohl der Tonartenverlauf als auch die Art der Figuration deuten darauf hin.
Ferner haben wir durch eingestreute einstimmige Passagen immer den Kontrast von Soloinstrument und Tuttiklang.

Auch die Fuge erinnere an die Orchesters├Ątze jener Zeit.
Das mit vielen Tonwiederholungen versehene Thema sei eher f├╝r Streicher als f├╝r Tasteninstrumente geeignet.
Auch die freien Zwischenspielpartien erinnerten stark an diesen Italienischen Duktus.
Ferner sei die Fuge auch mit viel Humor komponiert. So stehe das ganze St├╝ck stets in strahlendem Dur. Kurz vor Schluss Schlenker in den Mollbereich, mit einer Art pathetischer ├ťbertreibeung, die schon etwas merkw├╝rdig anmutet: Ein hochdissonanter e-moll Akkord (D D# E G B), der schnell wieder in den Durbereich m├╝ndet, als ob nie etwas gewesen w├Ąre.

Ged├Ąchtniskirche Bad Homburg, 29.03.2015 11:00 - 11:30

Orgelmatinee

An der Orgel:

Karin Giel

Programm

Orgelmusik zur Passionszeit

Vorwort und Vorbereitung

BuxWV 149, BuxWV 149

BWV 618

BWV 539,1, BWV 539,2

Anmerkungen

BuxWV 149 bestehe nicht aus zwei Teilen, wie der Name vermuten l├Ą├čt, sondern sei eine Anreihung von Teilst├╝cken, wie sie typisch f├╝r ein Orgelwerk der "Norddeutschen Schule" sei in dem teilweise auch das Pedal virtuose Solopartieen ├╝bernimmt.

BWV 618, aus dem Orgelb├╝chlein, werde heute traditionsgem├Ą├č am Karfreitag gespielt, sei urspr├╝nglich zu ... gespielt worden.
Der "Cantus firmus" (Melodie) von "O Lamm Gottes unschuldig" werde einmal im Sopran, einmal im Alt und schlie├člich im Bass (Pedal) gespielt (hier bei "sonst m├╝├čten wir versagen" die chromatische Passage beachten)

BWV 539 sei Teil der sog. "Leipziger Chor├Ąle".

Schlo├čkirche Bad Homburg, 11.04.2015 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Carmenio Ferrulli

Programm

Johann Sebastian Bach im Kreise seiner S├Âhne

Vorwort und Vorbereitung

Leider fehlt die Vertonung mancher St├╝cke.

Hier die Bedeutung von "BWV Anh.".

Johann Christian: Fuge ├╝ber B-A-C-H

Johann Christoph Friedrich: Allegretto F-Dur, Allegretto F-Dur

Johann Christoph Friedrich: Fughette ├╝ber H(ans)-F(riedrich)-B-A-C-H

Carl Philipp Emanuel: Fuge ├╝ber B-A-C-H H.373

Wilhelm Friedemann: "Christe, der du bist Tag und Licht" F.38,1b als MIDI Datei

Wilhelm Friedemann: Sonate G-Dur F.7 als MIDI Datei

"Schafe k├Ânnen sicher weiden", "Schafe k├Ânnen sicher weiden"

Cantata BWV 208 "Was mir behagt, ist nur die muntre Jagd!"
Jagdkantate Zum Geburtstage Des Herzog Christian Zu Sachsen Wei├čenfels

BWV Anh. 45

Pr├Ąludium BWV 534,1, Fuge BWV 534,2

Fuori programma

Und wie sch├Ân ist das hier, BWV 108? Nicht zu verwechseln mit BWV Anh. 108. was das o.g. H.323 entspricht.

Verzierungstabelle aus dem Klavierb├╝chlein f├╝r Wilhelm Friedemann Bach

Johann Christoph Bach I (1642-1703): Motette "F├╝rchte dich nicht"

Johann Christoph Friedrich Bach (1732-1795): Allegretto con variazioni in G

Heinrich Sch├╝tz (1585-1672): "Magnificat anima mea" SWV468

"Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist" BWV 45

Aus dem Libretto der Cantata BWV 208:

9. Aria (Soprano II): "Schafe K├Ânnen Sicher Weiden Wo Ein Guter Hirte Wacht"

PALES

Schafe k├Ânnen sicher weiden,
Wo ein guter Hirte wacht!
Wo Regenten wohl regieren,
Kann man Ruh' und Friede sp├╝ren
Und was L├Ąnder gl├╝cklich macht!

Anmerkungen

Verpa├čt.

Schlo├čkirche Bad Homburg, 09.05.2015 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Nils-Ole Krafft

Programm

Johann Sebastian Bach Fr├╝hwerke

  • Johann Sebastian Bach (1685-1750):
    • Pr├Ąludium und Fuge in c-moll BWV 549
    • aus den sog. "Neumeister Chor├Ąle"
      • "Christus der ist mein Leben" BWV 1112
      • "Ich hab mein Sach Gott heimgestellt" BWV 1113
      • "Wenn dich Ungl├╝ck tut greifen an" BWV 1104
      • "Ach Herr, mich armen S├╝nder" BWV 742
      • "Werde munter mein Gem├╝te" BWV 1118
    • Pr├Ąludium und Fuge in C-Dur BWV 531
    • "Toccata und Fuge in d-moll" BWV 565

Vorwort und Vorbereitung

BWV 549 interpretiert von Ton Koopman, BWV 549,1 und BWV 549,2, gespielt von Andrea Marcon.

BWV 1112, BWV 1112

BWV 1113

Bei der Rechneranimation kann man sehr sch├Ân den Einsatz und das Zusammenspiel von aufsteigenden und absteigenden Notengruppen (1/8, 1/8, 1/8, 1/8, x/4 bzw. 1/8 1/8 x/4 bzw. 1/16 1/16 x/4 usw.) eingebettet in
Interesant ist ist die Progression dieser rythmischer Kadenzen: am Anfang keine, dann in 1/8 und dann in 1/16, und schle├člich kar keine mehr.

BWV 1104

BWV 531, BWV 531, 1, BWV 531, 2

BWV 742

BWV 1118

BWV 565, BWV 565 ├á la Koopman, BWV 565

Wikipedia Artikel ├╝ber BWV 565: Deutsch und Englisch

Fuori programma

Preludios Corales Neumeister

BWV 1128

Ged├Ąchtniskirche Bad Homburg, 24.05.2015 11:00 - 11:30

Orgelmatinee

An der Orgel:

Karin Giel

Programm

Orgelmusik zur Pfingstzeit

Vorwort und Vorbereitung

BWV 651

Fuori programma

Homilius: "O Heiliger Geist, kehr bei uns ein"

Schlo├čkirche Bad Homburg, 13.06.2015 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Carmenio Ferrulli

Programm

Johann Sebastian Bach Sp├Ątwerke

Vorwort und Vorbereitung

Pr├Ąludium Es-Dur BWV 552, Pr├Ąludium Es-Dur BWV 552, BWV 552 Fuge

BWV 676 aus der "Clavier├╝bung 3. Teil" (BWV 669-689)

BWV 680

BWV 683

BWV 684

BWV 689

Fuori programma

Die wunderbare Partite diverse sopra: "Christ, der du bist der helle Tag" BWV 766, zum Teil mit nur zwei Stimmen.

BWV 688, BWV 688, BWV 688

Anmerkungen

"Dritter Theil der Clavier ├ťbung bestehend in verschiedenen Vorspielen ├╝ber die Catechismus- und andere Ges├Ąnge, vor die Orgel" lautet der Titel einer Publikation Bachs aus dem Jahre 1739.

Zwei Drucke der "Clavier ├ťbung" waren dieser Sammlung vorausgegangen: 1731 der 1. Teil (Sechs Partiten) sowie 1735 der 2. Teil (Italienisches Konzert und Franz├Âsische Ouvert├╝re). Zusammen mit dem IV. Teil (Goldberg-Variationen) gab Bach diese Werkgruppen als erste seines umfangreichen Oeuvres zum Druck.

Neben dem "Musikalischen Opfer" und der "Kunst der Fuge" stellen diese Sammlungen Kompendien der kompositorischen Kunstfertigkeit dar.

Der Dritte Theil der "Clavier ├ťbung" wird nach der Ordnung des Messgottesdienstes mit einem Pr├Ąludium er├Âffnet und mit der dazugeh├Ârigen Fuge beschlossen.

21 Choralbearbeitungen bilden den Kem des Werkes: Kyrie und Gloria aus der Liturgie der evangelischen Missa und die sechs Chor├Ąle Martin Luthers zu den Hauptst├╝cken des Katechismus.

Mit den Katechismus-Chor├Ąlen w├Ąhlte Bach diejenigen aus, die ihm aus seiner Schulzeit als f├╝r die jeweiligen Tage vorgeschriebenen Morgenlieder gel├Ąufig waren.

Selbstverst├Ąndlich sind dies auch Lieder, die im Gottesdienst Verwendung fanden.

Und wie Luther zwei Fassungen des Katechismus ÔÇö eine gro├če und eine kleine ÔÇö vorlegte, bearbeitete auch Bach jedes Lied in zweierlei Form: zu jedem Lied existiert eine gro├če Bearbeitung mit Pedal und eine kleine manualiter ausf├╝hrbare Version. Wir glauben all an einen Gott ist die ├ťbertragung des Glaubensbekenntnisses in Liedform durch Martin Luther.

Bach komponiert dazu eine Fuge ├╝ber das Thema der ersten Choralzeile f├╝r das volle Werk (Organo Pleno). Das Pedal beteiligt sich nicht am thematischen Gewebe, sondern in der Form eines auf- und wieder ab-steigenden Ostinatos ÔÇö Symbol des verharrenden Glaubens.

"Allein Gott in der H├Âh sei Ehr" stellt eine Paraphrase des lateinischen Gloria dar, dessen Text mit dem Lobgesang der Engel in der Weihnachtsgeschichte beginnt.

Die Choralbearbeitung ist in Form eines Trios (zwei belebte Oberstimmen und Pedal) gehalten und mit zahlreichen Raffinessen wie doppeltem Kontrapunkt und Melodief├╝hrung im Kanon versehen.

In der kleinen Bearbeitung ├╝ber das Vater-Unser-Lied greift Bach auf Satzprinzipien zur├╝ck, die er in weitaus fr├╝heren Werken wie seinen Choral-Partiten oder dem "Orgelb├╝chlein" entwickelt hatte.
Die Choralmelodie liegt unverziert in der Oberstimme und wird durch auf- und ab-steigende Tonleiter´Čüguren der Unterstimmen kontrapunktiert.

Der Choral Christ unser Herr zum Jordan kam berichtet von Jesu Taufe durch Johannes den T├Ąufer. Unter dem Cantus firmus (Choral) im Tenor liegt die unabl├Ąssig str├Âmende Sechzehntelbewegung der Bass-Stimme als Bild f├╝r die Fluten des Jordan, aber auch als Symbol des Blutes Christi, das alle begangene S├╝nde hinwegsp├╝lt.
Die das Kreuz zeichnenden Figuren der Oberstimmen sind der Hinweis auf Christus, auf den Zusammenhang von Taufe und Kreuz.

Die kleine manualiter auszuf├╝hrende, vierstimmige Choralbearbeitung ├╝ber das Abendmahlslied Jesus Christus unser Heiland der von uns den Gotteszorn warnt ist als h├Âchst anspruchsvolle Fuge konzipiert.
Der kontrapunktische Organisationsgrad (Engf├╝hrungen und Augmentation) und die rhythmische Vertracktheit gehen weit ├╝ber das hinaus, was unter zeitgen├Âssischen Choral-Fuge ├╝blich war.

Zusammenfassend l├Ąsst sich sagen, dass Bachs Sp├Ątwerke mit ihrer komplexen Polyphonie und h├Âchsten Vergeistigung aber auch ihrem immensen technischen Schwierigkeitsgrad vollkommen singul├Ąr in der Musikwelt der 1740er Jahre stehen.

Im Geiste der Fr├╝haufkl├Ąrung und dem dadurch bedingten ├Ąsthetischen Wandel wurde auch in der Musik die Forderung nach Schlichtheit, Einfachheit, Nat├╝rlichkeit* laut.

Der Musikkritiker Johann Adolf Scheibe (1708ÔÇö1776) ver├Âffentlichte 1737 einen Artikel in der Zeitschrift "Der Critische Musicus", in dem er Bachs Musik heftig angriff: sie sei unnat├╝rlich, gek├╝nstelt und sein Stil verwirrend. Weil er alle Ornamente ausschreibe, anstatt die Verzierung dem Spieler zu ├╝berlassen, ├╝berdeckten sie die Sch├Ânheit der Melodien und Harmonien. Anstatt eine Melodiestimme zu begleiten, komponiere er zu polyphon, so dass alle Stimmen gleichwertig und das Ganze zu kompliziert sei. Dadurch wirke die Musik ├╝berladen, gek├╝nstelt und erdr├╝ckend, statt schlicht, nat├╝rlich und w├╝rdevoll zu klingen, wie Scheibe es f├╝r erstrebenswert hielt.

Diese Kritik f├╝hrte zu der ber├╝hmten Replik des Rhetorik-Dozenten und vermutlichen Bach-Sch├╝lers Johann Abraham Birnbaum (1702-1748).

Schlo├čkirche Bad Homburg, 11.07.2015 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Nils-Ole Krafft

Programm

Norddeutschland

Vorwort und Vorbereitung

Pr├Ąludium in e "die kleine"

Fantasia in d

"Freu dich sehr, o meine Seele"

BuxWV 194

BuxWV 140

Anmerkungen

Ein Cantus firmus erscheine nur im ersten der drei St├╝cke von De Grigny, und zwar im Tenor.

"Orgelmesse" verwende man um den dritten Teil der "Clavier├╝bung", dem ersten Werk, das Bach drucken lie├č, zu bezeichnen.

Das "Kyrie" sei eine Motette im Stile antico, der alten Vokalpolyphonie. Ein Cantus firmus best├╝nde im Ba├č der f├╝nfstimmigen S├Ątze, mit langanhaltenden Noten.

Fuori programma

BuxWV 196

Vier Pr├Ąludien f├╝r Orgel

"Aus der Tiefe rufe ich" BWV 745

Schlo├čkirche Bad Homburg, 07.08.2015 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Carmenio Ferrulli

Programm

S├╝ddeutsche Orgelmeister

Vorwort und Vorbereitung

"Maria zart", "Maria zart"

"Ricercar quarti toni alla chromatica"

FbWV 633

FbWV 101

Aria Sebaldina, Aria Sebaldina, Aria Sebaldina, Aria Sebaldina, Aria Sebaldina

"Toccata primi toni"

Fuori programma

BWV 101

Anmerkung

Verhindert

Schlo├čkirche Bad Homburg, 12.09.2015 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Nils-Ole Krafft

Programm

Passacaglia

Vorwort und Vorbereitung

BuxWV 161, BuxWV 161, BuxWV 161

Eine Einleitung zu BuxWV 161 und eine zu den Ostinato Werken von Dieterich Buxtehude.

Eine ruhige Ciaccona in f-moll, eine sanfte Ciaccona in f-moll, eine nerv├Âse Ciaccona in f-moll und eine weitere Ciaccona in f-moll.

"Thema" und die darauffolgende, sich oft wiederholende Akkord-Progression sind gut wahrnehmbar. Bemerkenswert ist die Vief├Ąltigkeit der Variationen: Von der ersten bis zur letzten Note bleibt das fast 9 minutige Werk recht spannend.

Hier die Noten und ein zweiter Artikel.

Eine Chaconne von H├Ąndel: HWV 435 bzw. auf dem Cembalo HWV 435

Trio en passacaille, Trio en passacaille

Die Passacaglia in c-moll BWV 582 hat Ohrwurmkarakter. Aus diesem Grund ist es ratsam, sie nicht allzu oft zu h├Âren, und der Bedarf einer Vorberetung ist nicht gegeben.

Schlo├čkirche Bad Homburg, 12.12.2015 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Carmenio Ferrulli

Programm

Advent

Vorwort und Vorbereitung

HWV 291

BWV 527 Andante e-moll, BWV 527 Adagio e dolce F-Dur, BWV 527 Vivace d-moll

Was f├╝r ein spannendes Werk!

Insbesondere das Andante mit dem herrlichen Einsatz von 1/16, 1/32 Passagen und 1/16 Triolen. Es mutet schwierig an: Herr Scholl, ich dr├╝cke Ihnen die Daumen und bin dabei sicher, da├č Sie hierbei richtig in Fahrt kommen werden, und da├č Sie uns H├Ârer einen echten Ohrenschmau├č bieten werden.

Vom dritten Satz gibt es bei YouTube eine von der "Music Animation Machine" gespielte und dargestellte Version.

BWV 659 aus den sog. "Leipziger Chor├Ąle"

BWV 660

BWV 648

Anmerkung

Verhindert

Wilkommen bei den Orgelmatineen Bad Homburg 2016

Organist: Pyeong Hwa Lee

Organist: Nils-Ole Krafft

Schlo├čkirche Bad Homburg, 09.01.2016 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Pyeong Hwa Lee

Programm

Bach im Kreise seiner Lehrer

Vorwort und Vorbereitung

"Vater unser im Himmelreich", "Vater unser im Himmelreich", "Vater unser im Himmelreich"

Der erste Satz (mit einem etwas gew├Âhungsbed├╝rftigem Anfang) BWV 528, 1, der zweite BWV 528, 2 und der dritte BWV 528, 3

Von der aus Novosibirsk stammende Natalia Baginskaya und in der Grazer Kathedrale gespielt BWV 528

BWV 622

BuxWV 155, BuxWV 155, BuxWV 155

Fuori programma

BWV 529, 1

BWV 530, 1 und BWV 530, 1

BWV 527, 3

BWV 526, 1

Schlo├čkirche Bad Homburg, 13.12.2015 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Nils-Ole Krafft

Programm

Passion

Vorwort und Vorbereitung

Lesenswertes ├╝ber Brahms Orgelwerke.

"O Traurigkeit, o Herzeleid", "O Traurigkeit, o Herzeleid" jeweils bei schnellerem Tempo.

Fantasia in g-moll

"Herzliebster Jesu"

"Welt, ich muss dich lassen", "Welt, ich muss dich lassen"

BWV 665, BWV 665

BWV 666

Pr├Ąludium BWV 533, Fuga BWV 533

Fuori programma

BWV 933

Weitere sch├Âne Einspielungen Barocker Musik von: Chiara Massini

Schlo├čkirche Bad Homburg, 12.03.2016 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Pyeong Hwa Lee

Programm

Orgelmessen

  • Nicolas de Grigny (1672 -1703): aus "Messe pour Orgue", dem ersten von zwei Teilen des "Livre d'orgue"
    • "Gloria: Et in terra pax, ├á 5"
    • "Gloria: R├ęcit de tierce en taille"
    • "Gloria: Basse de Trompette ou de Cromorne"
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750) aus der "Clavier├╝bung 3. Teil":
    • "Kyrie, Gott heiliger Geist" BWV 671
    • Fughetta super "Allein Gott in der H├Âh sei Ehr" BWV 677
    • Duetto I in e-moll BWV 802
    • Duetto II in F-Dur BWV 803
    • Duetto III in G-Dur BWV 804
    • Fughetta super "Dies sind die heilÔÇÖgen zehn Gebot" BWV 679-- "Wir glauben all an einen Gott" BWV 680

Vorwort und Vorbereitung

"Gloria: Et in terra pax, ├á 5", Noten: "Gloria: Et in terra pax, ├á 5"

"Gloria: R├ęcit de tierce en taille"

"Gloria: Basse de Trompette ou de Cromorne"

BWV 671

BWV 677

BWV 802-805 am Cembalo, BWV 802-805 an der Orgel, BWV 802-805 am verstimmten Clavichord

Duetto I in e-moll BWV 802, Duetto II in F-Dur BWV 803, Duetto III in G-Dur BWV 804, Duetto IV in a-moll BWV 805

BWV 679

BWV 680

Anmerkungen

Zwei Zuh├Ârer fanden den de Grigny befremdlich.
Nat├╝rlich klingt er nicht wie ein (bekannter) Bach.
F├╝hrt man sich die St├╝cke im Voraus zugem├╝te, ist man im Vorteil und das mit wenig Aufwand: An einem neuen Stil gew├Âhnt man sich i.d.R. sehr schnell.

Ein "Cantus firmus" erscheine nur im ersten der drei St├╝cke von de Grigny.

"Orgelmesse" sei mitunter ein Synonym f├╝r den dritten Teil der "Clavier├╝bung", das erste Werk, das Bach drucken lie├č.

Das Kyrie sei eine Motette, die im sog. Stile antico, der alten Vokalpolyphonie, geschrieben ist.
Ein Cantus firmus best├╝nde im Ba├č der f├╝nfstimmigen S├Ątze, mit lang anhaltenden Noten.

Von "Allein Gott in der H├Âh sei Ehr" g├Ąbe es drei Versionen in darauffolgenden Tonarten.
Auch die Duette sind in darauffolgenden Tonarten geschrieben, was f├╝r eine Zusammstellungen von ├ťbungen f├╝r die Klaviatur als normal zu betrachten ist.

"Dies sind die heilÔÇÖgen zehn Gebot" sei eine Fuge im 12/8 Takt, im Charakter einer Gigue. Das Thema erklinge zehn Mal.

Das Thema der dreistimmigen Fuge "Wir glauben all an einen Gott" ert├Ânt nur einmal am Anfang (im Manual), w├Ąhrend das Pedal sechs Mal eine ostinato Figur wiederholt. Insgesamt ist die Fuge genau hundert Takte lang.

Fuori programma

BWV 998, BWV 998

Weitere sch├Âne Einspielungen barocker Musik von: Luciano Contini

BWV 654, BWV 654

BWV 659 aus den sog. "Leipziger Chor├Ąle"

Vivace aus der Sonate VI in G-Dur BWV 530

Goldberg Variationen, Goldberg Variationen

Georg Friedrich H├Ąndels Orgelkonzerte

Schlo├čkirche Bad Homburg, 09.04.2016 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Carmenio Ferrulli f├╝r Nils-Ole Krafft

Programm

Ostern

  • Johann Sebastian Bach (1685-1750):
    • Pi├Ęce d'orgue BWV 572
    • Aus dem "Orgelb├╝chlein"
      • "Christ lag in Todesbanden" BWV 625
      • "Jesus Christus unser Heiland, der den Tod ├╝berwand" BWV 626
      • "Christ ist erstanden" BWV 627
      • "Erstanden ist der heil'ge Christ" BWV 628
      • "Erschienen ist der herrlich Tag" BWV 629
      • "Heut triumphiret Gottes Sohn" BWV 630
    • Pr├Ąludium und Fuge in C-Dur BWV 547

Vorwort und Vorbereitung

BWV 572, BWV 572

Bei dem in den S├Ątzen Tres Vitement, Gravement, Lentement notierten, auch als 'Fantasie in G Dur' bekannten Werk, fallen die Arpeggien des ersten und des dritten Satzes auf, die Progression des Basses vom tiefen bis zum hohen C, die Einleitung des dritten Satzes mittels Cis und die darauffolgende chromatische Progression im Pedal. Letzere st├╝tzt die finalen Arpeggien (Tonleitern) der Fantasia rythmisch; sehr interessant m├╝sste auch die Harmonik (Akkord-Progression) sein.

Die Fantasia in G-Dur von Johann Sebastian Bach ist gleichzeitig ein sehr bekanntes und doch sehr ungew├Âhnliches Werk, da es sich nicht wie gew├Âhnlich um ein Pr├Ąludium/Toccata plus Fuge handelt, sondern um ein St├╝ck, dass ganz klar aus 3 sehr verschiedenen, aneinandergereihten Teilen besteht.
Au├čerdem gibt Bach dem St├╝ck und auch den Tempobezeichnungen franz├Âsische Namen, was auf seine Auseinandersetzung mit franz├Âsischer Musik zur Zeit der Komposition schlie├čen l├Ąsst.
W├Ąhrend das St├╝ck sehr lebendig und virtuos beginnt und in einen lauten, vollen Orgelklang ├╝berleitet, endet das St├╝ck aber f├╝r heutige Ohren sehr unspektakul├Ąr und sehr leise.
Dazu muss man wissen, da├č das, was im letzen Teil musikalisch passiert, also ein chromatischer absteigender Bass und die Harmonien, die daraus entstehen, es so noch nie vor Bach gegeben und dadurch nat├╝rlich zu dieser Zeit ein ganz anderes H├Ârerlebnis erzeugt als vielleicht heutzutage.

BWV 625, ..., BWV 644

BWV 625

BWV 626

BWV 627

BWV 628

BWV 629

BWV 630

BWV 547,1 und 547,2 von Rainer Oster mit Noten.
BWV 547 ├Ąu├čerst lahm von Artjom Chatschaturow.
BWV 547 z├╝gig (zwei mal schneller!) von Ton Koopman.

Anmerkungen

Pi├Ęce d'orgue BWV 572

Die franz├Âsischen Satzbezeichnungen finden sich in keinem zweiten Bachschen Orgelwerk.

Das Werk l├Ąsst deutlich die Auseinandersetzung mit dem franz├Âsischen Orgelstil seiner Zeit erkennen.
Bach schrieb eigenh├Ąndig die Werke der gro├čen franz├Âsischen Komponisten ab: die Orgelb├╝cher von Jacques Boyvin (1653-1706) und Nicolas de Grigny (1672-1703).

Der 1.Teil, Tres vitement im 12/8-Takt bringt ein Manualsolo mit weit ausgesponnener, einstimmiger Linie.
Diese Linie wird bis zum tiefen G hinabgef├╝hrt, um alsbald bis zum hohen Fis (Leitton!) aufzusteigen.
Dort bricht sie ├╝berraschend ab ÔÇö die Aufl├Âsung des Fis erfolgt ├╝ber einen Absturz hinunter zum tiefen G des Pedals.

Damit beginnt der 2.Teil Gravement.
Gleich darauf fallen die Manualstimmen ein; es entsteht ein voller, f├╝nfstimmiger Satz, der sich als spezielle Version des Stile antico von besonders fesselnder, bachisch ausgepr├Ągter Eigenart zu erkennen gibt.

Das akademisch-konventionelle Stilmuster einer Kontrapunktik, die sich von der klassischen Vokalpolyphonie des 16.Jahrhunderts herleitet, erf├Ąhrt unter Bachs genialem Zugriff eine Wendung ins originell Ungew├Âhnliche und entwickelt eine nicht nachlassende, ins Riesenhafte gehende innere Spannung (157 Takte!) wie sie bislang keinem anderen Komponisten zu realisieren gegeben war.
Der 2. Teil wird durch einen schockartig abreissenden Trugschluss beendet.
Der 3.Teil, Lentement, bietet nach einer dramatischen Generalpause die Konsequenzen aus der eben erfolgten musikalischen "Katastrophe": gest├╝tzt von unabl├Ąssig tiefer sinkenden, pausendurchbrochenen Pedalschritten, die in ein Orgelpunkt-Ostinato auf D m├╝nden, wogt der auf eine Stimme reduzierte Manualpart in erregten, aber stetig an innerer Kraft verlierenden 32tel-Sextolen.

"Orgelb├╝chlein"

Beim Orgelb├╝chlein handelt es sich um eine w├Ąhrend Bachs Weimarer Zeit komponierte Sammlung von Choralvorspielen, "worinnen - so Bach im Vorwort dazu - einem anfahenden Organisten Anleitung gegeben wird, auff allerhand Arth einen Choral durchzuf├╝hren, anbey auch sich im Pedal studio zu habilitiren."

Von den im 90 seitigen Autograph vorgesehenen 164 Choralvorspielen wurden 46 ausgef├╝hrt.

Pr├Ąludium und Fuge in C-Dur BWV 547

Pr├Ąludium und Fuge C-Dur stellt ein sp├Ątes Werk aus der Leipziger Zeit (nach 1722) dar.

Das Pr├Ąludium, im freudig-t├Ąnzerischen 9/8-Takt stehend, ist in gro├čer Einheitlichkeit aus verschiedenen miteinander verwandten Motiven gebildet.
Im Manual herrscht der aufsteigenden Tonleiter vor:

dieses wird im Pedal durch ein Dreiklangs-Glockenmotiv kontrapunktiert:

Dazu treten im Manual noch permanente wellenartige Motive in 16-tel-Bewegung hinzu:

Eine weitere Steigerung konzentriertester Satzkunst bringt nun die vier-, sp├Ąter f├╝nfstimmige Fuge, denn hier speist sich das musikalische Geschehen nicht aus mehreren, sondern nur noch aus einem einzigen Gedanken, der diese Musik fast allgegenw├Ąrtig durchzieht.

Das Fugenthema lautet:

Es erklingt im Verlauf 46 Mal (!!).

Der H├Ârer gewinnt zun├Ąchst den Eindruck, es handele sich um eine vierstimmige Manualfuge.
In den Takten 27-34 erscheint das Thema in der Umkehrung (alle Themen-Noten an virtueller Achse gespiegelt).
Der Abschnitt T. 37-47 bringt als vermeintlichen H├Âhepunkt Originalform und Umkehrung gemeinsam.

Man w├Ąhnt sich am Ende, doch nun setzt Bach einen musikalischen Doppelpunkt: die bisherige strenge Vierstimmigkeit ├╝berschreitend, bereitet ein kaskadenartig sich von oben nach unten auff├╝llender Akkordstau, dessen sechster und letzter Einsatz wieder das Thema ist, die triumphale formale Erf├╝llung des St├╝ckes vor: Bislang g├Ąnzlich zum Schweigen verurteilt, meldet sich nun das Pedal machtvoll zu Wort, und zwar mit der Vergr├Â├čerung (Augmentation) des Themas. Die vier Manualstimmen steuern dazu gleichzeitig Engf├╝hrungen des unvergr├Â├čerten Themas in Original und Umkehrung bei!
Bach moduliert in immer fernere Tonarten (bis nach f-moll), ehe in einem dissonanten Akkord der Klangstrom abrei├čt ÔÇö ├╝ber drei durch Generalpausen getrennte Akkordschl├Ąge m├╝ndet die Fuge in die Coda, in welcher ├╝ber dem tiefsten Pedalton C nochmals Original und Umkehrung des Themas in Engf├╝hrungen eingearbeitet sind.
Ein kurzer, fast schon ironisch, hingeworfener Achtelnotenakkord beendet das Meisterwerk.

Fuori programma

Aus dem "Orgelb├╝chlein": BWV 639
, BWV 632, BWV 622

Ein Orgelkonzert: BWV 594

Eine Cantata: BWV 140

Domenico Scarlatti (1685-1757) f├╝r Gitarre: K198, K208, K533, K11, K380,
K178, K77, K32, K322

Schlo├čkirche Bad Homburg, 14.05.2016 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Pyeong Hwa Lee

Programm

Nord- und Mitteldeutscher Orgelbarock

Vorwort und Vorbereitung

"Wir glauben all an einen Gott"

"An Wasserfl├╝ssen Babylon"

"Christus der ist mein Leben"

BuxWV 160

"Herr Jesu Christ, dich zu uns wend"

"Mein Gott, das Herze bring ich dir"

Concerto del Signor Meck in h-moll, Concerto del Signor Meck in h-moll, Concerto del Signor Meck in h-moll

Fuori programma

Bachs "Herr Jesu Christ, dich zu uns wend": BWV 655, BWV 632, BWV 709

20 kleine Fugen f├╝r Orgel von Telemann: TWV 30:1-20

Monteverdis Vokalchaconne "Zefiro torna" und "Pur ti miro"

Schlo├čkirche Bad Homburg, 11.06.2016 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Nils-Ole Krafft

Programm

S├╝ddeutschland

Vorwort und Vorbereitung

Pr├Ąludium in d-moll

Fantasia in Es-Dur

Toccata Prima

Aria Sebaldina, Aria Sebaldina, Aria Sebaldina, Aria Sebaldina, Aria Sebaldina

Toccata Undecima

Anmerkungen

Verhindert.

Schade, ein sehr interessantes Programm.

Fuori programma

Domenico Scarlatti (1685-1757) f├╝r Gitarre: K 1, K 11, K 32, K 149, K 213, K 254, K 377, K 476

Charles Avison (1709-1770) nach einer Klaviersonate von Domenico Scarlatti (1685-1757):
Concerto grosso Nr. 6 f├╝r zwei Geigen, Cello, Streicher und Basso Continuo in D-Dur
Largo, Con furia und Adagio, Vivacemente

Johann Pachelbel (1653-1706): Hexachordum Apollinis PWC 193-198

Schlo├čkirche Bad Homburg, 09.07.2016 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Pyeong Hwa Lee

Programm

Romantische Kl├Ąnge

  • Johannes Brahms (1833-1897): aus 11 Choralvorspiele Op. 122
    • Nr. 8 "Es ist ein RosÔÇÖ entsprungen"
    • Nr. 10 "Herzlich tut mich verlangen"
    • Nr. 5 "Schm├╝cke dich, O liebe Seele"
  • Robert Schumann (1810-1856): aus 6 Studien in kanonischer Form f├╝r Orgel oder Pedalklavier Op. 56
    • Nr. ? Nicht zu schnell
    • Nr. 2 Mit innigem Ausdruck
    • Nr. 6 Adagio
  • Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847): Pr├Ąludium und Fuge in c-moll Op. 37,1

Vorwort und Vorbereitung

Nr. 8 "Es ist ein RosÔÇÖ entsprungen"
Nr. 10 "Herzlich tut mich verlangen", Nr. 10 "Herzlich tut mich verlangen"
"Schm├╝cke dich, O liebe Seele", "Schm├╝cke dich, o liebe Seele"

Nr. 1 Nicht zu schnell
Nr. 2 Mit innigem Ausdruck
Nr. 3 Andantino
Nr. 4 Innig
Nr. 5 Nicht zu schnell (ein oft gespieltes St├╝ck)
Nr. 6 Adagio

Op. 37,1, Op. 37,1

Anmerkungen

Die dritte Orgelmatinee in Folge ohne einen Bach.

Stattdessen St├╝cke aus der Romantik gespielt auf einer Barockorgel - auch interessant.

Die sanften Fl├Âten- und Streicher-Registrierungen und die Plenokl├Ąnge stellten den Versuch dar, eine Orgel der Romantik zu emulieren.

Johannes Brahms komponierte in seinem letzten Jahr, 1896, die 11 Choralvorspiele, in meistens melancholischem Ton.

Robert Schumann besch├Ąftigte sich erst ab etwa 1845 mit der polyphonen Musik des Barocks. Das Ergebnis waren die "Sechs Studien in Kanonform".
Die erste Studie erinnere ein wenig an die Inventionen von Johann Sebastian Bach.
Die beiden anderen seien wunderbare romantische Charakterst├╝cke, mit sch├Ânen Melodien.
Man m├╝├če allerdings aufmerksam zuh├Âren um darin die bar├Âcke Kompositionstechnik des Kanons zu entdecken.

Felix Mendelssohn Bartholdy sei schon als Kind mit der Musik des Barock und der Orgelmusik vertraut gemacht worden und ihm ist die Wiederentdeckung und Verbreitung der Werke von Johann Sebastian Bach zu verdanken.

Fuori programma

Antonio Vivaldi (1678-1741): RV 63

Antonio Vivaldi (1678-1741): aus "La Stravaganza"

Eine Partita (Allemande, Courante, Sarabande, ...) f├╝r Geige solo: BWV 1004

Chaconne aus BWV 1004

BWV 654, BWV 654

Fr├ęd├ęric Chopin (1810-1849): Nocturne Op. 37 Nr. 1

Schlo├čkirche Bad Homburg, 13.08.2016 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Nils-Ole Krafft

Programm

Renaissance

Anmerkungen

Die vierte Orgelmatinee in Folge ohne einen Bach.

Stattdessen St├╝cke aus der Renaissance gespielt auf einer Barockorgel.

Vorwort und Vorbereitung

Pr├Ąludium ???

Fantasia chromatica

"Ick voer al over Rhijn"

Diferencias sobre la Gallarda Milanesa

"Maria zart", "Maria zart"

The Bells

Fuori programma

Domenico Scarlatti (1685-1757) f├╝r Gitarre: K 198, K 208, K 533, K 11, K 380, K 178, K 77, K 32, K 322

Marin Marais (1656-1728): Sonnerie de Saint Gen├Ęvieve du Mont-de-Paris 

Johann Sebastian Bach (1685-1750): BWV 75

Schlo├čkirche Bad Homburg, 10.09.2016 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Pyeong Hwa Lee

Programm

Aus der Familie Bach

Vorwort und Vorbereitung

Wq.119 Nr.7

"Acht Fugen"

BWV 539,1, BWV 539,2

BWV 548

Fuori programma

Domenico Scarlatti (1685-1757): Fandango

Wilhelm Friedemann Bach (1710-1784): Trio Sonaten

Wilhelm Friedemann Bach (1710-1784): Cembalo Konzerte

Padre Antonio Soler (1729-1783): Fandango

Padre Antonio Soler (1729-1783): Sonaten

Luigi Boccherini (1743-1805): Fandango

Schlo├čkirche Bad Homburg, 08.10.2016 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Nils-Ole Krafft

Programm

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847):

  • Pr├Ąludium und Fuge in G-Dur Op. 37,2
  • Andante mit Variationen in D-Dur
  • Sonata IV in B-Dur Op. 65,4 (Allegro con brio, Andante religioso, Allegro maestoso e vivace)

Vorwort und Vorbereitung

Op. 37,2, Op. 37,2 Prelude, Op. 37

Op. 65,4

Andante mit Variationen in D-Dur

Op. 65

Fuori programma

Muzio Clementi (1752-1832): Sonatina Op. 37,2 Allegro assai

Schlo├čkirche Bad Homburg, 12.11.2016 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Pyeong Hwa Lee

Programm

Johann Sebastian Bach (1685-1750)

  • "Liebster Jesu, wir sind hier" BWV 634 aus dem "Orgelb├╝chlein"
  • Trio super "Allein Gott in der H├Âh sei Ehr" BWV 664
  • "Schm├╝cke dich, o liebe Seele" BWV 654
  • Toccata und Fuge C-Dur BWV 564

Vorwort und Vorbereitung

BWV 634

BWV 664

BWV 654, BWV 654

BWV 564, BWV 564,1, BWV 564,2, BWV 564,3, BWV 564,

Anmerkungen

BWV 564 beginne mit improvisationsartigen Sequenzen im norddeutschen Stil, und werde als Violinkonzert ├Ąhnlichem St├╝ck im italiensichen Stil nach Vivaldi fortgef├╝hrt.

Das Adagio von BWV 564 endet mit etwas bedr├╝ckendem wirkenden Grave.

Fuori programma

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791): K 299

Schlo├čkirche Bad Homburg, 10.12.2016 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Nils-Ole Krafft

Programm

Advent

Vorwort und Vorbereitung

BWV 733

SSWV 141 ist nicht auffindbar

BWV 659 aus den sog. "Leipziger Chor├Ąle"

BWV 661 aus den sog. "Leipziger Chor├Ąle"

Magnificat primi toni BuxWV 203, Magnificat primi toni BuxWV 203, BuxWV 203

Fuori Programma

Manuel Cardoso (1566-1650): Magnificat secundi toni

Johann Sebastian Bach (1685-1750): Die wunderbare Partite diverse sopra: "Christ, der du bist der helle Tag" BWV 766, zum Teil mit nur zwei Stimmen.

Erl├Âserkirche Bad Homburg, 31.12.2016 22:15 - 23:45

Konzert Orgel und Streicher

An der Orgel:

Prof. Susanne Rohn

Programm

  • Ottorino Respighi (1899 - 1936): Suite f├╝r Orgel und Streicher
  • Anton├şn Leopold Dvorak (1841 - 1904): Serenate f├╝r Streicher Op. 22
  • Francis Poulenc (1899 - 1963): Konzert f├╝r Orgel, Streicher und Pauke FP 93

Vorwort und Vorbereitung

Suite: Preludio, Aria Suite: Pastorale, Suite: Cantico

Op. 22

FP 93

Wilkommen bei den Orgelmatineen Bad Homburg 2017

Organist: Lars Simon Sokola

Organist: Pyeong Hwa Lee

Schlo├čkirche Bad Homburg, 14.01.2017 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Lars Simon Sokola

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BWV 589, BWV 589 und BWV 589. Bei der letzten Aufnahme ist mir im ersten Durchlauf der Bass aufgefallen. In einem zweiten Schritt habe ich mich dann mehr auf das Zusammenspiel von Alt und Sopran konzentriert. Interessant finde ich die chromatischen (d.h. darauffolgende Halbt├Âne) Notensequenzen und die Anwendung verschiedener Muster im Rythmus. Die zwei ersten Aufnahmen lassen allerdings viel besser erkennen, wie die Melodie zwischen den Stimmen hin und her wandert.
Es handelt sich um eine (organo pleno) Fuge im Stile antico (die Vokalpolyphonie - weltliche und geistliche Madrigalen, Motetten, Chansons auf Italienisch, Deutsch, Lateinisch - nach Giovanni Pierluigi da Palestrina und Orlando di Lasso).
Das Fugenthema erscheint in bach'scher Manier in alle verwandten Tonarten.
Die 2/2 Taktnotierung (Alla breve) f├╝hrt sowohl zu mehr ├ťbersichtlichkeit im Notenbild als auch zu einem flie├čenderen Spielflu├č da nicht jeder Viertel, sondern nur auf halbe Schl├Ąge gez├Ąhlt wird.
Eine Besonderheit sind die vielen Engf├╝hrungen (Wiederholung eines Themas in einer zweiten Stimme beginnt noch vor seinem Ende in der ersten Stimme)

Aria prima, Aria prima, Aria prima und Aria prima (mit Noten). Den besten Einstieg hat man m.E. mit der letzten Aufnahme. Man sieht sehr deutlich, wie das St├╝ck aufgebaut ist: eine Reihe von Variationen, die fast allesamt aus zwei Teilen bestehen, die jeweils einmal wiederholt werden. Beim ersten Durchgang l├Ą├čt in diesem Fall der Interpret die Verzierungen aus, was mir besonders gef├Ąllt.
Das Hexachordum Apollinis ist eine Sammlung von 6 Arien (Eigensch├Âpfungen des Komponisten) mit je 5 bis 8 aus zwei sich wiederholenden H├Ąlften bestehenden Variationen.
Schon zu Lebzeiten von Pachelbel sehr bekannt, vielleicht weil ein Novum.
Variation 1 und 2: sehr bewegte Ober- und Unterstimme
Variation 3 und 4: Takt├Ąnderung des Themas und Verschleierung der Melodief├╝hrung mit vielen Spr├╝ngen und L├Ąufen.
Variation 5: erinnert mit ihren gebrochenen Dreikl├Ąngen eher an Lautenmusik.
Variation 6: mit vollem vierstimmigen Satz. Ganz zum Schluss wird dass nochmal das Anfangsthema als Reminiszenz zu h├Âren sein.

BWV 663, gespielt von Bine-Katrine Bryndorf.
Die 2. von 3 Choralbearbeitungen ├╝ber "Allein Gott in der H├Âh sei Ehr" aus den 18 "Leipziger Chor├Ąle".
Die Choralmelodie erklingt im Tenor und die gesamte Machart erinnert an eine Triosonate, also 2 fantasierende Oberstimmen und einen begleitenden Bass im Pedal.
Die sp├Ąter einsteigende Choralmelodie im Tenor ist dabei so stark verziert, abgewandelt und mit Seufzerfiguren versehen, da├č man die eigentliche Melodie kaum noch erkennt.
Albert Schweitzer nennt deshalb diese Form von St├╝cken bei Bach die "mystische Choralform", da eben die Choralmotive in den Begleitstimmen und die Melodie selbst nur noch durch einen feinen, blauen Nebel hindurchschimmern.

Pr├Ąludium BWV 546, Fuge BWV 546. Ein Koopmann im 14 min├╝tigen Dauerplenum: BWV 546, ein warmes Pr├Ąludium BWV 546 , eine ansehnliche Fuge BWV 546.
Das Pr├Ąludium (ein Sp├Ątwerk Bachs) stellt zun├Ąchst mehrere musikalische Gedanken nebeneinander, darunter anfangs eine Akkordfolge, dann ein Seufzermotiv, eine Triolenbewegung, einen chromatischen Gang und ein markantes Bassmotiv.
Im Verlauf des St├╝cks h├Ârt man all diese Ideen wieder, aber nun untereinander verbunden und eingewoben.
Etwas inkonsequenter im Gegensatz dazu scheint die 5-stimmige Fuge (ein etwas fr├╝heres Werk).
Sie beginnt sehr streng, gewinnt aber im Verlauf deutlich an Freundlichkeit im Manualzwischenspiel hinzu, wird sogar sehr warm, wenn das Thema nach Dur ├╝bergeht und endet schlie├člich sehr maj├Ąstetisch.

Fuori Programma

Schlo├čkirche Bad Homburg, 11.02.2017 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Pyeong Hwa Lee

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BWV 545,1, BWV 545,2, BWV 545,1, BWV 545, BWV 545
Das St├╝ck gibt es in 3 Fassungen, was zeigt, dass Bach dieses St├╝ck h├Ąufig im Gebrauch hatte: Eine erste k├╝rzere Fr├╝hfassung, eine zweite Fassung und eine dritte, l├Ąngere Fassung (mit einem langsamen Satz aus der Triosonate in C-dur zwischen Pr├Ąludium und Fuge).
Gleich im 1. Takt des Pr├Ąludiums wird der volle Ambitus der Orgel ausgenutzt: von c3 bis zum tiefen C im Pedal.

BWV 529 (1) Allegro, BWV 529 (2) Largo, BWV 529 (3) Allegro, BWV 529 Allegro (aus der Ludwigskirche zu Alt-Saarbr├╝cken)

Aria secunda, Aria secunda, Aria secunda, Aria secunda

BuxWV 209

Es gibt eine "gro├če" und eine "kleine" Version des "Pr├Ąludium in e-moll" (s. Wikipedia Artikel zum Komponisten).
Hier das Spiel von Tomasz Zebura, das von Martin L├╝cker und das von Maurizio Mancino.
Bruhns wird neben B├Âhm, L├╝beck und Weckmann als Meister der norddeutschen Orgelschule vor Bach betrachtet.
Leider sind von ihm nur eine Handvoll St├╝cke erhalten geblieben: Hier alle vier sog. Praeludien, vorgetragen von Friedhelm Flamme.
Das Pr├Ąludium in e-moll ist einer der H├Âhepunkte des Stylus Phantasticus.

Anmerkungen

Fuori programma

Schlo├čkirche Bad Homburg, 11.03.2017 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Lars Simon Sokola

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Toccata Quinta

Aria tertia, Aria tertia, Aria tertia

Echofantasie in a-moll, Echofantasie in a-moll

Sweelinck war ein niederl├Ąndischer Komponist und Zeit seines Lebens als Organist in Amsterdam angestellt.
Da zu dieser Zeit Amsterdam calvinistisch wurde, war der Gebrauch der Orgel im Gottesdienst komplett verboten.
Dadurch wurde Sweelinck von der Stadt angestellt und mu├čte t├Ąglich ├Âffentliche Konzerte geben.
Obwohl er bis zu seinem Tod in Amsterdam blieb, verbreitete sich sein Ruhm weit ├╝ber die Stadt hinaus, wodurch er viele Sch├╝ler aus den Niederlanden und Deutschland zu sich locken konnte und er dadurch die Orgelmusik in Deutschland auch ma├čgeblich beeinflusste.
Trotz seines etwas provinziellen Lebens studierte er ├Ąhnlich wie Johann Sebastian Bach Musik aus allen Teilen Europas und lie├č diese auch in seine eigene Musik miteinflie├čen.
Wie der Name "Echofantasie" vermuten l├Ąsst, basiert das St├╝ck auf dem Prinzip der Imitation.
Man darf also gespannt sein, in welcher Form und mit viel Geschick Sweelinck die Echos in dieses St├╝ck einschlie├čt.

R├ęcit de tierce en taille - Basse de trompette - Dialogue

BWV 572, BWV 572

Bei dem in den S├Ątzen Tres Vitement, Gravement, Lentement notierten, auch als 'Fantasie in G Dur' bekannten Werk, fallen die Arpeggien des ersten und des dritten Satzes auf, die Progression des Basses vom tiefen bis zum hohen C, die Einleitung des dritten Satzes mittels Cis und die darauffolgende chromatische Progression im Pedal. Letzere st├╝tzt die finalen Arpeggien (Tonleitern) der Fantasia rythmisch; sehr interessant m├╝sste auch die Harmonik (Akkord-Progression) sein.

Die Fantasia in G-Dur von Johann Sebastian Bach ist gleichzeitig ein sehr bekanntes und doch sehr ungew├Âhnliches Werk, da es sich nicht wie gew├Âhnlich um ein Pr├Ąludium/Toccata plus Fuge handelt, sondern um ein St├╝ck, dass ganz klar aus 3 sehr verschiedenen, aneinandergereihten Teilen besteht.
Au├čerdem gibt Bach dem St├╝ck und auch den Tempobezeichnungen franz├Âsische Namen, was auf seine Auseinandersetzung mit franz├Âsischer Musik zur Zeit der Komposition schlie├čen l├Ąsst.
W├Ąhrend das St├╝ck sehr lebendig und virtuos beginnt und in einen lauten, vollen Orgelklang ├╝berleitet, endet das St├╝ck aber f├╝r heutige Ohren sehr unspektakul├Ąr und sehr leise.
Dazu muss man wissen, da├č das, was im letzen Teil musikalisch passiert, also ein chromatischer absteigender Bass und die Harmonien, die daraus entstehen, es so noch nie vor Bach gegeben und dadurch nat├╝rlich zu dieser Zeit ein ganz anderes H├Ârerlebnis erzeugt als vielleicht heutzutage.

Anmerkungen

Hat man die ungewohnte Toccata drei Mal hintereinander angeh├Ârt, lohnt es sich, den kurzen Artikel ├╝ber Girolamo Frescobaldi zu lesen und dann den interessanten Artikel ├╝ber die Musikform der Toccata. Im Abschnitt "Hochbarock" wird u.a. der Zusammenhang mit dem Stylus Phantasticus erw├Ąhnt (s. den Bruhns von letzten Monat) und auf BWV 566 (s. den Bach vom n├Ąchsten Monat) hingewiesen.

Der Stylus Phantasticus steht im Kontrast zum Stile antico, der im Januar im Zusammenhang mit BWV 589 (Alla breve) zum Vorschein kam.

Um die Werke Frescobaldis zu verstehen, sollte man wissen, da├č sich Orgeln zu dieser Zeit in Italien teilweise sehr drastisch von denen in anderen Regionen in Europa unterschieden haben.
Sie waren gr├Â├čtenteils nur einmanualig und das Pedal war auf sehr wenige Tasten beschr├Ąnkt.
Auch werden oft einige sonst ├╝bliche Register ausgelassen, wodurch sich insgesamt ein sehr eigener und wiedererkennbarer Orgelklang in Italien entwickelt hat.
Frescobaldi selbst galt schon zu seinen Lebzeiten als einer der ganz gro├čen Organisten und Komponisten, obwohl er selbst oft aneckte und viele Konventionen seiner Zeit brach.
Seine Musik und seine harmonische Sprache klingen selbst f├╝r heutige H├Ârer noch etwas fremdartig und seine Ideen zur Musik scheinen er heutige Musiker noch teils revolution├Ąr.
So ├╝berl├Ą├čt er z.B. das Tempo seiner St├╝cke ganz dem Spieler und ermutigt ihn sogar das Tempo w├Ąhrend des St├╝ckes nach seinem Belieben zu variieren.
Au├čerdem d├╝rfe jeder Spieler Abschnitte der St├╝cke auslassen, die ihm zu m├╝hsam erscheinen und nat├╝rlich auch dort enden, wo er m├Âchte, also nicht unbedingt am ├╝blichen Ende des St├╝cks.

Das Hexachordum Apollinis ist eine Sammlung von 6 Arien mit je 5-8 Variationen, die zu Lebzeiten von Pachelbel zu seinen bekanntesten Werken z├Ąhlten.
Die Themen der Arien sind allesamt Eigensch├Âpfungen des Komponisten, wobei jedes Thema aus zwei sich wiederholenden H├Ąlften besteht.
Das Schreiben von Variationen ├╝ber ein Thema war ein sehr neues Ph├Ąnomen zu Pachelbels Zeit und er war einer der ersten, der sich daran ausprobiert hatte.
Die 6 Variationen der dritten Arie r├╝cken jede sich das Thema in ein neues Licht und beleuchten es von einer anderen Seite.
Durch die Variationen hindurch wird Ihnen dabei auffallen wie Pachelbel dem sehr ruhigen, etwas zur├╝ckgezogenen und auch schlichten Thema mit Hilfe von rhythmischen Ver├Ąnderungen, mit der Ver├Ąnderungen des Takts, mit schnellen Figurationen und auch dem Hervorheben von verschiedenen Stimmen neuen Charakter verleiht.
Ganz zum Schluss wird dann nochmal das Anfangsthema als eine Art Reminiszenz zu h├Âren sein.

Nicolas de Grigny, einem franz├Âsischen Komponisten der schon sehr fr├╝h, mit 31 Jahren verstorben ist, hat lediglich eine Werksammlung hinterlassen.
Trotzdem haben seine St├╝cke ma├čgeblich die Musik seiner Zeit beeinflu├čt und auch Johann Sebastian Bach hat seine St├╝cke selbst abgeschrieben, um sie zu studieren.
Der Name des St├╝ckes gibt dar├╝ber Auskunft, dass es sich um ein Rezitativ handelt, abgeleitet aus der Vokalmusik, z.B. aus der Oper, in der Rezitative St├╝cke f├╝r eine Solostimme sind, in dem ein Monolog und ein intensiver Ausdruck von Gef├╝hlen zusammentreffen.
├ťbertragen auf die Orgel hei├čt das, dass das St├╝ck eine melodische Stimme, in diesem Fall in der Tenorlage, hervorhebt und einen sehr lyrischen und expressiven Gesang imitiert.

Fuori programma

Schlo├čkirche Bad Homburg, 08.04.2017 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Pyeong Hwa Lee

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BuxWV 139, BuxWV 139, BuxWV 139, BuxWV 139, BuxWV 139

Aria quarta, Aria quarta, Aria quarta

Eine ruhige Ciaccona in f-moll, eine sanfte Ciaccona in f-moll, eine nerv├Âse Ciaccona in f-moll und eine weitere Ciaccona in f-moll.

"Thema" und die darauffolgende, sich oft wiederholende Akkord-Progression sind gut wahrnehmbar. Bemerkenswert ist die Vief├Ąltigkeit der Variationen: Von der ersten bis zur letzten Note bleibt das fast 9 minutige Werk recht spannend.

Hier die Noten und ein zweiter Artikel.

Eine Chaconne von H├Ąndel: HWV 435 bzw. auf dem Cembalo HWV 435

BWV 566

Fuori Programma

BWV 568

BWV 625

BWV 626

BWV 627

BWV 628

BWV 629

BWV 630

BWV 538

Schlo├čkirche Bad Homburg, 13.05.2017 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Lars Simon Sokola

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BWV 531, BWV 531, 1, BWV 531, 2

Aria quinta, Aria quinta, Aria quinta, Aria quinta 07'17''

Toccata Sexta

Op. 37,1, Op. 37,1

Anmerkungen

BWV 531: wahrscheinlich ein fr├╝hes Werk aus seiner Schulzeit in L├╝neburg, da es von seiner Machart an die Orgelwerke von Georg B├Âhm erinnern l├Ąsst, der zu dieser in L├╝neburg Organist war. Das Pr├Ąludium beginnt mit einem ausgedehnten Pedalsolo. Manchmal wird das St├╝ck auch scherzhaft als "Feuerwehr-Pr├Ąludium" bezeichnet, da das Pedal mit dem charakteristischen Quartsprung beginnt, den man auch von der Feuerwehrsirene kennt. Es folgen virtuose Fanfarenkl├Ąnge, viele gebrochene Dreikl├Ąnge und schnelle L├Ąufe, wodurch sich ein sehr vorw├Ąrtsdr├Ąngender und musizierfreudiger Charakter ergibt. Das Fugenthema nimmt das Fanfarenmotiv erneut auf und ist ebenso spielfreudig wie das Pr├Ąludium. Die Fuge schlie├čt damit insgesamt an den lebhaften Charakter nahtlos an.

Aria quinta in a-Moll aus dem Hexachordum Apollinis von Johann Pachelbel: Das Hexachordum Apollinis ist eine Sammlung von 6 Arien mit je 5-8 Variationen, die zu Lebzeiten von Pachelbel zu seinen bekanntesten Werken z├Ąhlten. Die Themen der Arien sind allesamt Eigensch├Âpfungen des Komponisten, wobei jedes Thema aus zwei sich wiederholenden H├Ąlften besteht. Das Schreiben von Variationen ├╝ber ein Thema war ein sehr neues Ph├Ąnomen zu Pachhelbels Zeit und er war einer der ersten, der sich daran ausprobiert hatte. Die 6 Variationen der f├╝nften Arie stellen jede f├╝r sich das Thema in ein neues Licht und beleuchten es von einer anderen Seite. Durch die Variationen hindurch wird Ihnen dabei auffallen wie Pachelbel dem sehr ruhigen, etwas melancholischen Thema mit Hilfe von rhythmischen Ver├Ąnderungen, mit der Ver├Ąnderungen des Takts, mit schnellen Figurationen und auch dem Hervorheben von verschiedenen Stimmen neuen Charakter verleiht. Zum Schluss werden Sie dann nochmal das Anfangsthema als eine Art Reminiszenz h├Âren.

Toccata Sexta in F-Dur von Georg Muffat: Muffat gilt wohl als bedeutendster s├╝ddeutscher Komponist in der zweiten H├Ąlfte des 17. Jahrhunderts. Er war wahrscheinlich der erste, dem es gelang, die damals vorherrschenden franz├Âsischen und italienischen Musikstile zu einer Synthese im Sinne des sogenannten "vermischten Geschmacks" zusammenzuf├╝hren, dessen Entwicklung noch bis ins 18. Jahrhundert andauert. Der Apparatus Musico Organisticus ist eine musikalische Sammlung und enth├Ąlt die meisten Orgelwerke Muffats, darunter 12 Toccaten, die seinerzeit den legend├Ąren Ruf Muffats als Tastenkomponist begr├╝ndeten. Die Toccata Sexta ist in diesem Zusammenhang etwas Besonderes, da sie in 4 Teile gegliedert ist und damit aus dem formalen Rahmen dieser Zeit f├Ąllt. Der erste Teil erinnert dabei an Vokalmusik, darauf folgt eine Fuge, ein etwas freierer Teil mit ausgehaltenem Orgelpunkt und zum Schluss nochmals eine sehr spielfreudige Fuge.

Pr├Ąludium und Fuge c-Moll op. 37 Nr.1 von Felix Mendelssohn: Mendelssohn entstammte einer sehr wohlhabenden b├╝rgerlichen j├╝dischen Familie und wuchs unter sehr priviligierten Verh├Ąltnissen in Berlin auf. Obwohl Mendelssohn wohl einer der wichtigsten Komponisten und Dirigenten der Romantik war, ist er heute wenig f├╝r seine Orgelmusik und f├╝r die Entwicklung, die er damit anstie├č, bekannt. Zur Lebzeit Mendelssohns war die Musik von Johann Sebastian Bach l├Ąngst in Vergessenheit geraten. Die Wiederauff├╝hrung von Bachs Matth├Ąuspassion durch Mendelssohn im Jahre 1829 war einer der H├Âhepunkte seiner Karriere, wodurch eine Art Bach-Renaissance erfolgte und Bachs Musik wieder in die Konzerth├Ąuser drang. Durch die Besch├Ąftigung mit Bach wurde Mendelssohn wahrscheinlich dazu inspiriert eigene Werke f├╝r Orgel zu schreiben. Seine 6 Sonaten und 3 Pr├Ąludien und Fugen f├╝r Orgel, aus denen Sie heute das erste Pr├Ąludium und Fuge h├Âren, sind also stark von den Werken Bachs beeinflu├čt und weisen trotzdem eine ganz eigenst├Ąndige romantische Tonsprache auf und z├Ąhlen zum Standardrepertoire jedes Organisten.

Fuori Programma

Schlo├čkirche Bad Homburg, 10.06.2017 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Pyeong Hwa Lee

Programm

  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): "Herr Jesu Christ, dich zu uns wend" BWV 709 BWV 726
  • Johann Pachelbel (1653-1706): Aria sexta Sebaldina f-moll aus Hexachordum Apollinis (1699) PWC 198
  • Georg Muffat (1653-1704): Toccata septima aus Apparatus Musico Organisticus (1690)
  • Franz Liszt (1811ÔÇô1886): Zwei Orgelbearbeitungen nach Werken von J. S. Bach:
    • Adagio Es-Dur aus der Sonate f├╝r Violine und Cembalo BWV 1017
    • Einleitung und Fuge aus der Kantate BWV 21 "Ich hatte viel Bek├╝mmernis"

Vorwort und Vorbereitung

BWV 709, BWV 709, BWV 726, BWV 726

Aria Sebaldina, Aria Sebaldina, Aria Sebaldina, Aria Sebaldina, Aria Sebaldina

Muffats Toccata septima, die siebte von 12 Toccaten des Apparatus Musico Organisticus bestehe aus einer Anreihung von Teilst├╝cken (Variationen?). Sie sei von einer Mischung aus prunkvollem franz├Âsichen und virtuosem italienischen Stil gekennzeichnet.

BWV 1017,1 und BWV 1017,2

"Ich hatte viel Bek├╝mmernis" BWV 21

Fuori Programma

Schlo├čkirche Bad Homburg, 08.07.2017 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Lars Simon Sokola

Programm

  • Dieterich Buxtehude (1637-1707): Passacaglia d-moll BuxWV 161
  • Johann Pachelbel (1653-1706): Partita ├╝ber den Choral "Christus, der ist mein Leben" aus Musicalische Sterbens-Gedanken (1683)
  • Dieterich Buxtehude (1637-1707): Canzona d-moll BuxWV 168
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): aus Neumeister-Chor├Ąle
    • "Christus, der ist mein Leben" BWV 1112
    • "Du Friedef├╝rst, Herr Jesu Christ" BWV 1102
    • "Wie nach einer Wasserquelle" BWV 1119
  • Dieterich Buxtehude (1637-1707): Toccata F-Dur BuxWV 156

Vorwort und Vorbereitung

BuxWV 161, BuxWV 161, BuxWV 161

Eine Einleitung zu BuxWV 161 und eine zu den Ostinato Werken von Dieterich Buxtehude.

"Christus, der ist mein Leben", "Christus, der ist mein Leben"

BuxWV 158

BWV 1112, BWV 1112

BWV 1102

BWV 1119

Fuori Programma

Schlo├čkirche Bad Homburg, 12.08.2017 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Pyeong Hwa Lee

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BWV 730, BWV 731

Das Konzert in B-Dur des Herrn Walthers f├╝r Herrn Taglietti. Es gibt auch eines f├╝r Herrn Vivaldi.

"Alle Menschen m├╝ssen sterben"

BWV 596, Werkbesprechung BWV 596

Fuori Programma

Keine Bach Kantate, leider.

Schlo├čkirche Bad Homburg, 09.09.2017 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Lars Simon Sokola

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BuxWV 163, BuxWV 163, BuxWV 163

"Herzlich tut mich verlagen"

Pr├Ąludium BWV 534,1, Fuge BWV 534,2
, Werkbesprechung BWV 534

Fuori Programma

Schlo├čkirche Bad Homburg, 14.10.2017 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Pyeong Hwa Lee

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BWV 579, Werkbesprechung BWV 579

"Was Gott tut, das ist wohlgetan"

BWV 737, Notizen zu "Vater unser im Himmelreich"

Op. 65,6 1/3 Op. 65,6 2/3 Op. 65,6 3/3

Fuori Programma

Seiten durchsuchen

Danksagung

Mein Dank geht insbesondere an

f├╝r die freundliche ├ťberlassung ihrer Notizen, und an

f├╝r die sch├Ânen musikalischen Erlebnisse und die Erweiterung meines musikalischen Horizonts.

In labore voluptas

Freude an der Arbeit, "In labore voluptas", so nannte der aus Como stammende Organist und Komponist, Arrigo Cappelletti (1877-1946) Senior, seine 1923 geschriebene und ca. 20 Minuten lange "Sonata in Do minore per Organo da Concerto".

Diese wurde Ende 2010 durch Paola Talamini, Organistin der Basilica della Maria della Salute in Venedig, aufbearbeitet und herausgegeben.

Meine Kopie leihe ich auf Wunsch aus.

Erwerben kann man die Noten hier.

Arrigo Cappelletti (1877-1946) Senior

Der 1877 in Como geborene Organist und Komponist geh├Ârt m.E. zu den interessantesten italienischen Komponisten seiner Epoche.

Zwischen 1907 und 1928 war er Organist und Kapellmeister der romanischen San Fedele Kirche in Como.

1918 wurde er Direktor des Conservatorio di Bologna ernannt.

Ein H├Âhepunkt seines Schaffen war 1911 der Teilnahme am von dem "Procure Generate de Musique Religieuse" ausgerufenen europ├Ąischen Wettbewerb f├╝r Orgelkompositionen in Arras, Frankreich, an dem herausragende Organisten wie z.B. ebenfalls teilnahmen. Sein St├╝ck Elegia "alla venerata memoria di mia madre" (in Vereinfachter Version 1963 vom Maestro Luigi Picchi beim Musikverlag Edizioni Laus Decora, Como) wurde mit einer Auszeichnung pr├Ąmiert.

Sonata in Do minore per Organo da Concerto "In labore voluptas"

Cappelletti Senior stellt offenbar die Musikkunst vor den W├╝nschen seines langj├Ąhrigen Arbeitgebers, der Katholischen Kirche und kann als Gegenst├╝ck zu den zwei "bedeutendsten italienischen Orgelkomponisten" der Sp├Ątromantik, Luigi Picchi und Marco Enrico Bossi, beide Organisten am Dom in Como, betrachtet werden.

Die dreiteilige und 20 Minuten lange Sonata ist also ein profanes Werk, und dennoch klang sie in meinen Ohren voller Mystik.

Sie besticht m.E. durch ihre Klarheit, und ist ein mir ein willkommener Gegensatz zur Unhruhe und Haltlosigkeit vieler ber├╝hmter Komponisitionen der selben Zeitepoche.

Das Werk ist z.Z. weltweit nur sporadisch in der Basilica della Salute zu h├Âhren, gespielt von der dortigen Organisten und Herausgeberin Paola Talamini.

Arrigo Cappelletti (1949) Junior

Der Enkel des Seniors ist Jazz-Komponist und Pianist.

Zu h├Âren war er z.B. 2013 in Mailand.

<<

Verwaltung

Bitte melden Sie sich mit Ihrer Kennung an.

Nach erfolgreicher Anmeldung stehen Ihnen weitere Men├╝punkte zur Verf├╝gung.

Falls Sie noch keine Kennung besitzen, beantragen Sie eine hier├╝ber.

Anmeldung

Seiteninhalte bearbeiten

Aussehen

Konzerttermine

2.5 de 86 2 contenitore NO NO NO 1000 SI NO NO