necessario attivare JavaScript|JavaScript ist notwendig|JavaScript st necessaire|JavaScript is needed

Orgelmatineen Bad Homburg v.d.H.
|< |>|
| A| A|

Wilkommen bei den Orgelmatinéen Bad Homburg 2010

Organist: Jorin Sandau

Organist: Timo Rinke

Schloßkirche Bad Homburg, 12.06.2010 11:30 - 12:00

Orgelmatinee

An der Orgel:

Jorin Sandau

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Eine schöne halbe Stunde in der Schloßkirche Bad Homburg zum Klang der dortigen Bürgy Orgel.

Zum ertsen Mal wohnte ich dem monatlich stattfindenen, kurzen aber sehr feinen Orgelkonzert auf der Empore bei.

Die Klangqualität der Orgel ist dort oben leider nicht besser.

An manchen Stellen wird es sogar unangenehm laut, aber man bekommt interessante Einblicke auf das schöne Instrument und auf das Wirken der talentierten Organisten.

Herr Sandau spielte Muffat, Couperin und Johann Sebastian Bach, im Zeichen des Orgelspiels nach französischer Manier, wie sie in der ertsen Hälfte des 18. Jahrhunderds zu Hofe und in der Kirche üblich war.

Anmerkungen

Georg Muffat (1653-1704): Toccata Decima (aus Apparatus Musico Organisticus, 1690)

Der Organist hebte den Aspekt der Internationalität von Georg Muffat hervor.

Im Folgenden ein Ausschnitt aus Wikipedia

"Muffat war wie vor ihm Johann Jakob Froberger und nach ihm Georg Friedrich Händel ein musikalischer Kosmopolit, der eine wichtige Rolle beim Austausch europäischer Musiktraditionen spielte. Er war der einzige Komponist, der sowohl mit Lully als auch mit Corelli, beide Symbolfiguren der französischen Oper beziehungsweise der italienischen Instrumentalmusik, persönlich eng verbunden war.

Muffat schrieb entweder Musik im italienischen oder französischen Stil. Da die wenigsten Musiker seiner Zeit mit beiden Stilen vertraut waren, fügte er seinen Werken Erläuterungen zur jeweiligen Aufführungspraxis bei. Diese sind noch heute bei der Interpretation von Werken aus dieser Zeit nützlich."

Noch unklar ist mir, was den italienischen, (den deutschen) und den französischen Stil bei der Musikaufführung ausmacht.

Toccata decima

François "le Grand" Couperin (1668-1733): aus der Messe pour les Paroisses

  • 9 Couplets
  • Plein jeu. Et in Terra pax
  • Petite fugue sur le Chromhorne
  • Duo sur les Tierces
  • Dialogue sur les Trompettes, Clairon et Tierces du Grand clavier et le Bourdon avec le Larigot du Positif
  • Trio à 2 dessus de Chromhorne et la basse de Tierce

Was bedeutet Plein jeu (auf Deutsch "volles Spiel") ?

Dank diesem interessanten Orgel Glossar "wissen" wir es jetzt:

Französiche Bezeichnung von "Organum Plenum".

In der Grand Orgue (Hauptwerk) mit (Montre 16' +) (Bourdon 16' +) Montre 8' + Bourdon 8' + Prestant 4' + Doublette 2' + Fourniture + Cymbale + Pos-GO, im Positif (Rückpositiv) mit (Montre 8' +) Bourdon 8' + Prestant 4' + Doublette 2' + Fourniture + Cymbale.

Johann Sebastian Bach (1685-1750): Pièce d'Orgue BWV 572

BWV 572, BWV 572

Bei dem in den Sätzen Tres Vitement, Gravement, Lentement notierten, auch als 'Fantasie in G Dur' bekannten Werk, fallen die Arpeggien des ersten und des dritten Satzes auf, die Progression des Basses vom tiefen bis zum hohen C, die Einleitung des dritten Satzes mittels Cis und die darauffolgende chromatische Progression im Pedal. Letzere stützt die finalen Arpeggien (Tonleitern) der Fantasia rythmisch; sehr interessant müsste auch die Harmonik (Akkord-Progression) sein.

Die Fantasia in G-Dur von Johann Sebastian Bach ist gleichzeitig ein sehr bekanntes und doch sehr ungewöhnliches Werk, da es sich nicht wie gewöhnlich um ein Präludium/Toccata plus Fuge handelt, sondern um ein Stück, dass ganz klar aus 3 sehr verschiedenen, aneinandergereihten Teilen besteht.
Außerdem gibt Bach dem Stück und auch den Tempobezeichnungen französische Namen, was auf seine Auseinandersetzung mit französischer Musik zur Zeit der Komposition schließen lässt.
Während das Stück sehr lebendig und virtuos beginnt und in einen lauten, vollen Orgelklang überleitet, endet das Stück aber für heutige Ohren sehr unspektakulär und sehr leise.
Dazu muss man wissen, daß das, was im letzen Teil musikalisch passiert, also ein chromatischer absteigender Bass und die Harmonien, die daraus entstehen, es so noch nie vor Bach gegeben und dadurch natürlich zu dieser Zeit ein ganz anderes Hörerlebnis erzeugt als vielleicht heutzutage.

Durch Herr Pinto lernte ich das "Orgelbüchlein" kennen; Herrn Sandau verdanke ich die Bekanntschaft mit der Fantasie BWV 572.

Schloßkirche Bad Homburg, 14.08.2010 11:30 - 12:00

Orgelmatinee

An der Orgel:

Jorin Sandau

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Nach der Einleitung des Vorstandsvorsitzenden des Kuratorium Bad Homburger Schloß über den umfangreichen geplanten Umbau erhält der Organist das Wort.

Die Werke stünden im Zeichen des morgigen Maria Himmelfahrt Festes.

Die Orgelmatinee begninne und endet mit dem Thema Magnificat (auf Deutsch 'erhebt' im Sinne von Lobpreisung).

An zweiter Stelle eine Sonate, und anschließend zwei Stücke in denen der Name der Maria im Titel explizit erwähnt wird.

"Und Maria sprach: Meine Seele erhebt den Herrn, und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes; denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Siehe, von nun an werden mich seligpreisen alle Kindeskinder. Denn er hat große Dinge an mir getan, der da mächtig ist und dessen Name heilig ist. Und seine Barmherzigkeit währt von Geschlecht zu Geschlecht bei denen, die ihn fürchten. Er übt Gewalt mit seinem Arm und zerstreut, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. Er stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen. Die Hungrigen füllt er mit Gütern und lässt die Reichen leer ausgehen. Er gedenkt der Barmherzigkeit und hilft seinem Diener Israel auf, wie er geredet hat zu unsern Vätern, Abraham und seinen Kindern in Ewigkeit."

Die Bachsche Fuge sei im Stile antico gehalten.

Dem entgegengesetzt stehe das Magnificat von Buxtehude in dem das norddeutsche Orgelspiel hörbar wird: rauh, herb, stürmisch wie die See. Es verdeutliche den Aspekt der Gewalt, das im Zitat erwähnt wird.

Im französischem Stil sei das Stück von de Grigny, in dem räpresenative Abschnitte von tänzerischen ablöst werden.

Lukas 1, 46-55 Die sanfte Gewalt Gottes.

Der Marienfrömmigkeit stehe der Protestantismus zwar kritisch gegenüber, die schöne Musik möchte jedoch keiner missen

Anmerkungen

Johann Sebastian Bach (1685-1750): Fuga sopra Magnificat BWV 733

BWV 733

Josef G. Rheinberger (1839-1901): Sonate 4 in a-moll Op. 98

Bei der Dissonanz bei 00:30 wurde mir klar: Es ist ein "zeitgenössischer" Autor.

Ein Sprung von 1700 nach 1900, vom Barock in die Moderne.

Ich lernte Josef G. Rheinberger und die Sonate erstmalig bei dieser Orgelmatinee kennen.

Die Registrierung von Herrn Sandau gefiel mir besonders gut. Das Stück ebenfalls: Empfehlenswert.

Im Verlauf des Stückes wurden nach und nach mehr Register gezogen, ohne daß sich die Klangfarbe wesentlich veränderte.

Der Organist beabsichtigt, dachte ich mir, ein Crescendo zu realisieren, was er mir nach der Aufführung bestätigte.

Das Stück wurde m.E. hervorragend gespielt: Vielen Dank, Herr Sandau!

Ein Kuriosum am Rande: die oben referenzierte Aufnahme wurde auf der selben "Great Buergy Organ of 1787" der Schloßkirche Bad Homburg gespielt, die bei den gut besuchten Orgelmatinéen zum Einsatz kommt.

Nicolas de Grigny (1672-1703): "Ave Maris Stella", Gegrüßt sei der Stern des Meeres

Schön, daß wir wieder im Barock zurück sind.

Herrliches, abwechlungsreiches Stück in vier Sätzen mit abwechlungsreicher Registrierung:

Hymnus "Ave Maris Stella"

  • 1. Satz: Plein Jeu
  • 2. Satz: Fugue à 5
  • 3. Satz: Duo
  • 4. Satz: Dialogue sur les Grand Jeux

Auch de Grigny war mir zuvor unbekannt: Ich freue mich auf die Bekannschaft!

Die Interpretation von Herr Sandau hat mir viel mehr gefallen.

Die einzelnen Sätze waren m.E. einfach besser definiert in der Registrierung als auch im Spiel.

Der 3. Satz im 3/4 Takt erinnerte mich an die Erklärung zu den "tänzerischen" Abschnitten des Französischen Stils, die in der .

Der 4. Satz wurde rytmisch und beschwingt gespielt, daß so manche Melodie leicht ins Ohr ging.

Arnolt Schlick (vor 1460-nach 1521):

"Maria zart", "Maria zart"

Das Stück wurde so leicht registriert (ich glaube Flöten, bzw. mit hölzernen Pfeifen) und so sanft gespielt (ich glaube zwei Stimmen und ohne Pedal) daß der Aspekt der Zärtlichkeit voll zum Tragen kam und durch die Musik vermittelt wurde.

Man konnte auch so schön den Stil der Renessaince oder gar des Mittelalters wahrnehmen.

Diese Aspekte kommen m.E. in der referenzierten Aufnahme leider gar nicht zum tragen.

Eine weitere Anmerkung zu der hier referenzierten Aufnahme. Da ich keine Einspielung für Orgel auffinden konnte, habe ich, willkürlich, eine für Viola und Cello gewählt. Vielleicht hilft uns hier Herr Sander mit einer eigenen Aufnahme weiter.

Dieterich Buxtehude (1637-1707): BuxWV 203, BuxWV 203, BuxWV 203

Bei diesem Stück konnte ich nicht den Aspekt der Gewalt wahrnehmen.

Im Gegenteil, das Stück wirk auf mich besonnen, ausgewogen und balanciert.

Da es auch ein ""Magnificat noni toni" (auf Deutsch "neunten Grades, neunten Tones") gibt, vermute ich, daß die Bezeichnung primi toni (auf Deutsch "ersten Grades, ersten Tones") die Bedeutung von C-Dur hat.

Schloßkirche Bad Homburg, 27.08.2010 16.30 - 17:30

Konzert Festliche Musik für Trompete und Orgel

An der Orgel:

Timo Rinke

Trompete:

Benjamin Knorr

Programm

Anmerkungen

Es ist kurz vor Halb. Die Musiker unterhalten sich. Drei Trompeten (namens T1, T2 und T3) stehen aufgespießt auf ihrem Ständer am Boden. Notenblätter sind auf Stühle, auf den Boden, auf den Feuchtigkeitspender, der wie der Wärmeaustauscher einer Klimaanlage aussieht, verteilt. Zwei Flaschen Mineralwasser stehen rechts neben der Orgelbank.

Der zweite Vorsitzende des Kuratorium Bad Homburger Schloß leitet das Konzert kurz ein und spricht, wie seine Vorgänger bei den letzten Orgelmatinéen das Bauvohaben "ein neuer alter Eingang für die Schloßkirche" an. Anschließend wird das Publikum um entsprechende Unterstüzung gebeten.

Georg Philipp Telemann (1681-1767): 5 Stücke aus der Heldenmusik TWV 50

Das Konzert beginnt unmittelbar darauf mit fünf Auszügen aus der Heldenmusik von Telemann: Barock pur und ganz nach meinem Geschmack. "1. Die Würde" (T1): gespielt auf einem einzigen Manual als Begleitung zur Trompete klingt in meinen Ohren wie ein kleine Marschmusik. "4. Die Ruhe" (T1). "7. Die Wachsamkeit" auf zwei Manualen plus Pedal, das den Rythmus des Stückes unterstreicht und ihm Spannung verleit. "9. Die Sanftmut" sehr rytmisches Stück, kann das sein. Und wo bleibt "12. die Freude"?

Der Organist Timo Rinke zieht schnell seine dunkle Jacke an, läuft rasch die Treppen herunter, und begibt sich auf die Bühne zur Erläuterung des Konzertes.

Er offenbart eine Programmänderung: "Die Hoffnung" habe den Platz von "Sanftmut" und "Freude" eingenommen. Die Heldenmusik sei in der Tat für Orgel und Trompete komponiert worden. In der referenzierten Aufnahme spielt hingegen ein Orchester.

Die Toccata von Buxtehude sei ein Kaleidoskop von kurzen, sehr kontrastieren Abschnitten, mit improvisatorischen und fugenartigen Passagen.

Die Suite sei eine Reihenfolge von baroken Tanzsätzen. Eine Suite von Clarke werde folgen.

Danach folgt ein mir höchstwillkommenes Bachsches Stück aus den sog. "Leipziger Choräle", eine Sammlung von Choralvorspielen für Orgel solo: Das Trio super "Herr Jesu Christ, dich zu uns wend" BWV 655. Trio stehe hier nicht für drei Instrumente sondern für die drei unabhängigen Stimmen die jeweils auf zwei Manualen und auf dem Pedal gespielt werden.

BWV 655, BWV 655

Auf dieses hochkomplexe Stück folgen ein Ohrwurm, "Lascia ch'io pianga" aus der Oper "Rinaldo" von Händel, und eine alte schweidische Weise (???) von Lundgren, die ebenfalls leicht ins Ohr geht "Gammal Fäbodpsalm ..." [a.d.Ü ???].

Die Sonate in vier Sätzen von Bartholdy sei ein Feuerwerk, ein Reißer.

Zuletzt zwei Sätze aus dem Trompetenkonzert in Es-Dur von Joseph Haydn, in den man die Deutsche Nationalhymne heraushöhren könne.

Beifall. Zurück auf der Empore wird die Jacke in einem Schwung ausgezogen, und auf ein Stuhl geworfen und es kann wieder losgehen.

Dieterich Buxtehude (1637-1707): Toccata in F BuxWV 156

Die Toccata von Buxtehude ist beeindruckend, und erinnert mich, für mich überraschenderweise, an Bach.

Mein Bild von Bach ist das eines musikalischen Schöpfers, eines Erfinder ohne Vorbilder, jemand, der nicht nachahmt.

Aus Wikipedia:

"Carl Philipp Emanuel Bach erwähnt im Nekrolog, daß sein Vater die Musik hauptsächlich in autodidaktischen Form erlernte""

Aber es könnte durchaus sein, daß sich Bach von Buxtehude hat inspierieren lassen.

Aus Wikipedia:

"Im Oktober 1705 wanderte er zu Studienzwecken nach Lübeck - offiziell, um Buxtehude zu hören. Sein privates Motiv war auch, sich als Nachfolger des 70jährigen Organisten zu St. Marien zu bewerben. Es war ihm Urlaub von vier Wochen gewährt worden. Diesen dehnte er bis in den Januar 1706 aus und ließ sich währenddessen als Organist in Arnstadt durch seinen Vetter Johann Ernst vertreten. Diese Reise zu Buxtehude bescherte Bach wertvolle musikalische Eindrücke. Mit großer Wahrscheinlichkeit hat Bach auch auf der berühmten alten Totentanz-Orgel von St. Marien spielen können. Buxtehudes Abendmusiken, Orgel- und Klavierwerke sowie dessen unvergleichliches Orgelspiel bildeten einen Ansporn für den jungen Organisten und Komponisten. Die ersten erhaltenen Orgel- und Klavierwerke Bachs lassen den Einfluss Buxtehudes erkennen. Dazu gehören Choralvorspiele wie beispielsweise Wie schön leuchtet der Morgenstern (BWV 739) und Präludien, Toccaten, Partiten und Phantasien."

Jeremiah Clarke (1674-1704): Suite in F (T1, T2, T3 ???)

  • Prelude
  • Menuett
  • Sybelle
  • Serenade
  • Bourreé
  • Gigue

Bei der Menuette, die im drei Viertel Takt ist, fiel mir auf, daß sich die Orgel auf eine ganz einfache Begleitung, ohne Pedal und teilweise kaum kontrapunktiert, beschränkt.

Die Serenade, ebenfalls im drei Viertel Takt, vermittelte ein Gefühl der Leichtigkeit, wie sie vielleicht im bunten Treiben des Laternchenfestes aufzufinden ist.

Johann Sebastian Bach (1685-1750): Trio super "Herr Jesu Christ, dich zu uns wend"

BWV 655, BWV 655

Hier ist mir aufgefallen, wie im Pedal vermehrt im rechten Bereich (höhere Töne) gespielt wurde. Auch fürs Auge war erkennbar, wie im Pedal eine Melodie (Stimme) gespielt wurde, und keine Begleitung im Bass. Im Allgemeinen fiel mir auf, daß die Erkennung und Verfolgung der einzelnen (drei) Stimmen durch die visuelle Wahrnehmung des Spielvogangs sehr erleichtert wird. Ein Trick für "Fortgeschrittene" ist ein Blick auf die Partitur.

Interessant fand ich auch, wie bei in den letzten Takten, im Pedal von den sehr hohen Noten plötzlich einer der tiefsten Noten gespielt wird, um dann gleich wieder zu den hohen Noten zu wechseln. Vielleicht ein fallendes und ein steigendes Intervall zur Erzeugung einer Spannung, die zur Einleitung des Ende dient.

Georg Friedrich Händel (1685-1759): "Lascia ch'io pianga" aus der Oper "Rinaldo" (T1, T2, T3 ???)

Hier verzichte ich auf die Suche nach einer zu referenzierenden Aufnahme, da mir sonst dieser Ohrwurm noch für den Rest des Tages plagt.

Es ist interessant zu beobachten, wie der Organist sich während des Spiels auch um Registrierung und Notenblätter welzen ??? zu kümmern hat. Als ob er schon nicht genüg mit Fingern und Füßen zu tun hätte.

Oskar Frederik Lindberg (1887-1955): Gammal Fäbodpsalm fran Dalarna (T1, T2, T3 ???)

Echt gut gespielt. Etwas Nachdenkliches, melodisch und fast melancholisch. Schade, daß ich keine bessere Version als die von Abba (!) fand, die ich aber hier nicht einbinden möchte.

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847): Sonate Nr. 4 in B-Dur

Jetzt kommt der Mitreißer: in der Tat sind drei der vier Aufführ-Bezeichnungen im Allegro Bereich notiert.

Im Gegenteil zur Vergangeheit stelle ich fest, daß die Lautstärke der Orgel, und die der Trompete, recht angenehm ist, und gar nicht zu laut. Besser so.

Das Allegretto (im drei Viertel oder im sechs Achtel ???) hat meiner Frau und mir sehr gut gefallen. Fünf Sterne. Schöne Registrierung, beschwingtes Arpeggiato plus Melodie ohne Pedal.

Und der Mitreißer war das Allegro maestoso, das folgte.

Joseph Haydn (1735-1809): 2 Sätze aus dem Trompetenkonzert in Es-Dur (T1, T2, T3 ???)

Die Interpretation der zwei Musiker gefällt mir mehr als die referenzierte Aufnahme, die mir zu schnell erscheint.

Herr Rinke reibt sich die Hände am Kopf. Es muß sicherlich anstrengend gewesen sein.

Was beim Hörer für Entspannung sorgt, bedeutet beim Spieler paradoxerweise Spannung und Konzentration.

Und in einer halben Stunde soll es gar weitergehen, mit einem zweiten Konzert.

Nach dem vorletzten Satz gab es ein Zu-Früh-Klatscher, der ausnahmsweise nicht von mir war.

Ein durchaus gelungenes Konzert! Danke sehr!

Schloßkirche Bad Homburg, 29.08.2010 16:30 - 17:30

Konzert Johann Sebastian Bach im Kreise seiner Söhne

Cembalo:

Jorin Sandau

Traversflöte, Klappenflöte:

Daja Leevke Hinrichs

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Es ist bald soweit. Bei den Musikern steigt die Spannung, während Dr. Karl Mathieu von 10 Jahren Förderung aufstrebender Musiker in Zusammenarbeit mit der Musikhochschule Frankfurt spricht, von der nunmehr 20 Jahre zurückliegenden Restaurierung der Schloßkirche Bad Homburg, und vom anstehenden Bauprojekt neuer Eingangsbereich, mit Vorraum, Garderobe und Blickachse in den Raum.

Spenden seien willkommen.

Anmerkungen

Heute machen wir die Bekanntschaft mit zwei Barock-Flöten, der Traversflöte (415 Hz) und der Klappenflöte (415 Hz), mit Friedmann, Friedrich, Christian und mit der wunderbaren Sonate für Flöte sol Wq 132 von Carl Philipp Emanuel.

Zur damaligen Zeit sei es zwar üblich gewesen, daß der Beruf des Musikers auf die Kinder übertragen wurde, der durchgehende Erfolg aller vier komponierenden Bach Söhne sei jedoch eine Besonderheit.

Die Stücke werden in der originalen Besetzung, die ein besonderes, wärmeres Klangbild hervorufe, aufgeführt.

Der Beginn macht der weniger bekannte der vier Söhne. Original seien hier die Passagen im Andante, in denen das Cembalo eine Art Rezitativ spielt.

Johann Christoph Friedrich Bach (1732-1795): Sonate für Flöte und Cembalo d-moll

  • Allegretto
  • Andante
  • Allegro

Beide Musiker sind Könner und beherrschen ihr Instrument perfekt. Herr Sandau kommt in den schnellen und schwierigen Passagen ganz zur Geltung. Frau Hinrichs ist eine Meisterin ihres Instrumentes. Die beiden bilden eine perfekte Einheit, synchron im Tempo und im Ausdruck.

Das Cembalo hört sich leider etwas verstimmt an, was viele Ursachen haben kann.

Wenn man die Musiker auf der Bühne erlebt, wird man Zeuge manches Kunstwerks, wie z.B. das Balancieren der Flöte mit der einen linken Hand, beim Spielen eines langen Tones, und das gleichzeitige Umblättern mit der Rechten.

Wilhelm Friedemann Bach (1710-1784): Polonaise C-Dur Falck 12

Johann Christian Bach (1735-1782): Sonate in F-Dur

Carl Philipp Emanuel Bach "der Große" (1714-1788): Sonate in a-moll für Flöte solo Wq 132

Johann Sebastian Bach (1685-1750) Sonate in A-Dur BWV 1032

Ein wuderbares Konzert: Herzlichen Dank an beide Interpreten.

Schloßkirche Bad Homburg, 11.09.2010 11:30 - 12:00

Orgelmatinee

An der Orgel:

Timo Rinke

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BuxWv 159, eine Chaconne

BWV 539,1, BWV 539,2

Anmerkungen

Verhindert

Fuori programma

Andreas Hammerschmidt (1611-1675): "Verleih uns Frieden gnädiglich"

Kurt Hessenberg (1908-1994) "Aus der Tiefe ruf ich" Psalm 130

Schloßkirche Bad Homburg, 09.10.2010 11:30 - 12:00

Orgelmatinee

An der Orgel:

Jorin Sandau

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Vorweg informiert Dr. Karl Mathieu das Publikum, daß Herr Sandau und Frau Hinrichs seit kurzem Fugato Preisträger der Rotary Bad Homburg-Schloß-Stiftung sind.

Herr Sandau ergreift daraufhin das Wort und erklärt, daß die Gemeinsamkeit, die die vorliegenden Stücke verbindet, die Feierlichkeiten zum Erntedankfest seien.

Im 17. Jahrhundert sei die Festlichkeit mit ausgiebigen Zerimonieen und Gottestdiensten gefeiert worden.

Die drei Stücke Couperins weisten die Reihenfolge Dur, Moll, Dur auf: Festlich, lyrisch, festlich. Er verdeutlicht den Rythmus des letzten Satzes im 3/4 Takt durch Klatschen (3/8, pause, 1/8, 1/8 - Irrtum vorbehalten).

Die 18 sog. "Leipziger Choräle" sei eine Sammlung verschiedener früherer Choralbearbeitungen für Orgel mit zwei Manualen und Pedal, die Johann Sebastian Bach im hohen Alter für eine gedruckte Ausgabe überarbeitete.

Auf die Anmerkung, daß die "Wassermusik", dem Georg Händel eine Verdoppelung des Gehaltes seitens des englischen Königs Georg I heimbrachte, reagierte das zahlreich erschienen Publikum mit einem hörbaren Staunen.

Beim Grand Hallelujah, das bereits zur Entstehungszeit, wie die Wassermusik, großen Ruhm erlangt hatte und mehrere Transkriptionen (u.A. für Orgel) erfahren hatte, meinte Herr Sandau mit einem Schmunzeln, daß das Publikum sitzen bleiben dürfe.

Zum Schluß wünschte er viel Freude beim Genuß der feierlichen Stücke.

Anmerkungen

François Couperin (1668-1733):

Offertoire sur le Grands Jeux (aus der Messe pour les Paroisses), Offertoire sur le Grands Jeux (aus der Messe pour les Paroisses), Offertoire sur le Grands Jeux (aus der Messe pour les Paroisses)

Zur Kollekte aus der "Messe pour les couvents"

Ein Organist aus Übersee und einer aus Frankreich lassen sich über die Schultern schauen.

In den Kommentaren ist mehrmals die Rede von "Reeds", dem Rohrblatt von Blasinstrumenten.

Nach dem Konzert lernte ich, daß es unter den Orgelpfeifen in der Tat welche gibt, in denen das Schwingungsmuster der Luftkolonne (Klangbild, Timbre) mittels an einem Ende befestigte Blättchen erzeugt werden. Der Klang dieser Pfeifen ist besonders kraftvoll, feierlich.

Johann Sebastian Bach (1685-1750): drei Stücke aus den sog. "Leipziger Choräle"

Für Bach wurde die Registrierung gänzlich umgestellt: der Organist ließ sich die notwendige Zeit für eine genaue Überpfrüfung der Einstellungen.

Interessant wäre zu wissen, welche Kriterien beim Wechsel der Registrierung angewandt wurden.

BWV 666

Bei der Aufführung von Herrn Sandau konnte man das Thema im Sopran sehr gut verfolgen. Auch der Einsatz und die Registrierung des Pedals (Bass), besonders am Ende des Stückes, hat mir gut gefallen.

BWV 665, BWV 665

Bei diesem Stück erschien mir (von meinem Platz auf der Empore) das Pedal etwas zu aufdringlich geraten zu sein.

Bei BWV 657 hat das Thema im Sopran, und im allgemein der Sopran, einen perfekten Auftritt gehabt. Man konnte schön das Spiel zwischen Sopran und Bass im zweiten Teil heraushören, was bei der referenzierten Aufnahme nicht gelingt.

Beim finalen Akkord, das bei Herrn Sandau üblicherweise sehr lange anhält, drehte sich der Organist einmal rechts und einmal links und warf ein Blick auf die Hörenden, als ob er sich der Wirkung seines Spieles auf das Publikum vergewissern wollte.

Alle drei Stücke sind hoch komplex. Eine Einarbeitung vor dem Konzert lohnt sich für den Hörenden sehr.

Georg Friedrich Händel (1685-1759):

  • Drei Sätze aus der Wassermusik (nach einem Druck des 18. Jhs.)
  • Sarabande con variazioni aus der Suite HWV 437
  • Grand Hallelujah (arr. J Marsh 1791)

Hier wird wieder die Registrierung auf festlich umgestellt. Vielleicht auch auf unbekümmert, nach dem mit Sinnhaftigkeit durchzogenen und schwierigen Bach.

Vor wenigen Wochen lernten wir bei den Orgelmatinéen, daß eine Suite eine Reihe von Musikstücken zu barocken Tänzen (Gesellschaftstänzen) ist.

Die Suite HWV 437 besteht aus: I. Allemande II. Courante III. Sarabande IV. Gigue.

Betrachtet man die Suite von ihrer musikalischen Seite, und weniger als Taktgeber für das Tanzbein, fügt sich die Sarabande (im getragen-gravitätischer 3/2- oder 3/4-Takt - 01:45) m.E. perfekt in die Gesamtkomposition ein.

Insbesondere stellt sie einen schönen Kontrast zur vorhergehenden Courante (meist im 3/2 oder 6/4-Takt, mäßig schnell - 01:30) und zur darauffolgenden, feuerwerkartigen Gigue (meist im lebhaftem 6/8 oder 12/8-Takt - 00:45) dar.

Ich vermute, daß Herr Sandau die Aufführung der Sarabande an dieser Stelle des Konzertes ebenfalls als Gegengewicht zu den vorherigen und zum darauffolgenden festlichen Hallelujah wählte.

Die Registrierung wurde für die Sarabande sehr weich gewählt. Nichts erinnerte mehr an die metallischen Klänge des Cembalos. Die Registrierung verleite der Sarabande einen ganz besonderen Charme.

Mittlerweile habe ich diese ganze Suite, gespielt auf dem Original-Instrument, dem Cembalo, lieben gelernt, und empfehle allen die oben referenzierte Aufnahme.

Ja, das Hallelujah war in der Tat festlich! Manch ein Besucher, der auf der Empore nah an der Orgel saß, hielt sich die Ohren verdeckt. Als ich beim ersten Stück von Couperin merkte, daß die Registrierung in der Tat feierlich gezogen war, wechselte ich rasch den Platz, und saß so weit wie möglich von der Orgel entfernt.

Die Akustik auf der Empore ist m.E. eher nicht gut. So sind diese Sitzplätze für den reien Musikgenuß der Orgel m.E. eher nicht zu empfehlen.

Allerdings hatte man an diesem hellen, klaren Oktobertag einen schönen Blick durch das weiß umrahmte Fenster auf die gelbe und orangene Laub einer Roßkastanie (Hyppocastanum Aesculos), auf dem blauen Hintergrund eines reinen, herbstlichen Himmels.

Die Farbe und die Helligkeit des Sonnenlichtes an diesem herrlichen Vormittag ähnelt dem, das Rudolf Müller vor einigen Jahren in seinen professionellen Bildern der Bürgy Orgel einfangen vermochte.

Vielen Dank an Herrn Sandau und an das Kuratorium Bad Homburger Schloß für diese schöne halbe Stunde festlicher und ernster Musik.

Schloßkirche Bad Homburg, 13.11.2010 11:30 - 12:00

Orgelmatinee

An der Orgel:

Timo Rinke

Programm

Anmerkungen

BuxWV 149, BuxWV 149

Böhms Partita "Ach wie nichtig, ach wie flüchtig"

Die Passacaglia in c-moll BWV 582 hat Ohrwurmkarakter. Aus diesem Grund ist es ratsam, sie nicht allzu oft zu hören, und der Bedarf einer Vorberetung ist nicht gegeben.

Schloßkirche Bad Homburg, 11.12.2010 11:30 - 12:00

Orgelmatinee

An der Orgel:

Jorin Sandau

Programm

  • Matthias Weckmann (1619-1674): Praeambulum Primi toni a 5 in d
  • Anthoni van Noordt (um 1619-1675): Psalm 24 (aus "Tabulatuurboeck van Psalmen en Fantasyen")
    • Vers 1. a 4. Pedaliter
    • Vers 2. a 4.
    • Vers 3. a 4. In de Bas
  • Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791): Andante in F-Dur für Orgelwalze KV 616
  • Johann Nepumuk (1895-1977): David "Macht hoch die Tür, die Tor macht weit" 3 Variationen
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750) Toccata und Fuge d-moll BWV 565

Anmerkungen

Zur Einstimmung, eine Fantasia von Matthias Weckmann, zunächst im 4/4 dann im 3/4 Takt, bei der der wiederholte Einsatz des Themas in verschiedenen Lagen leicht herauszuhören ist.

KV 616

BWV 565, BWV 565 à la Koopman, BWV 565

Wikipedia Artikel über BWV 565: Deutsch und Englisch

Fuori programma

BWV 543, BWV 543, BWV 543, Präludium BWV 543, Fuge BWV 543

Teatro Sociale di Como, Como 22.12.2010 18:00 - 19:30

Konzert Orchestra 1830, Leitung und Geige: Francesco D'Orazio

Programm (Auswahl):

Das Wort Napoli (Neapel) erweckt in den meisten Italienern Gedanken von Zerfall, Gewalt, Rechtslosigkeit, Armut und neuerdings auch von Müllbergen in den Straßen (!).

Umso prachtvoller, lichter, beschwingter und wertvoll erklingen diese herrliche Meisterwerke des neapolitanischen Barocks, die ich heute in Como kennenlernte.

Komponisten wie Georg Friedrich Händel, Georg Philipp Telemann, Carl Philipp Emanuel Bach, Antonio Vivaldi bekamen also ebenbürtige Konkurrenz aus der florierenden Stadt Neapel.

Umso besser für uns, insbesondere wenn man die perfekte Leitung und das gefühlvolle Geigenspiel von Francesco D'Orazio zu Gehör bekommt.

Neben der außergewöhnlichen Lebendigkeit, sind diese Stücken von einer verführerischer Klarheit und Ausgewogenheit gekennzeichnet.

Interessant und hilfreich sind die Biografieen der Autoren und die Informationen über die Kompositionsform des Concerto Grosso.

Francesco Durante hat mir besoders imponiert: Als Kuriosum erweist sich die Tatsache, daß, als einziger Autor, Francesco Durante sich weder der in Neapel entstandenen Opera Seria, noch der Opera Buffa widmete: Eine Zurückhaltung, die offenbar der Schönheit und Lebhaftigkeit seiner Werke kein bißchen Abbruch tat.

Wilkommen bei den Orgelmatinéen Bad Homburg 2011

Organist: Peter Scholl und Jorin Sandau für Timo Rinke

Organistin: Jasmin Rasch

Musikalische Kreuzfahrt

Eine spannende Kreuzfahrt durch das westliche Mittelmeer durch fünf Staaten und zwei Kontinenten, bei herrlichem Wetter, kann für die Erweiterung des eigenen musikalischen Horizonts dienlich sein, dank Wikipedia und Youtube und ein wenig gutem Willen.

Bemerkenswert und sehr interessant finde ich die Musik und das Leben aller unten genannten Komponisten, bis auf de Falla, dessen Werke mich zu sehr an die von Debussy und Ravel erinnern.

Marseilles

Tanger

Lissabon

André da Silva Gomes (1752-1844)

Antonio Teixeira (1707-1759)

Cádiz

Manuel de Falla (1876-1946)

Casablanca

Málaga

Juan Gutiérrez de Padilla (ca. 1590-1664)

Alicante

Barcelona

Fernando Sor (1778-1839)

Miguel Llobet (1878-1938)

Genua

Schloßkirche Bad Homburg, 12.03.2011 11:30 - 12:00

Orgelmatinee

An der Orgel:

Peter Scholl

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Mit Erstaunen habe ich die Nachricht der "Pforzheimer Wegenagierung" von Herrn Timo Rinke, dessen Orgelspiel ich lediglich beim letzten Laternfestkonzert erleben konnte, aufgenommen.

Gleichwohl freue ich mich auf die Herren Peter Scholl und Jorin Sandau: Der Eine, u.a., für sein spontanes, intuitives und leichtes Spiel, der Andere, u.a., für seine metronomische Genauigkeit und Präzision.

Ein herzliches Wilkommen von meiner Seite an Frau Jasmin Rasch!

Das Jahr 2011 wird ein spannendes Orgelmatinéenjahr.

Anmerkungen

Nicolaus Bruhns (1665-1697): Präludium in e-moll "das große"

Es gibt eine "große" und eine "kleine" Version des Präludiums in e-moll (s. Wikipedia Artikel zum Komponisten).
Hier das Spiel von Tomasz Zebura, das von Martin Lücker und das von Maurizio Mancino.
Bruhns wird neben Böhm, Lübeck und Weckmann als Meister der norddeutschen Orgelschule vor Bach betrachtet.
Leider sind von ihm nur eine Handvoll Stücke erhalten geblieben: Hier alle vier sog. Praeludien, vorgetragen von Friedhelm Flamme.
Das Präludium in e-moll ist einer der Höhepunkte des Stylus Phantasticus.

Johann Sebastian Bach (1685-1750): "Dies sind die heil'gen zehn Gebot" BWV 678

Da das knapp fünf minutige, im 6/4 Takt gehaltene Stück nicht gleich ins Ohr geht, und eher mechanisch (eben wie eine Übung) wirkt, empfiehlt sich m.E. eine Vorbeitung. In der referenzierte Aufnahme kann der Hörer durch Verfolgen der Partitur, insbesondere des Basses, Anhaltspunkte gewinnen. Zum besseren Verständnis wären m.E. Erklärungen eines Organisten hilfreich.

Johann Sebastian Bach (1685-1750):

BWV 680

Johann Sebastian Bach (1685-1750): Triosonate BWV 527

BWV 527 Andante e-moll, BWV 527 Adagio e dolce F-Dur, BWV 527 Vivace d-moll

Was für ein spannendes Werk!

Insbesondere das Andante mit dem herrlichen Einsatz von 1/16, 1/32 Passagen und 1/16 Triolen. Es mutet schwierig an: Herr Scholl, ich drücke Ihnen die Daumen und bin dabei sicher, daß Sie hierbei richtig in Fahrt kommen werden, und daß Sie uns Hörer einen echten Ohrenschmauß bieten werden.

Vom dritten Satz gibt es bei YouTube eine von der "Music Animation Machine" gespielte und dargestellte Version.

Einführung von Herrn Peter Scholl:

Vor dem Konzert mußte Herr Scholl noch in die Orgel kriechen, um ein paar wetterbedingt verklemmte Pedal-Hebel wieder in Gang zu bringen: Holz arbeitet.

Herr Jürgen Seibert, Mitglied des Vorstandes des Kuratorium Bad Homburger Schloß, sprach ein paar einleitende Worte und wies auf die Möglichkeit hin, dem Kuratorium als Mitglied beizutreten. Die Mitgliedschaft ist in der Tat für alle Besucher der Orgelmatinéen eine gute Möglichkeit dem Kuratorium für die schönen Stunden hochkarätiger Musik, die es uns bietet, zu danken.

Ein Programmwechsel fand statt: nicht den von mir ersehnten Bruhns sondern

Dieterich Buxtehude (1637-1707): BuxWV 203, BuxWV 203, BuxWV 203

"Magnificat", ein Lobgesang der Maria, "Meine Seele erhebt den Herren", als Ankündigung der baldigen Geburt Jesu durch Engel Gabriel. Es sei ein (neutestamentliches) Canticum, und kein (alttestamentlicher) Psalm. Ein hymnischer Bibeltext, Bestandteil der Vesper im Stundengebet nach Eröffnung, Hymnus, Psalmen, und vor Schriftlesung, Responsorium, Magnificat, Fürbitten, Vater unser, Tagesgebet und Segen. Es sei in verschiedenen Abschnitten vertont, vielleicht als Entsprechungen zu den Versen des Magnificats. Auffällig seien die raschen Aufwärtsbewegungen gleich zu Beginn, die an "erhebt den Herren" erinnern können. Kurze bewegte Abschnitte ohne große Formen entsprächen dem norddeutschen barocken Orgelstil.

Beim Zuhören hat mich die Verschiedenheit der Abschnitte an die verschiedenen Gemütsregungen eines Menschen, dem eine Umwandlung seines Lebens bevorsteht, erinnert: Freude, Nachdenklichkeit, Optimismus, Entschlossenheit, seiner Pflicht nachzukommen.

Die "Clavierübung"

Die "Clavierübung" (1731-1741) sei eine 4 teilige Sammlung von Werken für Cembalo und Orgel, auf höchstem kompositorischen und spieltechnischen Niveau, das als Kompendium für Kunstfertigkeit im Umgang mit verschiedenen Stilen gilt.

Die "Clavierübung 3. Teil" sei der Orgel gewidmet, und enthielte 27, Stücke. In dieser Zahl, also 3 mal 3 mal 3, könnte sich die christliiche Trinität wiederspiegeln, und es sei belegt, daß in manchen Bachschen Kompositionen auf Zahlen basierte Regelmäßigkeiten festzustellen sind.

"Dies sind die heil'gen zehn Gebot" ist der 10. Satz von den 21 Choralbearbeitungen (BWV 669-689). Diese kommen nach dem Präludium und Fuge Es-Dur BWV 552 und vor den Vier Duette (BWV 802-805) für Orgel ohne Pedal der "Clavierübung 3. Teil".

Johann Sebastian Bach (1685-1750): "Dies sind die heil'gen zehn Gebot" BWV 678

Der Kanon (im Cantus firmus, dem "Choral", geführt) "Dies sind die heil'gen zehn Gebot" gliedere sich in zwei Abschnitte: Hierbei könne man an die zwei biblischen Gesetzestafeln und an die strenge Gesetzmäßigkeit, die dem Kanon unterliegt, und dem Wort Kanon beiwohnt, denken.

In beiden Sopranstimmen am Ende hoffnungsvol nach oben gekehrt sei eine Seufzermotivik zu erkennen.

Johann Sebastian Bach (1685-1750): "Wir glauben all' an einen Gott" BWV 680

Bei diesem Stück der "Clavierübung 3. Teil" sei der Cantus firmus am Anfang angedeutet, als ob man den Glaube schnell verlöre. Der Cantus firmus sei am Ende des Stückes im Tenor ebenfalls vorhanden, aber versteckt, als Sinnbild der Anwesenheit Gottes, die vom Menschen nicht erkannt wird, und als Sinnbild eines Menschen, der die Aufforderungen Gottes nur schwer hören könne, wenn überhaupt.

Johann Sebastian Bach (1685-1750): Triosonate BWV 527

Näheres über die sog. "Triosonaten" bei Wikipedia.

Einen herzlichen Dank an Herrn Scholl für die Überlassung seiner Notizen, und ein großes Kompliment für das Bestehen seiner letzten wichtigen Prüfung mit Bravur (was jedoch nicht anders zu erwarten war).

Schloßkirche Bad Homburg, 09.04.2011 11:30 - 12:00

Orgelmatinee

An der Orgel:

Jorin Sandau

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Einfach "Präludium in g", wie es im offiziellen Programm steht?

Welches Stück von Buxtehude wird es wohl werden?

Das Präludium in g-moll BuxWV 148, oder BuxWV 163 oder das Präludium in G-Dur BuxWV 147, und wer weiß, wie viele andere noch (siehe z.B. "Buxtehude Werkeverzeichnis")

Diese Ungenauigkeit ist einer Vorbereitung zwar nicht sehr zuträglich, regt aber interessante Vergleiche zwischen den verschiedenen Stücken an.

Ein wurderbarer Kontrast zu allen oben genannten Präludien stellt das anschließende SSWV 113 dar.
Ich muß sagen, Herr Jorin Sandau beweist immer wieder, auch als ein Meister der Programmgestaltung. Man kann gespannt auf seine Registrierung und Interpretation sein.

Dieses wurderbare Stück hat mich auf den guten Samuel Scheidt aufmerksam gemacht. Der letzten Orgelmatinee verdanke ich die Bekanntschaft mit Nicolaus Bruhns.

Aus den sog. "Leipziger Choräle" werden dann erklingen: BWV 656 und zum Schluß das kraft- und schwungvolle Triolenfeuerwerk Präludium BWV 546, Fuge BWV 546. Ein Koopmann im 14 minütigen Dauerplenum: BWV 546, ein warmes Präludium BWV 546 , eine ansehnliche Fuge BWV 546.
Das Präludium (ein Spätwerk Bachs) stellt zunächst mehrere musikalische Gedanken nebeneinander, darunter anfangs eine Akkordfolge, dann ein Seufzermotiv, eine Triolenbewegung, einen chromatischen Gang und ein markantes Bassmotiv.
Im Verlauf des Stücks hört man all diese Ideen wieder, aber nun untereinander verbunden und eingewoben.
Etwas inkonsequenter im Gegensatz dazu scheint die 5-stimmige Fuge (ein etwas früheres Werk).
Sie beginnt sehr streng, gewinnt aber im Verlauf deutlich an Freundlichkeit im Manualzwischenspiel hinzu, wird sogar sehr warm, wenn das Thema nach Dur übergeht und endet schließlich sehr majästetisch.
. Ein Stück zum Aufwachen: Der Organist will vielleicht sicherstellen, daß wir Zuhörer hellwach und wohlerhalten nach Hause gelangen, durch einen zum Glück kaum erwähnenswerten Bad Homburger Stadtverkehr.

Anmerkungen

Das Konzert war wunderbar! Insbesondere, aber nicht nur, der alte Bach. Herr Sandau hat in meinen Augen, Pardòn, in meinen Ohren, das Format eines gestandenen Konzertorganisten. Sehr nützlich erwiesen sich, wie immer, die Anmerkungen des Organisten zu den Stücken.

Der Programmaufbau sei symmetrisch: zwei Präludien und zwei Chorälevariationen, mit dem Thema der Fasten- und Passionszeit.

Das Konzert begann mit BuxWV 163. Ein sehr schönes Stück, vielleicht für Cembalo geschrieben, wobei man zur Entstehungszeit gerne beide Instrumente zum Vorführen eines selben Werkes nahm. Herr Sandau interpretierte und registrierte das Werk meiner Meinung nach viel besser, angenehmer und weicher, als wie in der oben eingefügten Aufnahme. Die Tonart g-moll sei, lt. Johann Mattheson, die "allerschönste Tonart", versehen mit "ziemliche Ernsthafftigkeit, mit einer munteren Lieblichkeit vermischt", "beydes zu mäßigen Klagen und temperierter Fröligkeit bequem". Der damalige Tonartencharakter geht allerdings durch die heutige gleichstufige Stimmung der meisten Instrumente zum Teil verloren.

Das Stück von Samuel Scheidt bestehe aus 6 Variationen einer und derselben Melodie. Ein einleitender "Choral", ein sanftes dreistimmiges Stück, ein klagendes Bicinium, ein Bicinium mit wilden Punktierungen, ein kraftvolles und ein zusammenfassendes Stück: SSWV 113. Während des Konzertes fielen mir die interessanten Chromatiken des Basses im letzten Abschnitt auf.

"O Lamm Gottes" sei der Begleitgesang zur Brotbrechung, dem Agnus Dei des Ordinarium. Die drei Strofen spiegelten sich in den drei Abschnitten wieder, in denen die Melodie jeweils im Sopran, Tenor und Bass gehalten wird. Im letzten Drittel löse sich eine Chromatik, meistens ein Sinnbild für Traurigkeit, in eine abschließende aufgehellte Passage, die Zuversicht und Hoffung erwecke, auf.

Zu BWV 546: Nach Johann Joachim Quantz sei c-moll die Tonart der Traurigkeit, und dementsprechend sei sie auch die Tonart der Schlußchöre der Mattheus und Johannis Passion.

Ein herzlicher Dank an Herrn Sandau für die Überlassung seiner Notizen (erbete Kontakaufnahme bei Korrekturbedarf) und für die Hinweise, die er mir nach dem Konzert gab.

Fuori programma

Die zu BWV 546 gehörende Fuge war nicht Bestandteil des Konzertes.

Schloßkirche Bad Homburg, 14.05.2011 11:30 - 12:00

Orgelmatinee

An der Orgel:

Jasmin Rasch

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Die ersten vier Stücke sind mir nicht bekannt: Eine gründliche Vorbereitung steht also an.

BWV 541,1 BWV 541,2, BWV 541

BuxWV 209

Das selten zu hörende Clavichord erklingt in dieser Aufnahme der 4. Arie aus dem "Hexachordum Apollinis".

BuxWV 199

BWV 565, BWV 565 à la Koopman, BWV 565

Wikipedia Artikel über BWV 565: Deutsch und Englisch

Schloßkirche Bad Homburg, 11.06.2011 11:30 - 12:00

Orgelmatinee

An der Orgel:

Jasmin Rasch

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BuxWV 139, BuxWV 139, BuxWV 139, BuxWV 139, BuxWV 139

Von der gleichen Interpretin notiere ich mir hier auch BWV 814. Ich glaube, in den letzten Minuten wurde eine neue große Liebe, die für die Französichen Suiten, geboren: Danke Frau Rasch für diese Bekanntschaft.

BWV 816: Eine herrliche Suite, meisterhaft wiedergegeben auf dem Cembalo.

Felix Mendelssohn Bartholdy mit der Sonate in f-moll:

Zur weiteren Einstimmung auf den Hauch von Romantik, den Mendelsohns Sonate bringen wird:

Op. 65,3 Op. 65,3

Op. 65,6 1/3 Op. 65,6 2/3 Op. 65,6 3/3

Ein Kuriusum ohne jeglichem musikalischen Zusammenhang: Von einem gewissen Jan Ladislav Dusík, einem Zeitgenossen von Felix Vater, gibt es ebenfalls eine (bemerkenswerte) Sonate in f-moll Op.65

Anmerkungen

Das Konzert war wieder einmal ein Genuß.

Sehr hilfreich erwiesen sich die einleitenden Worte der Organistin. Frau Rasch erklärte, daß die drei Komponisten in Bezug zueinander stehen: Die Jüngeren als Bewunderer und Schüler der Älteren. Dennoch stellt der Hörer fest, wie gänzlich eigenständig und einzigartig ihre Kompositionen sind.

Buxtehudes Präludium, mehrteilig wie gewohnt, sei von Kontrasten geprägt: es bedürfe einer Vielzahl von Registrierungen und klinge teils durchkomponiert, teils improvisiert, teils melodisches und homophon, teils mit Dissonanzen und mit der Spielanweisung con Durezza, wörtlich "mit Härte", ein rastloser Wechsel der Affekte.

Bachs Suite sei für Cembalo und Hammerklavier geschrieben.
Über die Wiedergabe durch die Orgel kann man m.E. die einzelnen Stimmen besser verfolgen. Die Suite klang dadurch noch interessanter. Die von gder Organistin gewählte sanfte Registrierung gefiel mir sehr.

Mendelssohns Sonate sei das einzige Stück des Konzertes in der Molltonart, und gar nicht melancholisch.
Im ersten Satz, Rezitativ-Andante, sei der Dialog zwischen der "Solo" Partie (dem Rezitativ) und dem Tutti des, sagen wir, "Orchesters" hervorzuhen.
Unterschiedlich registrierte Tastaturen ermöglichen die ...
In der Tat biete die Orgel im Vergleich zu anderen Instrumenten eine Fülle an Klängen (und Tasten) und ...

Meine Skepsis über die Aufführung des "romantischen" Bartholdy auf der "barocken" Bürgy Orgel war nach den ersten Noten verflogen. Im Gegenteil, das Klangbild der Bürgy Orgel besänftigte, so bilde ich mir das ein, den "romantischen" Charakter des Stückes, das sich somit nahtlos an die "barocken" Vorgänger einfügte. Die Interpretation von Frau Rasch war m.E. superlativ, und hat mir besser gefallen, als die Aufnahmen auf YouTube. Insbesondere der letzte Teil, der aüßerst schwierig sei, wurde mitreißend gespielt, und bildete mit seinem thematischen und harmonischen Crescendo den perfekten Ausklang dieses gelungenen Konzertes.

Vom Schrecken ihres Lebens, den Anschlag auf eine nicht eingeschaltete Orgel gemacht zu haben, war während des Konzertes nichts zu hören. Stattdessen eine Souveranität, zwischen metronomischer Genauigkeit und fantasievoller Spontanität, die das Publikum mit anhaltendem Applaus zu würdigen wusste.

Fuori programma

BWV 817, BWV 812

Schloßkirche Bad Homburg, 09.07.2010 11:30 - 12:00

Orgelmatinee

An der Orgel:

Peter Scholl

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Eine ruhige PWC 43, eine sanfte PWC 43, eine nervöse PWC 43 und eine weitere PWC 43.

"Thema" und die darauffolgende, sich oft wiederholende Akkord-Progression sind gut wahrnehmbar. Bemerkenswert ist die Viefältigkeit der Variationen: Von der ersten bis zur letzten Note bleibt das fast 9 minutige Werk recht spannend.

Hier die Noten und ein zweiter Artikel.

Eine Chaconne von Händel: HWV 435 und HWV 435

Das Op. 70 des zur heutigen Zeit eher mäßig bekannten Christian Heinrich Rinck, konnte ich auf YouTube leider nicht ausfindig machen.

Um einen Eindruck von Rinck zu gewinnen, notiere ich mir hier dieses Präludium in c-moll aus seiner Feder und dieses Allegro maestoso seines "Flötenkonzertes".

In diesem Zusammenhang sei hier erwähnt, daß Herrn Peter Scholl und dem Collegium Vocale Siegen eine seltene Einspielung geistlicher Werke von Christian Heinrich Rinck zu verdanken ist.

Andante mit Variationen in D-Dur, Andante mit Variationen in D-Dur, ein sehr langsames Andante mit Variationen in D-Dur

Präludium Es-Dur BWV 552, Präludium Es-Dur BWV 552, BWV 552 Fuge

Mit der Wahl dieses Stückes möchte der Organist vielleicht die Spannung vor dem Ausklang des Konzertes noch einmal erhöhen.

Anmerkungen

Die ersten drei Stücke seien Variationen, das Stück von Pachelbel, Meister der "Süddeutschen Orgelschule", sei im "Ostinato" Stil komponiert. In Bachs Präludium könne man die Zahl 3 immer wieder entdecken: es sei eines der 3^3 = 27 Stücke der "Clavierübung 3. Teil", es beinhalte 3 Themen, es sei als 3 stimmige Fuge komponiert, die 3 Vorzeichen der D-Dur Tonart, usw.

Pachelbels Chaconne war eine in F-Dur, wahrscheinlich diese, (hier die Noten), nicht also die oben notierte.

Das Stück von Rinck klang in meinen Ohren fast modern. Es war reich an Variationen mit unterschiedlichem Charakter und an verschiedenen Registrierungen. Interessant wie die Sopran-Stimme von 1/16 oder 1/32 auf lang anhaltenden 3/4 Noten wechselte. Insbesondere das Finale fand ich mitreißend: Schade, daß man am Anschluß des Stückes nicht Beifall leisten konnte.

Das vorgeführte Andante in D (mit Variationen), ruhiger als das vorhergende Stück, war dieses Thema mit Variationen in D-Dur, also keines der oben notierten Werke.

Schloßkirche Bad Homburg, 13.08.2011 11:30 - 12:00

Orgelmatinee

An der Orgel:

Timo Rinke für Jasmin Rasch

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BuxWV 161, BuxWV 161, BuxWV 161

Eine Einleitung zu BuxWV 161 und eine zu den Ostinato Werken von Dieterich Buxtehude.

Das Prélude, ein Trio, ein Basse de trompette , ein Duo und der Dialogue vom Auswanderer Guillain.

BWV 547,1 und 547,2 von Rainer Oster mit Noten.
BWV 547 sehr langsame Version von Artjom Chatschaturow.
BWV 547 zügig von Ton Koopman.

Anmerkungen

Herr Rinke erklärte u.a. daß das Orgelspiel und der Orgelbau im Frankreich des Absolutismus streng reglementiert war, und die Registrierungen vorgegeben waren.

Nach dem Konzert lernte man, daß die (nachgebaute) Bürgy Orgel einen überdurchschnittlichen Krafteinsatz vom Organisten verlange, wegen der mechanischen Übertragungen. Je mehr Register gezogen werden, desto mehr Kraft müssen die Finger aufbringen. Es gibt Register, die nur einen Teil der Tastatur bedienen.

Bachs Präludium und Fuge C-Dur sei in den späten Jahren entstanden, als die meisten seiener Orgelwerke bereits geschrieben waren.

Es war zwar bemerkenswert, wie souverän Herr Rinke bei unverändertem Programm einsprang, wir hoffen trotzdem alle, daß Frau Rasch im September Ihres Amtes in Persona walten wird.

Johanniskirche Frankfurt Bornheim, 21.08.2011 18:00 - 19:00

Benefiz-Orgelkonzert zu Gunsten der neuen Karl-Schuke-Orgel

An der Orgel

Timo Rinke

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BWV 540,1, BWV 540,2

BWV 676 aus der "Clavierübung 3. Teil" (BWV 669-689)

Buxtehudes BuxWV 141

Walthers Partita "Jesu. meine Freude"

Orgel-Sonate Nr. 2, Orgel-Sonate Nr. 2,1, Orgel-Sonate Nr. 2,2 und Orgel-Sonate Nr. 2,3.

César Auguste Jean Guillaume Hubert Francks Fantasie 1/2 und Fantasie 2/2

Ein mehr als spannendes Programm! Das Konzert wird hochinteressant.

Anmerkungen

Leider fielen die Fuge und das Trio aus. Und statt Franck war Richter mit seiner Phantasie über den "Choral" "Halleluja, Gott zu loben" zu hören

Zu Bachs Zeiten sei das Pedale nur bis D bestück gewesen, während das Präludium das tiefer gelegene C vorsähe. Man vermutet also, daß Bach das Stück zur Einweihung einer im Bass besonders ausgebauten Orgel schrieb. Das Präludium sei zwar mit 9 Minuten eines der längsten Orgelstücke, es sei aber strukturiert aufgebaut: Ein Kanon mit lang anhaltender Bassnote, gefolgt von einem Solo im Pedale, dann ein ähnlicher Kanon mit lang anhaltender Bassnote, auf das ein ähnliches Solo im Pedale folgt. Dieser erste Teil werde gefolgt von einem fantasievollen Teil in verschiedenen, zu Bachs Zeiten teilweise unüblichen Tonarten, der schließlich in F Dur endet.

Buxtehudes Stück sei eine Folge von Stücken unterschiedlichen Charakters, was sich in den unterschiedlichen Registrierungen widerspiegele.

Als die Orgelsonaten entstanden befand sich Hindemith Übersee. Sie wirkten aufgesetzter Fröhlichkeit.
Als kleine Besonderheit: Im 3. Satz könne das geschulte Ohr die Sequenz BACH heraushören.

Das Stück Regers sei der Versuch, die Stimmungen der Texte der 165 Psalmen musikalisch darzustellen.

Hinweis:

In diesen Tagen bietet sich eine einmalige Gelgegenheit, etwas Gutes zu tun und gleichzeitig etwas Interessantes zu erwerben: Orgelpfeifen für Zuhause!

Schloßkirche Bad Homburg, 03.09.2011 16:30 - 17:30

Konzert Cembalo und Barockvioline

An der Barockvioline

Christiane Schmidt

Am Cembalo

Jorin Sandau

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Sonata Quarta

Präludium, Fuge und Postludium in g-moll

BWV 1017,1 und BWV 1017,2

TWV 40:14 auf der Bratsche

Corellis Variationen in d-moll über das damals bekannte Thema "La Follia": La Follia,1 und La Follia,2 aufgenommen mit A = 392[Hz] (d.h. ein Ton tiefer)

Anmerkungen

Das Konzert war sehr schön.

Immer wieder frage ich mich, warum man bei anderen Veranstaltungen nicht die lokalen Talente einlädt, statt Leute von der Ferne zu holen, die weder die Instrumente noch die Gegebenheiten kennen.

Herr Sandau erklärte den symmetrischen Aufbau des Programms: ein Ostinato, ein Solo, Bach, ein Solo und ein Ostinato Werk.

Frau Schmidt hebte hervor, daß das Barock sehr wenige Stücke für Geige Solo aufzuweisen habe. Es sei hingegen die Zeit des Generalbasses, d.h. des Basso Continuo. Sie demonstrierte dann auf der Geige, wie der Komponist die Mehrstimmigkeit einfügen könne: als Akkord und als Arpeggio.

Leider wurde das Konzert ein wenig um 17:00, (gar beim Bach, was für ein Frefel!) von einem 10 Minuten anhaltenden Glockenkläuten der und hin und wieder von Kinderstimmen beeinträchtigt.

Mir hat die Art und Weise, wie Herr Sandau das Böhms Präludium gespielt hat sehr gefallen. Ruhig und nicht gehämmert.

Die Werbe-Streifen zum Erwerb der Borheimer Orgelpfeifen, die ich freundlicherweise habe auslegen dürfen, waren im Nu vergriffen.

Schloßkirche Bad Homburg, 04.09.2011 16:30 - 17:30

Konzert Cembalo und Flöte

An der Flöte

Lydia Arnold

Am Cembalo

Timo Rinke für Jasmin Rasch

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Zur Vorbereitung

Vivaldis RV 443

Fontanas Sonata seconda mit Begleitung auf der Laute

Ortiz Recercada primera neben Recercada quinta und Recercada quinta

Telemanns TWV 41:F2 Allegro, TWV 41:F2 Allegro als häußliche Versionen.

TWV 41:11.

Sicherlich wird es weder TWV 41:D6 noch TWV 51:F1 sein.

Ein Überblick.

Von der gleichen Interpretin notiere ich mir hier auch BWV 814. Ich glaube, in den letzten Minuten wurde eine neue große Liebe, die für die Französichen Suiten, geboren: Danke Frau Rasch für diese Bekanntschaft.

BWV 816: Eine herrliche Suite, meisterhaft wiedergegeben auf dem Cembalo.

Von dem aus Mailand stammenden und zu Lebzeiten sehr berühmten Oboe-Virtuose Sammartini das Allegro assai vom Concerto in F-Dur. Ferner das Concerto for Oboe in G minor Op.8/5 und das Concerto Grosso for strings and basso continuo in A major Op.2/1, aber nicht die unter Oboisten bekannte Sonate in G-Dur, die ich nicht finden konnte.

Anmerkungen

Die Vorbereitung konnte zwar nicht zur Gänze erfolgen, diese Stücke scheinen jedoch leichter ins Ohr zu gehen als z.B. die der Orgelmatinéen.

Vivaldis Stück spricht für sich: man hört es, und wird mitgerissen.

Fontanas Sonata seconda sei nicht formell aufgebaut, z.B. nach dem allgegenwärtigen Schema Allegro-Adagio-Allegro, schnell-langsam-schnell, sondern erinnere an eine Oper im Stil Monteverdis, in der die Musik unterschiedliche fast zufällige Gefühlsregungen darstellt.

Vom spanischen Ortiz höre man zwei Tanzsätze, bei denen teilweise frei improvisiert werden könne.

Telemann war zu Lebzeiten zwar berühmter als Bach, dennoch würde ich ihn heute bei einem hypotetischen Wettbewerb nicht gleich "in die Wüste" schicken angesichts der Qualität seiner Werke: Seine Sonate war ein Genuß, obwohl ich nicht in Erfahrung bringen konnte, welche genau es war.

Herr Rinke interpretierte die Bachsche Suite perfekt, sowohl im Rythmus als auch von der melodischen Seite.

Statt eines störenden Glockenläuten, gabs um 17:00 ein Regenerguß, der allerdings weniger störte, als die Kommentiertätigkeit mancher Zuhörer auf der Empore.

Viele Stücke waren im 3/4 Takt, teilweise mit Triolen und bei der mitreißenden Arbeit, die die Flöte leistete, hatte man seine Mühe, auf dem Stuhl still zu sitzten. Wieder, ein sehr gelungenes Konzert.

Frau Rasch bestritt das anschließende Jazz-Pop Konzert am Flügel und als zweite Stimme (!).

Schloßkirche Bad Homburg, 10.09.2011 11:30 - 12:00

Orgelmatinee

An der Orgel:

Jasmin Rasch

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BWV 549 interpretiert von Ton Koopman, BWV 549,1 und BWV 549,2, gespielt von Andrea Marcon.

Die Variationen über das (damals) international verbreitete Lied "Est-ce Mars?", gespielt auf einem Virginal.

Das Konzert in B-Dur des Herrn Walthers für Herrn Taglietti. Es gibt auch eines für Herrn Vivaldi.

Prof. Martin Lücker mit BuxWV 156.

Anmerkungen

Die gute Nachricht vorweg: Jasmin Rasch ist zurück, und zwar in sehr guter musikalischer Form: Nur weiter so, Frau Rasch!

Sie erläuterte ein Paar Programmänderungen, und insbesondere, daß der Buxtehude von zwei zeitgenössischen Kompositionen des Jazz ersetzt werde.

Es gäbe mindestens drei Parallelen zwischen Barock und Jazz:
1. die Vorgabe eines bestimmten Taktes (Tempo Giusto), damals teilweise am eigenen Puls festgelegt
2. das Vorhandensein einer markantnen, die Harmonie bestimmenden, Basslinie (Basso Continuo, d.h. Generalbass, vs. Kontrabass und Schlagzeug).
3. das Improvisieren auf ein Grundgerüst (wobei der Jazz-Standard dem Barock-Choral entspräche)

BWV 549 klingt in meinen Ohren nicht nach einem waschechten Johann Sebastian Bach, insbesondere das Präludium nicht. Soll das vielleicht eine Frühwerk sein? Lt. Herrn E.L. sind diese Bedenken auch bei einem Teil der Fachwelt vorhanden.

Das Konzert war sehr schön, wobei man anmerken muß, daß die jüngste der Stipendiaten mit ihren älteren Kollegen ohne jegliche Schwierigkeit mithalten kann: Beeindruckend.

Die zwei Jazz-Stücke haben der Orgel, wie mir, gut getan: Eine Hommage an das Leben, an das Lebhafte und Freie im Menschen.
Ich war verwundert, wie gut diese Stücke zum Klangbild der Bürgy-Orgel passten: die Organistin meinte jedoch, es gäbe geeignetere Instrumente.

Schade nur, daß ich Frau Raschs Sweelinck hier nicht wiedergeben kann: Es war sanft, musikalisch, leise, ruhig, behutsam. Das Publikum, so schien es mir, wurde im Laufe des Spiels zusehens aufmerksamer und stiller.

Herr E.L. merkte in einem anderen Zusammenhang noch an, daß der Johann Sebastian so registriert werden müsse, daß jede Stimme gut hörbar ist. Auch die Akustik des Raumes (Kirche) könne sich in dieser Hinsicht negativ auswirken.

Bis zum 12. November also, Frau Rasch, mit dem von Ihnen geliebten Mendelsohn-Bartholdy!

Schloßkirche Bad Homburg, 08.10.2011 11:30 - 12:00

Orgelmatinee

An der Orgel:

Jorin Sandau

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Zur Vorbereitung

Leider konnte ich die Toccata in G nicht finden. Als Ersatz soll dienen SwWV 286. Und gleich ist man in die Renaissance zurückversetzt!

Auch FbWV 204 konnte ich nicht ausfindig machen. Stattdessen die Sonata sopra Ut Re Mi Fa Sol La in C-Dur FbWV 201, die wahrlich nicht uninteressant ist.

Hier eine Liste von Werken Frobergers.

Muffats Nova Cyclopias Harmonica gespielt von Elisabeth Ullman an der Egedacher-Orgel von 1731 der Stiftskirche Zwettl.

Wq 70,3, Wq 70,3 Allegro, Wq 70,3 Largo, Wq 70,3 Allegretto

BWV 663, gespielt von Bine-Katrine Bryndorf.
Die 2. von 3 Choralbearbeitungen über "Allein Gott in der Höh sei Ehr" aus den 18 "Leipziger Choräle".
Die Choralmelodie erklingt im Tenor und die gesamte Machart erinnert an eine Triosonate, also 2 fantasierende Oberstimmen und einen begleitenden Bass im Pedal.
Die später einsteigende Choralmelodie im Tenor ist dabei so stark verziert, abgewandelt und mit Seufzerfiguren versehen, daß man die eigentliche Melodie kaum noch erkennt.
Albert Schweitzer nennt deshalb diese Form von Stücken bei Bach die "mystische Choralform", da eben die Choralmotive in den Begleitstimmen und die Melodie selbst nur noch durch einen feinen, blauen Nebel hindurchschimmern.

BWV 589, BWV 589 und BWV 589. Bei der letzten Aufnahme ist mir im ersten Durchlauf der Bass aufgefallen. In einem zweiten Schritt habe ich mich dann mehr auf das Zusammenspiel von Alt und Sopran konzentriert. Interessant finde ich die chromatischen (d.h. darauffolgende Halbtöne) Notensequenzen und die Anwendung verschiedener Muster im Rythmus. Die zwei ersten Aufnahmen lassen allerdings viel besser erkennen, wie die Melodie zwischen den Stimmen hin und her wandert.
Es handelt sich um eine (organo pleno) Fuge im Stile antico (die Vokalpolyphonie - weltliche und geistliche Madrigalen, Motetten, Chansons auf Italienisch, Deutsch, Lateinisch - nach Giovanni Pierluigi da Palestrina und Orlando di Lasso).
Das Fugenthema erscheint in bach'scher Manier in alle verwandten Tonarten.
Die 2/2 Taktnotierung (Alla breve) führt sowohl zu mehr Übersichtlichkeit im Notenbild als auch zu einem fließenderen Spielfluß da nicht jeder Viertel, sondern nur auf halbe Schläge gezählt wird.
Eine Besonderheit sind die vielen Engführungen (Wiederholung eines Themas in einer zweiten Stimme beginnt noch vor seinem Ende in der ersten Stimme)

Der gute Cheng Xiaogong stellt übrigens viele weitere "elektronische Einspielungen", vielleicht mehr für das Auge und den Verstand, als für den musikalischen und emotionalen Genuß, bereit.

Anmerkungen

Leider Gottes, war diese die letzte der 15 Bad Homburger Orgelmatinéen, die Jorin Sandau gestaltete.

Er ist weiterhin als Regionalkantor an der Sankt Ludwig Kirche in Darmstadt zu hören.

Beim Abschied erhielt er die Silbermedaille des Kuratorium Bad Homburger Schloß. Gäbe es eine Goldmedaille, dann hätte er Sie meines Achtens verdient. Und auch den ersten Platz beim Fugato Festival.

Herr Sandau gab die Programmänderungen bekannt:

{dbtext{Toccata septima \(aus Apparatus Musico Organisticus\)}}

In Frobergers Fantasia über Sol La Re (G A D) war die Kadenz immer wieder deutlich erkennabar. Weniger ihre Weiterführung La Sol Fa Re Mi (A G F D E) "Lascia fare a me" bzw. La Sol Mi Fa Re (A G F D E) "Lasciami fare", "Lass mich wirken".
Hätte ich die o.g. Liste der Werke Frobergers genauer studiert, wäre mir aufgefallen, daß es sich um die vierte Toccata, "DTÖ Fantasia No. 4", handelt, und mit dieser Bezeichnung gibt es auf YouTube diese Einspielung FbWV 204 auf dem Cembalo.

Hier ein interessantes Vorwort und Vorbereitung zu SwWV 320, Variationen über das Lied "Von der Fortuna werd ich getrieben".

Die Bürgy Orgel sei für die Werke des ausgehenden 18. Jahrhundert, wie z.B. die von Carl Philipp Emanuel Bach besonders geeignet, es mangele jedoch an diesen aufgrund der Einstellung der Aufklärung zu Kirchenmusik.

Bachs "Allein Gott in der Höh sei Ehr" weise eine reich verzierte Mittelstimme auf und das "Alla breve" sei eine Fuge im alten Stil.

Leider wurden die letzten Stücke durch das Gelaber zweier jüngerer Zuschauer, die ihre Annäherung viel besser auf dem Spielplatz der nahe gelegenen Landgraf-Ludwig-Schule vollzogen hätten, gestört. Wenn ich die bei den Orgelmatinéen wieder antreffe, bekommen sie von mir ein Andenken.

Zum Glück war das Alla breve so registriert, daß nur die Musik zu hören war.
Und was für eine Musik! Das Stück kam voll zur Geltung, viel besser als die Versionen auf YouTube.
Das gewählte Tempo war perfekt, und die Bass Partie entpuppte sich in meinen Ohren als herrliche melodische Ergänzung heraus. Ebenfalls Sopran und Tenor kamen melodisch zu ihrer vollen Geltung.

Das zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, den richtigen Interpreten für ein Stück zu finden: Mit Jorin Sandau liegt man m.E. nie daneben.

Schloßkirche Bad Homburg, 12.11.2011 11:30 - 12:00

Orgelmatinee

An der Orgel:

Jasmin Rasch

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Sonate in c-moll Op. 65,2 gespielt von Christoph Daniel Korn an der Mayer-Orgel der Evangelischen Dornbuschkirche Frankfurt am Main. Zum Vergleich die Sätze Grave und Adagio gespielt von Julian Bewig an der Orgel von St. Marien in Emsdetten.

"Wer nur den lieben Gott lässt walten" in dreifacher Ausführung:

BWV 691 und Ton Koopmans BWV 691 (2:18), und BWV 690 (3:28) aus den sog. Kirnberger Chorälen (BWV 690-713a), weil von Johann Philipp Kirnberger gesammelt bzw. herausgegeben. Aus dem "Orgelbüchlein": BWV 642 (1:28).

Das Wort "Choral Präludium" ist wahrscheinlich gleichzusetzen mit Choralvorspiel und deutet darauf hin, daß diese Stücke als Einführung zu einem gesungen Lied dienen. Ferner beinhalten sie die Melodie des Chorals gleichen Namens.

Zur Ergänzung: Dreistimmig gesungen. Auch ohne Tracht geht es bei BWV 81 vonstatten. Die Arie "Wer nur den lieben Gott lässt walte" aus BWV 93.

Diese Choralvorspiele sind zwar sehr kurz, haben es dennoch in sich. Hier BWV 641. Den hat Jonas Manuel Pinto vor ein paar Jahren mit Sicherheit bei einer Orgelmatinee gespielt, da er uns damals das gesamte "Orgelbüchlein" vorstellte.

BWV 645 aus den sog. Schübler Chorälen. Man beachte, welche Spannung aus dem Zusammenspiel von einem rytmisch und melodisch einfachen (ostinato) Bass und dem sich mehrmals wiederholenden Sopran entsteht, und welche Rolle dem Tenor zukommt, um diese Spannung zu erhalten und steigern: Ein Meisterwerk der superlative.

Die Passacaglia in c-moll BWV 582 hat Ohrwurmkarakter. Aus diesem Grund ist es ratsam, sie nicht allzu oft zu hören, und der Bedarf einer Vorberetung ist nicht gegeben.

Anmerkungen

Wie gewohnt, spielte Frau Rasch meisterhaft, vor einem zahlreich erschienen Publikum.

Ihre Interpretation des Mendelsohn-Bartholdys und der Bachschen Passacaglia verleiten mich dazu, diese Stücke besser kennenlernen zu wollen.

Ich überwand meine Applaushemmung und leitete (fachgerecht) den Applaus ein.

Eine Zugabe wäre die Krönung dieses sehr gelungenen Konzertes gewesen, hätte aber die Etiquette der Bad Homburger Orgelmatinéen gesprengt.

Schloßkirche Bad Homburg, 10.12.2011 11:30 - 12:00

Orgelmatinee

An der Orgel:

Peter Scholl

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Bruhns "Nun komm, der Heiden Heiland" und "Nun komm, der Heiden Heiland" mit interessante Informationen in der YouTube Beschreibung unter dem Video.

BWV 659 aus den sog. "Leipziger Choräle"

BuxWV 203, BuxWV 203, BuxWV 203

"Ave Maris Stella", Gegrüßt sei der Stern des Meeres

Interessant ist, das erste und das letzte Stück nacheinander zu hören: Ein gewaltiger Konstrast.

Am 14.08.2010 wurden Teile des Programms von Jorin Sandau aufgeführt.

Fuori programma möchte ich hier ein weiteres junges Talent namens Gert van Hoef mit seiner improvisierten Fantasia vorstellen.

BWV 659 aus den sog. "Leipziger Choräle"

"Ave Maris Stella"

Anmerkungen

Das Programm beinhalte heute nur Textgebundene Stücke, die ersten zwei zur Huldigung der Geburt Jesu, die letzten zwei aus den Vespern (Marieenvespern).
Die originale lateinische Fassung der Hymne "Nun komm, der Heiden Heiland" (4 8-silbigen Versen) stamme vom Tierer, später Mailander, Sant'Ambrogio, Ambrosius von Mailand, (339-397) und die Melodie stamme aus dem 12 Jhr.
Martin Luther übersetzte schließlich den Text ins Deutsche.

BWV 660

Herr F. meinte, der Ausgangspunkt für den Hörer sollte die Kenntnis des Chorals aus dem Ev. Kirchlichen Gesangsbuch (Nr. 4?) sein.
Dann könne man z.B. erkennen, wie die rechte Hand das Thema auf einem Manual ausführt und dann im Manual der linken Hand weitermacht.
Und vor allem stauen, wie der Komponist das Thema bearbeitet.

Als Orgelvorpiel, auch Choral Preludium genannt, gibt es BWV 599.
Als Cantata gibt es z.B. BWV 61 und BWV 62.
Cantata und Choral dürfen indes nicht verwechselt werden, da sie zwei getrennte Musikformen sind.

Das Stück Bruhns wurde durch das Gleichnamige von Samuel Scheid ersetzt.
Scheids Stück sei vierstimmig komponiert, der Cantus firmus (die Melodie?) gehe vom Sopran über Alto und Tenor bis zum Bass.

Bachs "Version" sei reich verziert, ausdrucksstark, expressiv. Ihr läge ein Ostinato Bass in 1/8 Bewegungen zugrunde, und sie beschreite einen Weg in entgegengesezter Richtung: von dunkel nach hell. Am Ende ruhe plötzlich der Bass, als sog. Orgelpunkt, und der Cantus firmus erschiene erneut in hellen Farben.

Der Magnificat und das Ave, die zur allabentlichen Vesper, insbesondere zur Marienvesper, gehörten seinen nicht rein adventlich. Allerdings sei der 8. Dezember Maria Empfägnis und der Bezug zur Weihnacht sei somit ordnungsgemäß wiederhergestellt. Der (lateinische) Text des Ave stamme aus dem 7 Jahrhundert.

Buxtehude könne man mit den Versen der Psalmen in Verbindung bringen.

De Gringny bringe eine ganz andere Klangfarbe ins Spiel. Der Französische Stil sei gekennzeichnet von einer großzügigen Verwendung der Zungen (im Gegensatz zu den Labialklängen) und vom Einsatz reichhaltiger Verzierungen (mehr Töne als in der Partitur notiert).

Wilkommen bei den Orgelmatinéen Bad Homburg 2012

Organistin: Anna Linß

Organistin: Jasmin Rasch

Schloßkirche Bad Homburg, 14.01.2012 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Anna Linß

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Sehr freue ich mich auf die Wiederaufnahme des "Orgelbüchlein" Bachs.

Das "Orgelbüchlein", das Jonas Pinto vor mehreren Jahren aufführte, war, dank der Bad Homburger Orgelmatinéen, meine Einführung zur Barocken (Orgel-)Musik.

Der Qualitätssprung im Hörerlebnis kam allerdings durch die Verfassung dieser Seiten, die als Archiv der Einführungen zu den Konzerten gedacht waren, und die sich bald, dank der Beiträge zahlreicher YouTube Teilnehmer, als komfortable Plattform für eine sinnvolle Vorbereitungtätigkeit erwiesen.

Zweifelsohne bedarf Buxtehude der Vorbereitung BuxWV 156. Ein Meisterwerk!
Mit Abstand die beste Interpretation ist m.E. die von Herrn Martin Lücker BuxWV 156, Professor vieler Stipendiaten.
Ich stelle mir vor BuxWV 156 sei in vier Teilen, mit einer Dauer von jeweils ca. zwei Minuten, gegliedert, beginnend bei den Zeiten 2:12, 4:50 und 6:21.

Aus dem "Orgelbüchlein" wird uns eine interessante Auswahl von Weihnachtschorälen geboten:

"Gelobet seist du, Jesu Christ" BWV 604

"Vom Himmel hoch, da komm ich her" BWV 606

"In dulci jubilo" BWV 608

"Lob Gott, ihr Christen allzugleich" BWV 609

"Christum wir sollen loben schon" BWV 611

BWV 547,1 und 547,2 von Rainer Oster mit Noten.
BWV 547 sehr langsame Version von Artjom Chatschaturow.
BWV 547 zügig von Ton Koopman.

Anmerkungen

Frau Anna Linß überließ mir freundlicherweise Ihre Notizen.

Das Programm sei dreiteilig aufgebaut: Ein freies Stück, vier Choralbearbeitungen und ein freies Stück.

In Buxtehudes Toccata F-Dur wechseln sich freie und fugierte Abschnitte ab, in einem kaleidoskopartigen Farbspiel.
Mal klinge es wie ein Hirtenlied, mal feierlich-militärisch mit Trompeten und Posaunen.
Das Stück wirke an mancher Stelle wie improvisert, und bietet dem Organisten die Möglichkeit, verschiedene Facetten und Registrierungen der Orgel zu präsentieren.

Wir lernen heute daß es der Orgelbüchleintypus und das es von folgenden Merkmalen geprägt sei:

  • einstrophige Präsentation der Melodie in der Oberstimme ohne Zwischenspiele
  • durchgehend vierstimmig ausgearbeiteter Satz
  • obligat eigenständig geführtes Pedal
  • strenge motivische Bindung in den figurierten Gegenstimmen

Das "Orgelbüchlein" von Johann Sebastian Bach durchbräche dieses Prinzip durchaus - und wie könnte es anders sein?
Es sei eine Sammlung von 46 (von den ursprünglich geplanten 164) choralgebundenen Stücken in der Ordnung des Kirchenjahres. Die Stücke seien im kleinsten Format, in der die Kunstfertigkeit des Komponisten auf lediglich 1-2 Seiten sich beweisen muß.

"Gelobet seist du Jesu Christ" BWV 604 (C-Dur) folge dem Prinzip des Orgelbüchleintypus, mit den Abweichungen einer hervorgehobenen Choralmelodie, und einer nicht so starken motivischen Stringenz in der Begleitung.

"Vom Himmel hoch, da komm ich her" BWV 606 (D-Dur) entspräche auch Orgelbüchleintypus, wobei die Choralmelodie mit einigen Zwischennoten verziert wurde. Im Pedal sei die Passionsthematik vorzufinden: als sog. Kreuzmotiv (zwei aufeinander folgende Intervalle der gleichen Richtung), und als Anklang von "Da Jesus an dem Kreuze Stund".

"In dulci jubilo" BWV 608 (A-Dur) sei ein strenger, gut verfolgbarer, Kanon zwischen Oberstimme (Sorpan) und Pedal (Bass), begleitet durch Triolen und dagegen laufenden rhythmisch interessante und nicht leicht zu spielenden Achteln.

"Lob Gott, ihr Christen allzugleich" BWV 609 (G-Dur) folge dem Orgelbüchleintypus mit Melodie in der Oberstimme, vierstimmigen Satz, Tonleiterabschnitte im Pedal, also obligat geführt, und die Mittelstimmen hätten ein vierton Motiv.

"Christum wir sollen loben schon" BWV 611 (C-Dur) sei untypisch für Orgelbüchlein. Melodie liege im Alt, was satztechnisch neue Möglichkeiten biete.

Da der Choral z.Z. nicht im Gesangbuch geführt wird, hier der Text der 1. Strophe:

Christum wir sollen loben schon
der reinen Magd Marien Sohn
so weit die liebe Sonne leucht
und an der Welt ihr Ende reicht

Bemerkenswert sei die Tonspanne, vom tiefem C im Pedal, bis zum c3 in der Oberstimme, was dem Umfang der Weimarer Hoforgel entspricht,
Schon die Einsatztöne liegen fast 4 Oktaven auseinander D-b2. Die 4. Choralzeile sei eine Art Reprise mit kanonischer Führung im Pedal zum Alt (Melodie). Als Schlusssteigerung nach dem Orgelpunkt wird der Satz fünfstimmig mit Einsatz einer 2. Pedalstimme.

Präludium und Fuge C-Dur BWV 547 sei um 1744 in Leipzig entstanden, und zähle somit zu den letzten Orgelwerken Bachs.
Das Präludium sei im ungewöhnlichen 9/8 Takt, bestehe aus einem einzigen thematischen Gedanken, der gleich zu Anfang vorgestellt und durch unterschiedlichste Tonstufen moduliert wird, wirke sehr geschlossen.
Die Fuge sei fünfstimmig, mit einem aus 9 Tönen bestehenden Thema, das teilweise mit seiner Umkehrung kombiniert wird und zu einer sehr dicht kontrapunktischen Verflechtung führe. Am Ende kommt zusätzlich das Pedal mit dem Thema in der Vergrößerung dazu. An das 19. Jahrhundert erinnere die spannungsreiche Harmonik, wie auch der frappierend kurzer Schlussakkord, nur eine Achtel-Note ohne Fermate.

Läßt man diese Orgelmatinee Revue passieren, merkt man wie außerordentlich interessant und vielfältig die Auswahl der Stücke in jeder Hinsicht war. Ohne eine tiefere Außeinadersetzung mit der Materie, wird jedoch vieles übersehen und geht verloren. Aus diesem Grund bin ich Frau Anna Linß in höchstem Maße dankbar sowohl für ihre perfekte Ausführung der Stücke als auch für die äußerst gelungenen Einführungen zu den Werken, dank derer ich einiges dazulernen konnte.

Schloßkirche Bad Homburg, 11.02.2012 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Jasmin Rasch

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BuxWV 140, BuxWV 140, BuxWV 140 und BuxWV 140

SwWV 275, SwWV 275

Sweelinck war ein niederländischer Komponist und Zeit seines Lebens als Organist in Amsterdam angestellt.
Da zu dieser Zeit Amsterdam calvinistisch wurde, war der Gebrauch der Orgel im Gottesdienst komplett verboten.
Dadurch wurde Sweelinck von der Stadt angestellt und mußte täglich öffentliche Konzerte geben.
Obwohl er bis zu seinem Tod in Amsterdam blieb, verbreitete sich sein Ruhm weit über die Stadt hinaus, wodurch er viele Schüler aus den Niederlanden und Deutschland zu sich locken konnte und er dadurch die Orgelmusik in Deutschland auch maßgeblich beeinflusste.
Trotz seines etwas provinziellen Lebens studierte er ähnlich wie Johann Sebastian Bach Musik aus allen Teilen Europas und ließ diese auch in seine eigene Musik miteinfließen.
Wie der Name "Echofantasie" vermuten lässt, basiert das Stück auf dem Prinzip der Imitation.
Man darf also gespannt sein, in welcher Form und mit viel Geschick Sweelinck die Echos in dieses Stück einschließt.

Toccata zur Eucharestie: Frescobaldis Toccata IV, Frescobaldis Toccata IV.

La doune cella, La shy myze aus dem Mulliner Book

Susatos Saltarelle, auch "Saltarello" genannt.

Hier eine ähnlich heitere Tarantella aus dem Calabrien unserer Tage, mit abwechselnder Paarbildung und hüpfartigen Tanzschritten. Und hier das Ergebnis zum Thema Saltarelle in aus der italienischen Wanderschaft von Felix Mendelssohn Bartholdy im Finale seiner Symphonie Op. 4.

BWV 579

Werkbesprechung BWV 579

Als Hilfe zu Untersuchung dieser Bachschen Fuge kann die Beobachtung dienen, welche Themen, wann in welchem Register gespielt werden. Z.B. bewegt sich manches markantes Thema vom Bass zum Alt. Eine gewisse Spannung ist in den Abschnitten ohne Bass zu verzeichnen. Dann sind wiederkehrende Muster im Arpeggiato, im Rhythmus und im Zusammenspiel der Stimmen zu erkennen, ganz zu schwiegen von den Syncopen und den gekonnten Einsätzen der 2/4 bis 1/32 (oder 1/16?) Notenlängen.

Offertoire sur le Grands Jeux (aus der Messe pour les Paroisses), Offertoire sur le Grands Jeux (aus der Messe pour les Paroisses), Offertoire sur le Grands Jeux (aus der Messe pour les Paroisses)

Anmerkungen

Das Programm wurde auf eine Tagung europäischer Physik-Wissenschaftler in Frankfurt am Main gespielt, und umfasse deshalb Komponisten aus Norddeutschland, den Niederlanden, Italien, Groß-Britannien, Ost-Deutschland und Frankreich.

Frau Rasch erinnerte daran, daß die Orgelkunst im lutherischen Norddeuschland der Barockzeit weit verbreitete Popularität genoß, und in manchen Kreisen gar ein gesellschaftlicher Muß war.

Buxtehudes Präludium sei gekennzeichnet von einem selbstständigen Pedal, von freien Abschnitten mit meist nach unten fallenden Tonleitern und von durchkomponierten Fugen und Toccaten.

Sweelincks Fantasia weise einen homophonen Teil auf, und einen darauffolgenden polifonen Teil.

Frescobaldis fast mystische klingende Toccata komme durch eine Registrierung mit leicht verstimmten Pfeifen neben dem Prinzipal noch besser zur Geltung.

In Bachs Fuge seien die Stimmen dicht beieinander gehalten.

Couperins Offertoire besteche durch mittels Punktierungen unterschrichene Festlichkeit.

Herr L. erklärte mir nach dem Konzert, daß manche Basspassage Buxtehudes an der Grenze des Spielbaren sei, im Gegensatz zu den von Johann Sebastian Bach.

Schloßkirche Bad Homburg, 10.03.2012 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Anna Linß

Programm

  • Dieterich Buxtehude (1637-1707): Präludium g-moll BuxWV 163
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): Passionschoräle aus dem "Orgelbüchlein":
    • "O Lamm Gottes, unschuldig" BWV 618
    • "Christe, du Lamm Gottes" BWV 619
    • "Christus, der uns selig macht" BWV 620
    • "Da Jesus an dem Kreuze stund" BWV 621
    • "O Mensch, bewein dein Sünde groß" BWV 622
    • "Wir danken dir, Herr Jesu Christ" BWV 623
    • "Hilf Gott, dass mir's gelinge" BWV 624
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): Fantasie und Fuge c-moll BWV 537

Vorwort und Vorbereitung

BuxWV 163, BuxWV 163, BuxWV 163

BWV 618

BWV 618, aus dem Orgelbüchlein, werde heute traditionsgemäß am Karfreitag gespielt, sei ursprünglich zu ??? gespielt worden.
Der "Cantus firmus" (Melodie) von "O Lamm Gottes unschuldig" werde einmal im Sopran, einmal im Alt und schließlich im Bass (Pedal) gespielt (hier bei "sonst müßten wir versagen" die chromatische Passage beachten)

Die Passionschoräle

  • "O Lamm Gottes, unschuldig" BWV 618 Tonart F-Dur, Adagio, "Lamm"-Thematik, Melodie im Alt und Tenor als Quintkanon (da Melodie ungeeignet für Kanon), Seufzermotivik durch Begleitstimmen
  • "Christe, du Lamm Gottes" BWV 619 Tonart F-Dur, kath. Messe und ev. Abendmahlsgottesdienst, 5-stimmig, Melodie in Sopran1 und Tenor als Kanon (alla duodecima); Begleitstimmen mit absteigenden Tonleitern
  • "Christus, der uns selig macht" Tonart e-Phrygisch, Evanglienparaphrase von Gefangennahme bis Grablegung Jesu, Melodie zwischen Sopran und Bass als Kanon (alla ottava), sehr reiche Harmonik, Chromatik abwärts "Passus duriusculus" = Leidensmotiv,
  • "Da Jesus an dem Kreuze stund" BWV 621 Tonart C-Dur, Evanglienparaphrase Paraphrase der letzten 7 Worte Jesu Christi am Kreuz, Paraphrase der letzten 7 Worte Jesu Christi am Kreuz, Bach vertont hier keine einzelnen Worte, eher das Bild, in der diese Worte gesagt werden. Herniederhängen am Kreuz durch Pedallinie vertont, Synkopen abwärts, sehr dissonante Harmonik.
  • "Vom Himmel hoch" Tonart im vorletzten Takt Motivik der Begleitstimmen von "Da Jesus an dem Kreuze stund" Vorausdeutung der Passionsgeschichte
  • "O Mensch, bewein dein Sünde groß" BWV 622 Tonart c-moll, Adagio assai, einer der beiden kolorierten Orgelchoräle im Orgelbüchlein (koloriert = verzierte Melodiestimme); keine durchgehende Motivik in den Begleitstimmen, dafür Liebe zum Detail, chromatische und dissonante Linie aufwärts, Leidensweg, schweres Kreuz, Seufzerfiguren, Kreuzmotiv im Pedal, Adagio assai und am Ende Adagissimo, hochemotional und sehr intime Zusammenfassung der Passion
  • "Wir danken dir, Herr Jesu Christ" BWV 623 Tonart G-Dur Antwort auf Passion, Melodie im Sopran, begleitet durch "Figura corta"; trotz der meist fröhlichen G-Dur Tonart, ist der Choral eher verhalten, kaum konsonante Klänge auf schweren Taktzeiten, nüchterne Antwort der Gemeinde, verhaltender Dank, es ist noch nicht Ostern.
  • "Hilf Gott, dass mir's gelinge" BWV 624 Tonart F-Dur Antwort des Dichters, der in der 1. titelbestimmenden Strophe Gott darum bittet für sein nun folgendes Gedicht die richtigen Worte zu finden (ähnlich: Anrufung der Musen in der Antike) Melodie im Sopran und Alt als Kanon, Tenor durchgehend 1/16 Triolen auf und abwärts, Pedal schrittweise geführte 1/8 und synkopische Sprünge

"Christe, du Lamm Gottes" BWV 619

"Christus, der uns selig macht" BWV 620

"Da Jesus an dem Kreuze stund" BWV 621

BWV 622

"Wir danken dir, Herr Jesu Christ" BWV 623

"Hilf Gott, dass mir's gelinge" BWV 624

BWV 537 BWV 537,1 BWV 537,2

Anmerkungen

Das Programm stehe im Zeichen der Passionszeit (auch Fastenzeit genannt, von Aschermittwoch bis Karsamstag, alljähriger Hinweis auf die Leidenszeit Jesu Christi, eine Zeit der Buße und Rückbesinnung), sei aber nicht traurig, sondern besinnlich, feierlich, kämpferisch und sehr emotional.

Präludium g-moll BuxWV 163

Da Buxtehudes Präludium g-moll manualiter, d.h. ohne Pedalzuweisung, gespielt werden kann, sei unklar, ob es für Cembalo oder für Orgel geschrieben wurde. Ein Orgelpunkt an einer Stelle, ein langer Halteton im Bass, der auf dem Cembalo sofort verklingen würde, spricht für die Orgel. Im Gegensatz zum Cembalo, biete ferne die Orgel die Möglichkeit, verschiedene Abschnitte mit verschiedenen Registrierungen zu belegen, was den Buxtehude nach heutiger Empfindung noch mehr zur Geltung bringt. Das Stück sei "kammermusikalisch" registriet unter Verwendung von nur 7 (von 38) Registern.

BWV 618

BWV 618, aus dem Orgelbüchlein, werde heute traditionsgemäß am Karfreitag gespielt, sei ursprünglich zu ??? gespielt worden.
Der "Cantus firmus" (Melodie) von "O Lamm Gottes unschuldig" werde einmal im Sopran, einmal im Alt und schließlich im Bass (Pedal) gespielt (hier bei "sonst müßten wir versagen" die chromatische Passage beachten)

Die Passionschoräle

  • "O Lamm Gottes, unschuldig" BWV 618 Tonart F-Dur, Adagio, "Lamm"-Thematik, Melodie im Alt und Tenor als Quintkanon (da Melodie ungeeignet für Kanon), Seufzermotivik durch Begleitstimmen
  • "Christe, du Lamm Gottes" BWV 619 Tonart F-Dur, kath. Messe und ev. Abendmahlsgottesdienst, 5-stimmig, Melodie in Sopran1 und Tenor als Kanon (alla duodecima); Begleitstimmen mit absteigenden Tonleitern
  • "Christus, der uns selig macht" Tonart e-Phrygisch, Evanglienparaphrase von Gefangennahme bis Grablegung Jesu, Melodie zwischen Sopran und Bass als Kanon (alla ottava), sehr reiche Harmonik, Chromatik abwärts "Passus duriusculus" = Leidensmotiv,
  • "Da Jesus an dem Kreuze stund" BWV 621 Tonart C-Dur, Evanglienparaphrase Paraphrase der letzten 7 Worte Jesu Christi am Kreuz, Paraphrase der letzten 7 Worte Jesu Christi am Kreuz, Bach vertont hier keine einzelnen Worte, eher das Bild, in der diese Worte gesagt werden. Herniederhängen am Kreuz durch Pedallinie vertont, Synkopen abwärts, sehr dissonante Harmonik.
  • "Vom Himmel hoch" Tonart im vorletzten Takt Motivik der Begleitstimmen von "Da Jesus an dem Kreuze stund" Vorausdeutung der Passionsgeschichte
  • "O Mensch, bewein dein Sünde groß" BWV 622 Tonart c-moll, Adagio assai, einer der beiden kolorierten Orgelchoräle im Orgelbüchlein (koloriert = verzierte Melodiestimme); keine durchgehende Motivik in den Begleitstimmen, dafür Liebe zum Detail, chromatische und dissonante Linie aufwärts, Leidensweg, schweres Kreuz, Seufzerfiguren, Kreuzmotiv im Pedal, Adagio assai und am Ende Adagissimo, hochemotional und sehr intime Zusammenfassung der Passion
  • "Wir danken dir, Herr Jesu Christ" BWV 623 Tonart G-Dur Antwort auf Passion, Melodie im Sopran, begleitet durch "Figura corta"; trotz der meist fröhlichen G-Dur Tonart, ist der Choral eher verhalten, kaum konsonante Klänge auf schweren Taktzeiten, nüchterne Antwort der Gemeinde, verhaltender Dank, es ist noch nicht Ostern.
  • "Hilf Gott, dass mir's gelinge" BWV 624 Tonart F-Dur Antwort des Dichters, der in der 1. titelbestimmenden Strophe Gott darum bittet für sein nun folgendes Gedicht die richtigen Worte zu finden (ähnlich: Anrufung der Musen in der Antike) Melodie im Sopran und Alt als Kanon, Tenor durchgehend 1/16 Triolen auf und abwärts, Pedal schrittweise geführte 1/8 und synkopische Sprünge

Fantasie und Fuge c-moll BWV 537

Die Fantasie sei im seltenen 6/4 Takt, bestehe aus 2 Abschnitten, die einander gegenüberstehen, weise die oft im Barock verwendete Seufzermotivik und Ende auf Halbschluss (G-dur, statt c-moll).

Die Fuge sei in der Form: ABA. B-Teil: neues chromatisch-aufsteigendes Motiv, wird mit bekannten Motiven kombiniert.

Beide Stücke sollten immer in der Kombination gespielt werden, Fuge ist die Auflösung des Halbschlusses der Fantasie, Kontrast der beiden Stücke, Fantasie langsam schreitend, lebhaft leidenschaftlich die Fuge

Schloßkirche Bad Homburg, 14.02.2011 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Jasmin Rasch

Programm

Vorwort und Vorbereitung

KV 356

Schloßkirche Bad Homburg, 14.04.2012 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Jasmin Rasch

Programm

  • François Couperin (1668-1733): aus der Messe pour les Paroisses
    • Plein Chant
    • Fugue sur les jeux d'anches
    • Récit de cromorne
    • Dialogue sur la Trompette et de Cromorne
    • Plein Chant
  • Johann Gottfried Walther (1684-1748): Concerto del Sig. Taglietti in B-Dur (Adagio - Allegro - Adagio - Allegro)
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): Präludium und Fuge G-Dur BWV 541

Vorwort und Vorbereitung

Plein chant 1er Kyrie en taille (aus der Messe pour les Paroisses)

1er Kyrie en Taille (aus der Messe pour les Paroisses)

Fugue sur les jeux d'anches (aus der Messe pour les Paroisses)

Récit de Cromorne (aus der Messe pour les Paroisses)

Dialogue sur la Trompette et de Cromorne (aus der Messe pour les Paroisses)

Dialogue sur la Trompette du Grand Clavier (aus der Messe pour les Paroisses)

Plein Chant 2er (aus der Messe pour les Paroisses)

Tierce en taille (aus der Messe pour les Paroisses)

Das Konzert in B-Dur des Herrn Walthers für Herrn Taglietti. Es gibt auch eines für Herrn Vivaldi.

BWV 541,1 BWV 541,2, BWV 541

Anmerkungen

Taglietti sei Vivaldi, und Walthers Orgelstück stünde in der Tradition der Nachahmung von Violinkonzerten.

Das "G-Dur" sei der "erste Bach" den die Organistin, als 15-Jährige, in Angriff genommen habe.

Das Konzert war ein reiner Genuß: Wer braucht "Rock" Musik, wenn Jasmine Rasch die Bürgy Orgel zum Kochen bringt?

Schloßkirche Bad Homburg, 12.05.2012 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Anna Linß

Programm

  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): Fantasia C-Dur BWV 570
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): Manualiter-Bearbeitungen aus der "Clavierübung 3. Teil" (BWV 669-689), der sogenannten "Kleine Orgelmesse":
    • "Jesus Christus, unser Heiland" BWV 688
    • "Kyrie, Gott Vater in Ewigkeit" BWV 672
    • "Christe, aller Welt Trost" BWV 673
    • "Kyrie, Gott Heiliger Geist" BWV 674
    • "Allein Gott in der Höh' sei Ehr'" BWV 677
    • "Dies sind die heil'gen zehn Gebot'" BWV 679
    • "Wir glauben all' an einen Gott" BWV 681
    • "Vater unser im Himmelreich" BWV 683
    • "Christ unser Herr zum Jordan kam" BWV 685
    • "Aus tiefer Not schrei' ich zu dir" BWV 687
    • "Jesus Christus, unser Heiland" BWV 688
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): Präludium und Fuge C-Dur BWV 545

Vorwort und Vorbereitung

BWV 570

BWV 672

BWV 673

BWV 674

BWV 677

BWV 679

BWV 681

BWV 683

BWV 685

BWV 687

BWV 688, BWV 688, BWV 688

BWV 545,1, BWV 545,2, BWV 545,1, BWV 545, BWV 545
Das Stück gibt es in 3 Fassungen, was zeigt, dass Bach dieses Stück häufig im Gebrauch hatte: Eine erste kürzere Frühfassung, eine zweite Fassung und eine dritte, längere Fassung (mit einem langsamen Satz aus der Triosonate in C-dur zwischen Präludium und Fuge).
Gleich im 1. Takt des Präludiums wird der volle Ambitus der Orgel ausgenutzt: von c3 bis zum tiefen C im Pedal.

Zwei Punkte sind aus den heutigen Erklärungen zur Orgelmatinee und aus dem Austausch mit kompetenten Zuhörern hervorgegangen.

1. Zahlensymbolik: trotz meiner Skepsis, scheint Bach doch hier und da eine solche einfließen zu lassen.

2. Stimmung: obwohl Bach ein Verfechter der wohltemperieten Stimmung war, scheint er einen Zusammenhang zwischen Gefühlslagen und Tonarten zu sehen.

Anmerkungen

Ein vielfältiges Bach-Programm 2 freie Orgelstücke, 10 Choralvorspiele (die sog. "Kleine Orgelmesse"), sowol Früh- aus auch Spätwerke.

Fantasia C-Dur BWV 570

BWV 570 ist ein Frühwerk, vermutlich in Arnstadt oder früher komponiert. Die Fantasie sei manualiter und durchzogen vom rhythmischen Motiv der "Figura corta".

Figura corta (neben der Figura bombilans, muta, suspirans): The 'corta', which simply means "short" in Italian, is a concise rhythmic figure which belongs to the species of ornamental 'figurae simplices' (Vogt). The term does not refer to the duration of the entire figure, as this could be the same as the 'bombus' or 'circulo mezzo'. Rather, it refers to the number of notes employed to construct the figuration. Neither the term nor any accompanying definitions suggest an expressive content or application of the figure. However, due to the inherent rhythmic drive of a series of 'cortae', it is frequently used in compositions which wish to express agitated or joyful affections. The 'corta' also forms the basis of Printz's 'suspirans', where the one longer note is subdivided into a rest and a note of equal value to the other two.

11 Manualiter-Bearbeitungen aus der "Clavierübung 3. Teil" (BWV 669-689)

Alle 4 Teile der Clavierübung gehören zu Bachs Spätwerk. Sein Anliegen war, exemplarische Werke zu verschiedenen Kunstgattungen vorzulegen. Ferner lautet die Überschrift: "Denen Liebhabern und besonderes denen Kennern von dergleichen Arbeit zur Gemüths Ergenzung verfertiget" - Ergänzung heißt, wie Bach durch Ton und Zahlenymbolik, durch hohe kontrapunktische Kunst die dogmatischen Elemente der lutherischen Theologie in Musik fasst.

Rahmen: Präludium und Fuge Es-Dur, Choräle der Missa brevis: Kyrie, Gloria UND Luthers Choraldichtungen zu den 5 Hauptstücken des Katechismus (Handbuch der Unterweisung im Christlichen Glauben):
Dekalog (10 Gebote), Symbolum (Glaubensbekenntnis), Vaterunser, Taufe Abendmahl mit Beichte vorher vor der letzten Fuge noch 4 Duette (im Juli) für jeden Choral mindestens ein Choralvorspiel pedaliter und eins manualiter

Beispiele für Zahlensymbolik:

"Dies sind die heilgen zehn Gebot": Fughetta, das Fugenthema (wie in Stein gemeißelt) erklingt 10 mal

"Wir glauben all an einen Gott": Fughetta, über die erste Choralzeile; Mittelachse des Zyklus, in allen 4 Teilen der Clavierübung bringt Bach auf der Hälfte eine Französische Ouvertüre, sie zeichnet sich durch den scharf punktierten Rhythmus aus

Symbolik der Tonarten:

"Aus tiefer Not schrei ich zu": fis-moll, kommt bei Orgelwerken eigentlich nicht vor, hohe Molltonart

"Jesus Christus, unser Heiland" f-moll, sehr selten, tiefste Tonart

Schloßkirche Bad Homburg, 09.06.2012 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Jasmin Rasch

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BWV 545,1, BWV 545,2, BWV 545,1, BWV 545, BWV 545
Das Stück gibt es in 3 Fassungen, was zeigt, dass Bach dieses Stück häufig im Gebrauch hatte: Eine erste kürzere Frühfassung, eine zweite Fassung und eine dritte, längere Fassung (mit einem langsamen Satz aus der Triosonate in C-dur zwischen Präludium und Fuge).
Gleich im 1. Takt des Präludiums wird der volle Ambitus der Orgel ausgenutzt: von c3 bis zum tiefen C im Pedal.

BWV 529 (1) Allegro, BWV 529 (2) Largo, BWV 529 (3) Allegro, BWV 529 Allegro (aus der Ludwigskirche zu Alt-Saarbrücken)

KV 616

Sonate in c-moll Op. 65,2 gespielt von Christoph Daniel Korn an der Mayer-Orgel der Evangelischen Dornbuschkirche Frankfurt am Main. Zum Vergleich die Sätze Grave und Adagio gespielt von Julian Bewig an der Orgel von St. Marien in Emsdetten.

Anmerkungen

Frau Rasch befürchtete zwar, das Konzert wegen eines angeblichen vom Brückentag verusachtem Publikummangels absagen zu müssen, wurde jedoch von einer mit Zuhörer jeden Alters befüllten Schloßkirche empfangen.

Das Adagio (Largo) aus BWV 529 werde mit Flöte, Oboe (?) und Flöte im Pedal registriert. In der Tat klang es wurderbar (sanft und leise): Die schönste mir bekannte Interpretation.

Die Fuge in C-Dur BWV 545 sei von einem Crescendo ohne Änderung der Registrierung charakterisiert.

"Andante für eine Walze" sei nicht für Orgel geschrieben worden, und somit nicht so leicht spielbar, wie es klingen mag.

Schloßkirche Bad Homburg, 14.07.2012 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Anna Linß

Programm

Vorwort und Vorbereitung

{dbtext{Toccata septima \(aus Apparatus Musico Organisticus\)}}

BWV 802-805 am Cembalo, BWV 802-805 an der Orgel, BWV 802-805 am verstimmten Clavichord

Duetto I in e-moll BWV 802, Duetto II in F-Dur BWV 803, Duetto III in G-Dur BWV 804, Duetto IV in a-moll BWV 805

Op. 65,5 (Andante, Andante con moto, Allegro)

Schloßkirche Bad Homburg, 11.08.2012 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Jasmin Rasch

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Eine ruhige PWC 43, eine sanfte PWC 43, eine nervöse PWC 43 und eine weitere PWC 43.

"Thema" und die darauffolgende, sich oft wiederholende Akkord-Progression sind gut wahrnehmbar. Bemerkenswert ist die Viefältigkeit der Variationen: Von der ersten bis zur letzten Note bleibt das fast 9 minutige Werk recht spannend.

Hier die Noten und ein zweiter Artikel.

Eine Chaconne von Händel: HWV 435 und HWV 435

BuxWV 209

BuxWV 199

BWV 543, BWV 543, BWV 543, Präludium BWV 543, Fuge BWV 543

Erlöserkirche Bad Homburg, 27.08.2012 19:00 - 20:00

3. Bad Homburger Kulturnacht: "Streifzug durch die Orgelromantik"

An der Woehl- und and der Sauer-Orgel:

Prof. Susanne Rohn

Programm

  • Alexandre Pierre François Boëly (1785-1858): Fantasie et fugue en si bémol
  • Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847): Sonate in d-moll Op. 65,6 (Andante/Andante con moto - Allegro maestoso)
  • Franz Schmidt (1874-1939): Präludium in D-Dur ("Halleluja")
  • Sigfrid Karg-Elert (1877-1933):
    • Harmonies du soir from Trois impressions Op. 72
    • "Nun danket alle Gott" (Marche triomphale) Op. 65
  • Max Reger (1873-1913): Benedictus Op. 59 Nr. 9
  • Thèodore Dubois (1837-1924): Toccata in G-Dur Nr. 3 aus "12 Pièces pour Grand Orgue"

Vorwort und Vorbereitung

Fantasie et fugue en si bémol

Op. 65,6

Präludium in D-Dur

Op. 72

Op. 65 Op. 65

Op. 59 Nr. 9

Toccata in G-Dur

Vorwort und Vorbereitung

Ein äußerst interessantes, vielschichtiges und sehr ausgewogenes Programm, das mitreißend vorgetragen wurde.

Ganz besonders hat Sigfrid Karg-Elert hat meine Neugier erweckt.

St. Johannes Kirche, Kirdorf, 28.10.2012 17:00 - 19:00

Festliches Chor- und Orgelkonzert zum 150.

  • Chor von St. Johannes und Herz Jesu
  • Russische Kammerphilharmonie St. Petersburg
  • Prof. Susanne Rohn an der Dreymann-Orgel
  • Simone Schwark (Sopran), Barbara Werner (Alt), Sören Richter (Tenor), Fabian Hemmelmann (Bass) und Dr. Helmut Föller, Continuo

Programm

  • Dieterich Buxtehude (1637-1707): Kantate "Alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken" BuxWV 4
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): Kantate "Ihr Menschen rühmet Gottes Liebe" BWV 167
  • Joseph Haydn (1735-1809): Orgelsolomesse "Missa brevis Sancti Joannis de Deo"
  • Orgelwerke von Lübeck, Boyvin und Carl Piutti

Vorwort und Vorbereitung

BuxWV 4

BWV 167

Missa brevis Sancti Joannis de Deo

Anmerkung

Verhindert.

Wilkommen bei den Orgelmatinéen Bad Homburg 2013

Organistin: Geraldine Groenendijk

Organistin: Anna Linß

Conservatorio "Giuseppe Verdi" Como, 19.01.2013 17:30 - 19:00

Orgelkonzert

An der Orgel:

Francesco di Lernia

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BWV 547,1 und 547,2 von Rainer Oster mit Noten.
BWV 547 sehr langsame Version von Artjom Chatschaturow.
BWV 547 zügig von Ton Koopman.

BWV 989

Der erste Satz (mit einem etwas gewöhungsbedürftigem Anfang) BWV 528, 1, der zweite BWV 528, 2 und der dritte BWV 528, 3

Von der aus Novosibirsk stammende Natalia Baginskaya und in der Grazer Kathedrale gespielt BWV 528

BWV 564, BWV 564,1, BWV 564,2, BWV 564,3, BWV 564,

Anmerkungen

In meherer Hinsicht weise BWV 547 die dreier Numerik auf.

BWV 989 bestehe aus neun zweistimmig geführten Variationen eines vierstimmg gespieltes Themas, das, wie üblich, am Anfang und am Ende des Stückes gespielt wird.

Akustik und Ausführung ließen uns Bürgy Orgel, Schloßkirche und Bad Homburger Orgelmatinéen sehr vermissen.

Zum Glück gibt es die YouTube Benutzer und Kopfhörer, die unsere malträtierte Ohren heilen werden.

Conservatorio "Giuseppe Verdi" Como, 16.02.2013 17:30 - 18:30

Orgelkonzert

An der Orgel:

Marco Ruggieri

Programm

Anmerkungen

BWV 565, BWV 565 à la Koopman, BWV 565

Wikipedia Artikel über BWV 565: Deutsch und Englisch

BWV 539,1, BWV 539,2

BWV 579

Werkbesprechung BWV 579

BWV 1092

BWV 742

BWV 1106

BWV 1099

BWV 526,1, BWV 526,2 und BWV 526,2

BWV 594 basierend auf RV 208

Conservatorio "Giuseppe Verdi" Como, 16.03.2013 17:30 - 18:30

Orgelkonzert

An der Orgel:

Montserrat Torrent Serra

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BWV 565, BWV 565 à la Koopman, BWV 565

Wikipedia Artikel über BWV 565: Deutsch und Englisch

BWV 535,1 BWV 535,2 BWV 535

BWV 590

BWV 974 und das Original

BWV 543, BWV 543, BWV 543, Präludium BWV 543, Fuge BWV 543

BWV 957

BWV 1117

Partite diverse sopra "Sei gegrüßet, Jesu gütig" BWV 76 und das Original

Anmerkung

Verhindert.

Schloßkirche Bad Homburg, 08.06.2013 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Anna Linß

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Magnificat VI Toni

BWV 675

BWV 676 aus der "Clavierübung 3. Teil" (BWV 669-689)

Op. 65,4

Anmerkung

Verhindert.

Gedächtniskirche, Kirdorf, 14.06.2012 20:00 - 21:30 bzw. 24:00

Orgelnacht 25 Jahre Kern-Orgel

Programm

Bernhard Lehnert

  • Louis-Claude Daquin (oder d'Acquin) (1694-1772): Noel G-Dur
  • Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788): Sonate a-moll (Allegro assai - Adagio - Allegro)

Hanno Lotz

Karin Giel

  • Justin Heinrich Knecht (1752-1817) aus Muntre und angenehme Orgelstücke im eleganten Stil, durch die gebräuchlichsten Durtonarten (Vivace - Cantabile - Vivace)

Antonia Jacob, Karin Giel

...

Vorwort und Vorbereitung

Noel G-Dur

Sonate a-moll: Allegro assai, Adagio, Allegro

BuxWV 184

BuxWV 161, BuxWV 161, BuxWV 161

Eine Einleitung zu BuxWV 161 und eine zu den Ostinato Werken von Dieterich Buxtehude.

BWV 639

BWV 547,1 und 547,2 von Rainer Oster mit Noten.
BWV 547 sehr langsame Version von Artjom Chatschaturow.
BWV 547 zügig von Ton Koopman.

Amazing Grace

Muntre und angenehme Orgelstücke

"Ich will dir lobsingen"

"Der lieben Sonnen Licht und Pracht"

HWV 134

An Evening Hymn

Erlöserkirche Bad Homburg, 29.06.2013 17:00 - 17:45

Orgelvesper

An der Orgel:

Susanne Rohn

Programm

  • Samuel Scheidt (1587-1654): Cantilena angelica fortunae (Thema und drei Variationen)

Vorwort und Vorbereitung

BuxWV 137, BuxWV 137

Cantilena angelica fortunae

Capriccio sopra il Cucu

Op. 65

Basilica di Sant'Abbondio, Como, 07.07.2013 17:30 - 18:30

Vespri d'organo (a quattro mani)

An der Orgel:

Mariangela Di Giglio, Andrea Schiavo

Programm

Anmerkungen

A rustic wedding

J. S. Bachs Konzertbearbeitungen

BWV 595, BWV 595

Fantasie für die Orgel zu 4 Händen c-moll, Fantasie für die Orgel zu 4 Händen c-moll

Chor der Pilger aus Tannhäuser

Intermezzo aus Cavalleria Rusticana

Overture aus Nabucco

Schloßkirche Bad Homburg, 13.07.2013 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Geraldine Groenendijk

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Toccata Noni Toni

BuxWV 161, BuxWV 161, BuxWV 161

Eine Einleitung zu BuxWV 161 und eine zu den Ostinato Werken von Dieterich Buxtehude.

Die wunderbare Partite diverse sopra: "Christ, der du bist der helle Tag" BWV 766, zum Teil mit nur zwei Stimmen.

Das Konzert in B-Dur des Herrn Walthers für Herrn Taglietti. Es gibt auch eines für Herrn Vivaldi.

Anmerkung

Verhindert.

Gedächtniskirche, Kirdorf, 04.08.2013 11:00 - 11:45

Orgelmatinee

An der Orgel:

Karin Giel

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Allegro brillante

Schloßkirche Bad Homburg, 10.08.2013 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Anna Linß

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BWV 545,1, BWV 545,2, BWV 545,1, BWV 545, BWV 545
Das Stück gibt es in 3 Fassungen, was zeigt, dass Bach dieses Stück häufig im Gebrauch hatte: Eine erste kürzere Frühfassung, eine zweite Fassung und eine dritte, längere Fassung (mit einem langsamen Satz aus der Triosonate in C-dur zwischen Präludium und Fuge).
Gleich im 1. Takt des Präludiums wird der volle Ambitus der Orgel ausgenutzt: von c3 bis zum tiefen C im Pedal.

BWV 684

BWV 688, BWV 688, BWV 688

Op. 65,1

Anmerkungen

Die von Johann Sebastian Bach bearbeiteten Choralmelodieen waren zu seiner Zeit zum Teil 200 Jahre alt.

Anders als zu der Entstehungszeit der Choral-Bearbeitungen sind sie heute der Gemeinde, bzw. dem Publikum, nicht mehr geläufig, und der Wiedererkennungseffekt bleibt aus.

Die Musik ist auch dem Text verwoben: wenn z.B. Sünde oder die Hölle angesprochen wird, klingt es entsprechend "schräg"; die Wogen des Jordan Flusses spiegeln sich in auf- und ab-steigenden Notensequenzen.

Bach übernimmt die Choralmelodieen nicht vollständig, wie die folgende Gegenüberstellung zeigt:

Schloßkirche Bad Homburg, 31.08.2013 16:30 - 17:15

Sommerliches Orgelkonzert am Nachmittag

An der Orgel:

Anna Linß

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Ein großes Dank an Frau Linß, die mir das Programm zur Vorbereitung direkt zukommen ließ.

BuxWV 137, BuxWV 137

"Ombra mai fu", "Ombra mai fu"

Sicilienne, Sicilienne, Sicilienne

BWV 549 interpretiert von Ton Koopman, BWV 549,1 und BWV 549,2, gespielt von Andrea Marcon.

"Jesu bleibet meine Freude", "Jesu bleibet meine Freude" aus BWV 147

"Halleluja" aus Messiah HWV 56

Anmerkungen

Die Fuge BuxWV 137 sei 4 stimmig und mit sog. Treppenmotiven versetzt.

"Ombra mai fu" sei ein Lobslied an einem Baum am Beginn der Oper Serse.

Von Nikolaus Bruhns, der mit 31 Jahren verstarb, seien lediglich 5, bemerkenswerte, Orgelwerke erhalten. Im Präludium in e-moll seien 14 unterschiedlich Affekte vorhanden.

BWV 549 sei häufig Bestand der für nicht hauptamtliche Organisten vorgesehene C-Prüfung. Sie beginne mit dem Pedal sei aber haupsächlich Manualiter zu spielen.

Für das bekannteste Halleluja aller Zeiten, das im 3. Teil der Oper vorkommt, müsse ein Operbesucher 2 Stunden warten.

Wilkommen bei den Orgelmatinéen Bad Homburg 2014

Organist: Carmenio Ferrulli

Organistin: Geraldine Groenendijk

St. Katharinenkirche Frankfurt am Main, 31.03.2014 16:30 - 17:00

30 Minuten Orgelmusik

An der Rieger-Orgel:

Prof. Martin Lücker

Programm

  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): Kunst der Fuge BWV 1080
    • Contrapunctus I-IV
    • Canone alla ottava
    • Contrapunctus XI

Vorwort und Vorbereitung

BWV 1080 I-IV
BWV 1080 Canone alla ottava
BWV 1080 XI

St. Katharinenkirche Frankfurt am Main, 07.04.2014 16:30 - 17:00

30 Minuten Orgelmusik

An der Rieger-Orgel:

Prof. Martin Lücker

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Fantasia in g-moll

Präludium BWV 546, Fuge BWV 546. Ein Koopmann im 14 minütigen Dauerplenum: BWV 546, ein warmes Präludium BWV 546 , eine ansehnliche Fuge BWV 546.
Das Präludium (ein Spätwerk Bachs) stellt zunächst mehrere musikalische Gedanken nebeneinander, darunter anfangs eine Akkordfolge, dann ein Seufzermotiv, eine Triolenbewegung, einen chromatischen Gang und ein markantes Bassmotiv.
Im Verlauf des Stücks hört man all diese Ideen wieder, aber nun untereinander verbunden und eingewoben.
Etwas inkonsequenter im Gegensatz dazu scheint die 5-stimmige Fuge (ein etwas früheres Werk).
Sie beginnt sehr streng, gewinnt aber im Verlauf deutlich an Freundlichkeit im Manualzwischenspiel hinzu, wird sogar sehr warm, wenn das Thema nach Dur übergeht und endet schließlich sehr majästetisch.

Anmerkung

Verhindert

Schloßkirche Bad Homburg, 12.04.2014 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Geraldine Groenendijk

Programm

  • Johannes Brahms (1833-1897): Choralvorspiel und Fuge über "O Traurigkeit, o Herzeleid" WoO 7
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): Fantasia con imitatione h-moll BWV 563
  • Johannes Brahms (1833-1897): 3 aus 11 Choralvorspiele Op. posth. 122: "Herzliebster Jesu", "Schmücke dich, o liebe Seele", "Herzlich tut mich verlangen"
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): Präludium und Fuge h-moll BWV 544

Vorwort und Vorbereitung

Lesenswertes über Brahms Orgelwerke.

"O Traurigkeit, o Herzeleid", "O Traurigkeit, o Herzeleid" jeweils bei schnellerem Tempo.

BWV 563, BWV 563, BWV 563 bei ähnlichem Tempo und unterschiedlicher Registrierung.

"Herzliebster Jesu"

"Schmücke dich, O liebe Seele", "Schmücke dich, o liebe Seele"

"Herzlich tut mich verlangen", "Herzlich tut mich verlangen"

"Präludium BWV 544", "Fuge BWV 544"

Fuori programma

{yt{YcePnlcVZrg}BWV Anhang 200}}. Ist das ein Bach?

Schloßkirche Bad Homburg, 10.05.2014 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Carmenio Ferrulli

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Orgelkonzert F-Dur Op. 4 Nr. 5

HWV 295

HWV 609

BWV 577

BWV 525 - Allegro moderato Es-Dur, BWV 525 - Adagio c-moll, BWV 525 - Allegro Es-Dur

Anmerkung

Verhindert

Schloßkirche Bad Homburg, 14.06.2014 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Geraldine Groenendijk

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BWV 547,1 und 547,2 von Rainer Oster mit Noten.
BWV 547 sehr langsame Version von Artjom Chatschaturow.
BWV 547 zügig von Ton Koopman.

BWV 658

BWV 668

op. 60 1, 2

Anmerkung

Verhindert

Schloßkirche Bad Homburg, 12.07.2014 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Carmenio Ferrulli

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Toccata Cromatica, Toccata Cromatica

Canzona post il Communio

BWV 588, BWV 588

Werkbesprechung BWV 588

BWV 593

BWV 805

Anmerkung

Verhindert

Schloßkirche Bad Homburg, 09.08.2014 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Geraldine Groenendijk

Programm

  • Johann Sebastian Bach (1685-1750) Fuge c-moll über ein Thema von Legrenzi BWV 574
  • Franz Liszt (1811-1886) "Aus tiefer Not" Orgelvariationen über ein Thema von Bach
  • Franz Liszt (1811-1886) "Ich hatte viel Bekümmernis" Orgelvariationen über ein Thema von Bach
  • Franz Liszt (1811-1886) "Adagio Es Dur" Orgelvariationen über ein Thema von Bach
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750) Fantasie und Fuge g-moll BWV 542

Vorwort und Vorbereitung

BWV 574

Cantata "Aus tiefer Not" BWV 38

"Ich hatte viel Bekümmernis" BWV 21

BWV 542

Schloßkirche Bad Homburg, 13.09.2014 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Carmenio Ferrulli

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Plein jeu - Tierce en taille

BWV 562, Fantasia, BWV 562, Fragment einer Fuge

BWV 572, BWV 572

Bei dem in den Sätzen Tres Vitement, Gravement, Lentement notierten, auch als 'Fantasie in G Dur' bekannten Werk, fallen die Arpeggien des ersten und des dritten Satzes auf, die Progression des Basses vom tiefen bis zum hohen C, die Einleitung des dritten Satzes mittels Cis und die darauffolgende chromatische Progression im Pedal. Letzere stützt die finalen Arpeggien (Tonleitern) der Fantasia rythmisch; sehr interessant müsste auch die Harmonik (Akkord-Progression) sein.

Die Fantasia in G-Dur von Johann Sebastian Bach ist gleichzeitig ein sehr bekanntes und doch sehr ungewöhnliches Werk, da es sich nicht wie gewöhnlich um ein Präludium/Toccata plus Fuge handelt, sondern um ein Stück, dass ganz klar aus 3 sehr verschiedenen, aneinandergereihten Teilen besteht.
Außerdem gibt Bach dem Stück und auch den Tempobezeichnungen französische Namen, was auf seine Auseinandersetzung mit französischer Musik zur Zeit der Komposition schließen lässt.
Während das Stück sehr lebendig und virtuos beginnt und in einen lauten, vollen Orgelklang überleitet, endet das Stück aber für heutige Ohren sehr unspektakulär und sehr leise.
Dazu muss man wissen, daß das, was im letzen Teil musikalisch passiert, also ein chromatischer absteigender Bass und die Harmonien, die daraus entstehen, es so noch nie vor Bach gegeben und dadurch natürlich zu dieser Zeit ein ganz anderes Hörerlebnis erzeugt als vielleicht heutzutage.

Anmerkungen

Herr Ferrulli hob hervor, daß der in Deutschland heute nicht sehr bekannte Marchand zu den in seiner Zeit berühmtesten Organisten und Virtuosen gehörte.

Plein jeu, Tierce en taille, Basse de trompette, Récit, Dialogue seinen Registrierungsangaben.

Bach habe den französiches Stil studiert insbesondere die Verzierungen.

Marchand sei teilweise schwer zu spielen. Auch die Verwendung des Doppelpedals (bei Bach selten) sei nicht einfach.

Schloßkirche Bad Homburg, 08.11.2014 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Carmenio Ferrulli

Programm

Johann Sebastian Bach und sein Meisterschüler

Vorwort und Vorbereitung

Präludium und Fuge C-Dur

"Herzlich lieb hab ich dich, o Herr"

Fuga B-Dur über B-A-C-H

BWV 564, BWV 564,1, BWV 564,2, BWV 564,3, BWV 564,

Wilkommen bei den Orgelmatinéen Bad Homburg 2015

Organist: Nils-Ole Krafft

Organist: Carmenio Ferrulli

Schloßkirche Bad Homburg, 10.01.2015 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Nils-Ole Krafft

Programm

Epiphanias

Vorwort und Vorbereitung

BWV 568

BWV 739

((( )))

  • BWV 739
    • Wahrscheinlich ein Frühwerk
    • prächtiges Tuttistück
    • erst Orgelmotette manualiter, wird dann zu einem prächtigen Bass- c.f.
    • Vorbild ist wohl eindeutig Pachelbels Morgensternbearbeitung (klingt ganz ähnlich), jedoch bemüht sich Bach auch Elemente aus der Norddeutschen Schule zu integrieren
    • es entsteht ein sehr experimentelles Stück, etwas kurios und auf eine erfrischende Art und Weise unausgewogen

BuxWV 223

Op. 65,1

Anmerkungen

Quelle: Herr Krafft

  • BWV 568
    • Frühwerk
    • virtuos, prächtig
    • noch etwas unbeholfen in der Stimmführung, alles wird dem Klang untergeordnet
    • voller jugendlichem Überschwang, vielleicht von einem jungen Virtuosen, der sich beweisen will (verjüngt jeden, der es hört)
  • BuxWV 223
    • verbindet Choralvariationen und Choralphantasie
    • im ersten Teil wird der C. f. in Variationen verarbeitet, welche noch einen sehr archaischen frühbarocken Klang wie z. b. scheidt aufweisen
    • der zweite Teil folgt dem Gestus eine Gigue, also eines schnellen Tanzes, wobei Fragmente aus der Choralmelodie hier als Themen für die Fugati dienen
    • gesamtes Stück ist im ungeraden Metrum gehalten
    • die vielen Klangwechsel und Echoeffekte machen es für die Orgel herausragend geeignet
    • ist hautpsätzlich manualiter gespielt
    • Dieterich Buxtehude der Meister der "Norddeutschen Schule" und Lübecker Marienorganist, strahlendste Organistenpersönlichkeit seiner Zeit
  • Op. 65,1
    • Uraufführung der 6 Mendelssohnsonaten in der Katharinenkirche in Frankfurt, damalige Stummorgel der hiesigen Orgel recht ähnlich
    • die ganze Sonate basier auf der Idee zwei unterschiedlich registrierte Manuale gegenüberzustellen
    • erster Satz fugierte Abschnitte auf dem einen Manual gegen den Choral "Was mein Gott will, das gescheh allzeit" auf einem Nebenmaunal
    • zweiter Satz (erstes bedeutendes Orgelstück in As-Dur), herrlicher fast fromm entrückter klassizistischer Satz wieder mit dem Kontrast zweier Manuale
    • im dritten Satz wird dann der Kontrast der Manuale auf die Spitze getrieben, wo zwischen Pianissimostrukturen extrem machtvolle Akkordverbindungen in hoher Lautstärke treten, dieser Satz ist vor allem Überleitung ins Finale
    • das brillante und rauschende Finale scheint die romantische Klavieretüde auf die Orgel zu übertragen. Virtuoses romantisches Laufwerk mündet in einen herrlichen hymnenartigen Schluss, womit diese großartige Sonate ein bebendes Ende findet
    • Felix Mendelssohn Bartholdy erster großer Orgelkomponist nach Johann Sebastian Bach

Schloßkirche Bad Homburg, 14.02.2015 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Carmenio Ferrulli

Programm

Maria Lichtmess

  • Dieterich Buxtehude (1637-1707): Präludium g-moll BuxWV 163
  • Dieterich Buxtehude (1637-1707): "Fried- und freudenreiche Hinfahrt des alten großgläubigen Simeons" BuxWV 76 (Contrapunctus I, Evolutio I, Contrapunctus II, Evolutio I, Klaglied)
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): "Präludium et Fuga e-moll" BWV 533
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): vier Choräle aus dem "Orgelbüchlein"
    • "Das alte Jahr vergangen ist" BWV 614
    • "In Dir ist Freude" BWV 615
    • "Mit Fried und Freud ich fahr dahin" BWV 616
    • "Herr Gott, nun schleuß den Himmel auf" BWV 617
  • Dieterich Buxtehude (1637-1707): "Toccata d-moll" BuxWV 155

Vorwort und Vorbereitung

BuxWV 163, BuxWV 163, BuxWV 163

BuxWV 76

Präludium BWV 533, Fuga BWV 533

BWV 614

BWV 615

BWV 616

BWV 617

BuxWV 155, BuxWV 155, BuxWV 155

Anmerkungen

Quelle: Carmenio Ferrulli

Maria Lichtmess: 2. Februar

28 da nahm er ihn auf seine Arme und lobte Gott und sprach:
29 Herr, nun läßt du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast;
30 denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen,
Lukas 2, 28 - 30

Protestantisches Choral: "Mit Fried und Freud ich fahr dahin"

Virtuosität der Instrumente darstellen im Stylus Phantasticus, von Johann Sebastian Bach bei 4. monatigem Praktikum (unerlaubtes Entfernen von Diensstelle) beim 40 Jahre älteren Dieterich Buxtehude erlernt

"Viele wunderliche Variationen und viele fremde Töne" sollen Bachs Kompositionen nach der Lehre bei Buxtehude enthalten haben.

Aufzeichnung der Einführung des Organisten

Quelle: meine inkompetente Wenigkeit

  • BuxWV 163
    • sehr interessant, mit wunderschönen Fuge und frechen Abschluss
  • BuxWV 76
    • geht m.E. nicht gleich ins Ohr
    • Evolutio und Contrapunctus intellektuell, Klaglied musikalischer
    • Thema im Sorpan bei Contrapunctus (und Klagelied) und im Bass bei Evolutio
    • hier und da ungewöhnliche Progressionen
    • ähnliche Harmonie bei allen 5 Abschnitten (???)
  • BWV 533
    • kurz gehalten (jeweils ca. 2:40)
  • BWV 614
    • ein kurzer, schöner, melanchonischer, musikalischer Spaziergang (2:11)
    • Anhaltspunkt: mehrere auf- und ab-steigende chromatische Sequenzen (erste im Alt) leiten ungewöhnliche Progressionen ein
  • BWV 615
    • Anhaltspunkt: Wiederholungen der markanten Anfangssequenz D D C B
  • BWV 616
    • k.A.
  • BWV 617
    • Anhaltspunkt: nicht erforderlich. Einfach zuhören. Themen und Variationen konstant im Sopran, Arpeggios im Alt und Bass.
  • BuxWV 155
    • k.A.

Fuori programma

Präludium und Fuge BWV 553

Triosonate No. 5 C-Dur BWV 529 (1)

Triosonate No. 6 G-Dur BWV 530 (1)

BWV 541,1 BWV 541,2, BWV 541

Vater unser im Himmelreich

Schloßkirche Bad Homburg, 14.03.2015 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Nils-Ole Krafft

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Concerto del Signor Meck in h-moll, Concerto del Signor Meck in h-moll, Concerto del Signor Meck in h-moll

"Jesu meine Freude"

BWV 541,1 BWV 541,2, BWV 541

Anmerkungen

Quelle: meine Wenigkeit

Alle Stücke gehen leicht ins Ohr, und bedürfen somit m.E. keiner intensiven Vorbereitung.

Herr Meck ist der Deutsche Komponist Joseph Meck, und Concerto steht für Violinkonzert.

Aus Wikipedia: "Zwei Konzert-Transkriptionen für Orgel von Johann Gottfried Walther sorgten im 20. Jahrhundert dafür, dass der Komponist Joseph Meck wieder in Erscheinung trat."

Quelle: Herr Nils-Ole Krafft

Programm für "Laetare": Freudvoller vierter Fastensonntag/Passionsonntag. So wurde auch das Programm zusammengestellt.

Johann Gottfried Walther sei ein entfernter Vetter Johann Sebastian Bachs mit welchem er zeitlebens befreundet war.
Ab 1707 (erst 23 Jahre alt) bis zu seinem Tode Organist an der Stadtkirche Weimar.
Verfasser des ersten enzyklopädischen Musiklexikons.
Das Concerto del Signor Meck sei versehen mit den typischen schwungvollen Ecksätzen und einem langsamen Mittelsatz.

"Jesu, Meine Freude" sei das Wochenlied für Laetare.
Choral plus neun Variationen mit weiter Verbreitung schon im 18 Jahrundert.
Ausdrucksvoller Choral mit melodisch eingängigen und sehr unterschiedlich gesetzten Variationen.
Wirkungsvolle Finalvariation mit Choralmelodie in großer Majestät im Bass.

BWV 541: Auch Bach greife Elemente des Concertos auf und integriere sie in eine orgeltypische Form.

Das Präludium, welches mit norddeutschem Laufwerk einstimmig beginne, entpuppe sich als an ein Concerto angelehnter Satz.
Sowohl der Tonartenverlauf als auch die Art der Figuration deuten darauf hin.
Ferner haben wir durch eingestreute einstimmige Passagen immer den Kontrast von Soloinstrument und Tuttiklang.

Auch die Fuge erinnere an die Orchestersätze jener Zeit.
Das mit vielen Tonwiederholungen versehene Thema sei eher für Streicher als für Tasteninstrumente geeignet.
Auch die freien Zwischenspielpartien erinnerten stark an diesen Italienischen Duktus.
Ferner sei die Fuge auch mit viel Humor komponiert. So stehe das ganze Stück stets in strahlendem Dur. Kurz vor Schluss Schlenker in den Mollbereich, mit einer Art pathetischer Übertreibeung, die schon etwas merkwürdig anmutet: Ein hochdissonanter e-moll Akkord (D D# E G B), der schnell wieder in den Durbereich mündet, als ob nie etwas gewesen wäre.

Gedächtniskirche Bad Homburg, 29.03.2015 11:00 - 11:30

Orgelmatinee

An der Orgel:

Karin Giel

Programm

Orgelmusik zur Passionszeit

Vorwort und Vorbereitung

BuxWV 149, BuxWV 149

BWV 618

BWV 618, aus dem Orgelbüchlein, werde heute traditionsgemäß am Karfreitag gespielt, sei ursprünglich zu ??? gespielt worden.
Der "Cantus firmus" (Melodie) von "O Lamm Gottes unschuldig" werde einmal im Sopran, einmal im Alt und schließlich im Bass (Pedal) gespielt (hier bei "sonst müßten wir versagen" die chromatische Passage beachten)

Die Passionschoräle

  • "O Lamm Gottes, unschuldig" BWV 618 Tonart F-Dur, Adagio, "Lamm"-Thematik, Melodie im Alt und Tenor als Quintkanon (da Melodie ungeeignet für Kanon), Seufzermotivik durch Begleitstimmen
  • "Christe, du Lamm Gottes" BWV 619 Tonart F-Dur, kath. Messe und ev. Abendmahlsgottesdienst, 5-stimmig, Melodie in Sopran1 und Tenor als Kanon (alla duodecima); Begleitstimmen mit absteigenden Tonleitern
  • "Christus, der uns selig macht" Tonart e-Phrygisch, Evanglienparaphrase von Gefangennahme bis Grablegung Jesu, Melodie zwischen Sopran und Bass als Kanon (alla ottava), sehr reiche Harmonik, Chromatik abwärts "Passus duriusculus" = Leidensmotiv,
  • "Da Jesus an dem Kreuze stund" BWV 621 Tonart C-Dur, Evanglienparaphrase Paraphrase der letzten 7 Worte Jesu Christi am Kreuz, Paraphrase der letzten 7 Worte Jesu Christi am Kreuz, Bach vertont hier keine einzelnen Worte, eher das Bild, in der diese Worte gesagt werden. Herniederhängen am Kreuz durch Pedallinie vertont, Synkopen abwärts, sehr dissonante Harmonik.
  • "Vom Himmel hoch" Tonart im vorletzten Takt Motivik der Begleitstimmen von "Da Jesus an dem Kreuze stund" Vorausdeutung der Passionsgeschichte
  • "O Mensch, bewein dein Sünde groß" BWV 622 Tonart c-moll, Adagio assai, einer der beiden kolorierten Orgelchoräle im Orgelbüchlein (koloriert = verzierte Melodiestimme); keine durchgehende Motivik in den Begleitstimmen, dafür Liebe zum Detail, chromatische und dissonante Linie aufwärts, Leidensweg, schweres Kreuz, Seufzerfiguren, Kreuzmotiv im Pedal, Adagio assai und am Ende Adagissimo, hochemotional und sehr intime Zusammenfassung der Passion
  • "Wir danken dir, Herr Jesu Christ" BWV 623 Tonart G-Dur Antwort auf Passion, Melodie im Sopran, begleitet durch "Figura corta"; trotz der meist fröhlichen G-Dur Tonart, ist der Choral eher verhalten, kaum konsonante Klänge auf schweren Taktzeiten, nüchterne Antwort der Gemeinde, verhaltender Dank, es ist noch nicht Ostern.
  • "Hilf Gott, dass mir's gelinge" BWV 624 Tonart F-Dur Antwort des Dichters, der in der 1. titelbestimmenden Strophe Gott darum bittet für sein nun folgendes Gedicht die richtigen Worte zu finden (ähnlich: Anrufung der Musen in der Antike) Melodie im Sopran und Alt als Kanon, Tenor durchgehend 1/16 Triolen auf und abwärts, Pedal schrittweise geführte 1/8 und synkopische Sprünge

BWV 539,1, BWV 539,2

Anmerkungen

BuxWV 149 bestehe nicht aus zwei Teilen, wie der Name vermuten läßt, sondern sei eine Anreihung von Teilstücken, wie sie typisch für ein Orgelwerk der "Norddeutschen Schule" sei in dem teilweise auch das Pedal virtuose Solopartieen übernimmt.

BWV 539 sei Teil der sog. "Leipziger Choräle".

Schloßkirche Bad Homburg, 11.04.2015 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Carmenio Ferrulli

Programm

Johann Sebastian Bach im Kreise seiner Söhne

Vorwort und Vorbereitung

Leider fehlt die Vertonung mancher Stücke.

Hier die Bedeutung von "BWV Anh.".

Johann Christian: Fuge über B-A-C-H

Johann Christoph Friedrich: Allegretto F-Dur, Allegretto F-Dur

Johann Christoph Friedrich: Fughette über H(ans)-F(riedrich)-B-A-C-H

Carl Philipp Emanuel: Fuge über B-A-C-H H.373

Wilhelm Friedemann: "Christe, der du bist Tag und Licht" F.38,1b als MIDI Datei

Wilhelm Friedemann: Sonate G-Dur F.7 als MIDI Datei

"Schafe können sicher weiden", "Schafe können sicher weiden"

Cantata BWV 208 "Was mir behagt, ist nur die muntre Jagd!"
Jagdkantate Zum Geburtstage Des Herzog Christian Zu Sachsen Weißenfels

BWV Anh. 45

Präludium BWV 534,1, Fuge BWV 534,2

Werkbesprechung BWV 534

Fuori programma

Und wie schön ist das hier, BWV 108? Nicht zu verwechseln mit BWV Anh. 108. was das o.g. H.323 entspricht.

Verzierungstabelle aus dem Klavierbüchlein für Wilhelm Friedemann Bach

Johann Christoph Bach I (1642-1703): Motette "Fürchte dich nicht"

Johann Christoph Friedrich Bach (1732-1795): Allegretto con variazioni in G

Heinrich Schütz (1585-1672): "Magnificat anima mea" SWV468

"Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist" BWV 45

Aus dem Libretto der Cantata BWV 208:

9. Aria (Soprano II): "Schafe Können Sicher Weiden Wo Ein Guter Hirte Wacht"

PALES

Schafe können sicher weiden,
Wo ein guter Hirte wacht!
Wo Regenten wohl regieren,
Kann man Ruh' und Friede spüren
Und was Länder glücklich macht!

Anmerkungen

Verpaßt.

Schloßkirche Bad Homburg, 09.05.2015 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Nils-Ole Krafft

Programm

Johann Sebastian Bach Frühwerke

  • Johann Sebastian Bach (1685-1750):
    • Präludium und Fuge in c-moll BWV 549
    • aus den sog. "Neumeister Choräle"
      • "Christus der ist mein Leben" BWV 1112
      • "Ich hab mein Sach Gott heimgestellt" BWV 1113
      • "Wenn dich Unglück tut greifen an" BWV 1104
      • "Ach Herr, mich armen Sünder" BWV 742
      • "Werde munter mein Gemüte" BWV 1118
    • Präludium und Fuge in C-Dur BWV 531
    • "Toccata und Fuge in d-moll" BWV 565

Vorwort und Vorbereitung

BWV 549 interpretiert von Ton Koopman, BWV 549,1 und BWV 549,2, gespielt von Andrea Marcon.

BWV 1112, BWV 1112

BWV 1113

Bei der Rechneranimation kann man sehr schön den Einsatz und das Zusammenspiel von aufsteigenden und absteigenden Notengruppen (1/8, 1/8, 1/8, 1/8, x/4 bzw. 1/8 1/8 x/4 bzw. 1/16 1/16 x/4 usw.) eingebettet in
Interesant ist ist die Progression dieser rythmischer Kadenzen: am Anfang keine, dann in 1/8 und dann in 1/16, und schleßlich kar keine mehr.

BWV 1104

BWV 531, BWV 531, 1, BWV 531, 2

BWV 742

BWV 1118

BWV 565, BWV 565 à la Koopman, BWV 565

Wikipedia Artikel über BWV 565: Deutsch und Englisch

Fuori programma

Preludios Corales Neumeister

BWV 1128

Gedächtniskirche Bad Homburg, 24.05.2015 11:00 - 11:30

Orgelmatinee

An der Orgel:

Karin Giel

Programm

Orgelmusik zur Pfingstzeit

Vorwort und Vorbereitung

BWV 651 aus den sog. "Leipziger Choräle"

Fuori programma

Homilius: "O Heiliger Geist, kehr bei uns ein"

Schloßkirche Bad Homburg, 13.06.2015 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Carmenio Ferrulli

Programm

Johann Sebastian Bach Spätwerke

Vorwort und Vorbereitung

Präludium Es-Dur BWV 552, Präludium Es-Dur BWV 552, BWV 552 Fuge

BWV 676 aus der "Clavierübung 3. Teil" (BWV 669-689)

BWV 680

BWV 683

BWV 684

BWV 689

Fuori programma

Die wunderbare Partite diverse sopra: "Christ, der du bist der helle Tag" BWV 766, zum Teil mit nur zwei Stimmen.

BWV 688, BWV 688, BWV 688

Anmerkungen

"Dritter Theil der Clavier Übung bestehend in verschiedenen Vorspielen über die Catechismus- und andere Gesänge, vor die Orgel" lautet der Titel einer Publikation Bachs aus dem Jahre 1739.

Zwei Drucke der "Clavier Übung" waren dieser Sammlung vorausgegangen: 1731 der 1. Teil (Sechs Partiten) sowie 1735 der 2. Teil (Italienisches Konzert und Französische Ouvertüre). Zusammen mit dem IV. Teil (Goldberg-Variationen) gab Bach diese Werkgruppen als erste seines umfangreichen Oeuvres zum Druck.

Neben dem "Musikalischen Opfer" und der "Kunst der Fuge" stellen diese Sammlungen Kompendien der kompositorischen Kunstfertigkeit dar.

Der Dritte Theil der "Clavier Übung" wird nach der Ordnung des Messgottesdienstes mit einem Präludium eröffnet und mit der dazugehörigen Fuge beschlossen.

21 Choralbearbeitungen bilden den Kem des Werkes: Kyrie und Gloria aus der Liturgie der evangelischen Missa und die sechs Choräle Martin Luthers zu den Hauptstücken des Katechismus.

Mit den Katechismus-Chorälen wählte Bach diejenigen aus, die ihm aus seiner Schulzeit als für die jeweiligen Tage vorgeschriebenen Morgenlieder geläufig waren.

Selbstverständlich sind dies auch Lieder, die im Gottesdienst Verwendung fanden.

Und wie Luther zwei Fassungen des Katechismus — eine große und eine kleine — vorlegte, bearbeitete auch Bach jedes Lied in zweierlei Form: zu jedem Lied existiert eine große Bearbeitung mit Pedal und eine kleine manualiter ausführbare Version. Wir glauben all an einen Gott ist die Übertragung des Glaubensbekenntnisses in Liedform durch Martin Luther.

Bach komponiert dazu eine Fuge über das Thema der ersten Choralzeile für das volle Werk (Organo Pleno). Das Pedal beteiligt sich nicht am thematischen Gewebe, sondern in der Form eines auf- und wieder ab-steigenden Ostinatos — Symbol des verharrenden Glaubens.

"Allein Gott in der Höh sei Ehr" stellt eine Paraphrase des lateinischen Gloria dar, dessen Text mit dem Lobgesang der Engel in der Weihnachtsgeschichte beginnt.

Die Choralbearbeitung ist in Form eines Trios (zwei belebte Oberstimmen und Pedal) gehalten und mit zahlreichen Raffinessen wie doppeltem Kontrapunkt und Melodieführung im Kanon versehen.

In der kleinen Bearbeitung über das Vater-Unser-Lied greift Bach auf Satzprinzipien zurück, die er in weitaus früheren Werken wie seinen Choral-Partiten oder dem "Orgelbüchlein" entwickelt hatte.
Die Choralmelodie liegt unverziert in der Oberstimme und wird durch auf- und ab-steigende Tonleiterfiguren der Unterstimmen kontrapunktiert.

Der Choral Christ unser Herr zum Jordan kam berichtet von Jesu Taufe durch Johannes den Täufer. Unter dem Cantus firmus (Choral) im Tenor liegt die unablässig strömende Sechzehntelbewegung der Bass-Stimme als Bild für die Fluten des Jordan, aber auch als Symbol des Blutes Christi, das alle begangene Sünde hinwegspült.
Die das Kreuz zeichnenden Figuren der Oberstimmen sind der Hinweis auf Christus, auf den Zusammenhang von Taufe und Kreuz.

Die kleine manualiter auszuführende, vierstimmige Choralbearbeitung über das Abendmahlslied Jesus Christus unser Heiland der von uns den Gotteszorn warnt ist als höchst anspruchsvolle Fuge konzipiert.
Der kontrapunktische Organisationsgrad (Engführungen und Augmentation) und die rhythmische Vertracktheit gehen weit über das hinaus, was unter zeitgenössischen Choral-Fuge üblich war.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Bachs Spätwerke mit ihrer komplexen Polyphonie und höchsten Vergeistigung aber auch ihrem immensen technischen Schwierigkeitsgrad vollkommen singulär in der Musikwelt der 1740er Jahre stehen.

Im Geiste der Frühaufklärung und dem dadurch bedingten ästhetischen Wandel wurde auch in der Musik die Forderung nach Schlichtheit, Einfachheit, Natürlichkeit* laut.

Der Musikkritiker Johann Adolf Scheibe (1708—1776) veröffentlichte 1737 einen Artikel in der Zeitschrift "Der Critische Musicus", in dem er Bachs Musik heftig angriff: sie sei unnatürlich, gekünstelt und sein Stil verwirrend. Weil er alle Ornamente ausschreibe, anstatt die Verzierung dem Spieler zu überlassen, überdeckten sie die Schönheit der Melodien und Harmonien. Anstatt eine Melodiestimme zu begleiten, komponiere er zu polyphon, so dass alle Stimmen gleichwertig und das Ganze zu kompliziert sei. Dadurch wirke die Musik überladen, gekünstelt und erdrückend, statt schlicht, natürlich und würdevoll zu klingen, wie Scheibe es für erstrebenswert hielt.

Diese Kritik führte zu der berühmten Replik des Rhetorik-Dozenten und vermutlichen Bach-Schülers Johann Abraham Birnbaum (1702-1748).

Schloßkirche Bad Homburg, 11.07.2015 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Nils-Ole Krafft

Programm

Norddeutschland

Vorwort und Vorbereitung

Präludium in e "die kleine"

Fantasia in d

"Freu dich sehr, o meine Seele"

BuxWV 194

BuxWV 140

Anmerkungen

Ein Cantus firmus erscheine nur im ersten der drei Stücke von De Grigny, und zwar im Tenor.

"Orgelmesse" verwende man um den dritten Teil der "Clavierübung", dem ersten Werk, das Bach drucken ließ, zu bezeichnen.

Das "Kyrie" sei eine Motette im Stile antico, der alten Vokalpolyphonie. Ein Cantus firmus bestünde im Baß der fünfstimmigen Sätze, mit langanhaltenden Noten.

Fuori programma

BuxWV 196

Vier Präludien für Orgel

"Aus der Tiefe rufe ich" BWV 745

Schloßkirche Bad Homburg, 07.08.2015 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Carmenio Ferrulli

Programm

Süddeutsche Orgelmeister

Vorwort und Vorbereitung

"Maria zart", "Maria zart"

"Ricercar quarti toni alla chromatica"

FbWV 633

FbWV 101

Aria Sebaldina, Aria Sebaldina, Aria Sebaldina, Aria Sebaldina, Aria Sebaldina

"Toccata prima", "Toccata prima"

Fuori programma

BWV 101

Anmerkung

Verhindert

Schloßkirche Bad Homburg, 12.09.2015 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Nils-Ole Krafft

Programm

Passacaglia

Vorwort und Vorbereitung

BuxWV 161, BuxWV 161, BuxWV 161

Eine Einleitung zu BuxWV 161 und eine zu den Ostinato Werken von Dieterich Buxtehude.

Eine ruhige PWC 43, eine sanfte PWC 43, eine nervöse PWC 43 und eine weitere PWC 43.

"Thema" und die darauffolgende, sich oft wiederholende Akkord-Progression sind gut wahrnehmbar. Bemerkenswert ist die Viefältigkeit der Variationen: Von der ersten bis zur letzten Note bleibt das fast 9 minutige Werk recht spannend.

Hier die Noten und ein zweiter Artikel.

Eine Chaconne von Händel: HWV 435 und HWV 435

Trio en passacaille, Trio en passacaille

Die Passacaglia in c-moll BWV 582 hat Ohrwurmkarakter. Aus diesem Grund ist es ratsam, sie nicht allzu oft zu hören, und der Bedarf einer Vorberetung ist nicht gegeben.

Schloßkirche Bad Homburg, 12.12.2015 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Carmenio Ferrulli

Programm

Advent

Vorwort und Vorbereitung

HWV 291

BWV 527 Andante e-moll, BWV 527 Adagio e dolce F-Dur, BWV 527 Vivace d-moll

Was für ein spannendes Werk!

Insbesondere das Andante mit dem herrlichen Einsatz von 1/16, 1/32 Passagen und 1/16 Triolen. Es mutet schwierig an: Herr Scholl, ich drücke Ihnen die Daumen und bin dabei sicher, daß Sie hierbei richtig in Fahrt kommen werden, und daß Sie uns Hörer einen echten Ohrenschmauß bieten werden.

Vom dritten Satz gibt es bei YouTube eine von der "Music Animation Machine" gespielte und dargestellte Version.

BWV 659 aus den sog. "Leipziger Choräle"

BWV 660

BWV 648

Anmerkung

Verhindert

Wilkommen bei den Orgelmatinéen Bad Homburg 2016

Organist: Pyeong Hwa Lee

Organist: Nils-Ole Krafft

Schloßkirche Bad Homburg, 09.01.2016 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Pyeong Hwa Lee

Programm

Bach im Kreise seiner Lehrer

Vorwort und Vorbereitung

"Vater unser im Himmelreich", "Vater unser im Himmelreich", "Vater unser im Himmelreich"

Der erste Satz (mit einem etwas gewöhungsbedürftigem Anfang) BWV 528, 1, der zweite BWV 528, 2 und der dritte BWV 528, 3

Von der aus Novosibirsk stammende Natalia Baginskaya und in der Grazer Kathedrale gespielt BWV 528

BWV 622

BuxWV 155, BuxWV 155, BuxWV 155

Fuori programma

BWV 529, 1

BWV 530, 1 und BWV 530, 1

BWV 527, 3

BWV 526, 1

Schloßkirche Bad Homburg, 13.12.2015 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Nils-Ole Krafft

Programm

Passion

Vorwort und Vorbereitung

Lesenswertes über Brahms Orgelwerke.

"O Traurigkeit, o Herzeleid", "O Traurigkeit, o Herzeleid" jeweils bei schnellerem Tempo.

Fantasia in g-moll

"Herzliebster Jesu"

"Welt, ich muss dich lassen", "Welt, ich muss dich lassen"

BWV 665, BWV 665

BWV 666

Präludium BWV 533, Fuga BWV 533

Fuori programma

BWV 933

Weitere schöne Einspielungen Barocker Musik von: Chiara Massini

Schloßkirche Bad Homburg, 12.03.2016 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Pyeong Hwa Lee

Programm

Orgelmessen

  • Nicolas de Grigny (1672 -1703): aus "Messe pour Orgue", dem ersten von zwei Teilen des "Livre d'orgue"
    • "Gloria: Et in terra pax, à 5"
    • "Gloria: Récit de tierce en taille"
    • "Gloria: Basse de Trompette ou de Cromorne"
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750) aus der "Clavierübung 3. Teil":
    • "Kyrie, Gott heiliger Geist" BWV 671
    • Fughetta super "Allein Gott in der Höh sei Ehr" BWV 677
    • Duetto I in e-moll BWV 802
    • Duetto II in F-Dur BWV 803
    • Duetto III in G-Dur BWV 804
    • Fughetta super "Dies sind die heil’gen zehn Gebot" BWV 679-- "Wir glauben all an einen Gott" BWV 680

Vorwort und Vorbereitung

"Gloria: Et in terra pax, à 5", Noten: "Gloria: Et in terra pax, à 5"

"Gloria: Récit de tierce en taille"

"Gloria: Basse de Trompette ou de Cromorne"

BWV 671

BWV 677

BWV 802-805 am Cembalo, BWV 802-805 an der Orgel, BWV 802-805 am verstimmten Clavichord

Duetto I in e-moll BWV 802, Duetto II in F-Dur BWV 803, Duetto III in G-Dur BWV 804, Duetto IV in a-moll BWV 805

BWV 679

BWV 680

Anmerkungen

Zwei Zuhörer fanden den de Grigny befremdlich.
Natürlich klingt er nicht wie ein (bekannter) Bach.
Führt man sich die Stücke im Voraus zugemüte, ist man im Vorteil und das mit wenig Aufwand: An einem neuen Stil gewöhnt man sich i.d.R. sehr schnell.

Ein "Cantus firmus" erscheine nur im ersten der drei Stücke von de Grigny.

"Orgelmesse" sei mitunter ein Synonym für den dritten Teil der "Clavierübung", das erste Werk, das Bach drucken ließ.

Das Kyrie sei eine Motette, die im sog. Stile antico, der alten Vokalpolyphonie, geschrieben ist.
Ein Cantus firmus bestünde im Baß der fünfstimmigen Sätze, mit lang anhaltenden Noten.

Von "Allein Gott in der Höh sei Ehr" gäbe es drei Versionen in darauffolgenden Tonarten.
Auch die Duette sind in darauffolgenden Tonarten geschrieben, was für eine Zusammstellungen von Übungen für die Klaviatur als normal zu betrachten ist.

"Dies sind die heil’gen zehn Gebot" sei eine Fuge im 12/8 Takt, im Charakter einer Gigue. Das Thema erklinge zehn Mal.

Das Thema der dreistimmigen Fuge "Wir glauben all an einen Gott" ertönt nur einmal am Anfang (im Manual), während das Pedal sechs Mal eine ostinato Figur wiederholt. Insgesamt ist die Fuge genau hundert Takte lang.

Fuori programma

BWV 998, BWV 998

Weitere schöne Einspielungen barocker Musik von: Luciano Contini

BWV 654, BWV 654

BWV 659 aus den sog. "Leipziger Choräle"

Vivace aus der Sonate VI in G-Dur BWV 530

Goldberg Variationen, Goldberg Variationen

Georg Friedrich Händels Orgelkonzerte

Schloßkirche Bad Homburg, 09.04.2016 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Carmenio Ferrulli für Nils-Ole Krafft

Programm

Ostern

  • Johann Sebastian Bach (1685-1750):
    • Pièce d'orgue BWV 572
    • Aus dem "Orgelbüchlein"
      • "Christ lag in Todesbanden" BWV 625
      • "Jesus Christus unser Heiland, der den Tod überwand" BWV 626
      • "Christ ist erstanden" BWV 627
      • "Erstanden ist der heil'ge Christ" BWV 628
      • "Erschienen ist der herrlich Tag" BWV 629
      • "Heut triumphiret Gottes Sohn" BWV 630
    • Präludium und Fuge in C-Dur BWV 547

Vorwort und Vorbereitung

BWV 572, BWV 572

Bei dem in den Sätzen Tres Vitement, Gravement, Lentement notierten, auch als 'Fantasie in G Dur' bekannten Werk, fallen die Arpeggien des ersten und des dritten Satzes auf, die Progression des Basses vom tiefen bis zum hohen C, die Einleitung des dritten Satzes mittels Cis und die darauffolgende chromatische Progression im Pedal. Letzere stützt die finalen Arpeggien (Tonleitern) der Fantasia rythmisch; sehr interessant müsste auch die Harmonik (Akkord-Progression) sein.

Die Fantasia in G-Dur von Johann Sebastian Bach ist gleichzeitig ein sehr bekanntes und doch sehr ungewöhnliches Werk, da es sich nicht wie gewöhnlich um ein Präludium/Toccata plus Fuge handelt, sondern um ein Stück, dass ganz klar aus 3 sehr verschiedenen, aneinandergereihten Teilen besteht.
Außerdem gibt Bach dem Stück und auch den Tempobezeichnungen französische Namen, was auf seine Auseinandersetzung mit französischer Musik zur Zeit der Komposition schließen lässt.
Während das Stück sehr lebendig und virtuos beginnt und in einen lauten, vollen Orgelklang überleitet, endet das Stück aber für heutige Ohren sehr unspektakulär und sehr leise.
Dazu muss man wissen, daß das, was im letzen Teil musikalisch passiert, also ein chromatischer absteigender Bass und die Harmonien, die daraus entstehen, es so noch nie vor Bach gegeben und dadurch natürlich zu dieser Zeit ein ganz anderes Hörerlebnis erzeugt als vielleicht heutzutage.

BWV 625, ..., BWV 644

BWV 625

BWV 626

BWV 627

BWV 628

BWV 629

BWV 630

BWV 547,1 und 547,2 von Rainer Oster mit Noten.
BWV 547 sehr langsame Version von Artjom Chatschaturow.
BWV 547 zügig von Ton Koopman.

Anmerkungen

Pièce d'orgue BWV 572

Die französischen Satzbezeichnungen finden sich in keinem zweiten Bachschen Orgelwerk.

Das Werk lässt deutlich die Auseinandersetzung mit dem französischen Orgelstil seiner Zeit erkennen.
Bach schrieb eigenhändig die Werke der großen französischen Komponisten ab: die Orgelbücher von Jacques Boyvin (1653-1706) und Nicolas de Grigny (1672-1703).

Der 1.Teil, Tres vitement im 12/8-Takt bringt ein Manualsolo mit weit ausgesponnener, einstimmiger Linie.
Diese Linie wird bis zum tiefen G hinabgeführt, um alsbald bis zum hohen Fis (Leitton!) aufzusteigen.
Dort bricht sie überraschend ab — die Auflösung des Fis erfolgt über einen Absturz hinunter zum tiefen G des Pedals.

Damit beginnt der 2.Teil Gravement.
Gleich darauf fallen die Manualstimmen ein; es entsteht ein voller, fünfstimmiger Satz, der sich als spezielle Version des Stile antico von besonders fesselnder, bachisch ausgeprägter Eigenart zu erkennen gibt.

Das akademisch-konventionelle Stilmuster einer Kontrapunktik, die sich von der klassischen Vokalpolyphonie des 16.Jahrhunderts herleitet, erfährt unter Bachs genialem Zugriff eine Wendung ins originell Ungewöhnliche und entwickelt eine nicht nachlassende, ins Riesenhafte gehende innere Spannung (157 Takte!) wie sie bislang keinem anderen Komponisten zu realisieren gegeben war.
Der 2. Teil wird durch einen schockartig abreissenden Trugschluss beendet.
Der 3.Teil, Lentement, bietet nach einer dramatischen Generalpause die Konsequenzen aus der eben erfolgten musikalischen "Katastrophe": gestützt von unablässig tiefer sinkenden, pausendurchbrochenen Pedalschritten, die in ein Orgelpunkt-Ostinato auf D münden, wogt der auf eine Stimme reduzierte Manualpart in erregten, aber stetig an innerer Kraft verlierenden 32tel-Sextolen.

"Orgelbüchlein"

Beim Orgelbüchlein handelt es sich um eine während Bachs Weimarer Zeit komponierte Sammlung von Choralvorspielen, "worinnen - so Bach im Vorwort dazu - einem anfahenden Organisten Anleitung gegeben wird, auff allerhand Arth einen Choral durchzuführen, anbey auch sich im Pedal studio zu habilitiren."

Von den im 90 seitigen Autograph vorgesehenen 164 Choralvorspielen wurden 46 ausgeführt.

Präludium und Fuge in C-Dur BWV 547

Präludium und Fuge C-Dur stellt ein spätes Werk aus der Leipziger Zeit (nach 1722) dar.

Das Präludium, im freudig-tänzerischen 9/8-Takt stehend, ist in großer Einheitlichkeit aus verschiedenen miteinander verwandten Motiven gebildet.
Im Manual herrscht der aufsteigenden Tonleiter vor:

dieses wird im Pedal durch ein Dreiklangs-Glockenmotiv kontrapunktiert:

Dazu treten im Manual noch permanente wellenartige Motive in 16-tel-Bewegung hinzu:

Eine weitere Steigerung konzentriertester Satzkunst bringt nun die vier-, später fünfstimmige Fuge, denn hier speist sich das musikalische Geschehen nicht aus mehreren, sondern nur noch aus einem einzigen Gedanken, der diese Musik fast allgegenwärtig durchzieht.

Das Fugenthema lautet:

Es erklingt im Verlauf 46 Mal (!!).

Der Hörer gewinnt zunächst den Eindruck, es handele sich um eine vierstimmige Manualfuge.
In den Takten 27-34 erscheint das Thema in der Umkehrung (alle Themen-Noten an virtueller Achse gespiegelt).
Der Abschnitt T. 37-47 bringt als vermeintlichen Höhepunkt Originalform und Umkehrung gemeinsam.

Man wähnt sich am Ende, doch nun setzt Bach einen musikalischen Doppelpunkt: die bisherige strenge Vierstimmigkeit überschreitend, bereitet ein kaskadenartig sich von oben nach unten auffüllender Akkordstau, dessen sechster und letzter Einsatz wieder das Thema ist, die triumphale formale Erfüllung des Stückes vor: Bislang gänzlich zum Schweigen verurteilt, meldet sich nun das Pedal machtvoll zu Wort, und zwar mit der Vergrößerung (Augmentation) des Themas. Die vier Manualstimmen steuern dazu gleichzeitig Engführungen des unvergrößerten Themas in Original und Umkehrung bei!
Bach moduliert in immer fernere Tonarten (bis nach f-moll), ehe in einem dissonanten Akkord der Klangstrom abreißt — über drei durch Generalpausen getrennte Akkordschläge mündet die Fuge in die Coda, in welcher über dem tiefsten Pedalton C nochmals Original und Umkehrung des Themas in Engführungen eingearbeitet sind.
Ein kurzer, fast schon ironisch, hingeworfener Achtelnotenakkord beendet das Meisterwerk.

Fuori programma

Aus dem "Orgelbüchlein": BWV 639
, BWV 632, BWV 622

BWV 709

Ein Orgelkonzert: BWV 594

Eine Cantata: BWV 140

Domenico Scarlatti (1685-1757) für Gitarre: K198, K208, K533, K11, K380, K178, K77, K32, K322

Schloßkirche Bad Homburg, 14.05.2016 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Pyeong Hwa Lee

Programm

Nord- und Mitteldeutscher Orgelbarock

Vorwort und Vorbereitung

"Wir glauben all an einen Gott"

"An Wasserflüssen Babylon"

"Christus der ist mein Leben"

BuxWV 160

"Herr Jesu Christ, dich zu uns wend"

"Mein Gott, das Herze bring ich dir"

Concerto del Signor Meck in h-moll, Concerto del Signor Meck in h-moll, Concerto del Signor Meck in h-moll

Fuori programma

20 kleine Fugen für Orgel von Telemann: TWV 30:1-20

Monteverdis Vokalchaconne "Zefiro torna" und "Pur ti miro"

Schloßkirche Bad Homburg, 11.06.2016 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Nils-Ole Krafft

Programm

Süddeutschland

Vorwort und Vorbereitung

Präludium in d-moll

Fantasia in Es-Dur

Toccata prima

Aria Sebaldina, Aria Sebaldina, Aria Sebaldina, Aria Sebaldina, Aria Sebaldina

Toccata undecima

Anmerkungen

Verhindert.

Schade, ein sehr interessantes Programm.

Fuori programma

Domenico Scarlatti (1685-1757) für Gitarre: K 1, K 11, K 32, K 149, K 213, K 254, K 377, K 476

Charles Avison (1709-1770) nach einer Klaviersonate von Domenico Scarlatti (1685-1757):
Concerto grosso Nr. 6 für zwei Geigen, Cello, Streicher und Basso Continuo in D-Dur
Largo, Con furia und Adagio, Vivacemente

Johann Pachelbel (1653-1706): Hexachordum Apollinis PWC 193-198

Schloßkirche Bad Homburg, 09.07.2016 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Pyeong Hwa Lee

Programm

Romantische Klänge

  • Johannes Brahms (1833-1897): aus 11 Choralvorspiele Op. 122
    • Nr. 8 "Es ist ein Ros' entsprungen"
    • Nr. 10 "Herzlich tut mich verlangen"
    • Nr. 5 "Schmücke dich, O liebe Seele"
  • Robert Schumann (1810-1856): aus 6 Studien in kanonischer Form für Orgel oder Pedalklavier Op. 56
    • Nr. ? Nicht zu schnell
    • Nr. 2 Mit innigem Ausdruck
    • Nr. 6 Adagio
  • Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847): Präludium und Fuge in c-moll Op. 37,1

Vorwort und Vorbereitung

Op. 122,8 "Es ist ein Ros' entsprungen"

Nr. 10 "Herzlich tut mich verlangen", Nr. 10 "Herzlich tut mich verlangen"
"Schmücke dich, O liebe Seele", "Schmücke dich, o liebe Seele"

Nr. 1 Nicht zu schnell
Nr. 2 Mit innigem Ausdruck
Nr. 3 Andantino
Nr. 4 Innig
Nr. 5 Nicht zu schnell (ein oft gespieltes Stück)
Nr. 6 Adagio

Op. 37,1, Op. 37,1

Anmerkungen

Die dritte Orgelmatinee in Folge ohne einen Bach.

Stattdessen Stücke aus der Romantik gespielt auf einer Barockorgel - auch interessant.

Die sanften Flöten- und Streicher-Registrierungen und die Plenoklänge stellten den Versuch dar, eine Orgel der Romantik zu emulieren.

Johannes Brahms komponierte in seinem letzten Jahr, 1896, die 11 Choralvorspiele, in meistens melancholischem Ton.

Robert Schumann beschäftigte sich erst ab etwa 1845 mit der polyphonen Musik des Barocks. Das Ergebnis waren die "Sechs Studien in Kanonform".
Die erste Studie erinnere ein wenig an die Inventionen von Johann Sebastian Bach.
Die beiden anderen seien wunderbare romantische Charakterstücke, mit schönen Melodien.
Man müße allerdings aufmerksam zuhören um darin die baröcke Kompositionstechnik des Kanons zu entdecken.

Felix Mendelssohn Bartholdy sei schon als Kind mit der Musik des Barock und der Orgelmusik vertraut gemacht worden und ihm ist die Wiederentdeckung und Verbreitung der Werke von Johann Sebastian Bach zu verdanken.

Fuori programma

Antonio Vivaldi (1678-1741): RV 63

Antonio Vivaldi (1678-1741): aus "La Stravaganza"

Eine Partita (Allemande, Courante, Sarabande, ...) für Geige solo: BWV 1004

Chaconne aus BWV 1004

BWV 654, BWV 654

Frédéric Chopin (1810-1849): Nocturne Op. 37 Nr. 1

Schloßkirche Bad Homburg, 13.08.2016 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Nils-Ole Krafft

Programm

Renaissance

Anmerkungen

Die vierte Orgelmatinee in Folge ohne einen Bach.

Stattdessen Stücke aus der Renaissance gespielt auf einer Barockorgel.

Vorwort und Vorbereitung

Präludium ???

Fantasia chromatica

"Ick voer al over Rhijn"

Diferencias sobre la Gallarda Milanesa

"Maria zart", "Maria zart"

The Bells

Fuori programma

Domenico Scarlatti (1685-1757) für Gitarre: K 198, K 208, K 533, K 11, K 380, K 178, K 77, K 32, K 322

Marin Marais (1656-1728): Sonnerie de Saint Genèvieve du Mont-de-Paris 

Johann Sebastian Bach (1685-1750): BWV 75

Schloßkirche Bad Homburg, 10.09.2016 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Pyeong Hwa Lee

Programm

Aus der Familie Bach

Vorwort und Vorbereitung

Wq.119 Nr.7

"Acht Fugen"

BWV 539,1, BWV 539,2

BWV 548

Fuori programma

Domenico Scarlatti (1685-1757): Fandango

Wilhelm Friedemann Bach (1710-1784): Trio Sonaten

Wilhelm Friedemann Bach (1710-1784): Cembalo Konzerte

Padre Antonio Soler (1729-1783): Fandango

Padre Antonio Soler (1729-1783): Sonaten

Luigi Boccherini (1743-1805): Fandango

Schloßkirche Bad Homburg, 08.10.2016 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Nils-Ole Krafft

Programm

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847):

  • Präludium und Fuge in G-Dur Op. 37,2
  • Andante mit Variationen in D-Dur
  • Sonata IV in B-Dur Op. 65,4 (Allegro con brio, Andante religioso, Allegro maestoso e vivace)

Vorwort und Vorbereitung

Op. 37,2, Op. 37,2 Prelude, Op. 37

Op. 65,4

Andante mit Variationen in D-Dur

Op. 65

Fuori programma

Muzio Clementi (1752-1832): Sonatina Op. 37,2 Allegro assai

Schloßkirche Bad Homburg, 12.11.2016 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Pyeong Hwa Lee

Programm

Johann Sebastian Bach (1685-1750)

  • "Liebster Jesu, wir sind hier" BWV 634 aus dem "Orgelbüchlein"
  • Trio super "Allein Gott in der Höh sei Ehr" BWV 664
  • "Schmücke dich, o liebe Seele" BWV 654
  • Toccata und Fuge C-Dur BWV 564

Vorwort und Vorbereitung

BWV 634

BWV 664

BWV 654, BWV 654

BWV 564, BWV 564,1, BWV 564,2, BWV 564,3, BWV 564,

Anmerkungen

BWV 564 beginne mit improvisationsartigen Sequenzen im norddeutschen Stil, und werde als Violinkonzert ähnlichem Stück im italiensichen Stil nach Vivaldi fortgeführt.

Das Adagio von BWV 564 endet mit etwas bedrückendem wirkenden Grave.

Fuori programma

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791): K 299

Schloßkirche Bad Homburg, 10.12.2016 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Nils-Ole Krafft

Programm

Advent

Vorwort und Vorbereitung

BWV 733

SSWV 141 ist nicht auffindbar

BWV 659 aus den sog. "Leipziger Choräle"

BWV 661 aus den sog. "Leipziger Choräle"

BuxWV 203, BuxWV 203, BuxWV 203

Fuori programma

Manuel Cardoso (1566-1650): Magnificat secundi toni

Johann Sebastian Bach (1685-1750): Die wunderbare Partite diverse sopra: "Christ, der du bist der helle Tag" BWV 766, zum Teil mit nur zwei Stimmen.

Erlöserkirche Bad Homburg, 31.12.2016 22:15 - 23:45

Konzert Orgel und Streicher

An der Orgel:

Prof. Susanne Rohn

Programm

  • Ottorino Respighi (1899 - 1936): Suite für Orgel und Streicher
  • Antonín Leopold Dvorak (1841 - 1904): Serenate für Streicher Op. 22
  • Francis Poulenc (1899 - 1963): Konzert für Orgel, Streicher und Pauke FP 93

Vorwort und Vorbereitung

Suite: Preludio, Aria Suite: Pastorale, Suite: Cantico

Op. 22

FP 93

Wilkommen bei den Orgelmatinéen Bad Homburg 2017

Organist: Lars Simon Sokola

Organist: Pyeong Hwa Lee

Schloßkirche Bad Homburg, 14.01.2017 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Lars Simon Sokola

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BWV 589, BWV 589 und BWV 589. Bei der letzten Aufnahme ist mir im ersten Durchlauf der Bass aufgefallen. In einem zweiten Schritt habe ich mich dann mehr auf das Zusammenspiel von Alt und Sopran konzentriert. Interessant finde ich die chromatischen (d.h. darauffolgende Halbtöne) Notensequenzen und die Anwendung verschiedener Muster im Rythmus. Die zwei ersten Aufnahmen lassen allerdings viel besser erkennen, wie die Melodie zwischen den Stimmen hin und her wandert.
Es handelt sich um eine (organo pleno) Fuge im Stile antico (die Vokalpolyphonie - weltliche und geistliche Madrigalen, Motetten, Chansons auf Italienisch, Deutsch, Lateinisch - nach Giovanni Pierluigi da Palestrina und Orlando di Lasso).
Das Fugenthema erscheint in bach'scher Manier in alle verwandten Tonarten.
Die 2/2 Taktnotierung (Alla breve) führt sowohl zu mehr Übersichtlichkeit im Notenbild als auch zu einem fließenderen Spielfluß da nicht jeder Viertel, sondern nur auf halbe Schläge gezählt wird.
Eine Besonderheit sind die vielen Engführungen (Wiederholung eines Themas in einer zweiten Stimme beginnt noch vor seinem Ende in der ersten Stimme)

Aria prima, Aria prima, Aria prima und Aria prima (mit Noten). Den besten Einstieg hat man m.E. mit der letzten Aufnahme. Man sieht sehr deutlich, wie das Stück aufgebaut ist: eine Reihe von Variationen, die fast allesamt aus zwei Teilen bestehen, die jeweils einmal wiederholt werden. Beim ersten Durchgang läßt in diesem Fall der Interpret die Verzierungen aus, was mir besonders gefällt.
Das Hexachordum Apollinis ist eine Sammlung von 6 Arien (Eigenschöpfungen des Komponisten) mit je 5 bis 8 aus zwei sich wiederholenden Hälften bestehenden Variationen.
Schon zu Lebzeiten von Pachelbel sehr bekannt, vielleicht weil ein Novum.
Variation 1 und 2: sehr bewegte Ober- und Unterstimme
Variation 3 und 4: Taktänderung des Themas und Verschleierung der Melodieführung mit vielen Sprüngen und Läufen.
Variation 5: erinnert mit ihren gebrochenen Dreiklängen eher an Lautenmusik.
Variation 6: mit vollem vierstimmigen Satz. Ganz zum Schluss wird dass nochmal das Anfangsthema als Reminiszenz zu hören sein.

BWV 663, gespielt von Bine-Katrine Bryndorf.
Die 2. von 3 Choralbearbeitungen über "Allein Gott in der Höh sei Ehr" aus den 18 "Leipziger Choräle".
Die Choralmelodie erklingt im Tenor und die gesamte Machart erinnert an eine Triosonate, also 2 fantasierende Oberstimmen und einen begleitenden Bass im Pedal.
Die später einsteigende Choralmelodie im Tenor ist dabei so stark verziert, abgewandelt und mit Seufzerfiguren versehen, daß man die eigentliche Melodie kaum noch erkennt.
Albert Schweitzer nennt deshalb diese Form von Stücken bei Bach die "mystische Choralform", da eben die Choralmotive in den Begleitstimmen und die Melodie selbst nur noch durch einen feinen, blauen Nebel hindurchschimmern.

Präludium BWV 546, Fuge BWV 546. Ein Koopmann im 14 minütigen Dauerplenum: BWV 546, ein warmes Präludium BWV 546 , eine ansehnliche Fuge BWV 546.
Das Präludium (ein Spätwerk Bachs) stellt zunächst mehrere musikalische Gedanken nebeneinander, darunter anfangs eine Akkordfolge, dann ein Seufzermotiv, eine Triolenbewegung, einen chromatischen Gang und ein markantes Bassmotiv.
Im Verlauf des Stücks hört man all diese Ideen wieder, aber nun untereinander verbunden und eingewoben.
Etwas inkonsequenter im Gegensatz dazu scheint die 5-stimmige Fuge (ein etwas früheres Werk).
Sie beginnt sehr streng, gewinnt aber im Verlauf deutlich an Freundlichkeit im Manualzwischenspiel hinzu, wird sogar sehr warm, wenn das Thema nach Dur übergeht und endet schließlich sehr majästetisch.

Fuori programma

Schloßkirche Bad Homburg, 11.02.2017 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Pyeong Hwa Lee

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BWV 545,1, BWV 545,2, BWV 545,1, BWV 545, BWV 545
Das Stück gibt es in 3 Fassungen, was zeigt, dass Bach dieses Stück häufig im Gebrauch hatte: Eine erste kürzere Frühfassung, eine zweite Fassung und eine dritte, längere Fassung (mit einem langsamen Satz aus der Triosonate in C-dur zwischen Präludium und Fuge).
Gleich im 1. Takt des Präludiums wird der volle Ambitus der Orgel ausgenutzt: von c3 bis zum tiefen C im Pedal.

BWV 529 (1) Allegro, BWV 529 (2) Largo, BWV 529 (3) Allegro, BWV 529 Allegro (aus der Ludwigskirche zu Alt-Saarbrücken)

Aria secunda, Aria secunda, Aria secunda, Aria secunda

BuxWV 209

Es gibt eine "große" und eine "kleine" Version des Präludiums in e-moll (s. Wikipedia Artikel zum Komponisten).
Hier das Spiel von Tomasz Zebura, das von Martin Lücker und das von Maurizio Mancino.
Bruhns wird neben Böhm, Lübeck und Weckmann als Meister der norddeutschen Orgelschule vor Bach betrachtet.
Leider sind von ihm nur eine Handvoll Stücke erhalten geblieben: Hier alle vier sog. Praeludien, vorgetragen von Friedhelm Flamme.
Das Präludium in e-moll ist einer der Höhepunkte des Stylus Phantasticus.

Anmerkungen

Fuori programma

Schloßkirche Bad Homburg, 11.03.2017 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Lars Simon Sokola

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Toccata quinta

Aria tertia, Aria tertia, Aria tertia

SwWV 275, SwWV 275

Sweelinck war ein niederländischer Komponist und Zeit seines Lebens als Organist in Amsterdam angestellt.
Da zu dieser Zeit Amsterdam calvinistisch wurde, war der Gebrauch der Orgel im Gottesdienst komplett verboten.
Dadurch wurde Sweelinck von der Stadt angestellt und mußte täglich öffentliche Konzerte geben.
Obwohl er bis zu seinem Tod in Amsterdam blieb, verbreitete sich sein Ruhm weit über die Stadt hinaus, wodurch er viele Schüler aus den Niederlanden und Deutschland zu sich locken konnte und er dadurch die Orgelmusik in Deutschland auch maßgeblich beeinflusste.
Trotz seines etwas provinziellen Lebens studierte er ähnlich wie Johann Sebastian Bach Musik aus allen Teilen Europas und ließ diese auch in seine eigene Musik miteinfließen.
Wie der Name "Echofantasie" vermuten lässt, basiert das Stück auf dem Prinzip der Imitation.
Man darf also gespannt sein, in welcher Form und mit viel Geschick Sweelinck die Echos in dieses Stück einschließt.

Récit de tierce en taille - Basse de trompette - Dialogue

BWV 572, BWV 572

Bei dem in den Sätzen Tres Vitement, Gravement, Lentement notierten, auch als 'Fantasie in G Dur' bekannten Werk, fallen die Arpeggien des ersten und des dritten Satzes auf, die Progression des Basses vom tiefen bis zum hohen C, die Einleitung des dritten Satzes mittels Cis und die darauffolgende chromatische Progression im Pedal. Letzere stützt die finalen Arpeggien (Tonleitern) der Fantasia rythmisch; sehr interessant müsste auch die Harmonik (Akkord-Progression) sein.

Die Fantasia in G-Dur von Johann Sebastian Bach ist gleichzeitig ein sehr bekanntes und doch sehr ungewöhnliches Werk, da es sich nicht wie gewöhnlich um ein Präludium/Toccata plus Fuge handelt, sondern um ein Stück, dass ganz klar aus 3 sehr verschiedenen, aneinandergereihten Teilen besteht.
Außerdem gibt Bach dem Stück und auch den Tempobezeichnungen französische Namen, was auf seine Auseinandersetzung mit französischer Musik zur Zeit der Komposition schließen lässt.
Während das Stück sehr lebendig und virtuos beginnt und in einen lauten, vollen Orgelklang überleitet, endet das Stück aber für heutige Ohren sehr unspektakulär und sehr leise.
Dazu muss man wissen, daß das, was im letzen Teil musikalisch passiert, also ein chromatischer absteigender Bass und die Harmonien, die daraus entstehen, es so noch nie vor Bach gegeben und dadurch natürlich zu dieser Zeit ein ganz anderes Hörerlebnis erzeugt als vielleicht heutzutage.

Anmerkungen

Hat man die ungewohnte Toccata drei Mal hintereinander angehört, lohnt es sich, den kurzen Artikel über Girolamo Frescobaldi zu lesen und dann den interessanten Artikel über die Musikform der Toccata. Im Abschnitt "Hochbarock" wird u.a. der Zusammenhang mit dem Stylus Phantasticus erwähnt (s. den Bruhns von letzten Monat) und auf BWV 566 (s. den Bach vom nächsten Monat) hingewiesen.

Der Stylus Phantasticus steht im Kontrast zum Stile antico, der im Januar im Zusammenhang mit BWV 589 (Alla breve) zum Vorschein kam.

Um die Werke Frescobaldis zu verstehen, sollte man wissen, daß sich Orgeln zu dieser Zeit in Italien teilweise sehr drastisch von denen in anderen Regionen in Europa unterschieden haben.
Sie waren größtenteils nur einmanualig und das Pedal war auf sehr wenige Tasten beschränkt.
Auch werden oft einige sonst übliche Register ausgelassen, wodurch sich insgesamt ein sehr eigener und wiedererkennbarer Orgelklang in Italien entwickelt hat.
Frescobaldi selbst galt schon zu seinen Lebzeiten als einer der ganz großen Organisten und Komponisten, obwohl er selbst oft aneckte und viele Konventionen seiner Zeit brach.
Seine Musik und seine harmonische Sprache klingen selbst für heutige Hörer noch etwas fremdartig und seine Ideen zur Musik scheinen er heutige Musiker noch teils revolutionär.
So überläßt er z.B. das Tempo seiner Stücke ganz dem Spieler und ermutigt ihn sogar das Tempo während des Stückes nach seinem Belieben zu variieren.
Außerdem dürfe jeder Spieler Abschnitte der Stücke auslassen, die ihm zu mühsam erscheinen und natürlich auch dort enden, wo er möchte, also nicht unbedingt am üblichen Ende des Stücks.

Das Hexachordum Apollinis ist eine Sammlung von 6 Arien mit je 5-8 Variationen, die zu Lebzeiten von Pachelbel zu seinen bekanntesten Werken zählten.
Die Themen der Arien sind allesamt Eigenschöpfungen des Komponisten, wobei jedes Thema aus zwei sich wiederholenden Hälften besteht.
Das Schreiben von Variationen über ein Thema war ein sehr neues Phänomen zu Pachelbels Zeit und er war einer der ersten, der sich daran ausprobiert hatte.
Die 6 Variationen der dritten Arie rücken jede sich das Thema in ein neues Licht und beleuchten es von einer anderen Seite.
Durch die Variationen hindurch wird Ihnen dabei auffallen wie Pachelbel dem sehr ruhigen, etwas zurückgezogenen und auch schlichten Thema mit Hilfe von rhythmischen Veränderungen, mit der Veränderungen des Takts, mit schnellen Figurationen und auch dem Hervorheben von verschiedenen Stimmen neuen Charakter verleiht.
Ganz zum Schluss wird dann nochmal das Anfangsthema als eine Art Reminiszenz zu hören sein.

Nicolas de Grigny, einem französischen Komponisten der schon sehr früh, mit 31 Jahren verstorben ist, hat lediglich eine Werksammlung hinterlassen.
Trotzdem haben seine Stücke maßgeblich die Musik seiner Zeit beeinflußt und auch Johann Sebastian Bach hat seine Stücke selbst abgeschrieben, um sie zu studieren.
Der Name des Stückes gibt darüber Auskunft, dass es sich um ein Rezitativ handelt, abgeleitet aus der Vokalmusik, z.B. aus der Oper, in der Rezitative Stücke für eine Solostimme sind, in dem ein Monolog und ein intensiver Ausdruck von Gefühlen zusammentreffen.
Übertragen auf die Orgel heißt das, dass das Stück eine melodische Stimme, in diesem Fall in der Tenorlage, hervorhebt und einen sehr lyrischen und expressiven Gesang imitiert.

Fuori programma

Schloßkirche Bad Homburg, 08.04.2017 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Pyeong Hwa Lee

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BuxWV 139, BuxWV 139, BuxWV 139, BuxWV 139, BuxWV 139

Aria quarta, Aria quarta, Aria quarta

Eine ruhige PWC 43, eine sanfte PWC 43, eine nervöse PWC 43 und eine weitere PWC 43.

"Thema" und die darauffolgende, sich oft wiederholende Akkord-Progression sind gut wahrnehmbar. Bemerkenswert ist die Viefältigkeit der Variationen: Von der ersten bis zur letzten Note bleibt das fast 9 minutige Werk recht spannend.

Hier die Noten und ein zweiter Artikel.

Eine Chaconne von Händel: HWV 435 und HWV 435

BWV 566

Fuori programma

BWV 568

BWV 625

BWV 626

BWV 627

BWV 628

BWV 629

BWV 630

BWV 538

Schloßkirche Bad Homburg, 13.05.2017 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Lars Simon Sokola

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BWV 531, BWV 531, 1, BWV 531, 2

Aria quinta, Aria quinta, Aria quinta, Aria quinta

Toccata sexta

Op. 37,1, Op. 37,1

Anmerkungen

Zu BWV 531: wahrscheinlich ein frühes Werk aus seiner Schulzeit in Lüneburg, da es von seiner Machart an die Orgelwerke von Georg Böhm erinnern lässt, der zu dieser in Lüneburg Organist war. Das Präludium beginnt mit einem ausgedehnten Pedalsolo. Manchmal wird das Stück auch scherzhaft als "Feuerwehr-Präludium" bezeichnet, da das Pedal mit dem charakteristischen Quartsprung beginnt, den man auch von der Feuerwehrsirene kennt. Es folgen virtuose Fanfarenklänge, viele gebrochene Dreiklänge und schnelle Läufe, wodurch sich ein sehr vorwärtsdrängender und musizierfreudiger Charakter ergibt. Das Fugenthema nimmt das Fanfarenmotiv erneut auf und ist ebenso spielfreudig wie das Präludium. Die Fuge schließt damit insgesamt an den lebhaften Charakter nahtlos an.

Zur Aria quinta in a-Moll aus dem Hexachordum Apollinis von Johann Pachelbel: Das Hexachordum Apollinis ist eine Sammlung von 6 Arien mit je 5-8 Variationen, die zu Lebzeiten von Pachelbel zu seinen bekanntesten Werken zählten. Die Themen der Arien sind allesamt Eigenschöpfungen des Komponisten, wobei jedes Thema aus zwei sich wiederholenden Hälften besteht. Das Schreiben von Variationen über ein Thema war ein sehr neues Phänomen zu Pachhelbels Zeit und er war einer der ersten, der sich daran ausprobiert hatte. Die 6 Variationen der fünften Arie stellen jede für sich das Thema in ein neues Licht und beleuchten es von einer anderen Seite. Durch die Variationen hindurch wird Ihnen dabei auffallen wie Pachelbel dem sehr ruhigen, etwas melancholischen Thema mit Hilfe von rhythmischen Veränderungen, mit der Veränderungen des Takts, mit schnellen Figurationen und auch dem Hervorheben von verschiedenen Stimmen neuen Charakter verleiht. Zum Schluss werden Sie dann nochmal das Anfangsthema als eine Art Reminiszenz hören.

Zur Toccata sexta in F-Dur von Georg Muffat: Muffat gilt wohl als bedeutendster süddeutscher Komponist in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Er war wahrscheinlich der erste, dem es gelang, die damals vorherrschenden französischen und italienischen Musikstile zu einer Synthese im Sinne des sogenannten "vermischten Geschmacks" zusammenzuführen, dessen Entwicklung noch bis ins 18. Jahrhundert andauert. Der Apparatus Musico Organisticus ist eine musikalische Sammlung und enthält die meisten Orgelwerke Muffats, darunter 12 Toccaten, die seinerzeit den legendären Ruf Muffats als Tastenkomponist begründeten. Die Toccata sexta ist in diesem Zusammenhang etwas Besonderes, da sie in 4 Teile gegliedert ist und damit aus dem formalen Rahmen dieser Zeit fällt. Der erste Teil erinnert dabei an Vokalmusik, darauf folgt eine Fuge, ein etwas freierer Teil mit ausgehaltenem Orgelpunkt und zum Schluss nochmals eine sehr spielfreudige Fuge.

Zum Präludium und Fuge c-Moll op. 37 Nr.1 von Felix Mendelssohn: Mendelssohn entstammte einer sehr wohlhabenden bürgerlichen jüdischen Familie und wuchs unter sehr priviligierten Verhältnissen in Berlin auf. Obwohl Mendelssohn wohl einer der wichtigsten Komponisten und Dirigenten der Romantik war, ist er heute wenig für seine Orgelmusik und für die Entwicklung, die er damit anstieß, bekannt. Zur Lebzeit Mendelssohns war die Musik von Johann Sebastian Bach längst in Vergessenheit geraten. Die Wiederaufführung von Bachs Matthäuspassion durch Mendelssohn im Jahre 1829 war einer der Höhepunkte seiner Karriere, wodurch eine Art Bach-Renaissance erfolgte und Bachs Musik wieder in die Konzerthäuser drang. Durch die Beschäftigung mit Bach wurde Mendelssohn wahrscheinlich dazu inspiriert eigene Werke für Orgel zu schreiben. Seine 6 Sonaten und 3 Präludien und Fugen für Orgel, aus denen Sie heute das erste Präludium und Fuge hören, sind also stark von den Werken Bachs beeinflußt und weisen trotzdem eine ganz eigenständige romantische Tonsprache auf und zählen zum Standardrepertoire jedes Organisten.

Fuori programma

Schloßkirche Bad Homburg, 10.06.2017 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Pyeong Hwa Lee

Programm

  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): "Herr Jesu Christ, dich zu uns wend" BWV 709 BWV 726
  • Johann Pachelbel (1653-1706): Aria sexta Sebaldina f-moll aus Hexachordum Apollinis (1699) PWC 198
  • Georg Muffat (1653-1704): Toccata septima (aus Apparatus Musico Organisticus, 1690)
  • Franz Liszt (1811–1886): Zwei Orgelbearbeitungen nach Werken von J. S. Bach:
    • Adagio Es-Dur aus der Sonate für Violine und Cembalo BWV 1017
    • Einleitung und Fuge aus der Kantate BWV 21 "Ich hatte viel Bekümmernis"

Vorwort und Vorbereitung

BWV 709, BWV 709, BWV 726, BWV 726

Aria Sebaldina, Aria Sebaldina, Aria Sebaldina, Aria Sebaldina, Aria Sebaldina

{dbtext{Toccata septima \(aus Apparatus Musico Organisticus\)}}

BWV 1017,1 und BWV 1017,2

"Ich hatte viel Bekümmernis" BWV 21

Fuori programma

Schloßkirche Bad Homburg, 08.07.2017 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Lars Simon Sokola

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BuxWV 161, BuxWV 161, BuxWV 161

Eine Einleitung zu BuxWV 161 und eine zu den Ostinato Werken von Dieterich Buxtehude.

"Christus, der ist mein Leben", "Christus, der ist mein Leben"

BuxWV 168

BWV 1112, BWV 1112

BWV 1102

BWV 1119

BuxWV 156

Fuori programma

Schloßkirche Bad Homburg, 12.08.2017 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Pyeong Hwa Lee

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BWV 730, BWV 731

Das Konzert in B-Dur des Herrn Walthers für Herrn Taglietti. Es gibt auch eines für Herrn Vivaldi.

"Alle Menschen müssen sterben", "Alle Menschen müssen sterben"

BWV 596

Werkbesprechung BWV 596

Keine Bach Kantate, leider.

Anmerkungen

Variation 5 von "Alle Menschen müssen sterben" kling besonders "schräg".

Schloßkirche Bad Homburg, 09.09.2017 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Lars Simon Sokola

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BuxWV 163, BuxWV 163, BuxWV 163

"Herzlich tut mich verlagen"

Präludium BWV 534,1, Fuge BWV 534,2

Werkbesprechung BWV 534

Anmerkungen

Von Dieterich Buxtehude seien ca. 90 Werke erhalten. "Das Präludium in g-Moll ist eines von 2 Manualiter-Präludien. Das Stück besteht aus 7 klar definierten Abschnitten, wobei 3 fugierte Teile von 4 freieren, toccatenartigen umrahmt werden. Die 3 Fugen sind thematisch nicht verwandt, was bei Buxtehudes Präludien oft der Fall ist, aber für ihn ganz typisch, schreibt er dafür jede in einer anderen Taktart — die 1. im 12/8-, die 2. im 4/4- und die 3. im 12/16-Takt. Obwohl das Stück kein Pedal benötigt, vermisst man nicht den typischen kräftigen und starken Klang der Orgel, das Stück kann also durchaus in Umfang und Gehalt mit anderen größeren Präludien Buxtehudes mithalten, die das Pedal benötigen. Die Passagen der freien Teile des Stücks klingen nicht nur auf der Orgel gut, sondern auch auf dem Cembalo — man hört das Stück also auch oft auf einem Cembalo gespielt. Das Ende dieses Präludiums ist besonders interessant und etwas skurril. Nachdem die letzte Fuge im Tempo sehr an Fahrt gewinnt und man eigentlich nach den vielen schnellen Läufen einen grandiosen Schluss erwartet, erfüllt Buxtehude diese Erwartung nicht und baut eine kleine Finte ein. Der Schluss wirkt sehr abrupt, der letzte Akkord ist sehr kurz und endet ungewöhnlich auf einer leichten Zeit im Takt."

Ein wesentlicher Zweig der Tastenmusik Pachelbels seien seine Variationswerke. "So stellt Pachelbel seine Variationskunst auch in mehreren Variationsfolgen über Choräle unter Beweis. 1683, während einer Pestepidemie, erschienen seine "Musicalischen Sterbens-Gedancken", 4 Choralpartiten für Cembalo. Die gewählten Choräle handeln dabei alle von Tod und Ewigkeit; die Sammlung war also als Quelle des Trosts fier Musikfreunde gedacht — der Komponist selbst hatte seine Frau und seinen Sohn durch die Pest verloren. Am Anfang und Schluss hören Sie heute jeweils einen vierstimmigen Satz wie er zur Begleitung einer Gemeinde gedacht wäre und dazwischen 7 Variationen, wobei jede die Choralmelodie wiederaufgreift und dabei die Begleitstimmen oder die Melodie selbst abwandeln und in eine neues Licht rücken.

BWV 534 sei wahrscheinlich wie viele Orgelwerke Bachs während seiner Weimarer Zeit entstanden, einige Zeit bevor er also Kapellmeister in Köthen wurde. "Kurioserweise hatte Bach seinen Vertrag in Köthen schon unterschrieben, ohne vorher um seine Entlassung in Weimar gebeten zu haben. Als er dies dann nachholen wollte, wurde sie ihm aber nicht genehmigt und er wurde einen Monat lang wegen seiner Beharrlichkeit in Haft genommen und schließlich aus der Haft und seinem Dienstverhältnis in Ungnade entlassen. Das Präludium und Fuge in f-Moll sind auch nur aus einer einzigen Abschrift überliefert, wobei die Fuge wahrscheinlich ein Frühwerk und das Präludium ein ausgereifteres Spätwerk Bachs ist. Im Tonartenbewusstsein zu Bachs Zeit war f-Moll die Tonart, welche "Angst und Verzweiflung" ausdrückte, was durch die besondere Stimmung der Instrumente zu dieser Zeit hervorgerufen wurde. Die Tonsprache des gesamten Werkes ist dabei natürlich ganz auf den vorgegebenen Affekt der Tonart eingestellt, welcher mit musikalischen Gesten und Figuren schon zu Beginn einen fast depressiven, abwärtsgerichteten Sog bildet. Die 5-stimmige Fuge ist gezeichnet von einer dichten und verschachtelten Polyphonie, die sich dem Hörer wahrscheinlich erst nach einer gewissen Zeit entschlüsselt, was aber nicht daniber hinwegtäuscht, dass es sich um ein erstaunlich expressives Werk handelt."

Fuori programma

Johann Sebastian Bach (1685-1750): Kantate "Siehe zu, daß deine Gottesfurcht nicht Heuchelei sei" BWV 179

Schloßkirche Bad Homburg, 14.10.2017 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Pyeong Hwa Lee

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BWV 579

Werkbesprechung BWV 579

"Was Gott tut, das ist wohlgetan"

BWV 737, Notizen "Vater unser im Himmelreich"

Op. 65,6 1/3 Op. 65,6 2/3 Op. 65,6 3/3

Fuori programma

Arcangelo Corelli (1653-1713): Sonata da chiesa Op. 3,4 in h-moll

Johann Sebastian Bach (1685-1750): BWV 588, BWV 588

Werkbesprechung BWV 588

Johann Sebastian Bach (1685-1750): Kantate "Bringet dem Herrn Ehre seines Namens" BWV 148

Schloßkirche Bad Homburg, 11.11.2017 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Lars Simon Sokola

Programm

  • Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847): Sonate in A-Dur Op. 65,3 (1844) (Con moto maestoso - Andante tranquillo)
  • Louis-Nicolas Clérambault (1676–1749): Grand plein jeu, Fugue, Récits, Dialogue aus "Suite du Premier Ton" (1710)
  • Johann Pachelbel (1653-1706): Partita über den Choral "Ach, was soll ich Sünder machen?"
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): Präludium und Fuge c-Moll BWV 549

Vorwort und Vorbereitung

Op. 65,3 Op. 65,3

"Suite du Premier Ton" Grand plein jeu, Fugue, Duo, Trio, Basse et dessus de trompette, Récits de cromorne et de cornet séparé en dialogue, Dialogue sur les grands jeux
HINWEIS: nicht gespielt werden Duo, Trio, und Basse
"Suite du Premier Ton"
"Suite du Premier Ton"
"Suite du Premier Ton" Trio

"Ach, was soll ich Sünder machen?"

BWV 549 interpretiert von Ton Koopman, BWV 549,1 und BWV 549,2, gespielt von Andrea Marcon.

Werkbesprechung BWV 549

Anmerkungen

Felix Mendelssohn Bartholdy verdanken wir die Wiederentdeckung Johann Sebastian Bachs, der zur damaligen Zeit fast in Vergessenheit geraten war. Die Wiederaufführug von Bachs Matthäuspassion im Jahre 1829 zählt zu den Höhepunkten Mendelssohns Karriere und löste eine Bach-Renessaince aus. Mendelssohns 6 Sonaten und 3 Präludien und Fugen für Orgel sind zwar von den Werken Bachs beeinflußt, weisen aber eine ganz eigenständige romantische Tonsprache auf, und zählen zum Standardrepertoire jedes Organisten.

Louis-Nicolas Clerambault Clerambault wurde als Sohn eines Musikers geboren, der seiner Zeit zu den 24 Gambisten des Königs gehörte. Er erlernte schon sehr früh Geige, Cembalo und Orgel zu spielen und studierte bald Komposition unter Jean-Baptiste Moreau, der wiederum im Dienste von Ludwig XIV. stand. Neben einem Orgelbuch hinterließ er vor allem Werke für Cembalo und 5 Kantaten- und Motettenbücher, wobei er als unbestrittener Meister der französischen Kantate gilt. Clerambaults Orgelstücke gehören zu Recht zu den beliebtesten der Epoche. Sie verbinden auf glückliche Weise Ernst und Grazie, Kunst und Natürlichkeit und sie profitieren von Clerambaults Erfahrung im Erfinden von Melodien fier die menschliche Stimme. Sie dürfen also gespannt sein auf die typischen Sitz- und Spielarten französischer Orgelmusik aus dieser Zeit.

Ein wesentlicher Zweig der Tastenmusik Johann Pachelbels sind seine Variationswerke. So stellt Pachelbel seine Variationskunst auch in mehreren Variationsfolgen über Choräle unter Beweis. 1683, während einer Pestepidemie, erschienen seine "Musicalischen Sterbens-Gedanken", 4 Chonilpartiten Mt. Cembalo. Die gewählten Choräle handeln dabei alle von Tod und Ewigkeit; die Sammlung war also als Quelle des Trosts Er Musikfreunde gedacht — der Komponist selbst hatte seine Frau und seinen Sohn durch die Pest verloren. Am Anfang und Schluss hören Sie heute jeweils einen vierstimmigen Satz wie er zur Begleitung einer Gemeinde gedacht wäre und dazwischen 6 Variationen, wobei jede die Choralmelodie wiederaufgreift und dabei die Begleitstimmen oder die Melodie selbst abwandeln und in eine neues Licht rücken.

Zuletzt hören Sie das Präludium und Fuge c-Moll BWV 549 von Johann Sebastian Bach. Bei diesem Stück handelt es sich um ein Frühwerk Bachs, das wahrscheinlich in den Arnstädter Jahren entstanden ist. Ganz direkt ist in dieser Komposition der Eu Bach offenbar noch frische norddeutsche Einfluss spürbar, da das Präludium unter anderem mit einem ausgedehnten Pedalsolo beginnt. Das Motiv des Pedalsolos finden Sie auch im anschließenden Manualteil wieder, welcher sich aber in improvisatorischen Fortspinnungen aller Art verliert. Mit den Regeln, vor allem der Vierstimmigkeit, nimmt es der junge Bach bei diesem Stück aber noch nicht so genau, das Präludium wird dadurch oft etwas vollgriffiger und die Fuge bleibt im Prinzip durchgehend 3-stimmig und rutscht sogar in die 2-Stimmigkeit ab. Nur gegen Ende des Stücks werden Sie das Fugenthema dann im Pedal hören, wodurch das Stück mit einiger Gravität zu Ende gebracht wird.

Fuori programma

Frédéric Chopin (1810-1849): 24 Preludes Op.28, Notizen
Frederick Delius (1862- 1934): 'Walk to the Paradise Garden' aus der Oper 'A Village Romeo and Juliet' (1901)
Georg Philipp Telemann (1681-1767): Overture-Suite B-Dur TWV 55:B5
Georg Philipp Telemann (1681-1767): Violinkonzert a-moll TWV 51:A2
Georg Philipp Telemann (1681-1767): Violinkonzert a-moll TWV 21:25
Georg Philipp Telemann (1681-1767): Violinkonzert D-Dur TWV 51:D9

TWV 55:B5: 00:00 - Ouverture 06:15 - Menuet I alternativement. Menuet II 10:01 - Les Turcs 12:13 - Les Suisses 13:58 - Les Moscovites 15:32 - Les Portugais 17:17 - Les Boiteux (Die Hinkenden) 18:17 - Les Coureurs (Die Läufer)
"With the Overture-Suite in B-flat major (TWV 55:B5) Telemann investigated the theme of travel, a subject of heightened interest at a time when mobility could hardly be described as developed. However, the peoples supposedly visited are not portrayed after the manner of an ethnomusicologist--Telemann certainly lacked the necessary information for that. Hence he directs our attention to their common characteristics ('Les Suisses': sedateness and solidity; 'Les Portugais': passion and agility) or other peculiarities ('Les Turcs': janissary music with exotic sonorities over drumming basses; 'Les Moscovites': emphatic sounds and Kremlin bells). For the Turks, the Swiss and the Portuguese the programmatic 'message' is set out like an additional layer over well-known dance forms (gigue, passepied, sarabande, bourrée). With the alternative sequence of the last two movements of the suite a basic requirement of travel becomes the theme: locomotion. Whether one travels in the saddle or in the back of a coach, one is confronted with sluggish ('Les Boiteux') or fast trotting ('Les Coureurs') horses. From this perspective we can now see the somewhat stereotyped fugue in the 'Ouverture' and the restless 'Menuet alternativement' in another light, as being themselves related to the overall theme." - Peter Huth (trans. Charles Johnston)

Schloßkirche Bad Homburg, 09.12.2017 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Pyeong Hwa Lee

Programm

  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): Fantasia C-Dur BWV 573 (Fragment, ergänzt von Hermann Keller)
  • Johann Pachelbel (1653-1706): Drei Choralbearbeitungen:
    • "Herr Christ, der ein'ge Gottes Sohn"
    • "Vom Himmel hoch, da komm ich her"
    • "Allein Gott in der Höh sei Ehr"
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750):
    • Fantasia C-Dur BWV 570
    • Sieben Fughetten zu Advent und Weihnachtschorälen:
      • "Nun komm der Heiden Heiland" BWV 699
      • ""Gottes Sohn ist kommen" BWV 703
      • "Herr Christ, der ein‘ge Gottes Sohn" BWV 698
      • "Lob sei dem allmächt‘gen Gott" BWV 704
      • "Christum wir sollen loben schon" BWV 696
      • "Gelobet seist du, Jesu Christ" BWV 697
      • "Vom Himmel hoch, da komm ich her" BWV 701
    • Präludium und Fuge G-Dur BWV 541

Vorwort und Vorbereitung

BWV 573, BWV 573

"Herr Christ, der ein'ge Gottes Sohn"

"Vom Himmel hoch, da komm ich her"

"Allein Gott in der Höh sei Ehr"

BWV 570

Aus den sog. "Kirnberger Chorälen". {ae{http://www.bachschueler.de/die-weiteren-schueler-bachs/johann-philipp-kirnberger.html}{Johann Philipp Kirnberger (1721 - 1785)}}

BWV 696
BWV 697
BWV 698
BWV 699
BWV 701
BWV 703
BWV 704

BWV 541,1 BWV 541,2, BWV 541

Fuori programma

Johann Sebastian Bach (1685-1750): "Vom Himmel hoch, da komm ich her" BWV 700

Johann Sebastian Bach (1685-1750): "Das Jesulein soll doch mein Trost" BWV 702

Ludwig van Beethoven (1770-1827): Op. 60 und Notizen

Ludwig van Beethoven (1770-1827): Op. 61 und Notizen

Wilkommen bei den Orgelmatinéen Bad Homburg 2018

Organist: Stefanie Duprel

Organist: Lars Simon Sokola

Schloßkirche Bad Homburg, 13.01.2018 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Stefanie Duprel

Programm

Vorwort und Vorbereitung

HINWEIS: alle Stücke wurden im Rahmen der Orgelmatinéen bereits aufgeführt

"Toccata prima", "Toccata prima"

"Maria zart", "Maria zart"

Offertoire sur le Grands Jeux (aus der Messe pour les Paroisses), Offertoire sur le Grands Jeux (aus der Messe pour les Paroisses), Offertoire sur le Grands Jeux (aus der Messe pour les Paroisses)

Op. 122,8 "Es ist ein Ros' entsprungen"

Sonate in c-moll Op. 65,2 gespielt von Christoph Daniel Korn an der Mayer-Orgel der Evangelischen Dornbuschkirche Frankfurt am Main. Zum Vergleich die Sätze Grave und Adagio gespielt von Julian Bewig an der Orgel von St. Marien in Emsdetten.

Fuori programma

Einar Traerup Sark (1921-2005): "Toccata primi toni Op. 11"

Benedetto Marcello (1686-1739): "Requiem alla naniera veneziana"

Schloßkirche Bad Homburg, 10.02.2018 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Lars Simon Sokola

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Toccata quinta

Toccata secunda

KV 616

Wq 70,5, Wq 70,5

Fuori programma

Joseph Haydn (1735-1809): Cellokonzert in C-Dur Nr. 1 Hob. VIIb:1 (Moderato – Adagio – Adagio molto)
Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791): Symphonie Nr. 38 in D-Dur KV 504 "Prager" (Adagio - Adagio – Adagio – Presto)
Ludwig van Beethoven (1770-1827): Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 in C-Dur Op. 15 (Adagio – Largo – Rondó)

Joseph Haydn (1735-1809): Symphonie Nr. 45 fis-moll "Ade"

Schloßkirche Bad Homburg, 10.03.2018 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Lars-Simon Sokola

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Toccata tertia, Toccata Tertia, Toccata Tertia

1er Kyrie en Taille (aus der Messe pour les Paroisses)

Andante mit Variationen in D-Dur, Andante mit Variationen in D-Dur, ein sehr langsames Andante mit Variationen in D-Dur

Anmerkungen

Georg Muffat gelte als bedeutendster süddeutscher Komponist der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, einzige Musiker seiner Zeit, der bei den damals führenden Komponisten, Lully in Paris und Corelli in Rom, persönlich gelernt hatte.
Sein Werk umfasse hauptsächlich Ensemblewerke, Suiten und Concerti für Orchester und mehrere Opern und Vokalmusik.
Der Bestand seiner erhaltenen Tastenwerke sei dagegen verhältnismäßig gering.
Es gelang ihm, die damals vorherrschenden französischen und italienischen Musikstile zu einer Synthese im Sinne des sogenannten "vermischten Geschmacks" zusammenzuführen, dessen Entwicklung noch bis ins 18. Jahrhundert andauerte.
Der Apparatus Musico-Organisticus sei eine musikalische Sammlung und enthälte die meisten Orgelwerke Muffats, darunter 12 Toccaten, die seinerzeit den legendären Ruf Muffats als Komponist begründeten und in großen Teilen Europas Verbreitung fanden, und die er selbst als in der Tradition der Toccaten von Frescobaldi stehend ansah.

Francois Couperin, der auch 'Couperin der Große' genannt wurde, um ihn von anderen Familienangehörigen der Gounodneueduaridneid, zu unterscheiden, war ein französischer Organist und Komponist und gelte als der bedeutendste Vertreter der französischen Musikerfamilie Couperin und war u.a. Hofkomponist von Ludwig XIV.
Francois Couperins Amt sei sehr vielschichtig gewsen: Er wurde in Versailles Lehrer der königlichen Familie, hatte Orchester- und Organistendienst für drei Monate pro Jahr und blieb zudem als Organist in einer Kirche in Paris tätig.
Als ihn Ludwig XIV. schließlich zum Hofkomponisten für sakrale Musik ernannte, bedeutete das einen erheblichen Zeitaufwand für Couperin: Der musikalisch sehr interessierte König wollte jedes Stück nur einmal bei den Festlichkeiten, den Konzerten und dem täglichen Zeremoniell in der Schlosskapelle hören.
Im Mittelpunkt seines Schaffens stünden über 240 Cembalowerke, Motetten, Chansons, Triosonaten und zwei Orgelmessen.
Wie nahezu alle französischen Orgelmessen dieser Zeit, greift auch Couperins erste Messe Melodien des Gregorianischen Chorals auf, wobei die Musik in den Gottesdiensten der Zeit in der Alternatim-Praxis musiziert wurde, d.h. eine Gruppe von Sängern sang einen Vers eines Teils der Messe, z.B. des Kyrie und wechselte sich dann mit der Orgel ab, die darauf antwortete.
Die 5 Sätze des Kyrie aus der ersten Messe für den Gebrauch der Pfarrkirchen für die feierlichen Feste basieren also auf dem Kyrie-Gesang und zitieren dessen Melodie.

Durch die Beschäftigung mit Bach - die Wiederaufführung von Bachs Matthäuspassion durch Mendelssohn im Jahre 1829 zählte zu den Höhepunkten seiner Karriere - wurde Mendelssohn wahrscheinlichlazu inspiriert eigene Werke für Orgel zu schreiben.
Sein Hauptwerk für Orgel umfasst 6 Sonaten und 3 Präludien und Fugen für Orgel und einige kleinere, unbekannteren Werke, zu denen auch das Andante mit Variationen D-Dur zählt.
Mendelssohns seien zwar von den Werken Bachs beeinflusst, weisen trotzdem eine ganz eigenständige romantische Tonsprache auf und zählen zum Standardrepertoire jedes Organisten.

Zuletzt hören Sie heute die Sonate in g-Moll von Carl Philipp Emanuel Bach.
Carl Philipp Emanuel Bach sei wohl der berühmteste der Söhne von Johann Sebastian Bach und ein Komponist, der in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts in Deutschland uneingeschränkte Bewunderung und Anerkennung besaß.
Er selbst wurde von seinem Vater zum Clavierspieler und Komponisten ausgebildet, stand mehrere Jahre im Dienst von Friedrich dem Großen und wechselte später nach Hamburg, wo er bis zu seinem Tod als Musikdirektor der 5 Hauptkirchen und als Kantor des Gymnasiums Johanneum wirkte.
Sein kompositorisches Werk ist sehr vielseitig und umfangreich und umfasst unter anderem Sinfonien, Solokonzerte, Kirchenmusik, Sonaten für Soloinstrumente, Lieder sowie Claviermusik. Außerdem verfasste er mit seinem 'Versuch über die wahre Art das Clevrer zu spielen' eines der bedeutendsten Lehrwerke der Clavierkunst zu dieser Zeit.
Sein Orgelwerk ist im Gegensatz zu dem seines Vaters nur von sehr geringem Umfang, wobei die 6 Orgelsonaten, die er wahrscheinlich der Prinzessin Anna Amalia von Preußen widmete und die Sie hier im Verlauf des Jahres hören können, den wichtigsten Teil bilden.
Carl Philipp Emanuel Bach ist Hauptvertreter des Empfindsamen Stils und des Sturm und Drang, welche zu seiner die Musik des Barock ablösten und sich durch zerrissene Melodien und ungewöhnliche Sprünge, Harmonien und Wendungen auszeichnet. Die Betonung des Ausdrucks und das subjektive Empfinden des Zuhörers und auch des Interpreten standen nun im absoluten Mittelpunkt. Eine Komposition soll nun in eine Art Aura von Einfachheit und Natürlichkeit gehüllt werden und durch einen oft übertriebenen expressiven Charakter und ein Nebeneinanderstellen von verschiedenen emotionalen Zuständen in den verschiedenen Sätzen des Stücks soll der Zuhörer unmittelbar und direkt berührt werden.

Fuori programma

Apparatus Musico Organisticus

1.Toccata prima 0:00
2.Toccata secunda 5:04
3.Toccata tertia 10:28
4.Toccata quarta 16:07
5.Toccata quinta 21:58
6.Toccata sexta 27:32
7.Toccata septima 36:12
8.Toccata octava 45:55
9.Toccata nona 52:27
10.Toccata decima 58:37
11.Toccata undecima 1:04:03
12.Toccata duodecima et ultima 1:10:54
13.Ciacona 1:18:05
14.Passacaglia 1:23:27
15.Nova Cyclopeias Harmonica 1:37:37

Scheherazade mit Erläuterungen

Igor Stravinsky (1888-1971): Petrushka mit Erläuterungen

Igor Stravinsky (1888-1971): Frühlingsopfer mit Erläuterungen

Schloßkirche Bad Homburg, 14.04.2018 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Stefanie Duprel (und Philippe Schwarz, Posaune)

Programm

  • Jean Baptiste Loeillet de Gant (1688-1720): Sonate in g-Moll für Posaune und Orgel Bearbeitung von Branimir Slokar und Urs Flück
  • Alfred Schnittke (1934-1998): "Schall und Hall" für Posaune und Orgel
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): "Christ lag in Todesbanden" BWV 625 aus dem "Orgelbüchlein"
  • Giovanni Battista Pergolesi (1710-1736): Sinfonia für Posaune und Orgel Bearbeitung von Pia Bucher und Heinz Balli
  • Giovanni Martino Cesare (ca. 1590-1667): Canzon "La Hieronyma" für Posaune und Orgel Bearbeitung von Klemens Schnorr
  • Johann Ludwig Krebs (1713-1780): "O Ewigkeit, du Donnerwort" Bearbeitung für Posaune und Orgel

Vorwort und Vorbereitung

HINWEIS: vor einem Jahr, in der Gedächtniskirche, paßten Alphorn und Orgel besser zusammen, als Posaune und Orgel

BWV 625

BWV 626

BWV 627

BWV 628

BWV 629

BWV 630

"O Ewigkeit, du Donnerwort"

Canzon "La Hieronyma"

HINWEIS: diese wunderbare Aufnahme ermutigt zum Konzertbesuch.

Fuori programma

Dante Andreo (1949): Dulcissima Maria

Jean Baptiste Loeillet de Gant (1688-1720): Sonate für Flöte und Basso Continuo Op. 1 Nr. 1

Alfred Schnittke (1934-1998): Concerto Grosso Nr. 1

Giovanni Battista Pergolesi (1710-1736): Sinfonia in re maggiore da "Lo frate 'nnamurato" Allegro spiritoso - Andante - Allegro assai

Antonio Vivaldi (1678-1741): "Gelido in ogni vena"

Schloßkirche Bad Homburg, 12.05.2018 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Stefanie Duprel

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Toccata quinta

Toccata quarta

BWV 651 aus den sog. "Leipziger Choräle"

Toccata sexta

BWV 667 aus den sog. "Leipziger Choräle"

Fuori programma

Muffat gelte heute als der bedeutendste süddeutsche Komponist der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts.
Er veröffentlichte 1690 in Salzburg in dem von ihm selbst editierten Druck Apparatus Musico-Organisticus seine einzigen Orgelkompositionen, nämlich 12 Toccaten. Die Sammlung fand eine enorme Verbreitung im deutschen, italienischen, französischen und englischen Raum.
Ihm gelang es, die damals vorherrschenden französischen und italienischen Musikstile zu einer Synthese im Sinne des "vermischten Geschmacks" zusammenzuführen. Letzterer verbreitete sich etwa 20 Jahre nach seinem Tode.
Muffat war der einzige Musiker, der bei den beiden damals führenden Komponisten, Lully und Corelli, persönlich gelernt hatte.

In Süddeutschland bestand die liturgische Funktion der Orgel im katholischen Gottesdienst darin, mit den Gregorianischen Gesängen zu alternieren und feierlich zum Ein- und Auszug, sowie "sanft" während der Wandlung zu spielen. Zum Spiel beim festlichen Ein- und Auszug dienten "Toccatae maiores", wie sie Muffat nannte, also längere Toccaten, die die Möglichkeit boten, bei Bedarf auch mitten im Stück zu schließen.
Muffats Toccaten gehören zur bedeutendsten freien Orgelmusik im deutschsprachigen Raum ihrer Zeit. Typisch ist der Aufbau aus frei komponierten und imitatorischen Abschnitten, die sich abwechseln.

Die 5. Toccata hat Eröffnungscharakter, während die 4. eher besinnlich ist. Der Mittelteil der 6. Toccata ist voller Triller, die an Vogelstimmen erinnern.

"Achtzehn Choräle von verschiedener Art", "Die Orgelchoräle aus der Leipziger Originalhandschrift" und "Leipziger Choräle" seien die heute geläufigen Bezeichnungen mit denen man die unfertige und ohne Titel hinterlassene Choralsammlung des Thomaskantors zu Leipzig bezeichnet.
Die Werke dieser Sammlung entstanden ursprünglich wohl unabhängig voneinander. Als Bach sich später entschloss, sie zu kompilieren, dürfte ihm als Sammlungsgedanke der Typus des "großen" Choralvorspiels vorgeschwebt haben, das sich gegen den etwa im Orgelbüchlein vorherrschenden knappen, zwischenspiellosen Orgelchoral deutlich abgrenzt.

In der Fantasia, führe Bach den gesamten Pfingstchoral "Komm, Heiliger Geist, Herre Gott" durch. Die insgesamt 10 Choralzeilen könne man in langen Werten im Bass hören. Sie werden vom Pedal gespielt und durch Zwischenspiele voneinander getrennt. Diese Zwischenspiele werden manualiter, also nur von den Händen gespielt und sind unterschiedlich lang. Das kürzeste dauert nur einen Takt, während das längste Zwischenspiel sich über 9 Takte hinweg spannt.

Auch beim letzten Stück im Programm handelt es sich um die Bearbeitung eines Pfingstchorals, nämlich "Komm, Gott Schöpfer, Heiliger Geist" Der Choral erklingt zweimal: zuerst in der Oberstimme, dann im Pedal. Das Pedal ist in diesem Stück auch insofern interessant, als dass es im ersten Teil auf unbetonte Zählzeiten spielt. Es klingt dann so, als würde das Pedal gegen die anderen Stimmen arbeiten.
Der Schluss dieses letzten Stückes kommt etwas überraschend.

Fuori programma

Johannes Brahms (1833-1897): Klavierkonzert Nr. 1 d-Moll op. 15

Pjotr Iljitsch Tschaikowski (1840-1893): Klavierkonzert Nr. 1 B-moll op. 23

Edvard Grieg (1843-1907): Klavierkonzert a-Moll op. 16

Sergei Wassiljewitsch Rachmaninow (1873-1943): Klavierkonzert Nr. 2 c-Moll op. 18}

50 Mal Klassik

Stücke für Klavier
00:00 1 Chopin - Nocturnes, Op. 9: No. 2, Andante
05:20 2 Debussy - Suite bergamasque: No. 3, Clair de lune
10:40 3 Beethoven - Bagatelle No. 25 "Für Elise"
14:26 4 Bach - Orchestral Suite No. 3: II. Aria
20:39 5 Mendelssohn - Lieder ohne Worte, Op. 19b: No. 1 Andante con moto
23:23 6 Grieg - Lyric Pieces, Op. 12: No. 1, Arietta
24:31 7 Debussy - Deux arabesques: No. 1, Andantino con moto
29:22 8 Chopin - Douze études, Op. 25: No. 1 "Aeolian Harp"
31:45 9 Beethoven - Piano Sonata No. 14, Op. 27 No. 2 "Moonlight Sonata"
38:16 10 Bach-Lodbell - Ave Maria
39:58 11 Satie - Gymnopedie No. 1
42:46 12 Schumann - Piano Sonata No. 1 in F-Sharp Minor, Op. 11: III. Aria
46:01 13 Schubert - Piano Sonata No. 14 in A Minor, Op. Posth. 143: II. Andante
49:57 14 Ravel - Pavane pour une infante défunte
56:03 15 Chopin - Fantaisie-impromptu, Op. 66
1:00:09 16 Liszt - Études d'exécution transcendante: No. 5, Feux follets
1:04:22 17 Haydn – Divertimento in A flat major: III. Finale presto
1:06:40 18 Mozart - Piano Sonata No. 16 "For Beginners": I. Allegro
1:09:40 19 Mozart - Piano Sonata No. 11: III. Alla Turca
1:13:18 20 Bach - Notebooks for Anna Magdalena Bach: Menuet
Stücke für Orchester
1:14:35 21 Bach - Brandenburg Concerto No. 3, BWV 1048: I. —
1:20:33 22 Haydn - Cello Concerto No. 1 in C Major, Hob. VIIb:1: I. Moderato
1:29:17 23 Beethoven - Symphony No. 8, Op. 93: II. Allegretto scherzando
1:33:17 24 Dvorak - Serenata per archi, Op. 22, B. 52: II. Menuetto. Allegro con moto
1:39:58 25 Brahms - Symphony No. 1, Op. 68: II. Andante sostenuto
1:48:20 26 Beethoven - Symphony No. 6, Op. 68 "Pastoral": I. Allegro ma non troppo
1:59:12 27 Corelli - Concerto Grosso No. 10, Op. 6: IV. Minuetto. Vivace
2:00:57 28 Corelli - Concerto Grosso No. 1, Op. 6: I. Largo
2:03:52 29 Schubert - Symphony No. 8, D. 759 "Unfinished": II. Andante con moto
2:13:32 30 Strauss II - An der schönen blauen Donau, Op. 314
2:24:56 31 Mozart: Ein musikalischer Spass, Op. 93, K. 522: I. Allegro
2:27:43 32 Grieg - Holberg Suite, Op. 40: I. Preludio
2:30:29 33 Bach - Orchestral Suite No. 2, BWV 1067: VII. Badinerie
2:31:49 34 Bach - Orchestral Suite No. 2, BWV 1067: VI. Minuetto
2:32:59 35 Vivaldi - The Four Seasons, Concerto No. 1, RV 269 "Spring": I. Allegro
2:36:16 36 Telemann - Viola Concerto, TWV 51:G9: II. Allegro
2:39:24 37 Vivaldi - The Four Seasons, Concerto No. 3, RV 293 “Autumn”: I. Allegro
2:44:26 38 Strauss I – Radetzky March, Op. 228
2:46:52 39 Mozart - Eine Kleine Nachtmusik, K. 525: I. Allegro
2:52:51 40 Vivaldi – Concerto for Strings, RV 152: I. Allegro molto
2:54:48 41 Mozart - Symphony No. 40, K. 550: I. Molto allegro
3:02:58 42 Rossini - Il Barbiere di Siviglia: Ouverture
3:09:50 43 Strauss II - Tritsch-Tratsch-Polka, Op. 214
3:12:24 44 Strauss II - Frühlingsstimmen, Op. 410
3:19:56 45 Tchaikovsky - Nutcracker Suite, Op. 71a: No. 2c, Russian Dance. Trépak, molto vivace
3:21:09 46 Mozart - Eine Kleine Nachtmusik, K. 525: IV. Rondò. Allegro
3:24:18 47 Tchaikovskji - Serenade for Strings, Op. 48: II. Valse. Moderato
3:28:09 48 Boccherini – String Quintet in E major, Op. 11 No. 5, G. 275: III. Minuetto
3:31:34 49 Mozart - Requiem in D minor, K. 626: I. Introitus. Requiem aeternam
3:36:55 50 Mozart - Requiem in D minor, K. 626: Confutatis-Lacrimosa

Schloßkirche Bad Homburg, 09.06.2018 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Lars Simon Sokola

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Gloria, Gloria

Wq 70,3, Wq 70,3 Allegro, Wq 70,3 Largo, Wq 70,3 Allegretto

Fuori programma

Johann Sebastian Bach (1685-1750): Französische Suite Nr. 5 auf Clavichord

Johann Sebastian Bach (1685-1750): Cantata "Gott ist mein König" BWV 71 zum Mühlhausener Ratswechsel 04.02.1708

Schloßkirche Bad Homburg, 14.07.2018 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Lars-Simon Sokola

Programm

Vorwort und Vorbereitung

{dbtext{Toccata septima \(aus Apparatus Musico Organisticus\)}}

BWV 593

Wq 70,2

Fuori programma

Georg Muffat (1653-1704): Cembalo-Sonaten (Meyerson)

Georg Friedrich Händel (1685-1759): Cembalo Suites HWV 426-433 (Dantone)

Domenico Scarlatti (1685-1757): Esercizi per Gravicembalo K 1-30 (Dantone, Belder)

Domenico Scarlatti (1685-1757): Esercizi per Gravicembalo K 1-19 (Ross)

Giovanni Battista Pescetti (1704-1766): Sonate per Gravicembalo K 1-30 (Ravizza)

Georg Muffat (1653-1704): 12 Concerti Grossi, KFR9V8zeWkw

Schloßkirche Bad Homburg, 11.08.2018 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Stefanie Duprel

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Toccata octava

SwWV 275, SwWV 275

Sweelinck war ein niederländischer Komponist und Zeit seines Lebens als Organist in Amsterdam angestellt.
Da zu dieser Zeit Amsterdam calvinistisch wurde, war der Gebrauch der Orgel im Gottesdienst komplett verboten.
Dadurch wurde Sweelinck von der Stadt angestellt und mußte täglich öffentliche Konzerte geben.
Obwohl er bis zu seinem Tod in Amsterdam blieb, verbreitete sich sein Ruhm weit über die Stadt hinaus, wodurch er viele Schüler aus den Niederlanden und Deutschland zu sich locken konnte und er dadurch die Orgelmusik in Deutschland auch maßgeblich beeinflusste.
Trotz seines etwas provinziellen Lebens studierte er ähnlich wie Johann Sebastian Bach Musik aus allen Teilen Europas und ließ diese auch in seine eigene Musik miteinfließen.
Wie der Name "Echofantasie" vermuten lässt, basiert das Stück auf dem Prinzip der Imitation.
Man darf also gespannt sein, in welcher Form und mit viel Geschick Sweelinck die Echos in dieses Stück einschließt.

Hell und Dunkel

Sanctus – Benedictus – Agnus Dei

Anmerkungen

Hier eine Zusammenfassung des Vorworts der Organistin, die mir freundlicherweise ihre Notizen überlassen hat.

Georg Muffat verband in seinen Kompositionen die zu seiner Zeit vorherrschenden französischen und italienischen Musikstile. Sein "vermischter Geschmack" ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass er sowohl in Paris bei Jean-Baptiste Lully als auch in Rom bei Arcangelo Corelli studiert hat.
Muffat veröffentlichte seine Orgelkompositionen 1690 in Salzburg in einer Sammlung namens "Apparatus Musico Organisticus".
Seine Toccaten waren für das Spiel zum festlichen Ein- und Auszug im katholischen Gottesdienst gedacht. Aus diesem Grund mussten sie die Möglichkeit bieten, bei Bedarf auch mitten im Stück zu schließen. So kommt es, dass jede Toccata aus mehreren kleineren Teilen besteht. Diese Abschnitte sind abwechselnd frei komponiert und imitatorisch.

1577 wurde der 15 jährige Jan Pieterszoon Sweelinck Organist der Kirche St. Nikolai - genannt "Oude Kerk", "Alte Kirche" - in Amsterdam.
Dort arbeitete er sein ganzes Leben lang.
Ein Jahr später, 1578, wurde das zuvor katholische Amsterdam calvinistisch (Reformation).
Er erlebte nun mit, wie sich der Charakter seiner Stelle veränderte, während sich die strenge calvinistische Ordnung in seiner Stadt etablierte.
Das Orgelspiel im Gottesdienst wurde verboten, weil es als ein Teil des katholischen Ritus galt.
Der Rat der Stadt Amsterdam beauftragte Sweelinck damit, regelmäßig öffentliche Orgelkonzerte zu geben, sowie auch bei offiziellen städtischen Anlässen auf dem Cembalo im Rathaus zu spielen. Sweelinck wurde so zu einer Art "städtischer Organist".
Mit ihm entwickelte sich ein ganz neues Konzertwesen.
Sweelinck schrieb also keine liturgische Orgelmusik. Es gibt von ihm z.B. keine Orgelmessen, wie sie z.B. Francois Couperin komponiert hat, als Komponist im Dienste der katholischen Kirche.
Eine "Echo-Fantasie", auch "Fantasia auf die Manier eines Echo" genannt, ist eine Gattung der Fantasie, in der Echos auf der Orgel oder auf anderen Tasteninstrumenten dargestellt werden.
Das Echo kann auf zwei Arten erzielt werden: entweder durch Oktav-Versetzung - geeignet für Instrumente mit einem Manual, also auch für das Cembalo - oder durch Manualwechsel (nur bei Istrumenten mit mehreren Manualen, wie z.B. die Orgel)
Beim Manualwechsel entsteht das Echo dadurch, dass ein Motiv zuerst auf dem lauteren, dann auf dem leiseren Manual gespielt wird.
Wie heute geschenen wird, kann man die zwei Arten auch kombinieren.

Gubaidulinas Werken obliegt immer ein genau konzipierter Plan.
Gubaidulina hat nur ein einziges Werk für Orgel solo geschrieben, nämlich das 1976 publizierte "Hell und Dunkel". Gemeint sind die Tonlagen, hoch und tief.
Zwei kontrastierende Elemente sind zu hören, nämlich einerseits schnelle atonale Bewegungen und Läufe, und anderseits liegende klangliche Ohrfeigen: Die Hand wird auf die Tasten gelegt. Diese beiden Elemente durziehen die ganze Komposition.
Im Laufe des Stückes sinken die beiden kontrastierenden Materialschichten allmählich im Tonraum ab.
Gegen Ende fahren sich die schnellen Bewegungen, die anfangs in hoher Lage zu hören waren, in der tiefsten Lage der Orgel fest.
Die Ohrfeigen jedoch beginnen im letzten Teil langsam, aber unaufhaltsam in die höchste Lage zu dringen, sodass die beiden Elemente sich auf das Weiteste voneinander entfernen.
Die beiden Bewegungsstränge bilden dabei ein Linienkreuz. Es ist typisch für Gubaidulinas Kompositionen, dass ihre Form symbolisch und in diesem Fall auch geistlich verstanden werden kann. Das Kreuz bildet die Form des Stückes.

François Couperin war der Organist der bedeutenden Kirche Saint-Gervais in Paris.
Mit 22 veröffentlichte er eine Sammlung von Orgelwerken, darunter zwei Orgelmessen: "Pour les paroisses" und "Pour les couvents" für Pfarrkirchen bzw. für Mönchs- oder Nonnenklöster.
In Frankreich bestand die Hauptaufgabe der Orgel im katholischen Gottesdienst darin, bestimmte Teile der gregorianischen Messe und des Offiziums alternierend mit der Choral-Schola darzubieten.
Herr Christos Theel wird heute die entsprechenden Teile der gregorianischen Messe singen.
Das Sanctus beginnt mit der Orgel und wird dann vom Sänger übernommen. Danach spielt wieder die Orgel, dann wird wieder gesungen.
Den Abschluss dieses Teiles bildet die Orgel mit dem Benedictus.
Das erste Couplet des Agnus Dei wird von der Orgel gespielt, der Mittelteil gesungen, der letzte wieder gespielt.
Zum Schluss der Messe wird dann noch das "Ite Missa est" gesungen und von der Orgel mit dem "Deo gratias" beantwortet.
Sie hören also aus Couperins Messe insgesamt 6 Orgelsätze: 3 zum Sanctus, 2 zum Agnus Dei und zum Schluss das kurze "Deo gratias".
Unter dem Schluss der Messe steht das berühmte Zitat von Couperin: "La messe est ditte, allons diner": "Die Sache ist erledigt: Nun alle zu Tisch!"

01. Couperin: Messe À L'usage Des Paroisses Kyrie : Plein De Chant Du 1er Kyrie En Taille 1:08
02. Couperin: Messe À L'usage Des Paroisses Kyrie : 2ème Couplet Fugue Sur Les Jeux D'anches 1:56
03. Couperin: Messe À L'usage Des Paroisses Kyrie : 3ème Couplet Récit De Cromorne 2:24
04. Couperin: Messe À L'usage Des Paroisses Kyrie : 4ème Couplet Dialogue Sur La Trompette Et Le Cromorne 1:54
05. Couperin: Messe À L'usage Des Paroisses Kyrie : Dernier Kyrie Plein Chant 1:00
06. Couperin: Messe À L'usage Des Paroisses Gloria : 1er Couplet, Et In Terra Pax Plein Chant 1:10
07. Couperin: Messe À L'usage Des Paroisses Gloria : 2ème Couplet, Benedicimus Te Petite Fugue Sur Le Cromorne 0:59
08. Couperin: Messe À L'usage Des Paroisses Gloria : 3ème Couplet, Glorificamus Te Duo Sur Les Tierces 1:35
09. Couperin: Messe À L'usage Des Paroisses Gloria : 4ème Couplet, Domine Deus Rex Coelestis Dialogue Sur Les Jeux De Trompettes, Clairon & Tierces Du Grand Clavier Et Le Bourdon Avec Le Larigot Du Positif 2:44
10. Couperin: Messe À L'usage Des Paroisses Gloria : 5ème Couplet, Dominus Deus Agnus Dei Trio À Deux Dessus De Cromorne Et La Basse De Tierce 1:57
11. Couperin: Messe À L'usage Des Paroisses Gloria : 6ème Couplet - Qui Tollis Peccata Mundi Suscipe (Tierce En Taille) 3:20
12. Couperin: Messe À L'usage Des Paroisses Gloria : 7ème Couplet, Quoniam Tu Solus Dialogue Sur La Voix Humaine 2:41
13. Couperin: Messe À L'usage Des Paroisses Gloria : 8ème Couplet, Tu Solus Altissimus Dialogue En Trio Du Cornet Et De La Tierce 2:38
14. Couperin: Messe À L'usage Des Paroisses Gloria : Dernier Couplet - Amen (Dialogue Sur Les Grands Jeux) 1:44
15. Couperin: Messe À L'usage Des Paroisses Offertoire : Sur Les Grands Jeux 6:57
16. Couperin: Messe À L'usage Des Paroisses Sanctus : Plein Chant Du 1er Sanctus, En Canon 0:43
17. Couperin: Messe À L'usage Des Paroisses Sanctus : 2ème Couplet, Sanctus Dominus Deus Sabaoth Récit De Cornet 1:10
18. Couperin: Messe À L'usage Des Paroisses Sanctus : Benedictus, Elevation Cromorne En Taille 3:12
19. Couperin: Messe À L'usage Des Paroisses Agnus Dei : Plein Chant De l'Agnus En Basse Et En Taille Alternativement 2:05
20. Couperin: Messe À L'usage Des Paroisses Agnus Dei : 3ème Couplet De l'Agnus Dialogue Sur Les Grands Jeux 2:28
21. Couperin: Messe À L'usage Des Paroisses Deo Gratias : Petit Plein Jeux 0:50

Fuori programma

Carl Maria von Weber (1786-1826): Der Freischutz (1820): Overture

Antonín Dvořák (1841-1904): Cello-Konzert in h-moll Op. 104

Pjotr Iljitsch Tschaikowski (1840-1896): Symfonie Nr. 6 Op. 74 "Pathetique"

Schloßkirche Bad Homburg, 08.09.2018 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Stefanie Duprel

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Toccata nona

BuxWV 161, BuxWV 161, BuxWV 161

Eine Einleitung zu BuxWV 161 und eine zu den Ostinato Werken von Dieterich Buxtehude.

Es gibt eine "große" und eine "kleine" Version des Präludiums in e-moll (s. Wikipedia Artikel zum Komponisten).
Hier das Spiel von Tomasz Zebura, das von Martin Lücker und das von Maurizio Mancino.
Bruhns wird neben Böhm, Lübeck und Weckmann als Meister der norddeutschen Orgelschule vor Bach betrachtet.
Leider sind von ihm nur eine Handvoll Stücke erhalten geblieben: Hier alle vier sog. Praeludien, vorgetragen von Friedhelm Flamme.
Das Präludium in e-moll ist einer der Höhepunkte des Stylus Phantasticus.

Schloßkirche Bad Homburg, 13.10.2018 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel: Lars Simon Sokola

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Toccata decima

Sonate a-moll: Allegro assai, Adagio, Allegro

Orgel-Sonate Nr. 2, Orgel-Sonate Nr. 2,1, Orgel-Sonate Nr. 2,2 und Orgel-Sonate Nr. 2,3.

Fuori programma

Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788): Sonate A-Dur Wq 55,4

Schloßkirche Bad Homburg, 11.11.2018 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel: Lars Simon Sokola

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Toccata undecima

SwWV 324

Bergamasca

Wq 70,1 Allegro, Wq 70,1 Allegro
Wq 70,1 Andante con tenerezza, Wq 70,1 Andante con tenerezza
Wq 70,1 Allegretto

Anmerkungen

Muffat gilt wohl als bedeutendster süddeutscher Komponist in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, der der einzige Musiker seiner Zeit war, der bei den damals führenden Komponisten, Lully in Paris und Corelli in Rom, persönlich gelernt hatte.
Der Apparatus Musico-Organisticus enthält die meisten Orgelwerke Muffats, darunter 12 Toccaten, die seinerzeit den legendären Ruf Muffats als Komponist begründeten und in großen Teilen Europas Verbreitung fanden.
Die Toccata Undecima beginnt mit einem 4-5-stimmigen motettischen Satz, der eindeutig auf das Vorbild französischer Orgelmessen zurückgeht. Im Anschluß erklingt sogleich eine 3-stimmige Fuge, die in einen ruhigen Adagio-Abschnitt in der Art eines langsamen Sonatensatzes mündet, in dem zwei dialogisierende Oberstimmen den vollen Akkorden der linken Hand gegenüberstehen. Das Stück endet schließlich mit einer weiteren Fuge, die das Stück über einem Orgelpunkt im Pedal zum Höhepunkt bringt.

Als zweites Stück hören Sie die 6 Variationen über das Lied "Mein junges Leben hat ein End" von Jan Pietersz_oon Sweelinck. Sweelinck war ein niederländischer Komponist und Zeit seines Lebens als Organist in Amsterdam angastellt. Da zu dieser Zeit Amsterdam calvinistisch wurde, war der Gebrauch der Orgel im Gottesdienst komplett verboten. Dadurch wurde Sweelinck von der Stadt angestellt und musste täglich öffentliche Konzerte geben. Obwohl er bis zu seinem Todur Amsterdam blieb, verbreitete sich sein Ruhm weit über die Stadt hinaus, wodurch er viele Schüler aus den Niederlanden und Deutschland zu sich locken konnte und er dadurch die Orgelmusik in Deutschland auch maßgeblich beeinflusste. Er studierte ähnlich wie Johann Sebastian Bach Musik aus allen Teilen Europas und ließ diese auch in seine eigene Musik miteinfließen. Die 6 Variationen, die in nur einem einzigen Manuskript erhalten sind, repräsentieren wohl die Art von öffentlicher Improvisation, für die Sweelinck seiner Zeit berühmt wurde.

Girolamo Frescobaldi selbst galt schon zu seinen Lebzeiten als einer der ganz großen Organisten und Komponisten, obwohl er selbst oft aneckte und viele Konventionen seiner Zeit brach. Seine Musik und seine harmonische Sprache klingen selbst für heutige Hörer noch etwas fremdartig und seine Ideen zur Musik scheinen für heutige Musiker noch teils revolutionär. So überläßt er z.B. das Tempo seiner Stücke ganz dem Spieler und ermutigt ihn sogar das Tempo während des Stückes nach seinem Belieben zu variieren. Außerdem dürfe jeder Spieler Abschnitte der Stücke auslassen, die ihm zu mühsam erscheinen und natürlich auch dort enden, wo er möchte, also nicht unbedingt am üblichen Ende des Stücks.
Die "Fiori Musicali", also die "Musikalischen Blumen', sind eine Sammlung, in der Frescobaldi die hauptsächlichen Gattungen und Formen der italienischen Tastenmusik des 17. Jahrhunderts vereint. Darin enthalten sind neben 3 Messen für den kirchlichen Gebrauch auch einige weltliche Werke enthalten, wie die Bergamasca, die Sie heute hören werden. Dabei handelt es sich um einen schnellen Tanz, der auf die Stadt Bergamo in Italien zurückgeht und den Frescobalid aber typischerweise kontrapunktisch bearbeitet.

Carl Philipp Emanuel Bach ist Hauptvertreter des "Empfindsamen Stil", welcher zu seiner die Musik des Barock ablösten und sich durch zerrissene Melodien und ungewöhnliche Sprünge, Harmonien und Wendungen auszeichnet. Die Betonung des Ausdrucks und das subjektive Empfinden des Zuhörers und auch des Interpreten standen im absoluten Mittelpunkt. Eine Komposition sollte ei. eine Art Aura von Einfachheit und Natürlichkeit ausstrahlen.
Was die musikalische Gestaltung der Sonaten betrifft, so leben die schnellen Ecksätze vom dynamischen Kontrast, der durch den Wechsel der Manuale erreicht wird. Oft wechseln sich längere virtuose Passagen und Akkordblöcke mit kurzen, leiseren Einwürfen ab.

Schloßkirche Bad Homburg, 08.12.2018 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Stefanie Duprel

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Conditor alme siderum, Conditor alme siderum

BWV 539,1, BWV 539,2

BuxWV 189, BuxWV 189

"Gelobet seist du, Jesu Christ" BWV 604

BuxWV 197, BuxWV 197

"In dulci jubilo" BWV 608

BuxWV 202, BuxWV 202

"Lob Gott, ihr Christen allzugleich" BWV 609

Toccata duodecima et ultima

Wilkommen bei den Orgelmatinéen Bad Homburg 2019

Organist: Johanna Viktoria Winkler

Organist: Stefanie Duprel

Schloßkirche Bad Homburg, 12.01.2019 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Johanna Viktoria Winkler

Programm

  • Dieterich Buxtehude (1637-1707):
    • Präludium, Fuge und Ciacona in C-Dur BuxWV 137
    • Choralfantasie "Wie schön leuchtet der Morgenstern" BuxWV 223
    • Toccata in G-Dur BuxWV 164
  • Girolamo Frescobaldi (1583-1643): Aria con Variazioni detta la Frescobalda
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): Partite diverse sopra "Christ, der Du bist der helle Tag" BWV 766

Vorwort und Vorbereitung

BuxWV 137, BuxWV 137

BuxWV 164, BuxWV 164

Aria con Variazioni detta la Frescobalda, Aria con Variazioni detta la Frescobalda

Die wunderbare Partite diverse sopra: "Christ, der du bist der helle Tag" BWV 766, zum Teil mit nur zwei Stimmen.

Anmerkungen

Im Mittelpunkt des heutigen Konzertprogramms stehen Werke des italienischen, mittel- und norddeutschen Barock. Den Beginn bilden drei Werke von Dietrich Buxtehude. Dieterich Buxtehude, geboren 1637 als Sohn des Organisten Johann Buxtehude , war er von 1668 bis zu seinem Tod im Jahr 1707 als Kirchenmusiker in Lübeck an St. Marien tätig. Dort begründete er die so genannten Abendmusiken, eine Reihe geistlicher Konzerte, die ihn als Komponisten und virtuosen Organisten bekannt und berühmt machten. Seine zahlreichen Orgelwerke waren für seine Zeit außergewöhnlich "modern" und wirkten stilbildend in ganz Nordeuropa.

Präludium, Fuge und Ciacona in C- Dur ist das erste Werk Buxtehudes, das heute erklingen wird. In diesem festlichen und - wie der Titel schon verspricht - dreiteiligen Spätwerk des Komponisten spielt das Pedal eine wichtige Rolle — so erklingt es gleich zu Beginn in einem ausgedehnten Solo. Den Mittelteil des Stückes bildet eine Fuge, deren Thema in seiner treppenförmig absteigenden Pendelbewegung eigens auf das Pedal zugeschnitten zu sein scheint. Die regelmäßige Einsatzfolge verleiht ihr einen fast schon pedantischen Charakter, was aber wohl in der Absicht des Komponisten lag, denn sie steht dadurch im wirkungsvollen Kontrast zu den beiden Rahmenteilen. Auch die Rahmenteile sind ihrerseits wieder dreiteilig aufgebaut. Dabei steht im Zentrum des ersten Teils ein Fugato im Manual, während im Zentrum des letzten Teils eine hinreißende Ciaconna steht.

Auf dieses ausdrucksstarke und kraftvolle Werk Buxtehudes folgt, passend zur kirchlichen Jahreszeit und dem am vergangenen Sonntag gefeierten Epiphaniasfest, die eher sanft anmutende Choralfantasie über den Choral "Wie schön leuchtet der Morgenstern". In diesem Stück verknüpft Buxtehude Choralvaritation und Choralfantasie miteinander. Wenn Sie genau hinhören, werden sie erkennen, dass sich das Werk in zwei große Teile gliedert, in denen die Choralmelodi.e jeweils einmal durchgeführt wird. Der erste Teil beginnt in einem gehaltenen, eher altertümlich anmutenden Variations-Stil, wird jedoch in seinem Verlauf immer mehr von fantasieartigen Elementen bestimmt. Im zweiten Teil mit tänzerischem Charakter wird die Choralmelodie ausgeschmückt und fragmentiert. Nur in den letzten vier Takten des Stücks tritt das Pedal hinzu und erweitert die sonst meist 3 stimmige Komposition zur Vierstimmigkeit.

Auf dieses choralgebundene Werk Buxtehudes folgt ein kürzeres, freies Werk von improvisatorischen Charakter: Die Toccata in G-Dur. Auch bei diesem Stück, lassen sich 3 Teile erkennen, wobei der erste Teil mit großer Geste die Komposition eröffnet. Den zweite Teil bildet auch in diesem Stücke eine Fuge. Allerdings werden sie hören, dass hier von der pedantischen Strenge, von der beim ersten Werk die Rede war, nichts zu spüren ist Von vielen Verzierungen und Leichtigkeit diese kurze Fuge geprägt, bevor sie sich nahtlos in eine freie, von Dreiklangsbrechungen geprägte Musik wandelt. Der letzte Teil schäumt zu Beginn geradezu über vor Lebendigkeit und Spielfreude, bevor er mit gravitätischem Charakter das Stück beschließt.

Mit dem nächsten Stück des Programms, der "Aria detta Frescobalda" von Girolamo Frescobaldi machen wir nicht nur einen Zeitsprung um fast 35 Jahre in die Vergangenheit, sondern vollziehen auch einen Ortswechsel von Norddeutschland nach Italien.
Frescobaldi wurde 1583 in der oberitalienischen Stadt Ferrara in ein kulturell blühendes Umfeld hineingeboren und war nach seiner Ausbildung und mehreren Studienreisen bis zu seinem Tod im Jahr 1643 Organist am Petersdom in Rom. Seine A.ria Jetta frescobalda, ist ein Variationszyklus, der aus 5 Teilen besteht. Der Name deutet darauf hin, dass das den Variationen zugrundeliegende Thema von Frescobaldi selbst erdacht wurde. Es ist damit das erste Variationswerk, das nicht — wie damals üblich — auf eine dem volkstümlichen Bereich entlehnte Lied- oder Tanzweise zurückgreift. In den Variationen
erschafft Frescobaldi auf der gleichen harmonischen Grundlage immer neue Melodien, die der des Themas ebenbürtig sind.

Den Abschluss des heutigen Programms bildet die Choralpartita "Christ, der du bist der helle Tag" von Johann Sebastian Bach. Sie ist eine der vier als unzweifelhaft echt angesehenen Partiten Bachs. in welchem Rahmen die Choralpartiten damals aufgeführt wurden, ist unklar. Denkbare Möglichkeiten sind die häusliche Andacht oder während der Abendmahlsausteilung im Gottesdienst. Die Partita "Christ, der du bist der helle Tag" besteht aus 7 Sätzen, wobei der er erste die Vorstellung des Chorals ist, auf den 6 Variationssätze folgen. Im Verlauf dieser Variationen wird deutlich, dass Bach bestrebt war, das motivische Material des Chorals so zu verarbeiten und zu "verselbstständigen", dass eigenständige musikalische Sätze mit jeweils eigenem prägenden Charakter entstehen. Auffallend bei diesem Werk ist vor allem die Wahl der Tonart f-Moll. Bedenkt man die zu Bachs Zeit üblichen verschiedensten Stimmungen der Instrumente, die sich von der uns heute vertrauten gleichschwebenden Stimmung deutlich unterscheiden, muss diese Wahl vom Komponisten sehr bewusst getroffen worden sein. Musiziert auf Instrumenten mit Stimmungen der damaligen Zeit, wie z.B. der Orgel in dieser Kirche, entstehen bei der Verwendung dieser Tonart ir unsere Ohren manchmal eher ungewohnte Schärfen und Zusammenklänge, die doch ihren ganz eigenen Reiz haben.

Schloßkirche Bad Homburg, 09.02.2018 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Stefanie Duprel

Programm

  • Johann Jakob Froberger (1616 -1667): Toccata in a (1649) FbWV 101
  • Johannes Brahms (1833-1897): aus "Elf Choralvorspiele"
    • "O wie selig seid ihr doch, ihr Frommen" Op. 122,6
    • "Herzliebster Jesu" Op. 122,2
    • "O Gott, du frommer Gott" Op. 122,7
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): Partite diverse sopra "O Gott, Du frommer Gott" BWV 767

Vorwort und Vorbereitung

FbWV 101

Op. 122,6 Op. 122,6

Op. 122,2 Op. 122,2, Op. 122, 2

Op. 122,7 Op. 122,7

BWV 767, BWV 767

Anmerkungen

Johann Jakob Froberger sei in Stuttgart als Sohn des württembergischen Hofkapellmeisters geboren.
Mit 20 Jahren sei er Kammer- und Hoforganist des Kaisers Ferdinand III von Habsburg geworden.
Er habe ein kaiserliches Stipendium zum Studium bei Frescobaldi in Rom erhalten.
Danach habe er eine Reise, die ihn durch Italien, sowie nach Belgien, Holland, England und Paris führte, unternommen.
Kaum ein Komponist des 17. Jahrhunderts habe für die Entwicklung der Tastenmusik mehr bewirkt als Froberger.
Durch seile weitreichenden Verbindungen sei er schon zu Lebzeiten und für die folgenden Generationen der einflussreichste und bedeutendste europäische Tastenkomponist geworden.
Seine Werke wurden bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts ununterbrochen in ganz Mittel- und Westeuropa verbreitet.
Mozart und Beethoven hätten über Abschriften seiner Kompositionen verfügt.
Die formale Entwicklung der so genannten "norddeutschen Toccata" gehe wahrscheinlich auf Froberger zurück.
Sein Toccaten-Modell sei von Couperin, Buxtehude, Bruhns und Bach aufgegriffen worden.
Die Toccata Frobergers bestehe aus 2 bis 3 imitatorischen Abschnitten bzw. Fugen, die von frei komponierten Teilen im Stylus phantasticus umgeben sind.
Diese fantasieartigen Abschnitte böten dem Komponisten Raum um eigene Empfindungen frei auszudrücken zu können, von traditionellen Formen und Satztechniken abzusehen.

Die Brahmschen Choralvorspiele seien im Todesjahr von Clara Schumann geschrieben worden, und seien posthum erschienen.

Eine Partita (Choralpartita) sei eine Reihe von Variationen.
Die erste der neun Variation sei eine einfache Harmonisierung des Chorals.
Die Variationen überraschten wegen ihrer Unterschiedlichkeit.
Jede habe einen eigenen Charakter.

In der Tat verfliegt diese Basche Viertelstunde ohne Mühe.

Fuori programma

Schloßkirche Bad Homburg, 09.03.2019 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Johanna Viktoria Winkler

Programm

Vorwort und Vorbereitung

Eine ruhige PWC 43, eine sanfte PWC 43, eine nervöse PWC 43 und eine weitere PWC 43.

"Thema" und die darauffolgende, sich oft wiederholende Akkord-Progression sind gut wahrnehmbar. Bemerkenswert ist die Viefältigkeit der Variationen: Von der ersten bis zur letzten Note bleibt das fast 9 minutige Werk recht spannend.

Hier die Noten und ein zweiter Artikel.

Eine Chaconne von Händel: HWV 435 und HWV 435

BWV 578

BWV 768 (1.-6.), BWV 768 (7.-11.)

Schloßkirche Bad Homburg, 13.03.2019 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Stefanie Duprel

An der Posaune

Philippe Schwarz

Programm

  • Antonio Vivaldi (1678-1741): "Il pastor fido" (Bearbeitung: Christopher Dehl)
  • Max Reger (1873-1916): Romanze (Bearbeitung: Klaus Winkler)
  • Frigyes Hidas (1928): Domine, Dona Nobis Pacem für Posaune und Orgel
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): "Jesus bleibet meine Freude" BWV 147
  • Petr Eben (1929): Zwei Invocationen für Posaune und Orgel

Vorwort und Vorbereitung

Nicolas Chédeville (1705–1782): Der Fälscher des "Il pastor fido"

"Il pastor fido", "Il pastor fido"

BWV 147

Fuori programma

Georg Friedrich Händel (1685-1759): 12 Concerti Grossi, Op. 6

Schloßkirche Bad Homburg, 11.05.2019 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Johanna Viktoria Winkler

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BuxWV 137, BuxWV 137

BuxWV 203, BuxWV 203, BuxWV 203

Schloßkirche Bad Homburg, 08.06.2019 11:30 - 12:15

Orgelmatinee

An der Orgel:

Stefanie Duprel

Programm

Vorwort und Vorbereitung

BuxWV 149, BuxWV 149

BWV 655, BWV 655

Seiten durchsuchen

Danksagung

Mein Dank geht insbesondere an

für die freundliche Überlassung ihrer Notizen.

{paginaF1{In labore voluptas}}

Freude an der Arbeit, "In labore voluptas", so nannte der aus Como stammende Organist und Komponist, Arrigo Cappelletti (1877-1946) Senior, seine 1923 geschriebene und ca. 20 Minuten lange "Sonata in Do minore per Organo da Concerto".

Diese wurde Ende 2010 durch Paola Talamini, Organistin der Basilica della Maria della Salute in Venedig, aufbearbeitet und herausgegeben.

Meine Kopie leihe ich auf Wunsch aus.

Erwerben kann man die Noten hier.

Arrigo Cappelletti (1877-1946) Senior

Der 1877 in Como geborene Organist und Komponist gehört m.E. zu den interessantesten italienischen Komponisten seiner Epoche.

Zwischen 1907 und 1928 war er Organist und Kapellmeister der romanischen San Fedele Kirche in Como.

1918 wurde er Direktor des Conservatorio di Bologna ernannt.

Ein Höhepunkt seines Schaffen war 1911 der Teilnahme am von dem "Procure Generate de Musique Religieuse" ausgerufenen europäischen Wettbewerb für Orgelkompositionen in Arras, Frankreich, an dem herausragende Organisten wie z.B. ebenfalls teilnahmen. Sein Stück Elegia "alla venerata memoria di mia madre" (in Vereinfachter Version 1963 vom Maestro Luigi Picchi beim Musikverlag Edizioni Laus Decora, Como) wurde mit einer Auszeichnung prämiert.

Sonata in Do minore per Organo da Concerto "In labore voluptas"

Cappelletti Senior stellt offenbar die Musikkunst vor den Wünschen seines langjährigen Arbeitgebers, der Katholischen Kirche und kann als Gegenstück zu den zwei "bedeutendsten italienischen Orgelkomponisten" der Spätromantik, Luigi Picchi und Marco Enrico Bossi, beide Organisten am Dom in Como, betrachtet werden.

Die dreiteilige und 20 Minuten lange Sonata ist also ein profanes Werk, und dennoch klang sie in meinen Ohren voller Mystik.

Sie besticht m.E. durch ihre Klarheit, und ist ein mir ein willkommener Gegensatz zur Unhruhe und Haltlosigkeit vieler berühmter Komponisitionen der selben Zeitepoche.

Das Werk ist z.Z. weltweit nur sporadisch in der Basilica della Salute zu höhren, gespielt von der dortigen Organisten und Herausgeberin Paola Talamini.

Arrigo Cappelletti (1949) Junior

Der Enkel des Seniors ist Jazz-Komponist und Pianist.

Zu hören war er z.B. 2013 in Mailand.

<<

2.5 de A5 2 contenitore NO NO NO 1000 SI NO NO